The Last Ship 4x01

© ric Dane in âThe Last Shipâ / (c) TNT
Neue (alte) PrÀmisse
Das Virus ist erneut mutiert und fĂ€llt nun ĂŒber die Pflanzenwelt her, wodurch der Nahrungsmittelanbau in Mitleidenschaft gezogen wird. Die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln steht somit auf dem Spiel und gleich im Staffelauftakt wird uns auch schon ein McGuffin prĂ€sentiert, der die Lösung dieses Problems darstellen soll: eine Pflanze beziehungsweise deren Samen, die gegen das Virus immun sind und im Mittelpunkt der neuen Mission der USS Nathan James stehen, welche unter dem Kommando von Mike Slattery (Adam Baldwin) bereits mitten im Geschehen steckt.
Das alte Thema wird somit ein weiteres Mal neu aufgelegt, obwohl das Virus eigentlich nicht mutieren sollte. Aber diese EinschrĂ€nkung wurde bereits in der dritten Staffel aufgehoben, von daher lieĂe sich drĂŒber hinwegsehen. Komisch wirkt hingegen, dass niemand sich damit befasst, auf herkömmliche Art und Weise ein Gegenmittel zu finden. WĂ€re doch ganz sinnvoll, das Ăbel an der Wurzel zu packen und ein paar Wissenschaftler mit der Entwicklung eines Gegenmittels oder DĂŒngers zu beauftragen, damit man auch dieser Mutation der Plage Herr wird. Stattdessen werden uns die geheimnisvollen, resistenten Samen direkt als alleinige Lösung prĂ€sentiert - am Ende der ersten Folge sichtbar in einem GefÀà mit der Aufschrift âGlobal Seed Vaultâ (damit auch ja keine MissverstĂ€ndnisse aufkommen...).
Hoffentlich gibt es noch im Staffelverlauf einige ErklĂ€rungen dazu, weshalb gerade diese Samen resistent sein sollen. Denn an einer Stelle der Episode gibt es eine Bemerkung zu Ăpfeln, die offensichtlich noch nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, aber trotzdem nicht als sicher gelten. Dort ist die Rede davon, dass es Ă€hnlich wie beim Mais und Getreide nur eine Frage der Zeit ist, bis das Virus auch dort zuschlĂ€gt. Warum ist das bei den afrikanischen Samen jetzt anders?

USS Nathan James
Im Auftakt treffen wir unsere Crewmitglieder in Sidi Taibi, Marokko an, wo Neuzugang Fletcher (Jonathan Howard) und Sasha Cooper (Bridget Regan) sich mit einem gewissen Mahmoud (Faruk Amireh) treffen, der um den Aufenthaltsort des McGuffins Bescheid wissen soll und diesen vom offensichtlichen Staffelbösewicht Omar (Anthony Azizi) entwendet hat (oder zumindest einen Teil davon). Es dauert aber nicht lange, bis die erste Actionsequenz stattfindet, wobei es unserer Crew knapp gelingt, mit einem schwer verletzten Mahmoud davonzukommen. NÀchste Station: Rota, Spanien.
Die Episode lÀsst sich nicht lange Zeit und wirft uns direkt ins Geschehen. Dabei treffen wir auf zahlreiche altbekannte Gesichter, auch wenn diese mitunter recht bÀrtig ausfallen (Danny (Travis Van Winkle) gewinnt hier ganz klar den Wolfgang-Thierse-GedÀchtnispreis). Es gibt aber auch ein paar NeuzugÀnge zu verzeichnen, wobei neben Fletcher wohl Azima Kandie (Jodie Turner-Smith) den deutlichsten Eindruck hinterlÀsst - die flirtet mal eben mit Wolf (Bren Foster) rum und scheint auch Interesse an Alisha (Christina Elmore) zu haben. Abgesehen davon gibt es aber stets nur kurze Einblicke in die sozialen VerhÀltnisse der Crew, denn das Tempo ist im Auftakt schon sehr ordentlich.
So dauert es nicht lange, bis sich ein paar Bösewichte in Rota blicken lassen und uns in die nĂ€chste Actionsequenz fĂŒhren, die auch bei unserer Crew Verluste bewirkt. Slattery verliert mit Michelle Boylan (Lizzie Peet) eine alte Bekannte und Cameron Burk (LaMonica Garrett) wird schwer verletzt, womit er vermutlich fĂŒr den Rest der Staffel raus beziehungsweise nur spĂ€rlich zu sehen sein wird.
Der Angriff selbst wird mit dem Selbstmordattentat eines Jungen (Justice Alan) gestartet, was mit Blick auf die leider nicht endenden TerroranschlĂ€ge in unserer realen Welt einen bitteren Beigeschmack hinterlĂ€sst. Es ist zwar nicht verwunderlich, dass die Serie sich - wie andere Reihen auch - bei klassischen Feindbildern und deren Methoden bedient, denn da tut es dem Zuschauer am meisten weh. Dennoch wĂŒrde man sich in diesem Bereich mehr SensibilitĂ€t wĂŒnschen und dahingehend auch eine weniger offensichtliche Einteilung in Gut und Böse.

