Generationenkonflikt auf komödiantisch - die Pilotepisode der Serie The Comedians spielt mit dem Vorurteil, dass Menschen, die dafür bezahlt werden, lustig zu sein, hinter den Kulissen alles andere als viel zu lachen fabrizieren.

Billy Crystal und Josh Gad in der Serie „The Comedians“ / (c) FX
Billy Crystal und Josh Gad in der Serie „The Comedians“ / (c) FX

Zwei Komiker als Hauptfiguren sind eine vielversprechende Voraussetzung für eine Comedyserie. Billy Crystal und Josh Gad gewähren uns einen angeblich auf realistisch getrimmten Blick hinter die Kulissen der Szene. Das erinnert im ersten Moment an Louie im Doppelpack und nach der Pilotepisode stellt man fest, dass die Erzählweise auch einige Ähnlichkeiten hat. Aber ganz reichen The Comedians dann doch nicht an Louis C. K. heran.

Worum es geht

Billy Crystal plant mit dem Sender FX sein Comeback, er hat eine Serienidee mit dem Titel „The Billy & Billy Show“ eingereicht. Doch die Senderverantwortlichen sind nicht komplett überzeugt, wie sie dem Komikveteranen in einem urkomisch peinlichen Gespräch vermitteln. Doch sie haben einen Gegenvorschlag, der für den selbst eingenommenen Comedian fast noch schlimmer sein muss als die Ablehnung seiner Idee: Aus der Ein-Mann-Show soll ein Duo werden. Als Auserwählten haben die Senderverantwortlichen ein Nachwuchstalent im Auge, Josh Gad, der sich mit dem Broadway-Stück The Book of Mormon einen Namen gemacht hat. Zähneknirschend trifft Billy Crystal sich in einem Restaurant mit dem jungen Kollegen, der ihm als der nächste Billy Crystal angekündigt wird.

Doch für Josh Gad steht der Respekt vor dem Alter nicht gerade im Zentrum seines Empfindens. Schon in einem Einspieler erzählt er uns, dass diejenigen, die sich am meisten über sein Engagement mit Billy Crystal freuen, seine Großeltern seien.

Der Start der beiden verläuft dann auch alles andere als herzlich. Josh schlägt vor, dass Billy Crystal - der Tony-Award-Preisträger - es doch auch mal dort versuchen sollte. Das Eis ist damit nicht gebrochen, aber die kleine Chance, die die beiden auf eine unvoreingenommene Freundschaft hatten.

Während sie auf ihre Autos warten, versuchen die beiden sich dann schließlich mit Witzen zu überbieten, bis das Unausweichliche passiert: Der Jungspund überschreitet eine Grenze und, was folgt, ist peinliche Stille.

Später versuchen beide in Gesprächen mit ihren Agenten aus dem Deal auszusteigen, doch die Möglichkeiten sind begrenzt: Wenn die Serie erfolgreich auf Sendung gehen soll, dann müssen beide an Bord sein.

Der Dreh der Pilotepisode endet im Drama, der Regisseur wird von Billy gefeuert, Josh tritt ein riesiges Telefon um, das Geschrei ist groß. Am nächsten Morgen kommt ein kurzes, halbwegs klärendes Gespräch zustande, in dem Josh ruft, dass er nie einen Vater hatte und Billy entgegnet, dass er durstig sei.

Die Suche nach einem Nachfolger für den gekündigten Regisseur ruft jedoch schon den nächsten Konflikt hervor. Josh wünscht sich eine talentierte, aber noch relativ junge Frau, Billy schmeißt einen alten Weggefährten, Jamie (Steven Weber), ins Rennen. Der Gedanke daran, den so gewürdigten Regisseur wieder zu treffen, macht die Produzentin Kristen (Stephnie Weir, „Mad TV“) panisch, denn die beiden hatten einst eine Affäre - leider, während er verheiratet war.

Am Ende taucht Jamie auf, der mittlerweile als Frau lebt. Er macht damit sowohl Billy Crystal als auch Josh Gad verlegen, während Kristen sich panisch in ihrem Büro verkriecht.

Die Voraussetzungen für eine amüsante Serie hinter der fiktiven Serie sind vielversprechend.

Wie kommt es rüber?

Es macht Spaß, diesem Generationenkonflikt zwischen zwei Komikern zuzusehen. Die beiden Darsteller entwickeln für sich ein Alter Ego. In Billy Crystals Fall ist das ein alternder Superstar, der schnell verunsichert ist, wenn er nicht die Aufmerksamkeit bekommt, von der er glaubt, dass er sie verdient hat. Er leidet an typischen Merkmalen, die einen Konflikt zwischen Generationen verstärken. Er hat sich in seiner Welt eingerichtet und jede Grenzüberschreitung erscheint ihm überflüssig. Auf den Nachwuchs in seinem Fach blickt er milde herunter. Josh Gad ist noch mehr Schein als Sein, das Auto, mit dem er zum Treffen fährt, hat er einem Autohaus für eine Probefahrt aus den Rippen geleiert - er kann das Abendessen nicht zahlen.

Die Pilotepisode der Serie The Comedians würfelt vieles zusammen, sie ist Mockumentary, Sketchshow und Sitcom in einem. Meistens funktioniert die Kombination gut. Beide Figuren bekommen ihren Teil der Peinlichkeit ab, aber wir bekommen auch einen Einblick in ihre Gefühlswelt, was die Furchtbarkeiten, die sie sich antun, menschlich macht.

Fazit

Die Serie The Comedians darf allen ans Herz gelegt werden, die unter einer guten Comedyserie etwas anderes als The Big Bang Theory verstehen. Die Pilotepisode trifft einen dunkleren Humor, zynisch, der manchmal etwas wehtut. Beide Komiker tragen ihr Bestes zu der Story bei, weswegen der Humor stark variiert, manchmal eher albern, manchmal eher elitär. In beiden Fällen ist es amüsant, wie entspannt die beiden damit umgehen, wenn ihre Art von Humor entlarvt wird.

Promo zur Serie „The Comedians“:

Diese Serie passen auch zu «The Comedians»