The 100 4x10

© ctavia (Marie Avgeropoulos) kämpft in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Die Episode Die All, Die Merrily überrascht mit alten Mustern. 38 Minuten lang beschäftigen wir uns mit einem neuen Plan, in den letzten zwei Minuten der Episode wird alles über den Haufen geworfen. Dieses Mal klappt das überraschend gut, doch besser wäre es, wenn die The 100-Autoren die Karte nicht schon so oft gezogen hätten.
This is what mankind chooses to do with its final days!
Das Überraschendste an der Episode ist die Anzahl der Verluste unter namhaften Figuren. Vieles konnte man sich von vorneherein denken, zum Beispiel, dass Octavia (Marie Avgeropoulos) die sein wird, die den Kampf überlebt. Doch dass die anderen Teilnehmer sich wirklich komplett von uns verabschieden, daran durfte es berechtigte Zweifel gegeben haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass man sich in der postapokalyptischen Welt der The CW-Serie fünf Minuten später nicht mehr an die eigenen Spielregeln hält. Doch dieses Mal ziehen die Serienmacher es durch.
Der Auftakt zum Kampf ist gewohnt melodramatisch. Neue Teilnehmer wie Octavias love interest Ilian (Chai Hansen) legen die Latte noch etwas höher als ohnehin schon. Dramatische Verwicklungen auch auf Charakterebene sind also vorprogrammiert noch bevor die Kämpfer in die Arena gezogen sind. Octavia hat einen Plan: sich so lange bedeckt halten bis das Feld so ausgedünnt ist, dass sie nur noch einen töten muss. Das ergibt Sinn, schließlich hinkt die ehemalige Bewohnerin der Ark den anderen einige Jahre in Sachen Kampferfahrung hinterher.
Wie Octavia halten wir uns am Rande und gehen die einzelnen Kämpfe und vor allem die Tode der Reihe nach durch. Roan (Zach McGowan) darf als erstes beweisen, dass er was drauf hat. Dann stehen sich auch schon Octavia und Luna (Nadia Hilker) gegenüber. Letztere kämpft für - den Tod. Sollte sie gewinnen, darf niemand in den rettenden Bunker. Was ist aus der gutherzigen Frau von der Bohrinsel geworden? Skaikru, laut eigener Aussage, hat sie verändert und ihr gezeigt, dass Menschen grausam sind. Ach, wenn sie da doch schon wüsste, wie recht sie hat.
Als nächstes trifft Octavia auf Ilian, ihren Freund. Die Begegnungen, die die beiden über die Episode Die All, Die Merrily haben sind überraschend emotional. Eigentlich sprechen alle Umstände für mich dagegen. Die ganze Sache ist eine einfach zu durchschauende Verschmelzung aus Clarkes Gnadentötung für Finn (Thomas McDonell) und natürlich Octavias Lincoln-Verlust. Wieso klappt es trotzdem? Manchmal kommt alles einfach darauf an, wie charismatisch die jeweiligen Darsteller sind und Chai Hansen gibt alles, um seine Liebe zu Octavia unter Beweis zu stellen. Bedenkt man dann noch die enttäuschte Hoffnung, dass die beiden es als Paar auf der heimischen Scholle versucht haben, ist das Mitgefühlspaket komplett. Mit allen seltsamen Plänen, die die Figuren haben, war der kurze Ausflug der beiden in die ländliche Idylle nicht der uncharmanteste Versuch, einer ausweglosen Situation zu begegnen. Und auch der Überraschungseffekt des Pfeiles, gepaart mit der Grausamkeit jemandem durch den Hals zu schießen, lassen eine eigentlich nicht besonders vielschichtige Figur für mich in gute Erinnerung sein.
Roan und Octavia schließen einen Pakt, der zu Lunas Tod führen soll, doch jemand der nichts zu verlieren hat, ist auch gegen den giftigen Regen gefeit. Und so landet Roan mit dem Gesicht im Brunnen. Wir müssen Abschied nehmen von einer Figur, von der man viel mehr hätte erwarten dürfen. Spätestens jetzt ist klar, dass die Serienmacher in diese Episode wie in einen Frühjahrsputz gegangen sind. Zu Ilian und Roan gesellt sich nur wenige Minuten später auch noch Luna. Auch bei ihr scheint die Figur größer angelegt gewesen zu sein als was sie dann ablieferte.
I was fighting for us all!
Die Gewinnerin will das Erbe ihres Freundes Lincoln (Ricky Whittle) ehren und tut genau das, was man erwarten durfte. Sie erklärt, dass alle gleich sind und dass der Bunker gerecht geteilt wird. Doch sie hat nicht mit Skaikrus ruchloser Anführerin gerechnet. Denn Clarke (Eliza Taylor) ehrt die Erinnerung an ihre eigene verstorbene Freundin, Lexa (Alycia Debnam-Carey). Wo Lincoln für die Gleichheit eingetreten ist, hat Lexa gezeigt, dass es die eigenen Leute immer an erster Stelle stehen müssen. Einst vor Mount Weather hat sie Clarke hintergangen. Nun hintergeht Clarke Octavia in ähnlicher Weise und nimmt den Bunker ein während die anderen glauben, dass sie noch um selbigen kämpfen.
Clarke muss sich vermutlich früher oder später mit den Menschen auseinandersetzen, die sie hintergangen haben. Darunter sind Octavia, die für sie in das Konklave gezogen ist und Kane (Henry Ian Cusick), der außen vor geblieben ist. Doch selbst wenn sie alle abhängen kann, die nicht mit in den Bunker gekommen sind, hat sie noch ein großes Problem. Denn sie hat Bellamy (Bob Morley) gegen seinen Willen mitgenommen. Sie hat ihn gerettet und seine geliebte Schwester dem sicheren Tod ausgeliefert. Das sollte nun in dem von vielen Fans zum Traumpaar erklärten Duo einen echten Konflikt auslösen, der nicht so einfach zu umschiffen ist.
Fazit
Die Idee eines Konklave steht der Serie The 100 sehr gut. Die Kämpfer sind nicht nur nach Kraft sondern auch nach Charisma ausgesucht, die Opfer sind gravierend. An der Episode Die All; Die Merrily stimmt sehr vieles und auch das Ende fühlt sich folgerichtig an. Schöner jedoch wäre es, wenn nicht die meisten Episoden der vierten Staffel nach gleichem Muster gestrickt wären.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „The Other Side“ (4x11):
Verfasser: am Donnerstag, 4. Mai 2017The 100 4x10 Trailer
(The 100 4x10)
Schauspieler in der Episode The 100 4x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?