Tales of the Walking Dead 1x01

Tales of the Walking Dead 1x01

Nach The Walking Dead, Fear the Walking Dead, The Walking Dead: World Beyond kommt nun die Anthologieserie Tales of the Walking Dead. Die erste Staffel erzÀhlt sechs alleinstehende Einzelgeschichten. In der ersten trifft Prepper auf Hippiefarmerin.

Poster zur Serie Tales of the Walking Dead - hier unser Review zur ersten Episode. (c) AMC
Poster zur Serie Tales of the Walking Dead - hier unser Review zur ersten Episode. (c) AMC
© oster zur Serie Tales of the Walking Dead - hier unser Review zur ersten Episode. (c) AMC

Die mittlerweile vierte Serie aus dem The Walking Dead-Universum (wenn man Webserien auslĂ€sst) ist hier: Tales of the Walking Dead. Diese erzĂ€hlt aber keine fortlaufende Geschichte, sondern, wie der Name schon andeutet, Geschichten aus der Welt der Zombie-Apokalypse. Meistens sollen das gĂ€nzlich neue Charaktere, Orte und Situationen sein. Mit einer bereits bekannten Ausnahmen, denn Samantha Morton aka Alpha wird eine Rolle im Verlauf der Season spielen. „Tales of the Walking Dead“ wurde kreiert von Showrunnerin und „TWD“-Veteranin Channing Powell. An sich klingt die Idee einer „TWD“-Anthologie ganz nett. Die erste Episode Evie/Joe demonstriert, dass man sich tonal auch etwas unterscheiden möchte mit einer ErzĂ€hlung, die sich nicht immer bierernst nimmt.

Prepper

AMC
AMC - © AMC

ZunĂ€chst lernen wir den Doomsday-Prepper Joe (Terry Crews) kennen. Prepper sind Menschen, die an den Weltuntergang glauben und deswegen vorbereitet (prepared) sein möchten fĂŒr den Ernstfall. Joe hat Recht behalten und lebt allein mit seinem Hund Gilligan in einem Bunker. Er kann noch alte Footballspiele schauen, hat genug VorrĂ€te und Proteinpulver, um sich körperlich fit zu halten und geht nur dann raus, wenn es unbedingt sein muss. Letzteres ist hĂ€ufiger der Fall - nĂ€mlich immer dann, wenn Gassi-Zeit ist. Mit Sudoku hĂ€lt er sein Hirn fit. Doch der Vierbeiner an seiner Seite wird eben Ă€lter und kann nicht mehr wie frĂŒher aufs Wasserlassen warten. Joe hat zwar einige Fallen fĂŒr Untote aufgebaut, doch im Ernstfall kommt Gilligan leider ums Leben - Joe ist nun also allein und verfĂ€llt in eine Art depressiven Zustand. Er erinnert sich an alte Chats, die er sich ausgedruckt hat und entschließt sich dazu, eine Prepper-Kollegin in Michigan zu finden. Mit ein wenig Körperpanzerung, seinem Footballhelm und seinem prĂ€parierten Motorrad geht es also auf ins Abenteuer.

Bald landet er aber wortwörtlich im Netz von Evie (Olivia Munn), einer Hippiefarmerin, die dem Weed nicht abgeneigt ist, Joe gefesselt in ihren Unterschlupf bringt und zunÀchst sein Bike klauen möchte. Joe hat jedoch einen Mechanismus gebaut, der andere tötet oder verletzt, wenn sie es starten wollen. Evie zwingt Joe also mit vorgehaltener Pistole zu einem Roadtrip. Wie sich spÀter herausstellt, sind ihre Ziele nur wenig voneinander entfernt.

Vorsicht und Skeptik weicht mit der Zeit dem Vertrauen und einer zarten Freundschaft. Evie hat sogar eine Idee, wo sich Joes Chatpartnerin befinden könnte, denn ein Donutladen in den ChatverlÀufen gibt einen Hinweis auf ihren ungefÀhren Aufenthaltsort.

Doch dann werden in einem unachtsamen Moment, als Joe das Motorrad bereits startklar machen möchte, der fahrbare Untersatz und das Hab und Gut der beiden gestohlen... Joe kann den Dieb nicht aufhalten, weil Evies Waffe nie geladen war. Nur ein Lamm hinterlĂ€sst der Dieb und die beiden mĂŒssen zu Fuß weiter. Die Situation fĂŒhrt zu einem Streit und die Wege trennen sich vorerst...

