Gen V 1x01

© Prime Video
Die Serie The Boys, die auf der Comicreihe von Garth Ennis und Darick Robertson basiert, ist ein voller Erfolg für den Streamingdienst Amazon Prime Video und so kommt nach Diabolical, einer Animationsserien-Anthologie nun noch Gen V zum bitterbösen Serienkosmos dazu, den man auch VCU (Vought Cinematic Universe) nennen kann. Die ersten drei von acht Folgen hat Prime Video zum Auftakt auf einen Schlag veröffentlicht. Hier soll es vorerst nur um die Erste, God University, gehen.
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Wovon handelt die Episode „God University“ der Serie „Gen V“?

Die Zuschauer lernen zunächst eine junge Marie Moreau kennen, die als 18-Jährige dann von Jaz Sinclair (Chilling Adventures of Sabrina) verkörpert wird. Am Tag der Aufnahme von A-Train zum Superheldenteam „The Seven“ beklagt sie sich über Bauchschmerzen und durchlebt ihre erste Periode. Doch leider ist es eine traumatische Erfahrung für sie, denn ihr Blut, das durch Compound V im Kindesalter verändert wurde, ist tödlich. Sie bringt damit versehentlich ihre beiden Eltern um, während ihre Schwester sie als Monster bezeichnet...
Acht Jahre später ist sie eine Waise mit wenig Zukunftschancen, bis ihre Bewerbung an der Godolkin University glückt und sie mit den besten Supes des Landes um eine Chance auf lukrative Verträge oder gar eine Mitgliedschaft im Top-Superteam konkurrieren kann. Doch nur wenigen glückt dies, während der Rest zu B-Promis wird...
Marie wohnt an der Uni mit Emma (Lizze Broadway, Here And Now) zusammen, die als YouTuberin namens Cricket durch ihre Schrumpfkräfte manch einem bekannt ist. Marie träumt seit dem tragischen Vorfall davon, die erste schwarze Heldin innerhalb der Seven zu sein, auch wenn sie anders als die Mitstudenten keine großen Followerscharen auf Social Media oder gar ein Smartphone oder Social-Media-Accounts vorweisen kann. Denn lange Zeit lebte sie unter äußerst bescheidenen Umständen. Inzwischen beherrscht sie ihr Blut und kann es, wenn sie sich eine kleine Wunde zufügt, auch als Waffe benutzen.
Der Topstudent ist Golden Boy Luke Riardan (Patrick Schwarzenegger), der ähnlich wie die Human Torch seinen Körper entflammen kann, wobei er sich jedoch noch kein teures Kostüm leisten kann und deswegen bei Krafteinsatz immer nackt wird. Ihn suchen Albträume von seinem Bruder heim. Oder handelt es sich vielleicht gar nicht um Träume...?
Sein bester Freund ist Andre Anderson (Chance Perdomo, ebenfalls Chilling Adventures of Sabrina), sein Vater war bereits ein berühmter Superheld. Andre scheint oft in Flirtlaune zu sein und lädt Marie ein, mit seinen Freunden eine gute Zeit mit einigen Drogen zu haben. Dabei ist auch Lukes Freundin Cate (Maddie Phillips, Teenage Bounty Hunters), die andere Leute mithilfe einer Berührung alles machen lassen kann, was sie will.
Bei einem Clubbesuch geht der Drogenkonsum weiter, wobei Andre eine Frau beeindrucken will und dabei versehentlich eine Besucherin schwer verletzt, als seine Konzentration bei der Telekinese gestört wird. Die Frau droht zu verbluten, bis Marie mit ihren Kräften das Leben retten kann, was auch von zahlreichen Kameras aufgenommen wird und viral geht.
Um die Starstudenten zu schützen, wird Marie kurz darauf jedoch von Professor Rich „Brink“ Brinkerhoff (Clancy Brown, Dexter) als Bauernopfer genutzt und der Uni verwiesen. Lukes Visionen seines Bruder gehen weiter und wenig später konfrontiert er Brink und tötet ihn in dessen Büro. Jordan Li (Derek Lu/London Thor), ein Supe mit zwei sich abwechselnden Geschlechtsidentitäten, studentischer Assistent von Brink und Nummer zwei im Uniranking stellt sich ihm zwar ihn den Weg, zieht aber den Kürzeren.
Dass an der Uni nicht alles wie dargestellt läuft, sieht man auch an einem Studenten, der vor Ordnungshütern wegläuft. Doch Brink weiß offenbar von etwas namens Woods, was mit dem Ableben von Lukes Bruder zu tun haben dürfte. Es werden also auch einige düstere Geheimnisse versteckt...
Im Endeffekt kann Kumpel Andre Luke beruhigen, doch der sprengt sich wenig später, nachdem er seinem Kumpel noch etwas ins Ohr flüstert, spektakulär über dem Campus selbst in die Luft. Somit ist der Topspot also wieder offen und Maries Rauswurf könnte sich in Wohlgefallen aufgelöst haben...
Being a hero is not what you think

