The Catch 1x01

The Catch 1x01

Die Serie The Catch könnte der Punkt sein, an dem Shonda Rhimes' Erfolgskonzept sich selbst wie eine Persiflage anfühlt: Das Leben einer beruflich starken und durchsetzungsfähigen Frau gerät durch ihr Liebesleben ins Chaos.

Mireille Enos in der Serie „The Catch“ / (c) ABC
Mireille Enos in der Serie „The Catch“ / (c) ABC

Sie hat die Figur der Frau, die beruflich einiges auf dem Kasten hat, aber in Sachen Beziehung einfach nicht auf den grünen Zweig kommt, perfektioniert: Shonda Rhimes hat uns wunderbare Frauen wie Olivia Pope (Kerry Washington) und Dr. Addison Montgomery (Kate Walsh) geschenkt. Über zahlreiche Serien hat das Konzept der Serienmacherin bestens funktioniert, zuletzt für How to Get Away with Murder. Doch Alice (Mireille Enos, The Killing) in der Serie The Catch fehlt die Einzigartigkeit. Aus der starken Frau mit dem flatterhaften Herzen ist ein Klischee geworden und die neue ShondaLand-Serie tappt mitten rein.

Worum es geht

Alice ist eine erfolgreiche Privatermittlerin, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Valerie (Rose Rollins, Bosch, The L Word) die beste Nobeldetektei der Stadt führt. Die Arbeitsteilung ist simpel und bewährt: Während Valerie den Laden aufrecht hält, kann Alice sich auf die Arbeit an der Front konzentrieren.

Zum Team gehören außerdem Danny Yoon (Jay Hayden) und Neuling Sophie Noack (Elvy Yost). Die beiden bekommen zwar nur wenig Sendezeit, haben aber den so ziemlich einzigen unterhaltsamen Schlagabtausch der Pilotepisode und werden darum an dieser Stelle vermutlich zum ersten und letzten Mal erwähnt werden.

Alice lebt ein Detektivleben wie aus dem Glamourmagazin, das Büro ist riesig, gläsern und modern, ähnliches lässt sich von ihrer Penthousewohnung sagen. Nicht der Rede wert, dass sie selbst einem gebrochenen Herz mit Stil, Markenklamotten und dem richtigen Lidstrich die Stirn bietet. Denn ja, okay, es ist genauso, wie man vermuten darf: Professionell kann ihr niemand das Wasser reichen, doch privat hat die Ermittlerin die Sache nicht so richtig im Griff. Auch wenn das für den Moment anders aussieht, denn als wir Alice kennenlernen, ist sie frisch verlobt mit Benjamin (Peter Krause, Parenthood).

Der hat ein ähnliches Büro und einen ebenfalls modernen Citylook zu bieten. Doch leider hat er auch ein dunkles Geheimnis: Er ist ein Betrüger, der schon verheiratet ist und sich auf Alice mit Wissen seiner eigentlichen Frau Margot (Sonya Walger) nur eingelassen hat, um an die Geheimnisse ihrer Firma zu gelangen.

Während der ersten The Catch-Episode scheinen ihn jedoch Zweifel zu überkommen, ob er nicht doch echte Gefühle für Alice hegt. Er schlägt ihr vor, durchzubrennen, doch sie sagt ihm, dass sie das sofort tun würde - nachdem sie den Con-Artist festgesetzt hat, hinter dem sie und ihre Kollegen seit Monaten her sind. Und bei dem handelt es sich um niemand anderen als um Benjamin selbst, Schocker.

Da Alice nicht bereit ist, einen spontanen Urlaubstag für die gemeinsame Liebe zu nehmen, hält Benjamin also weiter an dem ursprünglichen Plan fest, räumt in der Abwesenheit seiner Verlobten seine Sachen aus dem Apartment und setzt sich wortlos ab.

