The Bondsman 1x01

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Das passiert in der Serie âThe Bondsmanâ
Der KopfgeldjĂ€ger Hub Halloran (Kevin Bacon, The Following) hat in der Serie The Bondsman ein riesiges Problem. Gerade eben noch jagte er einen flĂŒchtigen Verbrecher und nun liegt er mit aufgeschlitzter Kehle tot im Staub... Warum er sich trotzdem einige Stunden spĂ€ter in der Zwischenwand eines schĂ€bigen Motelzimmers wiederfindet, ist ihm schleierhaft, doch eins steht fest: Hub ist stinksauer.
Sein Rachefeldzug gegen den Auftraggeber des Mordes an ihn, der ausgerechnet der neue Freund (Damon Herriman) seiner Ex Maryanne (Jennifer Dice) ist, gerĂ€t jedoch zu einem ĂŒbernatĂŒrlichen Erlebnis. Denn plötzlich ist Hub ohne sein Wissen Angestellter höherer MĂ€chte und ĂŒbt seinen Job nun ein wenig anders als zuvor aus. Statt irdische Gauner jagt er nun nĂ€mlich aus der Hölle entflohene DĂ€monen, die er wieder zurĂŒckschicken soll... egal, wie...
Comedy ist in
Zynismus gepaart mit abgedrehten Figuren, Action und coolen Helden scheinen derzeit bei diversen Streaminganbietern hoch im Kurs zu stehen. Kombiniert mit ein wenig Einfluss von Horrorserien und ebenso Mysteryserien greift dieses Konzept dann noch besser, vor allem wenn die Hauptfigur ein frisch ermordeter, desillusionierter KopfgeldjÀger ist...
Genau so könnte man die PrĂ€misse von „The Bondsman“ beschreiben. Wenn eine solche Figur dann noch in eine skurrile Situation nach der anderen gebracht wird, jede Menge Blut flieĂt und DĂ€monen die Mattscheibe unsicher machen, ist die Welt des Fantastikfans in Ordnung.
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Die Neuen in Hollywood
Allerdings bedarf es dafĂŒr eines Schauspielers mit einer betont coolen AttitĂŒde, den Serienerfinder Grainger David mit Kevin Bacon glĂŒcklicherweise auch gefunden hat. Ein Mann wie David, der bisher lediglich einige mehr oder weniger gut bewertete Kurzfilme auf dem Weg brachte, hĂ€tte in der alten TV-Welt wohl kaum eine Chance auf ein eigenes Serienprojekt erhalten, wenn er sich zuvor seine Sporen nicht als Autor fĂŒr irgendein etabliertes Format verdient hĂ€tte.
Insofern ist es eine dankenswerte Tatsache, dass vornehmlich Netflix und Amazon Prime Video immer wieder mal unbekannten Talenten eine Chance geben. Als Einstieg dachte sich der Produzent und Drehbuchschreiber eine Geschichte aus, die recht deutliche Anleihen bei dem Dauerbrenner Supernatural nimmt, aber dennoch eine frische und eigenstĂ€ndige Komponente aufweist. Wenn die Hauptfigur Hub beispielsweise in dem alten Pick-up seiner Mum zu eingĂ€ngiger Rockmusik ĂŒber staubige StraĂen zum Einsatz dĂŒst, fĂŒhlt man sich zweifelsfrei an das groĂe Vorbild erinnert.
Alt und doch neu
Auch die Art des Auftretens des ersten DÀmons der Woche entspringt der klassischen Darstellungsweise. Die TonalitÀt der Serie, die Farbgebung und die typischen Horrorelemente verweisen ebenfalls darauf, dass David die Abenteuer der Winchesters offensichtlich liebt. Auch, wenn all dies auf den ersten Blick offensichtlich und entsprechend nur allzu bekannt ist, gelingt es dem Produktions-Team aber doch, das Pferd von einer etwas anderen Seite aufzuzÀumen.