Gen V fügt sich nahtlos in das von The Boys etablierte Serienuniversum ein. Von Beginn an ist es maximal blutig und im Verlauf der Episode werden einige Tabus gebrochen. Neben Maries Kräften liefert auch Emmas Schrumpffähigkeit hier ein Extrem, was man so bereits aus der Mutterserie kennt, aber immer noch für Staunen sorgen kann. An Sex, Drugs und Superkräften sowie Metagags rund um Ruhm und Prominenz wird also nicht gespart und auch der eine oder andere Arm wird aus dem Körper gerissen...
Marie als Quasinormalo in diese abgefahrene Welt zu schicken, ist eine naheliegende, aber auch richtige Wahl, denn so hat man einen größtmöglichen Kontrast zwischen denen, die den Luxus und Wahnsinn dieser Welt der Starken, Schönen und Reichen gewohnt sind, und ihr als bodenständige Person mit großen Träumen. Die VCU-Welt schafft es spielend, eine überspitzte Version von amerikanischer Promikultur mit mehr Schein als Sein zu präsentieren und an jeder Ecke lauert jemand oder etwas, was einem die Tour vermiesen könnte und einen zum Buhmann/-frau machen könnte.
Mit einer Mischung aus „X-Men“, „Tribute von Panem“, „Battle Royal“ und klassischen Collegethemen liefert „Gen V“ eine passende Ergänzung zu „The Boys“ und kann so die teilweise naiven Hoffnungsträger zeigen, die durch die PR-Maschine von Vought geschickt werden.
Optisch gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Effekte und Kämpfe sehen hervorragend aus und sind gut choreografiert. Werbe-Clips, „Recruiting“-Videos oder Newsberichte fügen sich natürlich ein. Der vornehmlich junge Cast hinterlässt erneut einen guten Ersteindruck und birgt eine Menge Potential. Gerade die Figuren Marie, Emma, Andre, Jordan und Luke (RIP?) bringen schon in der ersten Folge genug spannende Aspekte mit, um zu sehen, wie sich ihre Arcs im Laufe der Debütstaffel entwickeln.
Obwohl in der erste Episode nur angedeutet wird, dass die Schulleitung diverse Dinge vertuscht, dürfte es also spannend sein zu sehen, ob die übrigen Figuren versuchen, etwas gegen die Machenschaften zu unternehmen oder im Sinne von Vought handeln und sich für die Propaganda-Maschine einspannen lassen.
Fazit
Fans der Serie „The Boys“, die etwas jüngeren Figuren und ihren Problemen nicht abgeneigt sind, dürften auch mit „Gen V“ ihre Freude haben und gut unterhalten werden. Viele der provokativen und skandalösen Zutaten der Ursprungsserie sind auch beim Spin-off zu finden. God University ist ein gelungener Auftakt, der mir direkt Lust auf mehr macht. Wegen des Dreierpakets zum Start kann man glücklicherweise direkt weiterschauen. Viereinhalb von fünf Supernovas.
Hier noch der Trailer zur neuen Serie „Gen V“, die nun beim Streamingdienst Amazon Prime Video gestartet ist:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 29. September 2023Gen V 1x01 Trailer
(Gen V 1x01)
Schauspieler in der Episode Gen V 1x01
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