The Last Ship 4x06

© ric Dane in âThe Last Shipâ / (c) TNT
Unsere Crew
Bevor das Abenteuer der Woche volle Fahrt aufnimmt und sich fĂŒr unsere Besatzung verlustreiche FehlschlĂ€ge ergeben, dĂŒrfen wir mehreren Interaktionen unseres Figurenensembles zuschauen. Und die funktionieren diese Woche doch ein gutes StĂŒck besser als noch in Allegiance.
Nachdem Tom (Eric Dane) wieder seine Uniform trĂ€gt, haben wir nunmehr gleich drei KapitĂ€ne an Bord der Nathan James. Die Frage danach, wer jetzt das Kommando hat, wird schnell beantwortet, denn Slattery (Adam Baldwin) meldet sich zurĂŒck auf dem Posten des kommandierenden Offiziers. Etwas fraglich bleibt dabei, wie er sich so schnell von seiner Verwundung erholen konnte, denn auch wenn die Wirkung der Droge verschwunden ist, hĂ€tte man erwartet, dass er sich noch lĂ€nger erholen muss und Meylan (Emerson Brooks) vorerst die Befehle gibt. Von Konflikten mit Chandler fehlt wĂ€hrenddessen jede Spur. Die drei planen die nĂ€chsten Schritte gemeinsam und legen als PrioritĂ€t die Sicherheit und ĂberfĂŒhrung des Saatguts in die Staaten fest, wofĂŒr sie auch eine Möglichkeit finden. Sie mĂŒssen nur den Zielort erreichen und anschlieĂend wollen sie Jagd auf Vellek (Peter Weller) machen. Also alles gut?
Nicht ganz. Die Szene mit Miller (Kevin Michael Martin) und Burk (Jocko Sims), der diese Woche wieder recht entspannt auftritt, ist ein schön platziertes Beispiel dafĂŒr, wie man auf kommende Probleme aufmerksam machen kann. Die AusflĂŒge in die griechische Mythologie, die schon seit Staffelbeginn stattfinden, wissen jedenfalls zu gefallen. Dass unsere Helden dabei in die metaphorischen FuĂstapfen von Hercules und Odysseus treten, birgt zudem eine gewisse Ironie - schlieĂlich stellt die griechische Marine diese Woche mal wieder den Gegner dar.
Wobei unser Augenmerk natĂŒrlich schon zu Beginn auf Fletcher (Jonathan Howard) liegt, fĂŒr den die Situation immer unangenehmer wird. Harry (George Georgiou) hatte da letzte Woche schon deutlich gesagt, was er von Fletcher erwartet und aufgrund der letzten Monate, in denen er nicht nur mit der Crew der Nathan James zusammengearbeitet hatte, sondern auch noch Sasha (Bridget Regan) nĂ€hergekommen ist, durften wir mit Spannung erwarten, wie er sich entscheiden wĂŒrde.
Fletcher
Ganz so viel wird aus Fletchers innerem Konflikt leider nicht herausgeholt. Nach der groĂen Diskussion mit Harry, bei der beide Seiten gegenseitige Drohungen aussprechen und sehr deutlich die ZĂ€hne fletschen, ist das Ding eigentlich schon gelaufen. Denn das Telefonat mit Lucia (Sibylla Deen) ist der Ausgangspunkt fĂŒr alles, was dann folgt. Rein theoretisch hĂ€tte Fletcher zwar im Anschluss noch einmal ĂŒberdenken können, ob er die Sache wirklich durchzieht oder doch noch auspackt - die Situation in der Waffenkammer mit Wolf (Bren Foster) und Azima (Jodie Turner-Smith) hĂ€tte sich vielleicht angeboten - aber leider scheinen ihm danach keine Zweifel mehr zu kommen. Der Rezensent hĂ€tte es ĂŒbrigens sehr begrĂŒĂt, wenn Giorgio (Jackson Rathbone) ihm nach geglĂŒckter Mission als Belohnung eine Kugel verpasst hĂ€tte. Denn mindestens ein totes Besatzungsmitglied geht auf Fletchers Kosten. Ganz zu schweigen davon, dass Sasha sich jetzt schwere VorwĂŒrfe macht, weil sie Fletchers Verrat nicht kommen sehen hat.

