That '90s Show: That '90s Pilot - Review zur Pilotfolge

That '90s Show: That '90s Pilot - Review zur Pilotfolge

Mit That '90s Show schlägt Netflix nach Fuller House erneut kräftig in die Retro-Kerbe und bringt die Fortsetzung zu einer der beliebtesten Sitcoms der Spätneunziger und frühen 2000er Jahre. Wie der Einstieg gelungen ist, verraten wir Euch in unserem Review.

Szenenfoto aus That '90s Pilot von Die wilden Neunziger! (c) Netflix
Szenenfoto aus That '90s Pilot von Die wilden Neunziger! (c) Netflix
© zenenfoto aus That '90s Pilot von Die wilden Neunziger! (c) Netflix

Das passiert

20 Jahre nach den Ereignissen aus That '70s Show aka „Die wilden Siebziger!“ leben Red und Kitty Forman (Kurtwood Smith, Debra Jo Rupp) in „Die wilden Neunziger!“ noch immer in der kleinen Stadt Point Place.

Als Eric (Topher Grace), der inzwischen mit Donna (Laura Prepon) verheiratet ist, mit Tochter Leia (Callie Haverda) im Schlepptau zu Besuch kommt, kommt es, wie es kommen muss. Leia findet neue Freunde und überredet ihre Eltern, den Sommer bei Opa und Oma verbringen zu dürfen.

Sie haben es wieder getan. Nach über 20 Jahren legt das Autoren- und Produzentenehepaar Turner, diesmal zusammen mit Tochter Lindsey und ihrem Kollegen Gregg Mettler, eine Fortsetzung ihrer Erfolgssitcom That '70s Show bei Netflix vor. Ähnlich wie zuvor schon Fuller House setzt das Produzenten-Quartett gleich in zweifacher Hinsicht auf die derzeit grassierende Retro-Welle. Einerseits sind als Zugpferde die aus der Show beliebten Eltern Red und Kitty Forman alias Kurtwood Smith und Debra Jo Rupp mit von der Partie. Andererseits hat man die Handlung aus Sicht des Serienuniversums 20 Jahre in die Zukunft verlegt und landet damit in den trendigen 90ern.

Netflix
Netflix - © Netflix

Um den Hype ein wenig zu stärken und vor allem auch die Alt-Fans an Bord zu holen, gibt es in der Pilotfolge zudem ein kurzes Wiedersehen mit Ashton Kutcher und Mila Kunis, die noch einmal in einem Cameo in ihre kultigen Rollen als Michael Kelso und Jackie Burkhart schlüpfen. Dass die beiden zum zweiten Mal heiraten, ist ein witziges Gimmick, das Freude aufkommen lässt und bei gestandenen Stammzuschauern sicherlich für einen Schmunzler sorgen dürfte.

Als Wohlfühlfaktor erweist sich ebenfalls, dass sich auch stilistisch nichts geändert hat. Wer sich noch an die witzigen Kifferabende im Keller des Hauses der Formans erinnert, hat auch die sich im Kreis bewegende Kamera im Kopf, die stets bei einer der Hauptfiguren stehenblieb, damit diese ihre Kommentare direkt ans Publikum richten konnte. In der Pilotfolge greift das Produktionsteam jenes ungewöhnliche Stilmittel mit einem Hauch Selbstironie erneut auf. Nicht im Keller hängen allerdings dicke Rauchschwaden in der Luft, sondern nun in der Küche. Gewiss hat niemand Marihuana geraucht, stattdessen brennt lediglich das Popcorn an. Man wird eben älter und gesetzter, da kann so etwas schon einmal passieren.

Neue Gesichter

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Netflix - © Netflix

Alter Wein in neuen Schläuchen also? Irgendwie schon, doch um ehrlich zu sein, ist es genau das, was man erwartet, wenn man ein Sequel zu einer Serie wie That '70s Show einschaltet. Es geht (in doppelter Hinsicht) um die gute alte Zeit, den Wunsch, noch einmal das Feeling von früher aufleben zu lassen und trotzdem dabei neue Geschichten auf der Mattscheibe mitzuerleben. Damit kommen wir zum Kern der Show, denn im Grunde genommen fühlt sich tatsächlich alles an That '90s Show vertraut an.

Michael Kelsos Sohn Jay (Mace Coronel) lässt dieselben Sprüche los wie sein alter Herr („Hallo, Kleine“). Leia (übrigens nach der berühmten Prinzessin aus „Star Wars“ benannt) ist wie Papa ein Nerd mit Freiheitskomplex und die Neuen in der Runde erinnern ebenfalls an die alte Keller-Clique. Ashley Aufderheide spielt die flippige Gwen, Ozzi (Reyn Doi) ist der Besserwisser, Maxwell Acee Donavan gibt den strunzdummen Nate und Sam Morelos seine ebenfalls etwas unterbelichtete Freundin Nikki. Die Teenie-Truppe schickt sich an, den Staffelstab ihrer Vorgänger zu übernehmen und auf dem immer noch gelben Sofa im Souterrain nach Bier und Gras um die Wette über ihre typischen Probleme zu philosophieren.

Fazit

Was schon bei Fuller House funktionierte, klappt genauso hier. Die Figurenzeichnung lädt zum Schmunzeln ein, die Gags sind vielleicht etwas platt, aber herrlich entspannend und die Tatsache, dass die Produzenten sich selbst auf die Schippe nehmen, macht Spaß. Das Wiedersehen mit Kurtwood Smith und Debra Jo Rupp, die uns übrigens über die gesamte Staffel erhalten bleiben, ist herzerwärmend nostalgisch und die neuen Kellerkinder passen. Dass Ashton Kutcher, Mila Kunis und Topher Grace lediglich einen kurzen Cameo-Auftritt hinlegen würden, war absehbar.

Erstens wären die heutigen Stars wohl kaum bezahlbar und zweitens wendet man sich eindeutig nicht nur an Fans, sondern ebenso wie schon 1998 an ein junges Publikum. Ob man den Kult von damals erneut wiederaufleben lassen kann, darf indes bezweifelt werden. Dafür fehlt es zumindest der Pilotfolge an Biss und Verrücktheit. Doch ein guter Mix aus Stammzuschauern und neuen könnte durchaus für die notwendigen Klicks sorgen, um es über die erste Season hinaus zu schaffen.

Lustig ist der erneute Trip nach Point Place jedenfalls. Die Produktion schreit in der Inszenierung, der Auswahl der Gags, den stimmigen Klamotten mitsamt Frisuren und der coolen Musik aus tiefster Kehle „Retro“. Das ist charmant und sympathisch relaxed. Von uns gibt es dafür vier von fünf Blättchen.

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie:

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