The Killing 1x09

The Killing braucht sich um eine zweite Staffel keine Sorgen zu machen, aber die Entwicklung der ersten Season erregt Besorgnis unter den Kritikern. Mag es an der hohen Messlatte liegen, die die AMC-Serie sich mit ihrem fulminanten Start selbst legte und seitdem nicht wieder erreichen konnte, oder an der Tatsache, ein beliebtes Original als Vorlage zu haben: Nach wie vor kann „The Killing“ nicht ĂŒberzeugen. Ăbrigens habe ich angefangen, das Original zu schauen - und auch wenn mich Viele dafĂŒr lynchen wollen: Die dĂ€nische Produktion ĂŒberzeugt mich nach einem guten Anfang genauso wenig.
ZurĂŒck zu AMC: Den LeserwĂŒnschen entsprechend, werde ich im Zuge dieses nachgeholten Reviews ĂŒber Undertow Probleme von The Killing aus meiner Sicht schildern. NatĂŒrlich ist das hier Geschriebene ein subjektiver Eindruck, und ich werde mich gerne von der Serie oder aber von euch Leserinnen und Lesern eines Besseren belehren lassen!
Wie ich schon einmal erwĂ€hnt habe, liegt meines Erachtens das Problem nicht hauptsĂ€chlich im langsamen Voranschreiten der Handlung, sondern darin, wie sie voranschreitet. Etliche Elemente stören den Regen-Fluss der Serie: das Bedienen etlicher Klischees, der Nebenhandlungsstrang um Darren Richmond - fĂŒr den die Autoren kein Zuschauerinteresse wecken konnten, das Verharren der Hauptfigur Linden (Mireille Enos) in einem unverĂ€nderten, geradezu inerten Zustand an der Seitenlinie (auch darĂŒber habe ich bereits ausfĂŒhrlich geschrieben) und auch die zufĂ€lligen Hinweise, die immer wieder zum nĂ€chsten VerdĂ€chtigen und zum nĂ€chsten angeblichen Durchbruch in Rosie Larsons Fall fĂŒhren. Der Zusammenhang des Ganzen droht dadurch stellenweise verloren zu gehen.
Falsche Spuren und MacGuffins sind schön und gut, aber „The Killing“ ĂŒbertreibt es damit doch etwas. Das Legen und Verwerfen solcher Spuren wird zum Selbstzweck, wĂ€hrend wir viel zu wenig ĂŒber Rosie und ihr Leben erfahren, ihre Beziehungen zur eigenen Familie, zu ihren Freunden. Wir wissen daher praktisch nichts ĂŒber ihre Motivation, gewisse Dinge zu tun oder zu lassen. Was die Serie bisher ĂŒber Wasser hĂ€lt, sind die filmische Umsetzung, die dadurch entstehende AtmosphĂ€re und die Einzelleistungen, etwa Brent Sextons (Stan) und Joel Kinnamans (Holder).
The Killing begann als ErzĂ€hlung darĂŒber, wie der Tod eines Menschen das Leben anderer verĂ€ndert und beeinflusst, wobei sich die Serie hauptsĂ€chlich auf die Larsons konzentrierte. Was am Anfang zutiefst erschĂŒtterte, lĂ€sst einen mittlerweile kalt. AuĂerdem scheint „The Killing“ den ErzĂ€hlkurs in jĂŒngster Zeit wechseln zu wollen: vom Persönlichen zum Politischen, was fĂŒr einen faden Beigeschmack sorgt, vor allem die Art, wie mit Problematiken umgegangen wird. Alles wird nur oberflĂ€chlich berĂŒhrt und wirkt dadurch klischeehaft. Es ist, als zeigte die Serie stĂ€ndig mit dem Finger. Seht ihr, da sind Risse in der sozialen OberflĂ€che! Aber sie geht nicht weit genug, um diese Risse zu erforschen.
Ein gutes Beispiel hierfĂŒr bietet der Plot um die muslimische Community, in dem es um Diskriminierung, Integration und darum geht, wann man sich in Traditionen Anderer einmischt und wann nicht. Aber mehr als ein plumpes Statement kommt dabei nicht heraus: The Killing vereinfacht die Problematik, indem die Serie versucht, sie mit dem Richmond-Plot zu verbinden.
Darren stattet Drexler einen Besuch ab, um sich eine hohe Summe fĂŒr den angeblichen Aufbau der somalischen Community zu sichern. Aber dieser Handlungsstrang hĂ€ngt einfach so in der Luft und weckt kein Interesse - meines zumindest nicht.
WĂ€hrend Holder und Linden feststellen, dass Bennet und Muhammad ein zwölfjĂ€hriges somalisches MĂ€dchen nur deshalb quasi entfĂŒhrt haben, um es vor einem grausamen Ritual zu bewahren, kommt es fĂŒr Bennet zum Unausweichlichen. Nach Mitchs (Michelle Forbes) Vorwurf, man hĂ€tte den Mörder laufen lassen - sowohl Stan als auch die Polizei - nehmen Stan und Belko Bennet mit in die verregnete Dunkelheit und prĂŒgeln ihn möglicherweise zu Tode. Als Stan mehrfach auf den liegenden Bennet einschlĂ€gt, rastet Belko aus und schlĂ€gt wie in einer seltsamen Trance auf einen Stein ein.
Nun, wenn das nicht der nÀchste HauptverdÀchtige ist: Nicht der Stein, sondern Belko...
Verfasser: Vladislav Tinchev am Sonntag, 5. Juni 2011(The Killing 1x09)
Schauspieler in der Episode The Killing 1x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?