The Book of Boba Fett 1x02

© zenenfoto aus The Tribes Of Tatooine (c) Disney+
Boba Fett (Temuera Morrison) und Fennec Shand (Ming-Na Wen) erfahren in der Episode The Tribes Of Tatooine von dem gefangenen Angreifer in ihrem Palast unter Druck, dass er der als Nachtwindorden bekannten Söldnerkaste angehört und vom Bürgermeister von Mos Espa geschickt wurde. Sie suchen diesen auf, einen hammerköpfigen Ithorianer namens Mok Shaiz, der sie nach einigen Ausflüchten an Barbesitzerin Madame Garsa (Jennifer Beals) verweist.
Von ihr erfahren sie, dass in Wahrheit mit Jabba verwandte Hutt-Zwillinge dahinterstecken, die den Thron zurückfordern. Wenig später macht Boba Fett ihre Bekanntschaft in Begleitung ihrer Vasallen, darunter ein Wookie-Gladiator, auf den Straßen von Mos Espa. In seinen Visionen der Vergangenheit erinnert sich Boba daran, wie er den Sandleuten beim Kampf gegen die Bedrohung durch den langen Speeder half, einen von einem Verbrechersyndikat betriebenen Gleiterzug in der Wüste von Tatooine und zum Dank von ihnen in ihren Stamm aufgenommen wurde.
Die andere Seite einer Saga

Ebenso ungewöhnlich wie bereits die Eröffnungsfolge geht es in der neuen Serie The Book of Boba Fett auch in ihrer zweiten Episode weiter. Das Erzähltempo bleibt ein eher langsames, wenngleich auch der Action-Faktor nicht außen vor bleibt, diesmal unter anderem in einer effekt-lastigen Angriffsschlacht der Sandleute auf von Boba von einer Alien-Rockerbande gekaperten Speeder Bikes auf den schwebenden Wüstenzug. Doch steht die Action nicht im Vordergrund, was die Serie definitiv von den meisten vorherigen Inkarnationen des Franchises abheben und mit ziemlicher Sicherheit in der einen oder anderen Weise auch für Kritik seitens der Fangemeinde von „Star Wars“ sorgen dürfte.
Eine wichtige Neuerung gegenüber der Vorgänger- beziehungsweise Hauptserie The Mandalorian besteht darin, dass auch Folge zwei nach einer eher kurzen Schilderung der Ereignisse in der relativen Gegenwart erneut in eine Rückblende umschwenkt, die den Großteil der Handlung der übrigens im Vergleich zur ersten mit über 50 Minuten Laufzeit deutlich längeren Episode ausmacht. In diesem lernt der Fan und Zuschauer die Sandleute besser kennen, die bei ihren bisherigen Auftritten als brutale und erbarmungslose Zeitgenossen auftraten. The Book of Boba Fett zeigt uns ihre andere Seite; natürlich bleiben sie auch hier vermummte und in vielem geheimnisvolle Kämpfer, doch offenbart sich auch ihre mystische Seite.
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Reminiszenzen

Trotz aller dieser Neuerungen bleibt die Serie voller Anklänge an das klassische „Star Wars“. Inwiefern man sich damit (zumindest für nicht wenige Alt-Fans) etwas Gutes tut, das liegt wie bei so vielem im Auge des Betrachters. So lassen Boba Fett und Fennec den gefangenen Assassinen in Jabbas ehemaligem Palast kurzerhand in das Verlies des monströsen Rancor-Monsters plumpsen, aus dem einst Luke Skywalker nur mit Mühe und Not entkommen konnte. Doch spätestens seit dieser ikonischen Filmszene (die hier ziemlich passgenau kopiert wird) wissen die Alt-Fans, welche zweifellos die Hauptzielgruppe von The Book of Boba Fett bilden, dass es sich um eine leere Drohung unserer beiden neuen Helden handelt. Schließlich machte Luke bei der geschilderten Begegnung dem gefürchteten Ungeheuer den Garaus, und über eine entsprechende Nachfolge wurde nie etwas bekannt.
Auch das Auftauchen diesmal gleich zweier der schnecken- beziehungsweise krötenartigen Hutten ist eindeutig eine Reminiszenz an das altbekannte „Star Wars“, und dass die beiden wenig sympathischen Gesellen ihrem berühmten Vetter artgemäß ähneln, ist sicherlich wenig überraschend. Was für die einen Zuschauer fraglos als Wiedererkennungswert gelten wird, mögen andere als plumpe Nachahmung betrachten. Gerade in den Fan-Welten großer Franchises ist es häufig recht schwierig, der Vielzahl an Anhängern einheitlich gerecht zu werden.
Des einen Freud, des anderen Unbehagen
Und so bleibt die neue Serie aus dem Universum von „Star Wars“, wie so vieles andere auch, Geschmackssache. Der Rezensent (dessen anfänglicher, vielleicht überschwänglicher Enthusiasmus sich mittlerweile relativierte) hat sich nach einer in seinen Augen überaus gelungenen Eröffnung in der vergangenen Woche auch diesmal ausgezeichnet unterhalten gefühlt - inszeniert übrigens in ihrem Einstieg ins Star-Wars-Universum von Steph Green, die als routinierte TV-Regisseurin von Episoden von Serien wie Bates Motel oder The Man in the High Castle bekannt ist.
Während die einen die langsame Erzählweise (wie bereits letzte Woche erwähnt an die japanischer Samurai-Filme angelehnt) als Langeweile empfinden, begrüßt der Rezensent dieses Stilmittel als durchaus förderlich für den Spannungsaufbau. Bei alledem kann The Book of Boba Fett dem Vorgänger (The Mandalorian) noch nicht voll und ganz das Wasser reichen, doch befindet die neue Serie sich auf einem guten entsprechenden Weg. Man darf gespannt bleiben!
Verfasser: Thorsten Walch am Mittwoch, 5. Januar 2022(The Book of Boba Fett 1x02)
Schauspieler in der Episode The Book of Boba Fett 1x02
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