Aber hĂ€tte man seinen Verrat tatsĂ€chlich kommen sehen können? Er verhielt sich unsicher, keine Frage. Und irgendwem hĂ€tte auch auffallen können, wie oft er sich mit Harry unterhielt - vor allem die Diskussion hĂ€tte Aufmerksamkeit erregen mĂŒssen. Interessant wĂ€re da gewesen, wie Fletcher sich verhalten hĂ€tte, wenn jemand nachfragt, worĂŒber er mit Harry geredet hat. Aber auf der anderen Seite kann man es niemanden ankreiden, mögliche Warnsignale ĂŒbersehen zu haben. Der Mann war jetzt schon eine ganze Weile dabei und hat sich als guter VerbĂŒndeter erwiesen, der auch stets Seite an Seite mit den anderen zu Gange war. Da kann man schon einmal Tomaten auf den Augen haben, wenn er sich ein bisschen verdĂ€chtig verhĂ€lt.
Kompliment ĂŒbrigens an Adrienne Rain (Ritu Lal), die seine AktivitĂ€ten zu Tage fördert. Als gering einschĂ€tzen darf man hingegen das Sicherheitspersonal, welches dann nicht im Stande ist, ihn zu finden und aufzuhalten. Wie schwer kann es bitteschön sein, schnell mal die AusgĂ€nge abzusichern? Dass Sasha nicht abgedrĂŒckt hat, bereitet hingegen keine Kopfschmerzen - Fletcher wĂ€re dann vermutlich ins Wasser gefallen und die Samen futsch.
Der Sturm
Wie der Titel der Episode schon preisgibt, gibt es diese Woche sehr starken Seegang. Wobei unserer Besatzung da kaum die Wahl bleibt, nachdem Lucia die FĂ€hrte wiederaufgenommen hat, Giorgio in der Falle lauert und Papa Vellek aus dem griechischen Admiral noch ein paar Schiffe herausgeholt hat. Die Nathan James wird in die Enge getrieben und unsere KapitĂ€ne mĂŒssen ein paar waghalsige Entscheidungen treffen.
Meylan sitzt dabei in der zweiten Reihe, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Slattery und Chandler sind wĂ€hrenddessen voll bei der Sache und es macht jede Menge SpaĂ, den beiden (und der Crew) dabei zuzuschauen. Lucia kann es nicht riskieren, auf die James zu feuern, sitzt aber dennoch kurze Zeit am DrĂŒcker und ĂŒberlegt, ob sie nicht doch losfeuert. Das Manöver, durch die feindlichen Linien in den Sturm zu fahren, war zudem eine gemeinsame Entscheidung. Man merkt hier, dass Slattery und Chandler in gleichen Bahnen denken und als Team funktionieren. Da war die Referenz auf die Schlacht von Trafalgar nur ein kleines i-TĂŒpfelchen.
Die AuĂenbordszenen mit der James im Sturm lassen sich wĂ€hrenddessen als annehmbar bezeichnen. HĂ€tte man sicher besser darstellen können, selbst mit einem TV-Budget. Aber wir sind hier leider nicht in einem Wolfgang Petersen Film, von daher lĂ€sst es sich verschmerzen, dass nicht alles ĂŒberzeugend echt wirkt.
Im Inneren der James tobt es allerdings, wĂ€hrend der Sturm das Schiff schaukeln lĂ€sst. Um Jeter (Charles Parnell) dĂŒrfen wir uns groĂe Sorgen machen - es ist nie gut, wenn man Blut spuckt. Aber die groĂe Gefahr geht von Harry aus, der sein Versprechen an Fletcher wahr macht und einen Herzanfall vortĂ€uscht, um in die Krankenstation zu gelangen. Ja, es ist dumm, die Samen dort aufzubewahren und nicht irgendwo anders, bewacht und besser gesichert. Andererseits hat es wohl niemand kommen sehen, dass jemand an Bord es auf die Dinger abgesehen hat. Von daher okay.

Das Schlachtfest, welches Harry da veranstaltet, lÀsst sich dennoch leicht skeptisch betrachten. Sieht es zunÀchst nur so aus, als wenn er nur Heggen (Ben Turner Dixon) verabschiedet hÀtte, sind spÀter doch weit mehr Leichen zu sehen. Und WTF? O'Connor (Paul James) hat es nun wirklich nicht verdient, in dieser Folge zu sterben. Einfach schade um die Figur, auch wenn sie nie stark im Mittelpunkt stand.

Und jetzt?
Zeit fĂŒr etwas Spekulatius. Sicher ist, dass die James die Samen zurĂŒckbekommen muss. Aber wie zuvor die Gegner, darf auch die James jetzt nicht einfach drauf los feuern. Was also tun? Einen Maulwurf gibt es nicht. Oder doch? Könnte Fletcher vielleicht noch die Seiten wechseln? Schwer vorstellbar. Könnte Chandler auf Lucia einreden? Ebenfalls schwer vorstellbar. Meine Vermutung wĂ€re, dass man Jagd auf Vellek macht, um seine Kinder unter Druck zu setzen. Aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was die Crew der James jetzt unternehmen wird. Und ihr?
Fazit
Nach der Durststrecke von letzter Woche wieder eine gute Folge. Kleinere MĂ€ngel bleiben vorhanden, aber unterm Strich war das schon ein enorm gutes Abenteuer, welches nach anfĂ€nglichem Konsens der AnfĂŒhrer die Crew vor neue Herausforderungen stellt und auch vor Verlusten keinen Halt macht. Ginge sicher besser, aber unterm Strich doch eine gelungene Folge. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen dafĂŒr.
Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 19. September 2017The Last Ship 4x06 Trailer
(The Last Ship 4x06)
Schauspieler in der Episode The Last Ship 4x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?