The Mandalorian 3x03

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Mando Din Djarin (Pedro Pascal, The Last of Us) wird nach seiner (möglicherweise visionären?) Begegnung mit einem der legendären Mythosaurier in den lebenden Wassern unter den Minen Mandalores von Bo-Katan Kryze (Katee Sackhoff, Battlestar Galactica) gerettet.
Als die beiden nach Kalevala zurückfliegen, werden sie von einer Schwadron imperialer TIE-Jäger angegriffen. Zwar können sie den ersten Schwung an Angreifern mit vereinten Kräften besiegen, doch zerstören die Alt-Imperialen Bo-Katans Residenz auf dem Planeten mittels Bombardierung. Din nimmt Bo-Katan daraufhin mit sich zu dem geheimen Exil der Mandalorianer.
Auf Coruscant, dem Hauptplaneten der Neuen Republik, unterzieht sich derweil ein alter Bekannter einem Rehabilitierungsprozess, und zwar der einstige imperiale Wissenschaftler Dr. Pershing (Omid Abtahi, Fear the Walking Dead). Dieser wollte, wie wir uns erinnern, in der ersten Serienstaffel im Auftrag eines ominösen Klienten aus ebenfalls imperialen Kreisen Versuche mit dem kleinen Grogu anstellen.
Pershing ist mittlerweile jedoch gewandelt und bemüht sich aufrichtig, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Neben Umerziehungs-Therapiesitzungen durch einen Droiden sollen ihm dabei auch die sogenannten Amnestie-Offiziere helfen, allesamt ehemalige Imperiale wie er selbst.
Dabei trifft er in seiner Wohneinheit die frühere Kommunikationsoffizierin (Katy M. O'Brian, „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“) des gefürchteten Moff Gideon wieder, die nun als Amnestie-Offizierin G68 tätig ist. Obwohl auch sie dem Imperium abgeschworen hat, zweifelt sie gegenüber Pershing die Methoden der Neuen Republik an.
Zu diesen gehört auch die Vernichtung aller imperialer Ausrüstung, unter anderem auch die imperialen Sternzerstörer. Ein mobiles Labor aus einem solchen könnte Dr. Pershing die Möglichkeit geben, seine einstigen Klon-Forschungen zum Wohle der Neuen Republik fortzusetzen, doch wird ihm dies von oberster Stelle untersagt.
Seine neue Freundin bietet ihm an, sich heimlich die Ausrüstung aus einem solchen Labor zu verschaffen. Nach einer gefährlichen Inkognito-Fahrt mit einer Magnetschwebebahn durch die den ganzen Planeten umspannende Stadt erreichen sie schließlich einen Schrottplatz mit einem halbwegs intakten Sternzerstörer.
Doch als Pershing sich die Laborausrüstung holen will, gerät er in eine böse Falle.
Gaststar in der eigenen Serie
Gegenüber der wie eine Füllepisode wirkenden Folge von The Mandalorian aus der vergangenen Woche ist das neueste Kapitel hingegen schon mal eine deutliche Steigerung. Dessen ausgesprochene Besonderheit ist, dass Mando Din Djarin darin in ähnlicher Weise zum Gaststar in seiner eigenen Serie wird, wie es bereits Boba Fett in der Produktion The Book of Boba Fett im vergangenen Jahr widerfuhr.
Nach einem actionreichen furiosen Start dreht sich die Handlung nämlich größtenteils um den früheren imperialen Wissenschaftler Dr. Pershing, den wir wie schon erwähnt bereits aus der allerersten Staffel als damaligen Befehlsempfänger kennen.
Übrigens handelt es sich bei der aktuellen Folge mit einer fast einstündigen Laufzeit um die längste der gesamten bisherigen Serie.
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Gewandelt
Zwar dauert es eine Weile, ehe wir dem einstigen Pseudo-Mad Scientist abkaufen, dass er sich geändert hat, doch schließlich sind wir gewillt, ihm zu glauben. Schließlich darf man bei alledem nicht vergessen, dass seine Rolle in Staffel eins der Serie The Mandalorian nur eine recht kleine war und über seine Hintergründe nichts bekannt wurde.
Wie wir weiterhin erfahren, erhalten ehemalige Verfechter des untergangenen Galaktischen Imperiums nunmehr die Gelegenheit, für die Neue Republik zu arbeiten. In Pershings Fall bedeutet dies jedoch die Erfüllung langweiliger Archivierungsaufgaben.

Schöne neue Welt?
Denn so strahlend und glorreich, wie uns einst das Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ weismachen wollte, ist die galaktische Wendezeit ganz und gar nicht. Genau betrachtet ähneln die Methoden der Neuen Republik zur Rehabilitierung früherer Feinde durchaus denen, die einstmals unter dem Imperator und seiner rechten Hand Lord Darth Vader angewandt wurden.
Andor, ick hör' dir trapsen
Zumindest stilistisch fühlt man sich da als Fan der Welten von „Star Wars“ recht deutlich an die vorherige Franchise-Serie Andor erinnert. Zwar spielte diese vor und nicht nach der berühmten mittleren Trilogie der Saga, bediente sich jedoch insgesamt recht ähnlicher Stilmittel.
Ganz besonders hat man es seitens der Macher des neuen „Star Wars“ darauf abgesehen, eine Entglorifizierung vorzunehmen. Das märchenhafte Gewand, das die Saga lange Zeit bekleidete, bekommt deutliche Mottenlöcher.
Dies mag insbesondere Alt-Fans nicht sonderlich behagen, doch zeigt dies andererseits einen interessanten Entwicklungsprozess weg von mitunter unrealistischer Positivität hin zu einem glaubwürdigeren Bild (eine ähnliche Metamorphose vollzieht sich bekanntlich derzeit auch im benachbarten Universum von Star Trek). Auch wenn es nicht allen schmeckt, ist derartige Bewegung jedoch unvermeidlich, wenn man nicht auf der Stelle treten will.
Und insbesondere bei Franchise-Dinosauriern wie dem in diesem Jahr bereits 46-jährigen „Star Wars“ ist diese Gefahr durchaus gegeben. Die Zeit wird zeigen, wohin diese Reise in Zukunft führen wird.
Ein düsterer Blick in die bunte Welt
Ganz gleich, ob die aktuelle Folge als Wegweiser für den weiteren Handlungsverlauf von The Mandalorian dient oder ein Einzelstück bleiben wird, interessant bleibt sie wegen des ungewöhnlichen Einblicks in die Welten der Neuen Republik nach dem Ende des Imperiums allemal.
Vor allem wegen ihrer Eindringlichkeit erhält sie vier von fünf imperialen TIE-Jägern.
Verfasser: Thorsten Walch am Mittwoch, 15. März 2023(The Mandalorian 3x03)
Schauspieler in der Episode The Mandalorian 3x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?