The Girl in the Woods: Die Wächterin - Review der Pilotepisode

© oster zur Serie The Girl in the Woods (c) Peacock/Sky
Die junge Carrie (Stefanie Scott, „Girl in the Basement“) flüchtet aus einer in den Wäldern um West Pine in Oregon gelegenen Sektenkolonie, deren Mitglieder ein mittelalterlich anmutendes Dasein führen. In West Pine angekommen muss sie sich vor dem hochrangigen Sektenmitglied Arthur Dean (Will Yun Lee, The Good Doctor) verstecken, der sie und ihre Freundin Sara (Kylie Liya Page, The Girl From Plainville) vor kurzem wegen ihrer verbotenen Liebesbeziehung brutal ausgepeitscht hat. Carrie erhält dabei Hilfe von der flippigen Tasha (Sofia Brant, I Am Not Okay with This), die sie mit nach Hause nimmt und ihrem non-binären Freund Nolan (Misha Osherovich, NOS4A2) vorstellt, mit dem zusammen sie mittels abgedrehter Internet-Videos der Kleinstadt-Tristesse zu entkommen versucht.
Während Tasha Carrie eine weltlichere Lebensweise nahebringen will, kommt es zu mysteriösen Vorkommnissen in West Pine: Nolans kleine Cousine Lumi (Lily Jane, WeCrashed) beobachtet während einer Demonstration gegen eine umweltfeindliche Mine eine geheimnisvolle krallenbewehrte Gestalt, die aus den Wäldern kommt, und kurze Zeit darauf lockt besagtes Wesen die Kleine mittels Schokoladenbonbons und Hypnose zu sich in den Wald. Carrie, die eigentlich nach Salem weiterziehen wollte, um sich dort vor ihren Verfolgern zu verstecken, beschließt, Nolan und seiner Familie bei der Suche nach dem verschwundenen Kind zu helfen und erweist sich dabei als erfahrene Dämonenjägerin.
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Der Schrecken aus dem Wald
So weit die Pilotfolge zur neuen achtteiligen Serie „The Girl in the Woods“, welche bereits seit dem 5. Juni im Streaming-Programm von Sky abgerufen werden kann. Die einzelnen Folgen sind mit einer jeweiligen Laufzeit von rund 25 Minuten knackig kurz gehalten, und in der Pilotfolge erfährt der Zuschauer noch nicht viel mehr über den geheimnisvollen Sektenkult, dem Carrie angehört und vor dem sie davonzulaufen versucht. Ansonsten zeigt die neue Serie bereits in ihrer ersten Folge deutliche Bezüge zu unserer modernen Zeit und thematisiert neben der Haupthandlung, die eine Mischung aus Teenie-Horror und düsterer Fantasy bietet, auch aktuelle Themen wie Homosexualität, Nichtbinarität, religiösen Fanatismus und die fortschreitenden Umweltprobleme.
Dies ebnet ihr einen guten Weg dafür, trotz ihrer fantastischen Thematik auch ein gehöriges Maß an Realismus zu transportieren, was eine recht gelungene Mischung ergibt. Wie man bereits an der Inhaltsangabe ersehen kann, ist The Girl in the Woods von vorneherein auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten, wobei die Serie hier und da auch nicht mit verhältnismäßig brutalen Szenen (so wie die Auspeitschung von Carrie und ihrer Freundin Sara) geizt.
Produziert für Peacock
Bereits am 21. Oktober 2021 startete „The Girl in the Woods“ beim NBC angegliederten amerikanischen Streamingdienst Peacock und wurde für diesen von der Produktionsschmiede Crypt TV hergestellt, welche unter anderem vom Horrorfilm-bekannten Eli Roth („Hostel“ mitbegründet wurde und von Jason Blums Blumhouse Productions („Halloween Kills“) unterstützt wird.
Die Showrunnerin der Serie ist die auch als Schauspielerin bekannte Krysten Ritter (in dieser Funktion unter anderem als Jessica Jones und auch aus Breaking Bad bekannt), welche die ersten vier Folgen von „The Girl in the Woods“ auch inszenierte. Die Serie geht übrigens auf zwei für die Veröffentlichung auf YouTube ebenfalls von Crypt TV realisierte Kurzfilme zurück, die 2019 und 2020 dort herauskamen und sich großer Erfolge erfreuten, weswegen man nun eine entsprechende längere Serie folgen ließ.
Keine ganz so typische Jugend-Mystery-Serie
Mit den sonstigen Flaggschiffen des Bereiches Horror/Mystery für Jugendliche wie Buffy the Vampire Slayer oder Chilling Adventures of Sabrina ist The Girl in the Woods nur eher bedingt vergleichbar, gestaltet sie sich atmosphärisch insgesamt um eine Spur düsterer als die Abenteuer der beiden berühmten Vorgängerinnen. Doch da gewisse Elemente nun einmal in besagtes Subgenre hineingehören, dürfte die Serie erfrischenden neuen Streaming-Stoff auch für entsprechende Fans bieten. Die jungen Schauspieler sind allesamt sehr passend ausgewählt und verkörpern ihre Rollen mit der nötigen Glaubwürdigkeit, wobei natürlich insbesondere Hauptdarstellerin Stefanie Scott hervorsticht, die ihrer Figur das richtige Maß sowohl an persönlicher Tragik, aber auch überraschender Kampfkraft verleiht.
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Staffel 2?
Da Folge acht, so viel sei bereits ohne weitere Spoiler verraten, mit einem Cliffhanger endet, sieht es ganz danach aus, als sei eine zweite Staffel bereits geplant. Diese wurde bisher zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch sieht es ganz danach aus, als stünde sie zu erwarten.
Auch für ältere Fans geeignet!
Der Pilotfilm versteht es, auf die weiteren Folgen gespannt zu machen, und es sieht ganz danach aus, als werde sich die anfangs eher recht einfache Geschichte im Verlauf der ersten Staffel deutlich ausweiten und eine ganze Reihe mysteriöser und (mehr oder weniger) innovativer Wendungen präsentieren. Auch für schon etwas ältere Gruselfans, die bis zum Neustart von The Walking Dead oder American Horror Story gut unterhalten sein wollen, ist das Ganze durchaus für ein kleines entsprechendes Zwischenspiel hervorragend geeignet. Vier von fünf Dämonenjägerinnen aus dem finsteren Wald!
Hier abschließend noch der Trailer zur seit dem 5. Juni streambaren Serie „The Girl in the Woods“: