The Book of Boba Fett: Der Fremde - Review zur Pilotepisode von Das Buch von Boba Fett

The Book of Boba Fett: Der Fremde - Review zur Pilotepisode von Das Buch von Boba Fett

Es ist so weit und nach einem für Star-Wars-Fans in aller Welt langen Jahr des Wartens stellt Disney+ endlich die Eröffnungsfolge seiner neuen zweiten Live-Action-Serie aus dem Star-Wars-Universum, Das Buch von Boba Fett aka The Book of Boba Fett bereit. Wir haben uns die Episode mit dem Titel Der Fremde direkt nach Veröffentlichung angesehen. Achtung, Spoiler!

Poster zur neuen Serie The Book of Boba Fett (c) Disney+
Poster zur neuen Serie The Book of Boba Fett (c) Disney+
© oster zur neuen Serie The Book of Boba Fett (c) Disney+

Das Buch von Boba Fett Folge 1 - Der Fremde (Stranger in a Strange Land)

Den Anfang bekamen wir bekanntlich bereits in der „Letzten-Staffel-2-Folge“ der nunmehrigen Vorgängerserie The Mandalorian zu sehen: Boba Fett (Temuera Morrison) stößt zusammen mit seiner Verbündeten, der Assassine Fennec Shand (Ming-Na Wen) auf dem Wüstenplaneten Tatooine den einstigen Majordomus von Gangsterkönig Jabba The Hutt, Bib Fortuna (Matthew Wood) von dessen Thron, den er nach dem Tode seines Herrn eingenommen hatte und schwingt sich selbst zum neuen Herrscher der Unterwelt auf.

Die Eröffnungsfolge der neuen Serie The Book of Boba Fett, die es in puncto Aufwand erwartungsgemäß mühelos mit „The Mandalorian“ aufnehmen kann, beginnt mit einem Rückblick darauf, wie es Boba Fett gelang, den Sturz in den Rachen des Sarlacc in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ zu überleben und auch, wie er nacheinander sowohl seine Rüstung an die hinterlistigen Jawas und anschließend seine Freiheit an die grausamen Sandleute verliert. Ein Schwenk in die Gegenwart zeigt Boba Fett dabei, wie er in seiner neuen Position als König der Unterwelt von Tatooine in seinem neuen Hauptquartier, der einstigen Festung Jabbas, Hof hält und seine neuen Untertanen und Verbündeten kennenlernt.

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Unter diesen befinden sich auch alte Bekannte, die Boba bei weitem nicht allein in positiver Erinnerung behalten hat, ferner trifft er Barbesitzerin Garsa Fwip (Jennifer Beals, bekannt aus „Flashdance“ und The L Word), die zum Alienvolk der Twi'lek gehört. Doch nicht alle neuen Verhandlungspartner sind von ihrem künftigen Daimyo angetan, darunter auch der Majordomus des Bürgermeisters von Mos Espa, ebenfalls ein Twi'lek. Nach Boba Fetts Antrittsbesuch bei Madame Garsa werden er und Fennek von unbekannten Attentätern angegriffen.

Die Folge endet mit einem weiteren Rückblick, in dem mitzuerleben ist, wie Boba Fett einst die Achtung der Sandleute erringen konnte.

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In der Kürze liegt die Würze

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Angesichts der großen Erwartungshaltung der „Star-Wars“-Fangemeinde sind die gerade einmal 39 Minuten Laufzeit der ersten, von Regie-Veteran Robert Rodriguez („Alita - Battle Angel“) inszenierten Episode der neuen Serie mit dem Titel Stranger in a Strange Land für viele natürlich mit Abstand zu kurz. Doch erfüllt die Pilotfolge dennoch haargenau den Zweck, für den eine solche grundsätzlich gedacht ist: Sie weckt in grandioser Weise den Appetit auf die noch kommende weitere Serie, die aus insgesamt sieben Episoden bestehen wird.

