The Good Cop: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

The Good Cop: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Die Netflix-Krimiserie The Good Cop soll familienfreundlich und witzig werden. Zumindest in einer Hinsicht hat sie ihr Ziel erreicht. Der hochkarätig besetzte Cast bringt Charisma auf die Mattscheibe, kann aber andere Schwächen nur schwer auffangen.

„The Good Cop“ (c) Michele K Short/Netflix
„The Good Cop“ (c) Michele K Short/Netflix
© ??The Good Cop“ (c) Michele K Short/Netflix

In der neuen Netflix-Serie The Good Cop geben „Wer ist hier der Boss?“-Star Tony Danza und Musikstar Josh Groban ein ungleiches Vater-Sohn-Duo ab, das in jeder Episode Kriminalfälle löst.

Worum geht es?

Tony Caruso Jr. (Groban) ist ein Cop wie aus dem Lehrbuch. Er hält sich an jede einzelne Regel, egal, wie unsinnig sie wirkt. Er steht selbst minutenlang vor einer defekten Ampel - um sicherzugehen. Sein Wahlspruch ist „Bricht man eine Regel, bricht man alle!“ und den hat er von seiner Mutter. Sein Vater ist nämlich das genaue Gegenteil. Wo immer Tony Sr. (Danza) eine Chance wittert, trickst und betrügt er. Mit diesem Lebensstil hat er sich um seine eigene Polizeimarke und direkt für sieben Jahre ins Gefängnis gebracht. Als wir die beiden zu Beginn der Episode Wer will dem guten Cop etwas anhängen? kennenlernen, ist er gerade vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden und eine seiner Bewährungsauflagen ist es, bei seinem Sohn zu wohnen. Die Mutter und Frau ist bei einem Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen, nach dem Todesfahrer wird immer noch gesucht.

Schnell stellen wir fest, dass beide Carusos ganz eigene, herausragende Begabungen als Cops innehaben. Der Junior brilliert mit fast Sherlock-Holmes-artiger Kombinierungsgabe, der Senior lässt sich nicht in die Karten gucken und lebt sein Talent unter dem Deckmantel der vorgetäuschten Fahrlässigkeit aus.

In der Pilotepisode sind wir dabei, wie der Erzfeind des Vaters umgebracht wird. Nämlich derjenige, der einst gegen ihn und fünf weitere schmutzige Cops ausgesagt hatte. Während Tony Jr. die Ermittlungen übernimmt, gerät sein Vater schnell als Tatverdächtiger ins Visier. Die Situation verschärft sich, als die ballistische Untersuchung ergibt, dass die Schüsse auf das Opfer aus der Waffe von Tony Jr. stammen. Der kann sich nicht erklären, wie das passiert sein könnte, doch der Vater hat bereits einen Plan. Er beschuldigt sich selbst, ganz offensichtlich nur, um den Sohn zu schützen. Doch Junior war es nicht und kann davon auch seinen Vater überzeugen. Nun muss nur noch der wahre Täter gefunden worden. Das dauert für einen so begabten Cop nicht besonders lange. Gemeinsam mit seinem heimlichen Schwarm Cora Vasquez (Monica Barbaro), der Bewährungshelferin seines Vaters, findet er die Täter, nämlich die Frau des Toten und einen gemeinsamen Bekannten. Die haben den Leichnam ungesehen in den Schießstand der Polizei gebracht, als Tony dort das turnusmäßige Schusstraining hatte. Nun hat er also die Leiche des Opfers erschossen, aber halt unwissentlich. Das findet er heraus, weil sein Treffermuster, die Kugeln in der Leiche und auch die ungeliebten Oliven seiner Pizza in einer bestimmten Sternenkonstellation angeordnet sind.

Wie kommt es rüber?

Eine „witzige, familienfreundliche Polizeiserie“ wollte der Monk-Macher Andy Breckman mit der neuen Netflix-Produktion auf die Mattscheibe bringen. Das ist zumindest teilweise gelungen, auch wenn man witzig besser durch harmlos ersetzen sollte. Denn, wo das Drehbuch auch Gags einschiebt, vergessen die Regisseure, den Darstellern Bescheid zu geben. Die Darbietungen bleiben hölzern, nacheinander rattern die Schauspieler ihre Sätze runter wie in einer Schulaufführung. Was im Original schon unangenehm auffällt, verschärft sich in der Synchronisation noch weiter. Denn immerhin sind Tony Danza und Josh Groban nicht zuletzt für ihre markanten Stimmen bekannt. Dennoch ist die Auswahl der deutschen Stimmen an sich gut gelungen.

Was besonders im Vergleich zu dem erfolgreichen Vorgänger „Monk“ auffällt, ist das Fehlen einer guten Dynamik zwischen den Figuren und der leere Platz, an dem Monk immer seine bodenständigen Begleiterinnen hatte. Zwischen dem Streber-Sohn und dem fahrlässigen Vater bleibt nicht viel Platz, um uns an die Hand zu nehmen und abzuholen. Auch die Komik leidet darunter, denn niemand der Charaktere bemerkt die meisten der absurden Situationen und Sprüche. Damit verläuft ein trockener Humor so sehr im Sande, dass er nur noch als gut gemeinte Absicht wahrnehmbar ist.

Fazit

Die Netflix-Krimiserie The Good Cop bringt eine harmlose, schön gefilmte, aber unaufregend gedrehte Serie an den Start, die zu viele Gags liegen lässt. Was leider völlig fehlt, ist das Gespür für die Absurditäten des Polizeialltags zwischen einem Streber und einem notorischen Schwerenöter. Statt unterhaltsamer Szenen kommt dabei eine seltsam flache Geschichte raus, von der die Autoren selbst nicht zu wissen scheinen, was sie daran komisch finden sollen.

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