The Agency (2025) 1x01

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Das passiert in der Agentenserie „The Agency“
Der seit sechs Jahren in Afrika aktive CIA-Top Agent Martian (Michael Fassbender wird in The Agency (2025) von seinen Vorgesetzten unvermittelt nach London zurückbeordert und muss seine Freundin Sami Zahir (Jodie Turner-Smith zurücklassen. Als er sie in London wiedertrifft, flammt die Affäre zwischen den beiden wieder auf, doch schon bald geraten sie in ein gefährliches Spiel aus Spionage, Intrigen, Geheimnissen und Verrat...
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Ein behäbiger Start
Wie viele Episoden dieser Art, hat auch die Pilotfolge von „The Agency“ trotz unbestreitbarer Stärken mit einem schleppenden Start zu kämpfen, der sich im Verlauf der Folge allerdings erfreulicherweise relativiert. Die Geschichte beginnt im Sudan, wo sich der Undercover-Agent Martian in den letzten sechs Jahren eine neue Identität inklusive einer intensiven Affäre mit der Geschichtsprofessorin Sami aufgebaut hat.
Aufgrund einiger geschickt gestreuter Hinweise erfahren wir recht schnell, dass es sich bei dem angeblichen Geschäftsmann, den wir da auf dem Bildschirm sehen, eben nicht um solch einen handelt, sondern um einen Spion der CIA. Das ist zwar ein nicht gerade galanter Start, sorgt aber immerhin für eine gewisse Anbindung an die Figur.
Martian hat es nämlich offensichtlich schwer, sich von seiner Geliebten zu trennen und kann sich kaum in sein altes Leben in London einfinden. Bestand seine Verbindung zur Agency in Afrika noch lediglich aus seiner virtuellen Begleiterin Naomi (Katherine Waterston), wird er hier nämlich auf Schritt und Tritt überwacht.
Die von seinem Chef Henry Ogletree (Jeffrey Wright) organisierte Wohnung ist an jeder erdenklichen Stelle verwanzt, das Auto ist mit gleich zwei Peilsendern versehen und irgendein Agent verfolgt ihn selbst zum Einkaufen. Derartige Einfälle schaffen nicht nur Atmosphäre, sondern dienen auch dazu, die Ausgangssituation der Hauptfigur zu kommunizieren, was hier recht gut gelingt.
Das Problem an der Sache ist andererseits, dass in der ersten Episode zwar ständig eine vage Bedrohlichkeit über dem Szenario hängt, die aber hauptsächlich über den von Emilie Levienaise-Farrouch komponierten Score transportiert wird. Die Handlung an sich zieht sich derweil ein wenig dahin, zumal Martian zunächst seine Tochter trifft, in der Agency willkommen geheißen wird und auch sonst nicht viel Spannendes erlebt.
Aber dann...

Interessant wird das Ganze allmählich, als sich herausstellt, dass Martian sich nicht so ohne Weiteres von den letzten sechs Jahren lösen kann und sich offensichtlich entgegen des Rats seiner Kontaktperson bei der CIA in Sami verliebt hat. Als im Fernsehen die Eilnachricht zu sehen ist, dass an der Universität von Khartum ein Attentat geschehen ist, wirft das den Top-Agenten entsprechend aus der Bahn.
Er entscheidet sich dazu, seine Verfolger (oder: Beschützer) abzuhängen, kauft ein Prepaid-Handy und nimmt zu Sami Kontakt auf. Und nun wird es richtig spannend, denn sie befindet sich unerwarteterweise in London. Wie sich die Tatsache in die Geschichte einfügt und ob Sami vielleicht nicht sogar auf ihn angesetzt ist, lässt sich nach Abschluss der Pilotfolge von „The Agency“ natürlich noch nicht beurteilen, an einen Zufall kann man zunächst jedoch nur schwer glauben.
Noch komplizierter wird es, als die Romanze zwischen den beiden wieder aufflammt und Martian alles infrage stellt, wofür er bisher stand. Auch hier lässt sich noch keine Aussage darüber treffen, inwieweit sich das auswirkt, die Vermutung liegt jedoch nahe, dass dieser Verstoß gegen alle Richtlinien und Prinzipien der Agentenwelt der eigentliche Auslöser für die Geschichte ist.
Sollte die Exposition mit der Episode weitestgehend abgeschlossen sein und ab Folge zwei das eigentliche Bedrohungsmoment Einzug in die Serie halten, wäre der stellenweise zu langsame Start indes absolut verzeihlich. Zumal die erste Staffel der Produktion insgesamt zehn Teile umfassen wird, in denen natürlich eine ganze Menge geschehen kann... Bei der Expertise des Haupt-Autors und Serienerfinders Jez Butterworth („Edge of Tomorrow - Live. Die. Repeat“) darf man allerdings davon ausgehen, dass für reichlich Spannung gesorgt ist.
Die Stars
Getragen wird das Geschehen zweifelsfrei von dem großartigen Michael Fassbender, dem Butterworth ein nicht minder starkes Ensemble zur Seite stellt. Großen Spaß macht zum Beispiel das leider etwas kurz geratene Wiedersehen mit Richard Gere als Agency-Chef Bosko, dem IMDB aber immerhin Auftritte in allen zehn Folgen bescheinigt.
Jodie Turner-Smith strahlt den Nimbus des Geheimnisvollen aus, während Katherine Waterstons Figur Naomi selbst etwas für Martian zu empfinden scheint. Vollkommen undurchsichtig ist hingegen die Figur von Jeffrey Wright. Und da ist dann auch noch der Agent Coyote (Alex Reznik), dessen plötzliches Verschwinden irgendetwas mit der Geschichte rund um Martian zu tun hat, ohne dass wir erfahren, was genau.
Qualitativ ist zwischen kleinen Nebenrollen und die den Hauptcharakter begleitenden Figuren auf jeden Fall kaum Luft nach oben, so dass von der darstellenden Seite her für Sehgenuss gesorgt ist. Das gilt im Übrigen auch für die bisher rundum gelungene audiovisuelle Umsetzung der Serie, die mit einer kräftigen Hochglanzfarbgebung gesegnet ist und daher Kinocharme versprüht. Da es in der ersten Episode kaum Actionsequenzen gab, bleibt es abzuwarten, ob sich diese, ebenso wie die VFX-Effekte von der besten Seite zeigen, doch da sollte sich „The Agency“ eigentlich ebenfalls keine Blöße geben.
Fazit

Der Beginn von „The Agency“ könnte vielleicht ein wenig rasanter daherkommen, hinterlässt aber in Anbetracht einer zehnteiligen Serie dennoch einen guten Eindruck. Der Spannungsbogen zieht gegen Ende der Pilotfolge an, die Hauptfigur ist interessant geschrieben und das auf uns zukommende Geheimnis liegt hübsch im Nebel der kommenden Ereignisse verborgen.
Ob der Plot am Ende hält, was der Start verspricht, ist aufgrund des an sich kaum etwas verratenden Serienstarts ungewiss, doch so soll es ja schließlich auch sein. Lust auf mehr macht das Ganze aber auf jeden Fall schon einmal.
Wir verteilen daher bisher vier von fünf Intrigen.
Verfasser: Reinhard Prahl am Montag, 2. Dezember 2024The Agency (2025) 1x01 Trailer
(The Agency (2025) 1x01)
Schauspieler in der Episode The Agency (2025) 1x01
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