The Last Ship 3x08

Der neue PrÀsident
Nachdem Michener (Mark Moses) letzte Woche Selbstmord beging, tritt VizeprĂ€sident Howard Oliver (John Cothran) dessen Nachfolge an. Oliver lĂ€sst Chandler (Eric Dane), der in Sachen Peng (Fernando Chien) weiter nachforschen will, vorerst freie Hand, womit sich in Ăbersee durch den Nachfolger keine Hindernisse ergeben. Der neue PrĂ€sident ist lediglich interessiert daran, Videomaterial von den befreiten Geiseln zu bekommen - was nach wie vor ein Problem darstellt. Kara (Marissa Neitling) muss derweil erkennen, dass ihre Meinung nicht mehr gefragt ist.
Micheners Tod hat uns rĂ€tseln lassen, wer die Nachfolge antreten wĂŒrde und inwiefern sich die Dinge in St. Louis Ă€ndern wĂŒrden. Die Autoren zaubern hier einen uns bislang unbekannten Charakter - Howard Oliver, amtierender VizeprĂ€sident - aus dem Hut. WĂ€hrend wir bei vielen der uns bekannten Figuren aus Micheners Stab bereits wissen oder ahnen, wie sie an Micheners Stelle agieren wĂŒrden, ist Oliver ein noch unbeschriebenes Blatt. Allerdings zeigt er schon gleich in seiner ersten Folge FĂŒhrungsqualitĂ€ten, indem er sehr bestimmt Entscheidungen trifft, die ihm notwendig erscheinen.
Das Problem mit den Unruhen geht er an, indem er einige von Micheners Anordnungen wieder rĂŒckgĂ€ngig macht oder es zumindest in ErwĂ€gung zieht, wie sich aus seinem Vorgehen schlieĂen lĂ€sst. Zwar Ă€uĂert Kara ernste Bedenken, was das Umschwenken (besonders in Bezug auf die Rationierung) angeht und versucht, Micheners Entscheidungen zu verteidigen, aber Allison Shaw (Elisabeth Röhm) macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Es ist schon ein herber Brocken, den Kara diese Woche schlucken muss - und das, wo sie erst letzte Woche den PrĂ€sidenten tot aufgefunden hatte. Nachdem sie ihre Ansicht preisgegeben hat, ist sie jedenfalls raus aus der Beraterrunde des neuen PrĂ€sidenten (jedenfalls in nichtmilitĂ€rischen Angelegenheiten) und die regionalen AnfĂŒhrer wittern sogleich ihre Chance, die von ihnen gewollten VerĂ€nderungen herbeizufĂŒhren. Von Allision erfahren wir derweil, dass sie Micheners Ausweg als easy way out empfindet - da schwingt in ihrer neuen Vorgehensweise schon eine groĂe Portion Trotz mit, was einerseits verstĂ€ndlich, andererseits aber auch etwas irrational in der Tragweite erscheint.
Es bleibt somit fraglich, wohin sich die Situation in den Staaten entwickeln wird. Oliver macht zwar einen soliden Eindruck, aber er muss vorsichtig sein und die möglichen Folgen seines Handelns dabei im Auge behalten. Rein spekulativ betrachtet könnte sich die Lage hier derart zuspitzen, dass die USS Nathan James bei ihrer RĂŒckkehr in die Heimat in die nĂ€chste Krise schippert - Material fĂŒr die vierte Staffel?
Zuletzt sei noch angemerkt, dass VideoĂŒbertragungen noch immer nicht gelingen - ein (weiteres) Problem, welches Kara lösen soll und uns schon seit Staffelbeginn immer wieder aufgezeigt wird. Hat auch hier Peng seine Finger im Spiel? Denn immerhin scheint er ja keinerlei Probleme zu haben, seine Mitleidsbekundung ĂŒber Micheners Tod zu verbreiten.
Pengs PlÀnen auf der Spur

In Asien macht sich die USS Nathan James derweil nach Shanzhai auf (nachdem man Tom davon abbringen konnte, Pengs Behausung direkt mit ein paar Tomahawks zu ebnen), aber Peng ist unseren Protagonisten mal wieder einen Schritt voraus und hat den Ort in Schutt und Asche legen lassen. Takehaya (Hiroyuki Sanada) kann erneut weiterhelfen und so gelangen Chandler & Co schlieĂlich zu Wu Ming (Allen Theosky Rowe), wo uns die gröĂere Actionsequenz der Episode erwartet.
