The 100 3x02

The 100 3x02

Während sich einer der Cliffhanger aus der Auftaktepisode in Wohlgefallen auflöst, wird in der anderen Storyline erbarmungslos gekämpft. Die Episode Wanheda (2) reißt alte Konflikte wieder auf und bringt neue Gesichter ans Licht.

Clarke (Eliza Taylor) in Gefangenschaft in der US-Serie „The 100“ / (c) The CW
Clarke (Eliza Taylor) in Gefangenschaft in der US-Serie „The 100“ / (c) The CW

Mit Wanheda (2) liefern die The 100-Macher den zweiten Teil eines gelungenen Staffelauftakts ab. Neue Figuren, alte Bekannte und vor allem jede Menge moralische Konflikte geben uns die Gewissheit, dass die Serie in der Staffelpause nichts an Qualität eingebüßt hat.

Die neuen alten Freunde

Der Cliffhanger, in dem wir Bellamy (Bob Morley) und die anderen in dem Geländewagen zurücklassen mussten, löst sich in der Episode Wanheda (2) in Wohlgefallen auf. Statt in der Hand der Feinde findet sich die Gruppe ihren eigenen Leuten gegenüber, weiteren Ark-Bewohnern, dieses Mal von der Farm Station.

Dass es irgendwo noch andere Sky People geben könnte, das hing schon seit der Landung der anderen in der Luft. Dass sie ausgerechnet jetzt auftauchen, ergibt sehr viel Sinn. Zumindest von der Story aus gesehen. Pike (Michael Beach, Sons of Anarchy) und die anderen sind in gewisser Weise der Entwicklung derjenigen aus dem Camp Jaha hinterher. Die Grounder sind ihre Feinde, sie haben viele Menschen an sie verloren, sie sind auf dem Kriegspfad unterwegs.

Nicht viel anders als Abby (Paige Turco), Kane (Henry Ian Cusick) und die anderen zu Beginn ihres Aufenthalts auf der Erde. Vielleicht könnte man sagen, dass im Camp Jaha auch eine Portion Glück dabei war, schließlich scheinen die Ice Nation People auch innerhalb der Grounder-Gemeinschaft als auffallend grausam und unberechnebar zu gelten. Die Anführerinnen der Grounder, auf die Clarke (Eliza Taylor) traf, hingegen ließen früher oder später mit sich reden. Anya (Dichen Lachman) und Lexa (Alycia Debnam-Carey) haben sich zwar nicht immer an Absprachen gehalten, aber sie haben den Ark People die Möglichkeit zur Kommunikation eingeräumt. Dadurch haben beide Seiten gesehen, dass sie keiner homogenen Masse gegenüberstehen, sondern, dass es in beiden Lagern ganz unterschiedliche Charaktere und Meinungen gibt. Und das ist der erste Schritt, um die gefährliche Verallgemeinerung abzuschaffen, auf der sich viele Feindbilder gründen.

Zwischen Pike, den anderen und der Ice Nation besteht offenbar kein derartiger Kontakt, für sie sind die Grounder durchgehend böse. Sie scheren alle über einen Kamm und aus unserer Sicht, die wir mit Clarke und Lexa durch einiges gegangen sind, klingt das zu simpel gefasst. Aber wir haben auch die Erinnerung daran, wie „unsere“ Sky People genauso geredet haben. Und wie so oft bei The 100 beschleicht einen das Gefühl, man kann hier einiges mitnehmen. Wir gehen durch einen Perspektivenwechsel, der nicht durch persönliche Unsicherheiten und Macken getrübt ist, aber an den wir durch Empathie und Zuneigung zu den Figuren nahe genug dran sind, um mitzufühlen.

Doch darüber hinaus macht die neue Gruppe der Grounder auch storytechnisch einiges her. Schließlich kommt so die Feindschaft zu den Groundern zurück ins Lager der Sky People, ohne dass es einen erneuten Bruch geben muss. Noch dazu eröffnet die neue Konstellation mehr Raum für Gewissensentscheidungen. Es gibt nun nicht mehr die Grounder an sich, es gibt unter anderem den Woods Clan und die Ice Nation. Und die sind alles andere als identisch. Bald wird Octavia sich nicht nur fragen müssen, ob die und Lincoln noch zu den Groundern gehören, sondern zu welchem Arm der Grounder. Auch für Figuren wie Indra (Adina Porter) eröffnet der neue, intensivere Blick auf die Grounder Potential für eigene Storylines.

