The Irrational: Review der Pilotepisode

The Irrational: Review der Pilotepisode

„The Irrational“ ist ein typisches Crime-Procedural mit einem ungewöhnlich begabten Ermittler im Zentrum und mit schwachen Rätseln. Kann die Serie mit Jesse L. Martin in der Hauptrolle trotzdem mit anderen Stärken überzeugen?

Poster zur Serie „The Irrational“
Poster zur Serie „The Irrational“
© NBC

The Irrational bringt uns einen Psychologie-Professor, der seine Kräfte in den Dienst des FBI stellt. Das klingt nicht gerade bahnbrechend neu - und wird es leider auch in der Pilotepisode nicht mehr werden. Kann das Krimiserie-Procedural mit anderen Qualitäten überzeugen?

Wovon handelt die Serie „The Irrational“?

Alec (Jesse L. Martin) ist ein Professor der Psychologie mit einem besonderen Ruf unter den Studenten. Seine Vorlesungen sind gewöhnungsbedürftig, aber keineswegs langweilig. Zur Begeisterung, aber auch steten Verwunderung seiner wissenschaftlichen Mitarbeitern stellt er Experimente mit seinen eigenen Studenten auf, die ihnen das menschliche Verhalten aus erster Hand vor Augen führen. Und oft zu einem überraschenden Ergebnis gelangen...

Neben seiner Unterrichtstätigkeit wird er häufig zu Kriminalfällen dazu gerufen. Das liegt einerseits an seiner Brillanz. Aber auch nicht zuletzt daran, dass seine Exfrau Marisa (Maahra Hill) dort arbeitet. Denn für die hat der clevere Kopf immer noch tiefe Gefühle, zumindest wenn man seiner Schwester Kylie (Travina Springer) glauben darf... Die wiederum ist mit der Ex gut befreundet und lebt aktuell bei ihrem Bruder.

In jeder Episode bearbeitet der Experte für menschliches Verhalten ein Verbrechen, gemeinsam mit den Ermittlern, die das eigentlich tun sollten. Doch neben seinem Fachwissen überragt der Professor die Polizisten auch in seiner Wahrnehmung von Details, seiner Kombinationsgabe und seiner Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen. So bemerkt er in der Pilotepisode, dass eine Frau, die in die Wohnung eines Mordopfers eingestiegen ist, für ihre Ausrede die falsche Lippenstiftmarke in der Hand hält...

Mit der Pilotepisode erfahren wir auch von Alecs düsterem Geheimnis. Er hat eine große Narbe auf einer Gesichtshälfte, offenbar eine Verbrennung. Aus Gewöhnung erfindet er stets Geschichten über die Herkunft der Narbe. Die Wahrheit ist, dass ein Attentäter eine Kirche in die Luft sprengte, aus der Alec gerade herausgekommen war. Der Täter wird demnächst aus der Haft entlassen, wofür Alec sich aus unerfindlichen Gründen die Schuld gibt. Er glaubt, die Strafe sei so gering ausgefallen, weil er dem Angreifer nicht nachweisen konnte, in der Kirche gewesen zu sein.

Wie kommt es rüber?

Das brillante Genie im Mittelpunkt ist ein altbekanntes Rezept für Crime-Procedurals. Der größte Pluspunkt, den die Serie The Irrational dabei mitbringt, ist der Hauptdarsteller. Jesse L. Martin holt eine Tiefe aus der Figur heraus, die er irgendwie am Drehbuch vorbeischmuggelt. Denn von dort kommt wenig Unterstützung...

Die Rätsel sind eher mau, in der Pilotepisode sogar streckenweise nervig vorhersehbar. Die kleinen Hinweise, die der Professor aufgreift, scheinen meistens weder mit seinem Fach noch mit einer anderen Erklärung zusammenzuhängen. Er ist einfach das unerklärliche Genie, das seinen Mitmenschen in fast jeder Hinsicht überlegen ist.

Wie bei vielen Produktionen dieser Art ist die Hintergrundstory der Figuren letztlich interessanter als die einzelnen Ermittlungen. Das gilt auch bei der neuen Serie. Das Problem hierbei ist allerdings noch, dass in der Pilotepisode auch die Story um den mysteriösen Kirchenanschlag nur bedingt nach der Aufmerksamkeit der Zuschauer:innen greift...

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