The Girls on the Bus: Kritik zum Serienstart vom Max-Original mit Melissa Benoist

The Girls on the Bus: Kritik zum Serienstart vom Max-Original mit Melissa Benoist

„Supergirl“ Melissa Benoist begleitet in der neuen Max-Serie „The Girls on the Bus“ den Wahlkampf der potentiellen ersten US-Präsidentin. Die Geschichte basiert auf den Memoiren der Journalistin Amy Chozick, „Chasing Hillary“.

Melissa Benoist in der Serie „The Girls on the Bus“
Melissa Benoist in der Serie „The Girls on the Bus“
© Max

Wenn nicht grad die Demokratie auf dem Spiel steht, kann der US-amerikanische Wahlkampfzirkus so unterhaltsam sein. Das neue Max-Original The Girls on the Bus geht mit einer erfrischend lockeren Haltung an das Rennen um das mächtigste Amt der freien Welt ran. Die Journalistin und Co-Serienschöpferin Amy Chozick hat mit ihrem Buch „Chasing Hillary“ ihre eigenen Memoiren als Vorlage zur Verfügung gestellt. Es geht um ihre Zeit als Reporterin im Bus, der Hillary Clinton 2016 bei ihrer historischen Kampagne begleitet hat, an deren Ende die erste weibliche Commander-in-chief hätte stehen sollen.

Als fiktionalisiertes Alter Ego lernen wir in der Pilotepisode der zehnteiligen Auftaktstaffel die ambitionierte Sadie McCarthy kennen, die von Supergirl-Star Melissa Benoist gespielt wird. Die drei anderen „Girls on the Bus“, die im Zentrum der Serie stehen, sind Natasha Behnam (Mayans MC) als progressive Lola, Christina Elmore (Twenties) als konservative Kimberlyn und Carla Gugino (The Fall of the House of Usher, Jett) als taffe Grace.

Hinter den Kulissen sind neben Chozick unter anderem auch die profilierte Serienmacherin Julie Plec (The Vampire Diaries, The Originals, Legacies) sowie die Regisseurin Jesse Peretz (The Shrink Next Door) mit von der Partie. Das You-Duo Greg Berlanti und Sarah Schechter, das seine Finger schon bei „Supergirl“ im Spiel hatte, ist ebenso beteiligt. Und Benoist fungiert natürlich nicht nur als Star, sondern zudem als Produzentin.

So geht die Max-Serie „The Girls on the Bus“ los

Während im ländlichen US-Bundesstaat Iowa traditionell der Startschuss zu den Vorwahlen fällt, beginnt in Washington, D.C. der Kampf der Journalist:innen um die begehrtesten Posten. Jede:r will die Person begleiten, der die besten Gewinnchancen ausgerechnet werden. Sadie setzt diesmal alles auf Caroline Walker (Joanna Gleason, The Good Wife), denn sie soll nun wirklich das Versprechen einlösen, dass die gläserne Decke nicht mehr existiert. Doch zugleich muss Sadie aufpassen, die Kandidatin nicht zu sehr abzufeiern, denn das passierte ihr bereits vor vier Jahren...

„The Girls on the Bus“
„The Girls on the Bus“ - © Max

Damals fing Sadie nach der Niederlage ihrer Wunschbewerberin sogar an zu weinen, was dummerweise eine Fernsehkamera einfing - wodurch sie selbst zum Meme und Sinnbild der Befangenheit des politischen Journalismus wurde. Ihr Boss Bruce (Griffin Dunne, This Is Us) hätte sie daher nun sogar lieber auf einen langweiligeren Präsidentschaftskandidaten angesetzt, damit sich Sadie nicht erneut blamiert. Stattdessen will sie eine zweite Chance und kriegt die auch. Ihre süße Mutter Norah (Becky Ann Baker, Freaks and Geeks) wünscht sich dabei nur, dass sie ein paar Freunde findet.

Mit Grace hat Sadie tatsächlich schon eine enge Vertraute, die ebenfalls im Bus mitfährt. Obwohl es sich bei ihr eher um eine Mentorin handelt. Schon in der ersten Folge kriegen wir auch ein bisschen was vom Privatleben von Grace zu sehen, die sich mit ihrer Familie herumschlägt, während sie vor allem für ihren Job brennt. Eine spannende Figur, die gute Sprüche raushaut und vor allem mit Gugino erstklassig besetzt wurde.

Die auf dem politischen Spektrum gegensätzlichen Pole Lola und Kimberlyn sind anfangs noch etwas schwerer einzuordnen - wohl gerade, weil sie solche Extreme darstellen. Lola soll mit ihrer progressiven Agenda etwas nerven, bringt gleichzeitig aber auch viel Humor mit, was sie sympathisch macht. Kimberlyn kommt derweil reichlich verkommen rüber, weil sie für das fiktive Äquivalent eines ultrarechten „Nachrichtensenders“ wie Fox News arbeitet. Doch auch sie hat ein paar nicht ganz unwahre Punkte, was die Doppelmoral von Leuten wie Lola betrifft.

Der Start von „The Girls on the Bus“ ist gut gelungen

Was bei „The Girls on the Bus“ besonders positiv hervorsticht, ist der frische Wind, den man dem Format anmerkt. Chefautorin Chozick zehrt von ihren eigenen Erfahrungen, was der politischen Serie die Lebendigkeit verleiht. Genauso glänzt auch die Hauptdarstellerin Benoist in der ungewöhnlich unseriösen und dennoch umso beherzteren Hauptfigur der Sadie. Ansonsten spürt man vor allem auch die Handschrift von Berlanti und Schechter, die vielleicht nicht für die profundesten Werke bekannt sind, aber dafür immerhin noch nie etwas Langweiliges produziert haben.

Uns hat der Serienstart von „The Girls on the Bus“ jedenfalls viel Spaß bereitet, wobei noch abzuwarten bleibt, ob die Serie auch in der Lage sein wird, uns noch neun weitere Folgen lang bei Laune zu halten. Wenn es auf Dauer spannend bleiben soll, müssten vielleicht die bislang nur angeschnittenen Generaldebatten über die richtige Herangehensweise bei politischer Berichterstattung vertieft werden. In den USA herrscht über die Forderung der Neutralität nämlich sehr viel mehr Uneinigkeit als hierzulande. Der Name Hunter S. Thompson fiel ja bereits - wir wären bereit für einen schönen Schlagabtausch.

Wann und bei welcher Plattform „The Girls on the Bus“ in Deutschland zu sehen sein wird, bleibt noch abzuwarten. Wir sind diesbezüglich Eure „Girls and Boys on the Bus“ und berichten alle Neuigkeiten, sobald sie uns vorliegen...

Dreieinhalb von fünf Busreifen.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „The Girls on the Bus“:

Diese Serie passen auch zu «The Girls on the Bus»