Von Anfang an ist deutlich spĂŒrbar, dass sich „The Bondsman“ nicht allzu ernst nimmt und gerne mit Klischees spielt. Dass Hallorans Exfrau Maryanna CountrysĂ€ngerin und ihr Freund und vermeintlicher Killer ihres Mannes Lucky gerne CowboyhĂŒte trĂ€gt, ist ein kleiner, aber stilistisch feiner und liebevoller Seitenhieb auf den aktuellen Neo-Western-Boom, bei dem sich die Serienmacher ebenfalls munter bedienen. Auf diese Weise finden Horror-, Mystery-, Action-, Roadmovie, Neo-Western- und Comedyserie zusammen und bilden ein unterhaltsames Genre-Konglomerat, das von der ersten Minute an SpaĂ macht.
Cast und Struktur
Abgesehen von den groĂartig auftretenden Kevin Bacon und Jennifer Nettles (die ĂŒbrigens tatsĂ€chlich CountrysĂ€ngerin ist), dĂŒrfen wir uns auch auf so markante Personen wie Beth Grant (Anne Rice's Mayfair Witches) als Hubs Mutter Kitty freuen, die immer fĂŒr einen witzigen Spruch zu haben ist. Damon Herriman (The Artful Dodger) gibt in der Pilotfolge den Lucky mit leichter DeppenattitĂŒde und die aus WandaVision und Orange Is the New Black bekannte Jolene Purdy ist als Mitarbeiterin der ĂŒbernatĂŒrlichen Kopfgeldagentur „Gold's Pot“ sehr unterhaltsam dafĂŒr zustĂ€ndig, dass Hub eine Einweisung in sein neues BetĂ€tigungsfeld erhĂ€lt.
Rein strukturell geht Prime Video hier den bereits mit dem Serienhit On Call beschrittenen Weg der kurz und knapp gehaltenen Episoden. Jede Folge ist zwischen 30 und 35 Minuten lang, wobei die erste Staffel auf insgesamt acht Teile kommt. Mit anderen Worten erreicht die gesamte Staffel somit lediglich eine LĂ€nge von circa 240 Minuten - oder zwei abendfĂŒllenden Filmen.
Viel Zeit fĂŒr erzĂ€hlerischer AusreiĂer und tiefgrĂŒndige Figurenbetrachtungen bleibt also nicht, doch das ist auch nicht das Ziel von „The Bondsman“. Die Serie will in erster Linie actionreiche, spritzige und witzige Fantastik-Unterhaltung bieten und schafft das, ausgehend von der Pilotfolge, spielerisch.
Wie sich die Geschichte weiterentwickelt und ob die erste Staffel mehr beinhaltet als ein paar lustige Monsterjagden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Es wĂ€re zumindest nett, zu erfahren, warum ausgerechnet Hub aus der Hölle zurĂŒckkehren durfte, um auf der Erde wandelnde DĂ€monen genau dorthin zu befördern.
Vielleicht gewĂ€hren uns die Serienmacher ja doch hier und da ein paar nĂ€here Einblicke in Hubs Vergangenheit, Ă€hnlich wie dies auch Dick Wolf in der oben erwĂ€hnten Produktion „On Call“ tut. Wohl dosiert und wie nebenbei in die eine oder andere Folge eingestreut, könnte dies dem Format durchaus guttun und die Bindung an die Hauptfigur stĂ€rken.
Fazit
Die Pilotfolge der Serie „The Bondsman“ ist ein schnell erzĂ€hlter, unterhaltsamer Genremix, der mit Kevin Bacon darĂŒber hinaus ĂŒber ein starkes Zugpferd verfĂŒgt. Auch wenn hier und da Erinnerungen an „Supernatural“ durchblitzen, kann das Format doch fĂŒr sich allein bestehen und sorgt dank kurzer, knackiger ErzĂ€hlweise fĂŒr Action, Witz und Spannung.
Und wer wei� Vielleicht entwickelt sich da ja trotz aller DÀmonenjagerei sogar ein ansehnlicher Meta-Plot. Doch falls nicht, kann ich auch damit leben, wenn die restlichen sieben Folgen am Ende Àhnlich unterhaltsam sind wie diese...
Wir verteilen daher viereinhalb von fĂŒnf ausgeflippten DĂ€monen.
Verfasser: Reinhard Prahl am Donnerstag, 3. April 2025(The Bondsman 1x01)
Schauspieler in der Episode The Bondsman 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?