Terra Nova 1x12

Nachdem das Dominion Deep Space Nine eingenommen hat und Captain Sisko (Avery Brooks) die Station verlassen musste, kämpfen seine Freunde im Verborgenen weiter gegen die Besatzer. Ihr oberstes Ziel besteht zunächst einmal darin zu verhindern, dass das Dominion durch das Wurmloch Verstärkung erhält...
Sorry, falsche Serie. Oder auch nicht. Denn eines der Hauptprobleme von Terra Nova besteht im Grunde darin, dass sich viele Episoden wie in die Dino-Zeit verlegte Star Trek-Plots anfühlen. Die Story mit den Aliens / Pterosauriern, die nur nisten wollen. Check (Instinct). Ausbruch eines mysteriösen Virus, gegen den natürlich ein gemeiner Schnupfen imunisiert. Check (What Remains). Die Katastrophen-Folge, in der sich die Figuren jeweils auf sich allein gestellt behaupten müssen. Check (Nightfall). Das ließe sich beliebig so fortsetzen - und macht natürlich auch beim Finale nicht Halt.
Selten zuvor haben zwei Showrunner so deutlich ihre vorherige Beschäftigung durchscheinen lassen wie die beiden ehemaligen Star Trek: The Next Generation-Autoren René Echevarria und Brannon Braga. Badlands? Wirklich???
Nun gibt es weiß Gott schlechtere Serien, an denen man sich orientieren könnte. Das Problem ist nur, dass die Geschichten insbesondere für den passionierten Science-Fiction-Fan und Trekkie einen geradezu entsetzlich vorhersehbaren und unoriginellen Eindruck machen. Man hat diese Geschichten schon gesehen - und in der Regel besser. Wie Captain Picard (Patrick Stewart) sich in Disaster mit den drei Kids aus dem Turbolift befreien muss - da kommt Shannon (Jason O'Mara), als er in Nightfall mit Zoe (Alana Mansour) einen Weg aus dem „Holodeck“ sucht, einfach nicht heran.
Darüber hinaus haben die Macher auch noch die Fehler aus Star Trek importiert. Der viel zu saubere Look und die ultramoderne Technik, die einen auch 70.000 Lichtjahre / 85 Millionen Jahre entfernt nicht im Stich lassen, das alles sind Kritikpunkte, die auch schon gegenüber Star Trek: Voyager vorgebracht wurden. Zu schade, dass Mr. Braga daraus keine Schlussfolgerungen gezogen zu haben scheint.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Man kann sich mit Terra Nova sehr wohl gut unterhalten. Es ist, wie schon im Review zum Pilotfilm geschrieben „34747“, in allererster Linie familienorientiertes Popcorn-Kino, welches zudem auch noch - hier lässt natürlich „Avatar“ grüßen - mit einer ausgesprochen sympathischen Botschaft zum Thema Ökologie daherkommt.
Der Hauptkonflikt der Serie, welcher im finalen Zweiteiler Occupation / Resistance zum (Guerilla-) Krieg eskaliert, dreht sich um die rücksichtslose Ausbeutung der irdischen Ressourcen der Vergangenheit, wogegen Shannon und Taylor (Stephen Lang) mit aller Entschlossenheit zu Felde ziehen, da sie an einen Neuanfang der Menschheit glauben, welcher ohne Raubbau an der Natur auskommt.
Noch vor vier, fünf Jahren hätte man vielleicht gesagt: Das Thema Öko ist durch und hat keinen Reiz mehr. In dem Maße, wie im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise das ökologische Denken und Handeln jedoch wieder unter die Räder kommt und - vor allem, aber nicht nur in den USA - in Frage gestellt wird, hat dieses Thema jedoch auf einmal wieder eine Aktualität - und erscheint damit durchaus zeitgemäß, was sich wiederum positiv auf den Spannungswert auswirkt.
Trotzdem kommt man kaum umhin zu bemängeln, was auch schon häufiger in den Kommentaren genannt wurde: Die Serie hätte um einiges besser sein können. Wenn sie sich ein bisschen mehr um Originalität bemüht hätte. Wenn ihre Plot Points weniger forciert und unplausibel gewesen wären (natürlich bleibt Skye alleine mit dem gefangenen Lucas zurück, sonst könnte er ja auch nicht entkommen...). Wenn sie ein bisschen weniger auf das große Pathos gesetzt, sondern stattdessen versucht hätte, die Realität des „Wir sind 85 Millionen Jahre in der Vergangenheit!“ stärker herauszuarbeiten.
Das Ende der ersten Staffel bietet mit dem einstweiligen Ende der Verbindung in die Zukunft für einen dahingehenden Neuanfang sicherlich eine Chance. Man wird abwarten müssen, ob die Produzenten Gelegenheit erhalten und die Umsicht besitzen werden, sie auch zu nutzen.
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 21. Dezember 2011(Terra Nova 1x12)
Schauspieler in der Episode Terra Nova 1x12
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