Nun entscheidet Alice sich in der Arbeit doch um, eilt nach Hause, nur um festzustellen, dass sie sitzen gelassen wurde. Zurück im Büro setzen sie und ihre Arbeitskollegen dann langsam das Puzzle zusammen, das schon so lange vor ihren Augen lag: Benjamin ist der gesuchte Betrüger. Nun kennt die Rache der Betrogenen keine Grenzen mehr, wie eine gute Serienhauptfigur es tut, schwört Alice sich, nicht zu ruhen, bevor sie ihren Erzfeind zur Strecke gebracht hat.

Lange dauert es nicht bis zum nächsten Wiedersehen, denn mit den von Alice gestohlenen Daten ergaunert sich Benjamin eine falsche Identität, um Zugang zu einer wichtigen Party zu bekommen. Dort kommt es dann zu einem kurzen Starr-Wettbewerb der beiden ehemaligen Verlobten. Benjamins Betrügerteam rettet ihn per Lichtschalter aus der unangenehmen Situation.

Wie kommt es rüber?

Statt einer interessanten Figur bekommen wir mit Alice einen flachen Abklatsch der anderen großen Frauenfiguren aus ShondaLand. Sie hat kein Alleinstellungsmerkmal, ihr fehlt der Funke Individualität, der ihr Zugang zu unseren Herzen verschafft. Stattdessen wirkt sie fast schon wie eine Karikatur von Olivia Pope und Co. Alice kann offenbar alles, zumindest wenn es um ihre Profession als Ermittlerin geht. Doch dann stolpert sie über ihre Unfähigkeit, eine gute Beziehung zu finden. Und dabei kann man nicht sagen, dass es keine Hinweise gegeben hätte. Wenn der eigene Verlobte einen zum Durchbrennen überreden will und darauf besteht, dass es noch an diesem Tag geschehen müsse, dann ist ein bisschen Argwohn durchaus angemessen.

Am Ende fühlt Alice sich dann von ihm blamiert und weigert sich, dem FBI Auskunft über die Ereignisse zu geben, mehr als verständlich. Aber wie die Serienautoren dir Kurve von dieser Scham zu dem Entschluss, sein Spiel zu spielen, machen, wirkt dann doch mehr als brachial.

Immerhin merkt man der Pilotepisode deutlich an, dass hier auch hinter der Kamera Profis am Werk waren, die schon die eine oder andere Erfolgsserie aus der Taufe gehoben haben. Wir werden galant und ohne Brüche durch eine an sich runde Geschichte geführt. In der ersten Szene erleben wir, wie Undercover-Alice einem Betrüger ihr Lieblingsgemälde zeigt, mitten in der Episode unterhält sie sich mit Benjamin über eben jenes Kunstwerk und am Ende hängt es in ihrem Schlafzimmer, offenbar aus dem Museum gestohlen und dort platziert von niemand anderem als ihrem Exverlobten. Dank einem kleinen Selbstgespräch erfahren wir, dass Alice das als Aufforderung zum Spielen empfindet und direkt einsteigt. Selbst Olivia Pope hat einen besseren Abschottungsmechanismus als die Ermittlerin. Doch all das ist natürlich als Aufhänger notwendig für die Story der betrogenen Detektivin, die ihren Exfreund jagt. Sicherheitshalber servieren die Autoren uns in den ersten Minuten auch schon die Erklärung: „Nur weil es nicht gehalten hat, heißt das nicht, dass es keine Liebe war.

Fazit

Die Mischung aus flachen Charakteren und handwerklich guter Story ergeben am Ende eine sehr unaufregende Pilot-Episode, in der man mehr oder weniger unbeteiligt eine Frau mit schönem Lidstrich dabei zusehen kann, wie sie unsinnige Entscheidungen trifft und gleichzeitig die beste Ermittlerin gibt.

Trailerzur US-Serie „The Catch“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 26. März 2016

The Catch 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(The Catch 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Das Spiel beginnt
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. März 2016 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 7. November 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 2. Januar 2017
Regisseur
Julie Anne Robinson

Schauspieler in der Episode The Catch 1x01

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