
Die neue Sitcom The Millers dreht sich um eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung. Die Liste der Beteiligten liest sich vielversprechend: In den Hauptrollen Margo Martindale (Justified, The Americans), Will Arnett (Arrested Development, Up All Night), Beau Bridges (Stargate SG-1) und Jayma Mays (Glee), Serienerfinder ist Greg Garcia (Raising Hope, My Name is Earl). Doch die Pilotepisode bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Furzwitze und sehr laut eingespielte Lacher machen es nicht besser.
Worum geht's denn?
Nathans Ehe ist gescheitert. Doch der Lokal-TV-Reporter (Will Arnett) hält es nicht für nötig, diese Neuigkeit mit seinen Eltern zu teilen. Im Bilde ist aber seine Schwester Debbie (Jayma Mays), die Besuch von den Eltern erwartet: der alleswissenden Carol (Margo Martindale) und dem meist ratlosen Tom (Beau Bridges).
Unglücklicherweise ist der Aufenthalt so unangenehm, dass die beiden kurzerhand ihre Sachen packen und bei ihrem Sohn vor der Tür stehen, wo ihnen die Abwesenheit seiner Ehefrau ins Auge fällt. Nathan nimmt all seinen Mut zusammen und beichtet seinen Eltern die Scheidung. Diese Wendung nimmt Tom als Aufhänger, seinerseits eine Trennung von Carol anzukündigen, und zieht zurück zu seiner Tochter. Während Carol also noch versucht, ihrem Sohn die Scheidung auszureden, findet sie sich selbst unversehens als Single wieder. Und so werden Nathan und seine Mutter zu überraschenden Hausgenossen.
Das führt uns in eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung, deren Höhepunkt in der Pilotepisode ein gemeinsamer Dirty-Dancing-Tanz auf einer Party ist, die eigentlich von Nathans Freund Ray (J.B. Smoove, Curb Your Enthusiasm) geschmissen wurde, damit der frisch Geschiedene neue Frauen kennenlernt.
Wie kommt es rüber?
Die Pilotepisode bringt jede Menge Witze, die nur bedingt zünden. Ob es sich um Vater Tom handelt, der - nach ausführlicher Ankündigung - Metall in die Mikrowelle stellt oder Mutter Carol, die sich durch eine Lautlose-Furz-Szene spielen muss und sich den Freunden ihren Sohnes mit den Worten anbietet: „Ich kann nicht schwanger werden“ - es ist auf unangenehme Weise zum Fremdschämen. Doch mehr für die Autoren als für die Figuren. Denn emotionale Investition in die Charaktere ist sowieso kaum möglich. Falls es doch dem ein oder anderen Zuschauer möglich ist, eine Beziehung zu einer Figur aufzubauen, dann liegt das wohl in erster Linie an den talentierten Schauspielern. Doch im Grunde ist das Staraufgebot das wirklich Ärgerliche an der Serie The Millers: Wer sich gefreut hat, dass Will Arnett wieder eine Comedyserie hat, weil er ihn in Arrested Development schätzen gelernt hat, der muss hier beide Augen zu drücken.
Vieles ist so vorhersehbar und traurig, dass man beinah den Eindruck bekommt, der laughtrack wird immer lauter gedreht, um von dem Trauerspiel abzulenken.
Fazit
Die Pilotepisode der Serie The Millers ist enttäuschend, zumindest für diejenigen, die sich von dem starken Cast haben blenden lassen. Die Diskrepanz zwischen den starken Schauspielern und den schwachen Gags ist ärgerlich. Doch falls die Serie eine Chance bekommt, könnte sie das ins Positive umwandeln, wenn sie es schafft, die Stärken der Schauspieler richtig auszuspielen.