Tracker: Review der Pilotfolge der US-amerikanischen Actionserie

Tracker: Review der Pilotfolge der US-amerikanischen Actionserie

Mit „Tracker“ feierte kürzlich bei CBS eine neue Actionserie Premiere und punktet mit einer interessanten Prämisse sowie einem körperbetont und sympathisch aufspielenden Justin Hartley in der Hauptrolle. Warum wir uns wünschen, die Show bald auch Paramount+ zu sehen, erfahrt ihr im Review zur Pilotfolge „Klamath Falls“.

Justin Hartley in der Serie „Tracker“
Justin Hartley in der Serie „Tracker“
© CBS

Das passiert in der Episode „Klamath Falls“ der Actionserie „Tracker“

Colter Shaw (Justin Harley, Smallville) hat in Tracker (2023) einen ungewöhnlichen Job. Nach dem Motto „Jeder sucht etwas oder jemanden“ spürt er gegen ein stattliches Honorar vermissten Personen nach. Dafür reist er mit seinem Wohnwagen durch das Land und wird von seinen Partnerinnen Teddi (Robin Weigert, Deadwood) und Velma (Abby McEnany, Work in Progress) mit Aufträgen versorgt, während der Computernerd Bob (Eric Graise, Step Up: High Water) ihn mit Hintergrundinformationen füttert.

Colters erster Fall führt ihn nach Klamath Falls, wo er einen Jugendlichen rettet, der von einem Freund seines verstorbenen Vaters entführt wurde. Während seiner Nachforschungen gerät Shaw nicht nur in Gefahr, sondern landet zwischendurch wegen seiner eigenwilligen Methoden im Knast, aus der ihm seine Ex, die Anwältin Reenie (Fiona Rene, I Know What You Did Last Summer) raushauen muss. Doch mit Mut und Geschick gelingt es Colter schließlich, den Fall aufzuklären und den Jungen sicher heim zu bringen.

Eine gute Idee

Actionserien und Copshows haben im Fernsehen von jeher Hochkonjunktur, deshalb sind neue Ideen rar gesät. Auch die Prämisse von „Tracker“ ist so gesehen nicht wirklich neu, aber doch interessant genug, um neugierig zu machen. Die Serie dreht sich um den Abenteurer Colter Shaw, dessen Job irgendwo zwischen Privatdetektiv und Kopfgeldjäger einzuordnen ist.

Er selbst nennt sich allerdings einen „rewardist“, der vermisste Personen findet und zu ihren Lieben zurückbringt. Schon die erste Szene der neuen Serie macht klar, was für eine Art Mensch Colter ist. Fachkundig versorgt er eine junge Frau, die auf einer Wanderung einen schweren Unfall hatte und seit zwei Tagen vermisst wird. Natürlich rettet er sie und kassiert dafür ein hohes Honorar. Dieses nimmt er jedoch nur bei Erfolg an und auch nur, wenn er vorher beauftragt wurde.

Basierend auf diesem Ehrenkodex versorgen ihn seine Partnerinnen mit neuen Fällen, die sie im Internet auf einschlägigen Portalen entdecken. Shaws Motivation zur Ausübung seines ungewöhnlichen Jobs liegt wiederum in seiner nicht gerade einfachen Jugend begründet, die in der Pilotfolge ansatzweise beleuchtet wird und einen übergreifenden Handlungsbogen einleitet, in denen wir den Geheimnissen der Familie Colter nachspüren werden.

Neben den üblichen Abenteuern der Woche, die „Tracker“ offenbar bietet, könnte sich diese Idee durchaus als Anker für das Publikum erweisen, obwohl die Pilotfolge mit dem Titel Klamath Falls auch ohnedem genug zu bieten hat.

Unterhaltsame Serienkost

Sicherlich haben wir es hier nicht mit hoch innovativer Kost zu tun, aber doch mit rundweg unterhaltsamen und kurzweiligen 45 Minuten, die ganz nach dem Prinzip gängiger CBS-Formate für das lineare Fernsehen aufgebaut sind. Die Hauptfigur ist sympathisch und wird von Justin Hartley auch dank seiner hervorragenden körperlichen Konstitution und nicht übertriebener Emotionalität glaubwürdig vorgetragen. Die Figur ist eine Art einsamer Wolf, die ihr persönliches Kindheitstrauma in Form eines außergewöhnlichen Berufs verarbeitet und mit diesem sowohl Geld verdient, als auch Menschen hilft. Er ist fair, integer, und in einem gewissen Maße risikofreudig, doch dabei stets auf die Sicherheit seiner Klienten bedacht.

Diese figürlichen Voraussetzungen führen zwar einerseits zur ein oder anderen konstruiert wirkenden Situation, doch nie so übertrieben, dass man aus der Immersion gezogen wird. Die Actionsequenzen sind zudem routiniert inszeniert und soweit aus der Pilotfolge ersichtlich, wenn immer möglich handgemacht. Last but not least dürfen ein kleiner Schuss Humor und Romantik nicht fehlen, so dass für ein möglichst großes Zielpublikum gesorgt ist.

Die Nebenfiguren

Da Colter in „Tracker“ keinen richtigen Sidekick hat, rekrutieren sich die Nebenfiguren hauptsächlich aus seinem Team, bestehend aus der Hundenärrin Velma, ihrer Lebensgefährtin Teddi und dem Computernerd Bob, der sich in Datenbänke und E-Mailaccounts hackt, um den Rewardisten mit den für den aktuellen Fall notwendigen Hintergrundinformationen zu versorgen.

Von den drei Protagonisten ist in der Pilotfolge noch nicht allzu viel zu sehen. Das macht aber Sinn, weil die Episode mit einer Laufzeit von gerade einmal 43 Minuten recht knackig ist und der Plot entsprechend zügig vorangetrieben wird. Dennoch hat man nicht das Gefühl, durch die Geschichte gehetzt zu werden, weil der Fokus ganz klar auf dem Abenteuer und der Hauptfigur liegt. Das dürfte sich auch über die restlichen zwölf Episoden der ersten Staffel hinweg nicht grundlegend ändern, wobei die Backstorys der Figuren möglicherweise in Dialogen oder kurzen Flashbacks noch näher behandelt werden. Schließlich dürfte es interessant sein, mehr über Colters Team zu erfahren und damit tiefer in die Serie einzutauchen.

Fazit

Der Start von Tracker (2023) ist durchaus gelungen. Die Geschichte wird flott vorgetragen. Die Action passt und ist visuell zwar ansprechend, aber insgesamt doch familienfreundlich aufbereitet, zudem ist die Hauptfigur sympathisch und die Prämisse interessant. Sicherlich ist Colter Shaw im Grunde genommen nur ein Held unter vielen in der großen, weiten TV-Landschaft. Doch das Format ist auch eindeutig als Feierabendserie konzipiert, die man abends einschaltet, um eine entspannte Dreiviertelstunde lang dem Alltag zu entfliehen.

In Anbetracht der gelungenen Mischung der Hauptfigur aus Privatdetektiv, Abenteurer und Actionheld gelingt dieser Anspruch, zumal es kein Beinbruch ist, wenn man mal eine Folge nicht sieht. Dafür sorgt eben die an sich vertikale Erzählweise, obwohl sich die horizontalen Elemente in Form von Colters Familiengeschichte nicht verleugnen lassen. Wer also knackige, in sich abgeschlossene Geschichten mag und über die Laufzeit der Staffel hinweg doch ein wenig mehr über die Protagonisten erfahren möchte, ist mit „Tracker“ goldrichtig. Unterhaltsam ist das Endergebnis nämlich allemal.4 von 5 Punkten

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