The Pentaverate: Review der Netflix-Pilotepisode mit Mike Myers

The Pentaverate: Review der Netflix-Pilotepisode mit Mike Myers

Mike Myers feiert mit seiner Netflix-Geheimbundkomödie The Pentaverate sein Comeback. Kann er damit an Karriere-Höhenflüge wie Wayne's World und Austin Powers anschließen? Oder geht es zurück in den The-Love-Guru-Graben?

Poster zur Serie The Pentaverate (c) Netflix
Poster zur Serie The Pentaverate (c) Netflix
© oster zur Serie The Pentaverate (c) Netflix

Der Kanadier Mike Myers gilt immer noch als eine der Comedy-Größen, denn zwei seiner Projekte waren kulturelle Meilensteine der 90er Jahre. Wie so viele seiner Zunft hatte er auch einen Lauf bei der Sketchsendung „Saturday Night Live“, machte sich aber international vor allem durch seine Filmreihen „Wayne's World“ und „Austin Powers“ einen Namen, von denen zumindest die jeweils ersten Teile immer noch sehr guckbar sind. Nach diesen Erfolgen brauchte es schon einen ganz schönen Megaflop, um allen guten Willen verpuffen zu lassen... und dieser Flop hieß „The Love Guru“.

Nach diesem von allen Seiten geächteten Comedy-Desaster war Myers abgesehen von der Doku „Supermensch: The Legend of Shep Gordon“ nur noch vor der Kamera tätig und überließ die kreativen Entscheidungen anderen. Zumindest bis jetzt, denn mit der Verschwörungskomödie The Pentaverate ging heute ein Projekt bei Netflix an den Start, das fast komplett auf Myers' Mist gewachsen ist, auf einem Joke aus seinem Film „So I Married an Axe Murderer“ basiert und ihn wieder in mehreren Rollen präsentiert. Exzellent? Groovy, Baby? Leider nein.

In der ersten von sechs Episoden spielt Myers unter anderem den TV-Reporter Ken Scarborough - eine Art kanadischer Horst Schlemmer, dessen relevanten Tage längst hinter ihm liegen. Um seinen frühzeitigen Ruhestand abzuwenden, verspricht er seiner Chefin einen ganz großen News-Coup und macht sich auf zur CanConCon, die Canadian Conspiracy Convention. Macht Euch gefasst auf jede Menge Jokes aus der Schublade „Kanadier sind ganz schön höflich, eh?!?“, während Ken sich mit Retro-TV-Filter auf die Socken macht... weil Kanada außerdem „verschwommen“ ist?!?

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Netflix - © Netflix

Unterdessen wird der Nuklearphysiker Dr. Hobart Clark (Keegan-Michael Key) von dem titelstiftenden Geheimbund entführt, um ein kürzlich verstorbenes Mitglied zu ersetzen. Die Organisation besteht seit ihrem Zwist mit der Kirche im Jahr 1347 aus fünf Personen und unterscheidet sich von den Illuminaten, Freimaurern und anderen ihrer Art darin, dass sie angeblich „die Netten“ sind. So soll Dr. Clark vor allem die Klimakrise im Auftrag des Pentaverats abwenden, nachdem man der Öffentlichkeit seinen Tod durch eine alberne Internet-Challenge vorgetäuscht hat. Macht Euch also auch gefasst auf Altherrenjokes über die Crazy Kids und ihre verrückten Internetsachen.

Hauptsächlich möchte die Serie sich aber über allerlei Verschwörungsmythen und -theoretiker lustig machen, was schon nur bedingt in der Netflix-Cartoonserie Inside Job funktionierte, in der sich sämtliche dieser Theorien als wahr herausstellten. Warum nur zünden Comedys über dieses Thema so schwierig? Vielleicht liegt es daran, dass es sich bei den Zielscheiben um tief hängende Comedyfrüchte handelt, die viel zu offensichtlich sind. Vielleicht aber auch daran, dass Flat Earther, Chemtrail-Panikmache und Storys über die von Stanley Kubrick fingierte Mondlandung (die hier natürlich auch unterkommt) schon von sich aus komisch sind und durch ihre Überhöhung nur an Komik einbüßen.

Weitere von Myers gespielte Charaktere sind die vier verbleibenden Pentaveratsmitglieder: Lord Lordington, Medienmogul Bruce Baldwin, der ehemalige Rock'n'Roll-Manager Shep Gordon (dem Myers bereits besagte Doku gewidmet hatte) sowie der Oligarch Mishu Ivanov - drei fast identische Doctor-Evil-Performances und ein Rasputin nachempfundener Klischeerusse, dessen starker Akzent gleich mehrere Gags stemmen muss. Darüber hinaus spielt Myers auf der Verschwörungs-Convention Rex Smith, eine Art Alex-Jones-Parodie, die ebenfalls nicht halb so witzig ist wie das durchgeknallte Original.

Ach, und Spoiler: Auch der in den Gang kackende Security-Bigfoot reißt es nicht raus.

Fazit

Die ersten 30 Minuten von The Pentaverate könnten einen vermuten lassen, dass Netflix in Wahrheit ein diabolischer Schattenorden ist, dessen geheimes Ziel es ist, uns mit unterirdischer Comedy den Lebenswillen zu rauben. Leider kann die Verschwörungskomödie von und mit Mike Myers kein bisschen an seine großen Erfolge anschließen und ist stattdessen ein müder Mix aus Antikjokes und offensichtlichen, satirischen Observationen aus dem Kosmos der „Conspiracy-Mythen“. Wer davon fünf weitere Folgen aushält, muss schon ganz schön vom Geheimkult gehirngewaschen sein...

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Hier abschließend noch mal der Serientrailer, der eigentlich schon Warnung genug sein müsste:

Diese Serie passen auch zu «The Pentaverate»