The Equalizer 1x01

The Equalizer 1x01

Im Reboot der 80er-Jahre-Actionserie spielt Queen Latifah gegen eine Vielzahl von Vorurteilen und Stereotypen an. Doch: Gehören vorhersehbare Drehbücher und abgehalfterte Dialoge denn unbedingt auch dazu?

The Equalizer (c) CBS
The Equalizer (c) CBS
© he Equalizer (c) CBS

The Equalizer hat schon so einige Geschichten und auch Gesichter auf dem Buckel. Es startete als Serie in den 80er Jahren mit dem Darsteller Edward Woodward, verwandelte sich in zwei Filme in den 2010ern mit Denzel Washington als Titelfigur und in ihrer jüngsten Form wird er nun von Queen Latifah dargestellt. Die CBS-Serie stellt einiges in der Story auf den Kopf, bleibt aber dem Grundkonstrukt treu: Ein Kämpfer für die Gerechtigkeit kümmert sich mit unkonventionellen Mitteln um die, denen das System Unrecht tut. Am Ende springt dabei ein Procedural raus, das in mancher Hinsicht frisch, in anderer sehr vertraut daherkommt.

Wovon handelt die Serie The Equalizer?

Die Titelheldin Robyn McCall hat gerade ihren hochdotierten Job als CIA-Agentin, pardon, als Leiterin eines Wohltätigkeitsverein an den Nagel gehängt, um sich auf ihre Familie zu konzentrieren, in erster Linie um ihre Teenagertochter Delilah (Laya DeLeon Hayes), die sie mithilfe ihrer Tante (Lorraine Toussaint) großzieht. Doch der eigens gewählte Ruhestand hält wie bei den meisten ihrer Vorgänger nicht an. Schon beim ersten Shoppingausflug mit dem Nachwuchs steckt jemand Robyn einen Zettel zu. Es handelt sich um einen ehemaligen Kollegen namens Bishop (Chris Noth), der mittlerweile eine private Sicherheitsfirma für die oberen Zehntausend leitet.

Robyn will natürlich nicht zurück ins aktive Feld, schon gar nicht für verwöhnte Milliardäre. Doch, als sie auf eine verstörte junge Frau trifft, die sich vor der Polizei verstecken muss, springt der Funke wieder über.

Die verängstigte Kellnerin ist Zeugin eines Mordes geworden, der ihr nun angehängt werden soll. Sie versucht unterzutauchen, doch dabei trifft sie auf üble Typen, aus deren Händen Robyn sie befreien muss. Um die Unschuld der Frau zu beweisen, wendet Robyn sich an ihre alten Freunde: ein Ehepaar, bestehend aus einer Scharfschützin (Liza Lapira) und einem Hacker (Adam Goldberg), beide absolute Koryphäen in ihrem jeweiligen Gebiet.

Das Grundteam ist also zusammengetrommelt, fehlen nur noch die Fälle, die wohl nun nach dem Willen der Autoren wöchentlich einrollen sollen.

Wie kommt es rüber?

An die Stelle des Agenten mit dem britischen Akzent war zwischendurch der schwarze Actionstar getreten und wird in der jüngsten Produktion nun von einer schwarzen Musiker-Schauspielerin beerbt. Robyn McCall versammelt privat wie beruflich eine diverse Gruppe um sich. Wir dürfen kleine Einblicke in den Drei-Frauen-Haushalt der Rächerin werfen und auch an der Actionfront sind in diesem Team Frauen vorne mit dabei. Das ist für die Story eine erfrischende Wendung, doch der geneigte Zuschauer muss dafür wiederum auf Neuerungen an anderen Fronten verzichten. Die Fälle, die Dialoge und die Actionszenen könnten vielleicht nicht dem Original, aber mindestens den Filmen mit Denzel Washington entnommen sein. Man weiß, was passieren wird, kennt das Schwarz-Weiß-Konstrukt daraus, weiß, wer gut ist und wer nicht und wird nicht zu sehr herausgefordert. Nur in einem - allerdings auch sehr wichtigen - Punkt bezieht die Serie eine eigene Meinung, die in der Pilotepisode besonders unübersehbar durchstrahlt. Robyn hatte es als schwarze Frau nicht einfach, dahin zu kommen, wo sie jetzt ist. Sie gehört einer Gruppe an, die auf der Skala derer, denen das System Gerechtigkeit widerfahren lässt, ziemlich weit unten stehen. Das ist ihr Antrieb in ihrem Bestreben, sich für die Rechtlosen der Stadt stark zu machen.

Darüber hinaus ist nicht vieles, was man nicht schon hundertfach auf der Actionmattscheibe gesehen hat: die Rächerin mit einem Hang zum Lone-Wolf, unterstützt von einem Team aus hochbegabten Exzentrikern; im Privatleben dann noch die Teenagertochter, die sich nicht an die Regeln halten will und sich von ihren Eltern vernachlässigt fühlt.

Fazit

Für ein Procedural geht es interessant los, aber die Regeln der Krimiwelt werden für The Equalizer doch recht starr ausgelegt. Die Dialoge sind altbekannt, die Charaktere wirken wie bereits oft gesehen und den Fall der Pilotepisode könnte man bereits bei den End Credits wieder vergessen haben. Immerhin scheint es so, als ob die Serienmacher es durchaus vorhaben, auch das Privatleben der Heldin etwas in den Fokus zu rücken - und damit könnte dann immerhin eine halbwegs unterhaltsame Actionserie mit gutem Cast und ausreichender Charakterzeichnung auf die Mattscheibe kommen.

Hier abschließend der Trailer zur neuen Serie „The Equalizer“:

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Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Montag, 8. Februar 2021

The Equalizer 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(The Equalizer 1x01)
Titel der Episode im Original
The Equalizer
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 7. Februar 2021 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 12. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 12. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 12. Juli 2021
Autoren
Terri Edda Miller, Andrew W. Marlowe
Regisseur
Liz Friedlander

Schauspieler in der Episode The Equalizer 1x01

Darsteller
Rolle
Tory Kittles
Adam Goldberg
Liza Lapira
Laya DeLeon Hayes
Lorraine Toussaint

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