Dearest...

AMC
AMC - © AMC

Joe, der schon einmal Fotos vom Anwesen gesehen hat, findet tatsĂ€chlich zu seiner Chatpartnerin. ZunĂ€chst scheint sich Sandra (Kersti Bryan) zu freuen und heißt ihn freundlich mit einem Brownie willkommen. Es ist jedoch kein gewöhnlicher Brownie, sondern einer, der Joe einen Albtraumtripp verpasst und ihn die Kontrolle ĂŒber sich verlieren lĂ€sst... Wenig spĂ€ter entpuppt sich Sandra als durchgeknallte Überlebende, deren Paranoia sie gebrochen hat. Und so verletzt sie Joe anschließend mehrfach mit ihrer Klinge. Sie gesteht, dass sie beispielsweise viele Hilfeschreie ignoriert und spĂ€ter einige Besucher reingelassen, ihre Uhren gestohlen und die TrĂ€ger offenbar ermordet hat. Die Isolation hat ihr also alles andere als gutgetan...

Evies Ziel war derweil ein KĂŒnstler, der sie malen wollte. Seine HĂŒtte findet sie und schaut sich sein Werk an. Ihn selbst trifft sie nicht an. Wenig spĂ€ter löst Sandras Alarm aus und Evie trifft auf die Prepperin, die sich immerhin so sehr unter Kontrolle hat, dass sie in wenigen Minuten vom Unschuldslamm zur gebrochenen Killerin umschalten kann.

Da Evie eine höhere Weedtoleranz hat, wirkt das GebÀck bei ihr nicht. Joe kann die Zeit nutzen und sich befreien und Sandra mit einem Beilwurf ausschalten, so dass das Duo inklusive LÀmmchen fliehen kann, wobei Sandra wenig spÀter als reinkarnierter Zombie die Verfolgung aufnimmt...

Joe sieht ein, dass sein Verhalten wohl reinste Zeitverschwendung war, aber die optimistische Evie meint, dass es noch nicht zu spĂ€t fĂŒr ein neues Lebenskapitel ist, denn sie ist ohnehin der Meinung, dass das Universum trotz aller Untoten noch viel Magie und Schönes zu bieten hat. Zusammen können sie vielleicht den nĂ€chsten Schritt wagen.

Geschichte aus der untoten Gruft

Als Einstieg ist der Roadtrip von Joe und Evie ganz gut geeignet, weil man zeigt, wie man solche alleinstehenden Episoden mit Anfang, Mitte und Ende umsetzen möchte. Zudem kann man gut in Stimmung und Ton variieren, denn das odd couple Joe und Evie glĂ€nzt durch seine Unterschiede und so entsteht eine kurzweilige Dynamik, die ihren Zweck als Appetitmacher erfĂŒllt. Es muss eben nicht immer direkt eine große Gruppe sein, um deren Überleben man sich sorgt, wie in den drei anderen Serien aus dem Franchise. Alleinstehende Episoden sind eine Kunst fĂŒr sich und bereichern den Serienkosmos ungemein, wenn sie gut gemacht sind.

Durch den Score und den Soundtrack, der aus einigen bekannten Popsongs besteht, hebt man sich ebenfalls von dem meist eher dĂŒsteren Ton der anderen Formate ab. Das Zombierad wird dabei zwar nicht neu erfunden, aber als Sommerunterhaltung taugt die Anthologie trotzdem - zumindest im Ersteindruck. Gerne kann man hier ein bisschen mit den PrĂ€missen und Figuren experimentieren, denn so richtige Konsequenzen wird das alles wahrscheinlich nicht haben. Es sei denn, man macht es wie bei What If...? und prĂ€sentiert im Finale eine Art Team-up aller wichtigen vorherigen Figuren.

Ich hatte durchaus meinen Spaß an der Auftaktfolge, aber hĂ€tte wohl auch nichts Besonderes verpasst, wenn ich nicht reingeschaut hĂ€tte. Das angekĂŒndigte Ensemble klingt auf dem Papier aber ebenfalls gut und so kann man auf die Zombie-WundertĂŒte gespannt sein. Da ich aber sogar The Walking Dead: World Beyond komplett angeschaut habe, ist es wahrscheinlich, dass ich hier ebenfalls dranbleibe. Vielleicht weiß ich es einfach nicht besser und sechs Folgen sind zumindest ein ĂŒberschaubares Zeitfenster.

