The Kids Are Alright 1x01

© ast der Serie „The Kids Are Alright“ (c) ABC
Worum geht es in dem Piloten?
„Ich wurde gerade zwölf im Sommer des Jahres 1972. Es war eine tolle Zeit, ein Kind zu sein. Es war der Wilde Westen. Fahrradhelme gab es noch nicht. Genau wie Autogurte. Oder ausgewogene Ernährung. Oder sogar normale elterliche Aufsicht." („I turned twelve in the summer of 1972. It was an awesome time to be a kid. It was the Wild West. Bike helmets hadn't been invented. Or car seatbelts. Or nutrition. Or even normal adult supervision.“) Die ersten Worte der Serie The Kids Are Alright zeigen gleich, in welche Richtung die Sitcom geht. Der Ich-Erzähler Tim Cleary (Jack Gore) erinnert sich zurück an seine Kindheit in den 70ern. Tim ist, in seinen eigenen Worten, das „aufmerksamkeitsbedürftige mittlere Kind" von acht (!!) Brüdern der katholischen Cleary-Familie.
Lawrence (Sam Straley) ist der älteste der Geschwister und kommt nach Hause zu Besuch. Er ist der Stolz seines Vaters Mike (Michael Cudlitz), weil er eine Ausbildung zum Priester macht. Damit kann Tim nicht mithalten und fühlt sich vergessen zwischen allen anderen. Aber, als er ein Plakat für ein Kindermusical in Hollywood sieht, hat er nur noch ein Ziel: in der Produktion von „Man of La Mancha" zu sein (shout-out an alle Don-Quichote-Fans da draußen). Seine pragmatische Mutter Peggy (Mary McCormack) ist davon nicht begeistert. In ihren eigenen Worten „haben wir nicht das nötige Kleingeld, damit einer von euch etwas Besonderes sein kann. („We don't have the wherewithal for any of you kids in this family to be special.“) Aber mit ein paar aufmunternden Worten und Ratschlägen seiner Brüder gelangt Tim schließlich doch noch zu dem Vorsingen. Peggy und Muttersöhnchen Frank Sawyer Barth sind ihm hart auf den Fersen, aber, als seine Mutter Tim schließlich auf der Bühne singen hört, wird ihr klar, dass Tim tatsächlich Talent hat. Dasselbe denken anscheinend auch die Produzenten des Musicals und er wird Teil der Zweitbesetzung.
Lawrence gesteht unterdessen, dass er seine Ausbildung abbrechen will, sehr zum Unmut seines Vaters und des Zweitgeborenen, Eddie, der eine heimliche Freundin hat und deswegen auf keinen Fall an Lawrence' Stelle Priester werden will. Aber nach dem ersten Schock und ein paar strengen Worten von Peggy rafft sich Vater Mike auf und hat eine ehrliche Unterhaltung mit seinem Sohn über dessen Zukunft und dass er nur eine gute Zukunft für Lawrence möchte.

Eine schrecklich große Familie
Der Vater wird angenehmerweise nicht - wie so häufig in Sitcoms - als der sturköpfige, starre Patriarch dargestellt. Zwar hat er so manche konservative Ansichten, aber er versucht offensichtlich, mit der Zeit und gerade auch auf seinen ältesten Sohn Lawrence zuzugehen. Peggy glänzt als praktische Hausmutter, die bei acht Kindern und wenig Geld ihr Bestes gibt. Auch bei den anderen Charakteren gibt sich die Pilotepisode Mühe, ihnen gleich in der ersten Folge etwas Farbe zu geben. Obwohl Tim und Lawrence im Mittelpunkt stehen, bekommt jeder der Söhne eine spezifische Charakteristik, um alle auseinanderhalten zu können, was eine erstaunliche Sache bei einer Laufzeit von einer Dreiviertelstunde ist. Lawrence ist der verantwortungsvolle große Bruder. Eddie fürchtet, dass er als Nächster in der Reihe diese Rolle bald ausfüllen muss, würde aber lieber sein eigenes Leben leben. Dann kommt Frank, das Muttersöhnchen und gleichzeitig der Spitzel unter den Geschwistern. Darauf folgt Joey (Christopher Paul Richards), der gerade seine Teenagerzeit durchmacht, sein eigenes Baumhaus/seine Chillout-Lounge hat und es mit dem „Coolsein" etwas sehr übertreibt. William (Andy Walken) ist der Schlauste im Bunde (der sich gerade durch den Sci-Fi-Klassiker „Dune" durcharbeitet) und der kleine Pat (Santino Barnard) ist ein Bewegungsmuffel, was vielleicht an einem Asthmaleiden liegen könnte. Außerdem gibt es noch einen kleinen Neuzugang, der allerdings nicht allzu viel in der Episode zu tun hat...
Hach, die gute alte Zeit
Der Urheber und Autor der Sendung, Tim Doyle, hat sich von seiner eigenen Kindheit inspirieren lassen, was man auch deutlich merkt. Er spricht sogar selbst das Voice-Over für den erwachsenen Tim Cleary. Die ganze Pilotepisode ist in Sepia gehalten und scheint wie aus einer Erinnerung entsprungen, mit weichen und warmen Farben ohne Ecken und Kanten. Das Ganze kommt sehr nostalgisch daher, aber hat es auch einen Bezug auf heute? Wenn es nach Tim geht, jedenfalls schon. Wie in dem abschließenden Hintergrundkommentar zu hören ist, werden die 70er als eine schwierige Zeit angesehen, in der das Land gespalten war. Seine Kindheit gibt ihm Hoffnung für die Gegenwart, dass man aus einer solchen Ära gestärkt hervorgehen kann. Ob die Serie wirklich so tiefgreifend ist, lässt sich bestreiten. Aber unterhaltsam ist sie allemal.
Fazit
„The Kids Are Alright“ ist nicht perfekt. Manche Witze zünden nicht und der Charakter von Joey ist zu übertrieben. Aber es ist eine optimistische Episode mit einer guten Besetzung. Wer eine unterhaltsame Sitcom für zwischendurch sucht, wird hier nicht enttäuscht werden.
Verfasser: Johanna Thron am Mittwoch, 17. Oktober 2018The Kids Are Alright 1x01 Trailer
(The Kids Are Alright 1x01)
Schauspieler in der Episode The Kids Are Alright 1x01
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