Mit der Spurensuche hĂ€lt man sich hier nicht groĂartig auf, sondern schreitet zĂŒgig voran, was durchaus zu gefallen weiĂ. Die KĂ€mpfe verlieren allerdings langsam ihren Reiz, wenn sie so âsauberâ wie hier ablaufen. So ziemlich jeder Schuss der Amerikaner sitzt und der chinesische Widerstand (in dessen FĂ€ngen sich Wu und dessen Familie befinden) schwindet im Nu dahin. Selbst der Kampf zwischen Wolf (Bren Foster) und Lau Hu (Stephen Oyoung), der gewohnt gut in Szene gesetzt wurde, hatte etwas von einem Standardprozedere - denn komischerweise ist es fast immer Wolf, der sich (obendrein meist als einziger) im Nahkampf behaupten muss. Etwas Abwechslung in Form von Seegefechten wĂ€re hier wĂŒnschenswert.
Jedenfalls findet unsere Truppe in Wus Behausung die nĂ€chste Spur und es gelingt ihnen, eines der mit einem schwarzen Punkt markierten Boote ausfindig zu machen, die in Pengs Auftrag unterwegs sind. Wer hier allerdings auf etwas Action zur See gehofft hatte, muss sich mit ein paar WarnschĂŒssen zufriedengeben. DafĂŒr waren die Schiffsdurchsuchung und die Befragung des Schmugglers mal etwas erfrischend anderes - und teilweise recht amĂŒsant mit anzusehen.
Zusammen mit den Nachforschungen von Doc Rios (Maximiliano Hernández), der wichtige Informationen aus Dr. Scotts (Rhona Mitra) Unterlagen heranziehen konnte, ergibt sich hier ein klares Bild davon, was Peng geplant hat. Das Zauberwort lautet Genozid. Und zwar an all jenen, die das Heilmittel bislang noch nicht erhalten haben (womit sich auch erklĂ€rt, weshalb er es vor weiten Teilen der Bevölkerung unter Verschluss hĂ€lt). Der grĂŒne Nebel, den Kyoko (Ayako Fujitani) letzte Woche erwĂ€hnte, haben die Japaner also Peng zu verdanken - und die Koreaner sollen die nĂ€chsten sein, sofern es unseren Helden nicht gelingt, vorher einzugreifen.
Wie sich das Puzzle hier StĂŒck fĂŒr StĂŒck zusammenfĂŒgt, ist schon sehr nett mit anzusehen. Fraglich ist allerdings noch, welches Motiv Peng hat. Weshalb so viele Völker ausrotten, nachdem die Pandemie doch sĂ€mtliche Reihen schon bedeutend gelichtet hat? Ist er einfach nur wahnsinnig oder steckt eine ganz bestimmte (vielleicht sogar bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbare) Absicht hinter seinen PlĂ€nen?
In Bezug auf das verĂ€nderte Virus wurden uns ebenfalls ErklĂ€rungen geliefert, die insgesamt recht zufriedenstellend wirken. Es ist also nicht mutiert, sondern lediglich fĂŒr das Heilmittel nicht mehr zugĂ€nglich, nachdem man dem grĂŒnen Nebel ausgesetzt worden war. Weshalb aber Bluttransfusionen von Geheilten die Symptome lindern und den Patienten vorĂŒbergehend helfen, bleibt fraglich. Der Rezensent ist zwar weder Mediziner noch Virologe, aber der helfende âintravenöse Vampirismusâ wirkt doch arg konstruiert (zumal die Geheilten ja auch bloĂ das Heilmittel im Blut haben). Naja, vielleicht liefert uns Doc Rios da noch eine ErklĂ€rung oder kann daraus irgendwelche SchlĂŒsse ziehen, die zu einer dauerhaften Heilung von Leuten wie Takehaya und Kyoko fĂŒhren.
Der USS Nathan James steht jedenfalls noch einiges bevor, wenn sie Pengs PlĂ€ne durchkreuzen wollen. Und die Zeit drĂ€ngt. Der Angriff auf die Koreaner ist bereits befohlen und wer weiĂ schon, wo Peng ĂŒberall seine Raketen in Stellung gebracht hat. Vielleicht wĂ€re es doch keine so schlechte Idee, Tom ein wenig mit seinen Tomahawks spielen zu lassen...
Fazit
Sea Change liefert eine Menge ErklĂ€rungen und zeigt dabei das AusmaĂ der Bedrohung auf, die von Peng ausgeht. Es bleibt somit weiterhin spannend, ob und wie unsere Protagonisten die PlĂ€ne des chinesischen PrĂ€sidenten durchkreuzen werden. Auch in St. Louis und dem Rest der Vereinigten Staaten bleibt die Lage vorerst angespannt. Allerdings ist die Folge nicht frei von MĂ€ngeln und der Unterhaltungsfaktor wird ein wenig dadurch getrĂŒbt, dass die gröĂere Actionsequenz mittlerweile zum Schema F gehört. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
Der Serientrailer zur nÀchsten Episode, Eutopia (3x09), der US-Serie The Last Ship:
Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 2. August 2016The Last Ship 3x08 Trailer
(The Last Ship 3x08)
Schauspieler in der Episode The Last Ship 3x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?