In der Serie The Astronaut Wives Club begleiten wir sieben Frauen auf dem Weg durch das öffentliche Interesse, während ihre Männer darum kämpfen, als erster Mensch im All um die Erde zu fliegen. Die Pilotepisode Launch macht Lust auf mehr.

Cast der Serie „The Astronaut Wives Club“ / (c) ABC
Cast der Serie „The Astronaut Wives Club“ / (c) ABC

Zum Werk der The Astronaut Wives Club-Schöpferin Stephanie Savage gehört neben der The CW-Serie Gossip Girl auch die Mitarbeit bei The OC. Das merkt man der Story über sieben Astronautenfrauen jedoch in dem Sinne an, dass die Macher mit Erfahrung an die Sache gegangen sind. Eine Teenieserie darf man hier nicht erwarten. Es ist eine Zeit, in der Paare selbstverständlich eng umschlungen im Auto fahren und die Locken auch bei der Hausarbeit immer liegen.

Um wen geht es?

1959: Die USA und die Sowjetunion liefern sich ein Rennen darum, wer als Erstes die größeren Fortschritte in der Weltraumfahrt macht. In den Vereinigten Staaten werden sieben Männer ausgewählt, die als Mercury Seven in die Geschichte eingehen. Gemeinsam arbeiten sie daran, den ersten benannten Weltraumflug möglich zu machen. Durch die Mission werden sie zu nationalen Helden - und mit ihnen ihre Familien.

Die Serie The Astronaut Wives Club ist die Geschichte ihrer Frauen, die von einem Reporter durch die Zeit begleitet werden, in der sie sich unter dem Brennglas des öffentlichen Interesses den Ängsten, Fragen sowie den kleinen und großen Dramen des Astronautenalltags stellen müssen.

Die erste Herausforderung, der man sich in der Pilotepisode der Serie stellen muss, ist es, alle sieben Frauen trotz ähnlicher Frisuren und Kleider im Zeitkolorit auseinanderhalten zu können. Doch die Mühe lohnt sich, denn hinter den perfekt geschminkten Lächeln, die die Öffentlichkeit von ihnen erwartet, stecken interessante Charaktere.

Wir sind dabei, wie die sieben Frauen sich zu Beginn der Episode Launch auf einer Party kennenlernen und dabei nicht gerade vor Sympathie übersprudeln.

Doch der Reihe nach... Die erste, die Eindruck hinterlässt, ist Louise Shepard (Dominique McElligott, Hell on Wheels). Sie hält ihr Leben ziemlich unter Verschluss, weiß aber genau, welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit hinterlassen soll. Doch schon in der Mitte der ersten Episoden lernen wir, wieso sie ihr Privatleben so unter Verschluss hält: Ihr Mann Alan (Desmond Harrington, Dexter) ist nicht gerade eine treue Seele.

Zu den ausgewählten Ehefrauen gehört auch Betty Grissom (JoAnna Garcia Swisher; Reba, Animal Practice), ein Kleinstadtmädel mit einem offenen Gemüt, die ihren Mann Gus (Joel Johnstone, Getting On) mit Nachtschichten durchs Ingenieurstudium geholfen hat.

Wir lernen Rene Carpenter (Yvonne Strahovski; Chuck, Dexter) kennen, der man ihre vier Kinder nicht ansieht und die keine Angst hat, mit ausgefallenen Kleidern aufzufallen. Sie will nicht als „Ehefrau von“ untergehen und versucht, sich selbst in Stellung zu bringen.

Ebenfalls eigene Träume hat Trudy Cooper (Odette Annable; House, Banshee), die gerade dabei war, die Scheidung von Gordo (Bret Harrison; Reaper, Grounded For Life) einzureichen, als der Anruf der NASA kam. Und, da es die USA und die 1950er sind, muss der Auserwählte nicht nur technische Fähigkeiten, sondern seine moralische Reinheit auch mit einer strahlenden Ehefrau und wohlerzogenen Kindern an seiner Seite unter Beweis stellen. Trudy, selbst Pilotin, versteht die Wichtigkeit der Sache und willigt ein, für die Karriere zurückzukehren. Doch im Grunde träumt sie davon, eines Tages selbst ins All zu fliegen.

