Schauspieler Dean Anderson muss nach dem Ende seiner erfolgreichen Anwaltsserie eine neue Aufgabe finden. Sein Bruder Stewart, ein echter Kleinstadtanwalt, findet das sollte weit von ihm stattfinden. Doch gemeinsam sind sie das The Grinder-Traumduo.

Rob Lowe und Fred Savage in der Serie „The Grinder“ / (c) FOX
Rob Lowe und Fred Savage in der Serie „The Grinder“ / (c) FOX

Die Sitcom The Grinder bietet nicht nur Rob Lowe die perfekte Gelegenheit zu tun, was er am besten kann, auch der Rest des Casts macht sich mehr als gut. Und das macht aus der Pilotepisode unterhaltsame 20 Minuten, die man bei Gelegenheit gut ausdehnen könnte.

Worum es geht

Dean Anderson (Rob Lowe, Parks and Recreation) ist attraktiv, charismatisch und erfolgreich, seine Serie The Grinder läuft nach acht erfolgreichen Staffeln aus. Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe legt er einen Zwischenstopp bei seiner Familie in der Kleinstadt ein, um gemeinsam das Finale im Fernsehen zu schauen. Das gefällt seinem Bruder Stewart (Fred Savage, The Wonder Years) nur bedingt. Der ist nämlich Anwalt im echten Leben, arbeitet in der Kanzlei des Vaters Dean Sr. (William Devane, 24) und tut sich schwer damit, vor Gericht das nötige Selbstvertrauen an den Tag zu legen, um seine Fälle zu gewinnen. Außergerichtliche Einigungen sind sein Tagesgeschäft, feurige Eröffnungsreden eher nicht.

Da kommt ihm der charismatische Bruder, der die Aufmerksamkeit nur so aufsaugt, überhaupt nicht recht. Als Dean sich dann auch noch in seinen Fall einmischt, reicht es dem Kleinstadtanwalt. Er schreibt sich eine kleine Ansprache vor, mit der er seinen Bruder auf den Weg schicken will. Doch der hat unterdessen eine Offenbarung: seine neue Aufgabe ist es, an der Seite von Bruder und Vater ins Familiengeschäft einzusteigen. Dass er keine juristische Ausbildung hat, kratzt ihn nur wenig, seine acht Jahre als Bildschirmanwalt zählen für ihn mehr als Universitätsnoten.

Das sehen auch die anderen Bewohner der Kleinstadt so, die sich freuen, einen Fernsehstar in ihrer Mitte zu haben. Gerade als es so aussieht, dass auch Stewart sich damit arrangieren kann, kommt es, wie es kommt muss und Dean findet die vorgeschriebene Rede seines Bruders. Der Tag der Verhandlung kommt, Stewart muss sich gegen die Enttäuschung aller wehren, die ins Gericht gekommen sind, um den Grinder zu sehen, denn der sitzt unterdessen in einer Bar und sieht die Verhandlung auf dem Bildschirm hinter der Theke.

Zu heroischer Musik taucht er überraschend im Gericht auf und rettet die Sache vor dem Untergang, juristisch und unterhaltungstechnisch. Alles, was er braucht, ist eine, von einem Jurymitglied geliehene Brille, damit die Optik stimmt. Er bringt die Wahrheit ans Licht, leider muss selbst die von ihm bezauberte Richterin zugeben, dass das nichts davon vor Gericht zulässig ist. Das ist Stewarts große Stunde: er bringt den juristischen Unterbau an, gemeinsam gelangen sie zur Gerechtigkeit.

Cast der Serie %26bdquo;The Grinder%26ldquo; © FOX
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The Sanderson Boys riding again.

Man darf über die Serie The Grinder nicht zu schnell richten. Die Prämisse könnte in jede Richtung ausschlagen, in diesem Fall funktioniert es mit einer guten Portion Satire und Albernheit bestens. Die heroische Musik, die jede von Deans leidenschaftlichen Reden untermalt, macht es deutlich: hier wird nur wenig ernst genommen, aber wenn, dann genau das Richtige.

Man muss mit den richtigen Erwartungen an die Serie herangehen, um ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: Hier erwartet uns eine leichte Sitcom, die sich auch selbst nicht allzu ernst nimmt. Keine versteckt-bemühten Gags versperren uns den Weg zur Unterhaltung. Sie tut, was sie gut kann, amüsieren und dabei nicht nerven.

Neben einem guten Drehbuch leben Sitcoms vor allem von den komödiantischen Fähigkeiten der Darsteller und in dieser Hinsicht zeigt The Grinder besondere Stärke. Rob Lowe und Fred Savage haben nicht nur eine sehr gute Chemie, sie finden ihn den Sanderson-Brüdern auch ihre Paraderollen. Im Fall von Rob Lowe unterscheidet sich diese Rolle nur in Nuancen von seinem Chris Traeger aus Parks and Recreation, doch wieso sollte sie das auch, immerhin hat das gut funktioniert. Der Cast um Amy Poehler war so gut gecastet und die Figuren so treffend geschrieben, dass viele Darsteller sich von ihren stärksten Seiten zeigen konnten. Auch Billy Eichner spielt in seiner neuen Serie Difficult People nichts anderes als eine Variation seines „P&R“-Charakters Craig.

Dazu kommt, dass die Sitcom bis in die Nebendarsteller gut besetzt ist. Der comedyaffine Zuschauer wird nicht lange brauchen, um in Stewarts Ehefrau Debbie Charlies Kellnerin aus It's Always Sunny In Philadelphia (Mary Elizabeth Ellis) oder in der Richterin Gypsy (Rose Abdoo), die Gilmore Girls-Automechanikerin, zu erkennen. Zu Besuch kommen in der ersten Episode unter anderem der unwillige Ehemann aus Another Period (Brian Huskey) als Ankläger und Kumail Nanjiani (Silicon Valley, Franklin & Bash) als sein Verteidiger.

Fazit

Die Serie The Grinder gibt eine starke Vorstellung zur Begrüßung. Sie erfinden die Comedy nicht neu, aber geben das auch nicht vor. Sie nehmen sich selbst nicht zu ernst und bieten uns eine unterhaltsame Episode von solidem Niveau. Wer sich dann noch für das Charisma von Rob Lowe und Fred Savage erwärmen kann, der findet in der FOX-Comedy einen guten Start in die neue Season.

Promo zu der US-Serie „The Grinder“:

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