Die alte neue Feindin

Lexa kehrt in der Episode Wanheda (2) zurück in die Geschichte. Und natürlich trifft sie als Erstes auf Clarke. Naja, im Grunde ist es natürlich andersherum, Clarke wird gegen ihren Willen zu Lexa verschleppt, die ihre ehemalige Verbündete um Hilfe bittet.

Auch wenn Lexa sich nicht viel um Gefühle schert, ist es schon ein dreister (oder mutiger) Schritt, jemanden verschleppen zu lassen, den man gerade zuvor betrogen hat, um ihn dann um Hilfe zu bitten. Doch, was Lexa an Empathie zugelegt hat, hat Clarke locker an Rationalität dazugewonnen. Sie ist wütend auf ihre einstige Alliierte, das ist mehr als deutlich. Doch in der jüngeren Vergangenheit hat sie immer mehr mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen entschieden und das kann in dieser Sache noch interessant werden.

In der Denkweise der Grounder überleben die Starken und Clarke hat sich als solche bewiesen, als sie ihre Leute aus Mount Weather geholt hatte. Die Beziehung dieser beiden dürfte also noch interessant werden. Ebenfalls spannend an dieser Storyline ist die Offenbarung, dass Clarkes Angreifer Roan (Zach McGowan) ein verstoßener Prinz der Ice Nation ist. Er ist der Sohn der Königin, die Lexa in den Rücken fällt. Und er ist derjenige, der sich nun von Lexa verraten sieht. Seine Hintergrundstory ist einer der Gründe, weshalb die dritte Staffel nun noch vielversprechender aussieht als vor dem Doppelauftakt um Wanheda.

Durch den Schmerz

Die beiden anderen Storylines, die Ark People um Jasper (Devon Bostick) auf der einen und die Sache um A.L.I.E. (Erica Cerra) auf der anderen, laufen im Vergleich zu den anderen ein bisschen im luftleeren Raum ab. Was sie verbindet, ist der Schmerz. Alle sind auf der Suche nach dem Ort, an dem ihr Leben einfacher wird, an dem die Vergangenheit endlich im Nebel verschwindet und sich eine neue Welt auftut. Jasper wird von seiner angestammten Gemeinschaft aufgefangen, die zwar nicht immer richtig reagiert, aber im Grunde den Weg kennt. Abbie zwingt ihn, sich seinen Gefühlen zu stellen. Der einzige Weg aus dieser Situation ist durch den Schmerz und die Trauer um seine verlorene Liebe.

Auf der anderen Seite haben wir Jaha (Isaiah Washington), der sich von allen losgesagt hat und nun Trost und Zuversicht bei einer mysteriösen Frau namens A.L.I.E. findet. Was sie ist und vor allem, welche Motive sie hat, wissen wir noch nicht genau. Aber sie verspricht ihm sein persönliches Paradies, eine Welt ohne Schmerz, eine neue Stadt, die City of Light. Man braucht nicht unbedingt Murphys misstrauisches Naturell zu haben, um hier einen oder mehrere Haken zu vermuten.

Fazit

Der Titel der Episode Wanheda (2) hört sich an, als wenn es sich um eine Doppelfolge zum Staffelauftakt handelt. Doch zwischen beiden Episoden liegen sieben Tage. Und die hat es auch gebraucht, um den Cliffhanger wirken zu lassen.

Doch, was sie verbindet, ist die Zeit, die wir brauchen, um uns wieder in der The 100-Welt zu orientieren. Um zu erfassen, was in den drei Monaten ohne uns geschah und zu erkennen, wo es die einzelnen Figuren von dort aus hinführen wird. Und nicht zuletzt hat es zwei Episodenlängen gedauert, um die Story wieder in die Richtung von Lexa zu führen. So spannend die neuen Sky People und der verlorene Ice-Prinz auch sind, die Sache mit Lexa hat immer noch einiges an Zündstoff zu bieten.

Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Ye Who Enter Here“ (3x03):

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 29. Januar 2016

The 100 3x02 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 2
(The 100 3x02)
Deutscher Titel der Episode
Wanheda (Teil 2)
Titel der Episode im Original
Wanheda (2)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 28. Januar 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 27. Juli 2016
Autoren
Aaron Ginsburg, Wade McIntyre
Regisseur
Mairzee Almas

Schauspieler in der Episode The 100 3x02

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