Wie lĂ€uft es fĂŒr die Walking Dead?

Bei jedem neuen Ableger von The Walking Dead fragt man sich, mehr als zehn Jahre nach dem Start der Mutterserie und mit inzwischen kulminiert etwa 25 Staffeln aber natĂŒrlich, wie nötig oder unnötig eine solche Produktion ist. Die Franchise-Verantwortlichen haben jedoch schon in The Walking Dead: World Beyond gezeigt, dass sie auch potentiell essentielle Entwicklungen in einer Nischenserie verstecken, die wohl die wenigsten bis zum Ende durchgezogen haben. Gemeint ist damit die Post-Credits-Szene besagter Serie, die nun auch im letzten Drittel der Mutterserie wohl aufgegriffen wird, wie der SDCC-Trailer andeutet (Stichwort: schlaue Zombies).

AMC und Co lassen aber nicht locker, denn auch darĂŒber hinaus sind bereits drei direkte „TWD“-Ableger angekĂŒndigt: Isle of the Dead mit Negan (Jeffrey Dean Morgan) und Maggie (Lauren Cohan), der Daryl-Dixon-Ableger mit Norman Reedus, der in Europa spielt und die sich entwickelnden Zombies wohl weiterverfolgen könnte und eine Miniserie rund um Rick (Andrew Lincoln) und Michonne (Danai Gurira).

Dass das „TWD“-Universum an sich etwas an Bedeutung verloren hat, zeigt aber auch die Tatsache, dass zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte kein direkter deutscher Abnehmer verkĂŒndet wurde, der die Serie zeitnah zum US-Start anbietet. Die Einschaltquoten der Serie sind seit einigen Jahren rĂŒcklĂ€ufig und insgesamt dĂŒrfte das Interesse schwinden. Eine Möglichkeit wĂ€re natĂŒrlich ein internationaler AMC+-Start auch in Deutschland, aber ob das die europĂ€ischen Kunden begeistert und man daher fĂŒr AMC-Inhalte extra zur Kasse bittet - dieses Modell halte ich nicht fĂŒr erfolgsversprechend.

Wie immer wird es also spannend sein, wie viele Zuschauer in den USA einschalten, wobei die Premiere der Folgen fĂŒr die Hardcore-Fans ohnehin bei AMC+ stattfindet. Laut Deadline hat AMC Networks etwa 9,5 Millionen Streaming-Kunden, wobei hier nicht genau aufgeschlĂŒsselt wird, fĂŒr welche Dienste das gilt, denn neben AMC+ gĂ€be es da noch Acorn TV oder beispielsweise Shudder sowie einige weitere im Portfolio.

Fazit

AMC
AMC - © AMC

Tales of the Walking Dead ist noch eine The Walking Dead-Serie, die wahrscheinlich kaum einer verlangt hat. Trotzdem liefern die Macher einen netten Auftakt mit zwei sympathischen und recht verschiedenen Überlebenden ab. Wenn man zurĂŒckdenkt, dann sehnt man sich wahrscheinlich eh immer ein bisschen zu den AnfĂ€ngen der Zombieplage zurĂŒck, bei denen die Erfahrung fĂŒr die Menschen etwas Neues war und der Reiz darin besteht zu sehen, wie die verschiedensten Typen auf eine solche reagieren wĂŒrden. In diesem Sinne macht die Serie also einen guten Job. Ob man damit jedoch viele Exfans noch einmal zurĂŒckholt oder dem Franchise neues Leben eintaucht, wage ich jedoch etwas zu bezweifeln...

Tales of the Walking Dead: Serientrailer

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Tales of the Walking Dead“, die gerade bei AMC in den USA angelaufen ist:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 15. August 2022

Tales of the Walking Dead 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Tales of the Walking Dead 1x01)
Titel der Episode im Original
Evie; Joe
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 11. August 2022 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 19. Februar 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Sonntag, 19. Februar 2023
Autoren
Robert Kirkman, Tony Moore, Charlie Adlard
Regisseure
Ron Underwood, Deborah Kampmeier, Mike Satrazemis

Schauspieler in der Episode Tales of the Walking Dead 1x01

Darsteller
Rolle
Terry Crews
Joe

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?