In der Episode Launch sehen wir auch einiges von Annie Glenn (Azure Parsons, Salem), hören jedoch nicht viel von ihr. Sie wirkt niedlich und schüchtern, im Verlauf der Pilotepisode erfahren wir, dass sie eine Sprachstörung hat und sich wohl aufgrund dessen vor allem mit Lächeln verständigt. Ihr Mann John (Sam Reid, Hatfields & McCoys) ist der aussichtsreichste Kandidat für den ersten Orbitalflug um die Erde.

Zunächst geht Jo Schirra (Zoe Boyle; Sons of Anarchy, Downton Abbey), deren Mann Wally (Aaron McCusker; Shameless (UK), Fortitude) der Clown der Gruppe ist, ein bisschen unter. Auch sie hat eine bezaubernde Art, die Situation aufzuheitern. Sie ist in einer Militärfamilie aufgewachsen und lebt nach den Maximen der „Navy Bible“.

Ein bisschen gemein wirkt auf den ersten Blick die letzte im Bunde, Marge (Erin Cummings; Spartacus, Detroit 1-8-7), die sich zunächst ein bisschen schwertut, inmitten der jungen, attraktiven Frauen ihre Rolle zu finden. Doch dann schwingt sie sich zur Mutter der Truppe auf.

Die Männer kann man ebenfalls nur schwer auseinanderhalten, aber schnell merkt man, dass das auch keine Bedingung ist, um die Serie zu genießen. Es geht um die Frauen.

Was passiert?

In der Pilotepisode begleiten wir die Frauen vom ersten urkomischen Aufeinandertreffen auf einer NASA-Party bis hin zum ersten bemannten Testflug ins All und der Freude über den geglückten Versuch.

Das Konkurrenzdenken wirkt bei den Frauen in erster Linie lächerlich, weil sie sich um die Verdienste anderer in die Haare bekommen. Da darf man sich über jemanden wie Rene freuen, die auf Annies Mann tippt als ersten Mann im All, statt sich mit einer anderen die Augen darüber auszukratzen, dass der eigene Gatte der beste sei.

Sowohl die Lager der Frauen als auch die der Männer wirken ein bisschen wie auf Klassenfahrt. Die Astronauten entspannen sich nach dem harten Training auf ausschweifenden Partys, einige fühlen sich dabei mehr an den Treueschwur der Ehe gebunden als andere.

Der erste Konflikt, der sich aufbaut, ist der Betrug von Alan, den Trudy am Telefon aus Versehen mitbekommt und dafür sorgt, dass die Frauen die Männer überraschen. Sie spekuliert darauf, dass Louise ihren Mann so auf frische Tat ertappen kann und genauso kommt es dann auch. Doch die Gehörnte weigert sich, die Leidende zu spielen, trägt die Schmach mit Fassung und verteidigt ihre Ehe vor den anderen, als die Gemüter sich angesichts eines explodierten Testflugs erhitzen.

Trudy und Louise stoßen sich die Hörner aneinander ab, weil ihre Männer hinter Annies Mann gleichstark sind. Sie geraten immer wieder aneinander und finden doch manchmal genau die richtigen Worte füreinander.

Zwei, die sich auch näherkommen, sind Rene und Annie, als erstere letztere vor einem aufdringlichen Journalisten rettet.

Fazit

Irgendwo zwischen Mad Men, Pan Am und Desperate Housewives pendelt die Pilotepisode der Serie The Astronaut Wives Club sich auf einem vielversprechenden Level ein. Die Story hat den Bonuseffekt, das Gefühl zu bekommen, hinter die Kulissen von historisch wichtigen Vorgängen blinzeln zu dürfen. Die Figuren bleiben auf dem Teppich, aber doch bunt und schrill genug, um interessant werden zu können.

An manchen Stellen kommt die Pilotepisode Launch urkomisch rüber, zum Beispiel, als die Frauen zum ersten Mal aufeinandertreffen. Und an anderen Stellen kann sie mit überzeugender Dramatik punkten.

Promo zur US-Serie „The Astronaut Wives Club“:

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