Wie bereits erwähnt verwundert der von Showrunner Jon Favreau (zuletzt als Schauspieler zu sehen in „Spider-Man - No Way Home“) für die Serie betriebene Aufwand nicht, da man bereits mit dem erfolgreichen Vorgänger hohe Maßstäbe gesetzt hat. Dennoch fühlt sich The Book of Boba Fett) bereits ab den ersten Minuten (in denen übrigens kein einziges Wort in menschlicher Sprache fällt) völlig anders an als lediglich ein Spin-off von The Mandalorian. Folgt diese Serie dem Stil der von Favreau so vergötterten Italo-Western aus den 60er Jahren, scheint bei „Das Buch von Boba Fett“ ein weiteres Vorbild Favreaus oder der anderen Macher verstärkt an die Reihe zu kommen: Die japanischen Samurai-Filme von Regisseuren wie Akira Kurosawa („Die sieben Samurai“) oder Masaki Kobayashi („Harakiri“) nämlich.

Zwar zeigten sich entsprechende Anklänge auch schon bei „The Mandalorian“, doch geht die neue Serie hier weiter in die Vollen. So wird Boba Fett nach seinem Amtsantritt nicht nur als Daimyo bezeichnet (das japanische Wort für Fürst), sondern die geheimnisvollen Angreifer am Ende erinnern geradezu frappierend an die Ninjas, die in den 80er-Jahren Helden insbesondere vieler damaliger Videotheken-Hits waren. Die bestehende Vorliebe auch der neuen „Star-Wars“-Macher für die japanische Filmkultur (Urvater George Lucas verehrte bekanntlich schon seit seiner Jugend das Werk Kurosawas) zeigte sich zuletzt in der Anime-Version der Saga in der im Herbst 2021 veröffentlichten Animationsserie Star Wars: Visions.

Doch kommt bei all diesen Referenzen an andere Filme und Genres keineswegs das typische „Star-Wars“-Feeling zu kurz, das sich allerdings weit düsterer präsentiert, als man es in den seligen Zeiten der mittleren Trilogie („Episode IV bis VI“) kannte. Dabei heraus kommt gewissermaßen eine Art „Dirty Star Wars“, das die Saga auf völlig neue Pfade fernab vom Edelmut der Jedi-Ritter und dem bereits reichlich geschilderten Kampf Gut gegen Böse führt. Natürlich ist dieses andere „Star Wars“ sicherlich nicht jeden Fans Geschmack und wird sicherlich auch beim einen oder anderen auf Ablehnung stoßen, aber auch traditionelle Sagas schreiten nun einmal voran und bringen Entwicklungen weg von dem mit sich, was in den 70er-Jahren seinen Anfang nahm.

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Und so bleibt der (geneigte) Fan und Zuschauer am Ende von „Der Fremde“ zwar nicht ganz so atemlos erstarrt wie nach der Abschlussfolge von Staffel 2 von „The Mandalorian“ zurück, aber ein gewisses Kribbeln und Ziehen auf den nächsten Mittwoch hin, wenn Folge 2 der neuen Produktion veröffentlicht wird, macht sich da durchaus bemerkbar. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, wird es neben weiteren Auftritten des einstigen Tanzfilmstars Jennifer Beals als Barbesitzerin Madame Garsa eventuell auch ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren wie dem kleinen Grogu (vielfach auch als Baby-Yoda bezeichnet) oder gar einem digital verjüngten oder eventuell völlig erzeugten Han Solo geben. Wie viel an diesen Gerüchten dran ist, nun, das werden wir in ein paar Wochen wissen. Möge die Macht bis dahin mit uns sein!

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The Book of Boba Fett: Serientrailer - Authority

Hier abschließend noch der aktuelle Serientrailer zur neuen Serie „The Book of Boba Fett“:

Diese Serie passen auch zu «The Book of Boba Fett»