
So schnell kann es gehen: In The Brink scheint der Dritte Weltkrieg nur kurz um die Ecke zu sein, als ein psychisch krankes, ehemaliges ISI-Mitglied sich dazu entscheidet, ein bisschen Atombingo zu spielen. Doch ihm gegenüber stehen drei Amerikaner, die dem ganzen Einhalt gebieten: der von Jack Black verkörperte Botschafter Alex, der von Tim Robbins dargestellte Generalsekretär Walter sowie der mit Drogen hantierende Spitzenpilot Zeke, der von Pablo Schreiber aus Orange Is the New Black gespielt wird. Schafft es diese neue Politcomedy, einen Anschlag auf die Lachmuskeln auszuüben oder zünden die Pointen eher nicht?
Der Plot
Im Zentrum von The Brink stehen drei Männer, die sich zwar alle an gänzlich unterschiedlichen Punkten auf der Welt befinden, sich jedoch vor allem durch ihre gemeinsame Affinität zum chauvinistisch-hedonistischen Verhalten ähneln. Der erste von ihnen ist der alles andere als dafür prädestinierte US-Botschafter Alex (Black), der zwar kurz vor seiner Kündigung zu stehen scheint, jedoch durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse einen entscheidenden Auslöser des Anschlags auf Pakistan darstellt.
So ist ihm nicht nur daran gelegen, das weibliche Geschlecht seines Umfeldes näher kennenzulernen. Als er über seinen pakistanischen Assistenten Rafiq (Aasif Mandvi) und dessen Familie durch Zufall an die Krankenakte des drohenden Generals Umair Zaman (Iqbal Theba) gerät, liefert er nämlich den letzten Beweis dafür, dass ein Präventivschlag seitens der Vereinigten Staaten unausweichlich wäre.
Somit wird der Versuch des Generalsekretärs Walter (Robbins), diesen Präventivschlag zu verhindern, zunichtegemacht. Stattdessen entscheidet sich Präsident Navarro (Esai Morales) auf Anraten des Konservativen Pierce Grey (Geoffrey Pierson) zu intervenieren und die sich auf dem Roten Meer befindenden Piloten angreifen zu lassen.
Doch leider wurde ausgerechnet der unter Drogen handelnde Pilot Zeke „Z-Pak“ Tilson (Schreiber) als Speerspitze des Angriffs ausgesucht. Der handelt nicht nur zur Unterstützung des Haushaltsbudgets mit den Medikamenten seiner Apothekerfrau Ashley (Mary Faber) und musste gerade erfahren, dass er durch eine Affäre mit der Öffentlichkeitsbeauftragten Gail Vater zu werden droht. Außerdem vertauschte er im Cockpit seine Anax-Tabletten, wodurch der Präventivschlag zum drogenerweiterten Horrortrip wird.
Die Gags
Leider schafft es der Pilot von The Brink dabei nicht so recht, seinen Humor in Richtung Politcomedy zu lenken, sondern versteift sich, wie es bei dem Cast eventuell zu erwarten war, zu sehr auf die überzeichneten Fehlverhaltensweisen seiner Protagonisten. So erwischen wir Walter dabei, wie er mit Prostituierten politische Angriffe als Rollenspiel erlebt und immer wieder durch seinen Mundgeruch auffällt oder wie Alex sich neben seiner politischen Tätigkeit vor allem für Rafiqs attraktive Schwester interessiert.
Dabei verkommen sämtliche Protagonisten zu einem und demselben überzeichneten Klischee: Die patriarchale Welt geht durch die sexbezogenen und geisteskranken Männerfiguren an ihrem Hebel bergab. Doch leider wird nicht ganz klar, warum wir drei Figuren benötigen, die somit dem gleichen Muster folgen, anstatt uns insgesamt mehr Bandbreite an Charakteren zu präsentieren.
Fazit
Nach der Pilotepisode von The Brink scheint sich die Comedyserie leider wesentlich stärker um die überzeichneten Lendenwitze seiner Protagonisten und die Auswirkungen ihres unprofessionellen Verhaltens zu kümmern, anstatt zu einer echten Politsatire ausgebaut zu werden. Zu platt, zu breit und zu gewollt wirken dabei die schlechten Zoten, die uns hier serviert werden. Andererseits sollte man vielleicht zugeben, dass Fans von Jack Black und seinem sonstigen komödiantischen Werk genau das erwartet haben: gefällige Gags und schrullige Charaktere.