Derweil darf man sich auch fragen, wie die Bösewichte so schnell vor Ort sein konnten. Vieles deutet auf einen Maulwurf in den eigenen Reihen hin. Wer das sein könnte? Keine Ahnung. Aber diese Möglichkeit lÀsst zumindest hoffen, noch einen anderen Blickwinkel kennenzulernen, der dann hoffentlich nachvollziehbar wirkt und die Grenzen zwischen Gut und Böse etwas verschwimmen lÀsst.
Gegen Ende der Folge erhĂ€lt unsere Crew dann auch den entscheidenden Hinweis dazu, wo sie den McGuffin finden können. Mal schauen, welche Ăberraschungen sie dort erwarten. Spannend bleibt die Serie jedenfalls, auch wenn sich einige Probleme nicht leugnen lassen.
Tom Chandler
WĂ€hrend die Besatzung der Nathan James keine Ahnung hat, was aus Tom Chandler (Eric Dane) nach den Ereignissen der letzten Staffel wurde, sind wir Zuschauer da besser im Bilde. Tom hat sich mit seinen Kindern Ashley (Grace Kaufman) und Sam (Aidan Sussman) nach Griechenland abgesetzt, wo er Alex (Anthony Skordi) und dessen Familie beim tĂ€glichen Fischfang unterstĂŒtzt. Sein Heldendasein möchte er offensichtlich an den Nagel hĂ€ngen, aber die lokale Mafia um Giorgio (Jackson Rathbone), der des Ăfteren bei Alex auf der Matte steht, um den GroĂteil des Fischfangs als âSteuerâ abzunehmen, fĂŒhrt zwangsweise zu neuen Problemen.
Dieser Handlungsstrang kommt leider nicht ohne einige Klischees aus, wirkt aber dennoch relativ frisch fĂŒr die Serie. So gelingt es Tom recht lange, die FĂŒĂe stillzuhalten und sich - wider der misslichen Lage von Alex - nicht einzumischen. Ein sehr ungewohntes Bild, welches wir da von Tom eingangs erhalten.
Aber selbstredend bleiben Konfrontationen auf Dauer nicht aus. Das Boot von Giorgio zu klauen und anschlieĂend mit den zurĂŒckgewonnenen VorrĂ€ten ein bisschen zu feiern, war jedenfalls nicht gerade die beste Idee - zumal die beiden unschwer als Diebe auszumachen waren. Da hĂ€tte sich etwas mehr Finesse erwarten lassen. VergeltungsmaĂnahmen seitens Giorgio lassen anschlieĂend nicht lange auf sich warten und kosten Alex das Leben, was Tom endgĂŒltig aus dem Ruhestand holt und aktiv werden lĂ€sst.
Insofern lĂ€sst sich mit Spannung erwarten, wie er weiter vorgehen wird, ob er seine Kinder und die Familie von Alex dabei schĂŒtzen kann und ob und wie ihn sein jetziger Weg wieder zur Nathan James fĂŒhren wird.
Fazit
Auch wenn da oben einige Kritikpunkte aufgefĂŒhrt wurden, kann man doch von einem recht gelungenen Auftakt zur neuen Staffel sprechen. Die Serie bleibt sich in ihrer Vorgehensweise treu, an Action wird nicht gespart und das Tempo ist ziemlich flott. Inwiefern da jetzt wirklich noch etwas Neues auf uns zukommt, bleibt noch abzuwarten, aber mit Blick auf vergangene Staffeln werden sicher noch ein paar gröĂere Ăberraschungen auf uns zukommen. Toms Handlungsstrang mag zwar ein wenig zu vorhersehbar gewesen sein, aber es war auf jeden Fall mal ein anderer Ansatz. Von mir gibt es ganz gute 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Montag, 21. August 2017The Last Ship 4x01 Trailer
(The Last Ship 4x01)
Schauspieler in der Episode The Last Ship 4x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?