Sweat: Kritik zur Pilotepisode der Sitcom vom SWR

Sweat: Kritik zur Pilotepisode der Sitcom vom SWR

Der SWR und die ARD haben die Serie zur Temperatur. In diesen heißen Septembertagen feiert die Sitcom „Sweat“ ihre Premiere in der Mediathek des Ersten. Darin geht es um ein heruntergekommenes Fitnessstudio, einen weltfremden Influencer und jede Menge schräg-menschliche Figuren.

Serienposter von „Sweat“
Serienposter von „Sweat“
© SWR/DCM Pictures

Das Erste, was einem in Bezug auf die Serie Sweat hängenbleibt - noch, bevor man eine Minute der Serie gesehen hat - ist die Kreativität der Marketingagentur von Das Erste, die eigens für die Comedy über ein Fitnessstudio den Term „Fitcom“ erfunden hat. Lässt das Gutes verheißen oder eher nicht? In jedem Fall sollte man in die Serie reinschauen, die nun in der ARD-Mediathek zu finden ist. Lineare Premiere feiert sie im November beim SWR Fernsehen.

Worum geht es in der Serie „Sweat“?

In der Perle weht ein neuer Wind. Das Fitnessstudio ist längst in die Jahre gekommen. Doch das will Chef Raimund (Detlev Buck) nun ändern. Er hat dem Wunsch seiner Angestellten nach Veränderung zugehört - und den Influencer Theo Anders (Phil Laude) als neuen Mann vor Ort engagiert. Als Art Geschäftsführer soll der überhebliche ehemalige Seifenoperndarsteller nun die Geschäfte schmeißen. Doch so einfach macht das Team es ihm natürlich nicht...

Manu (Zeynep Bozbay), die verantwortungsbewusste Trainerin, hatte mit der Jobbeförderung gerechnet. Doch das ist nicht das einzige Hühnchen, das sie mit dem Neuen zu rupfen hat. Ohne Rücksicht, ohne Expertise und ohne Einsicht boxt sich Theo durch das Studio, malt das Logo neu, lässt neue T-Shirts drucken. Auf seiner Seite weiß er zunächst den Trainer Finn (Bozidar Kocevski). Den ernennt er zum Vice President, einem Titel, dem Finn stolz gerecht zu werden versucht.

Bis er deutlich vor Augen geführt bekommt, dass er und sein neuer Titel dem rücksichtslosen Theo vollkommen egal sind... Da hilft nur noch Trost durch die Empfangsdame Sidney (Precious Wiesner). Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, weder ihren Kollegen noch den Kunden gegenüber. Auch sie sieht sich eher als was Besseres, schafft es aber, das charmanter zu verpacken als der Influencer... Die letzte im Bunde ist Ezra (Tina Pfurr), die zum Inventar gehört, auch wenn sie technisch nicht im Studio arbeitet - außer an ihrem Körper, wie sie Theo verkündet.

In der Pilotepisode sieht sich das Team mit einem grantigen Kunden konfrontiert, der seine Mitgliedschaft kündigen möchte. Das jedoch verläuft alles andere als reibungslos...

Wie kommt es rüber?

Ihre gemeinsame Liebe nennen die Serienmacher Gregory Kirchhoff und Daniel Takla Zehrfeld Comedys wie The Office, It's Always Sunny in Philadelphia und Curb Your Enthusiasm. Wer das weiß, der kann die Bemühungen, den trocken-zynischen und doch urkomischen Geist dieser Serien einzufangen, auch in der SWR-Produktion entdecken.

Sweat“ spielt in einem in die Jahre gekommenen Fitnessstudio in einem Einkaufszentrum, wie man es überall in Deutschland findet. Die Figuren brauchen nur kurz, um sich in die gewünschte Comedy einzufinden. Nach kurzer Pilot-Krankheit, in der Theo dann doch etwas zu dick aufträgt und das Team als Figuren damit sozusagen erdrückt, sind alle in ihren Rollen.

Das Zentrum der ersten Episode, der kündigungswillige Kunde Detlev, wird dann zum richtungsweisenden Exempel, auch wenn es dann doch in den letzten Minuten den Auftritt von Detlev Buck braucht, um die Sache zu einer runden Geschichte zu formen... Die einzelnen Charaktere sind nicht neu: Da ist der überhebliche Star, der irgendwo dann doch eine weiche Seite haben wird, die kompetente, aber stets übersehene Kollegin, die immer wieder aufs Neue enttäuscht wird, aber ihren etwas kühlen Charme dennoch nicht verliert, und der Naivling, dem etwas brutal die Augen geöffnet werden.

Doch Comedy dieser Art lebt zunächst neben dem Drehbuch auch vor allem von den Darstellern. Und in dieser Hinsicht kann „Sweat“ sich freuen. Hier liegt Gold vergraben. Wenn die Autoren die richtigen Buchstaben treffen, dann dürften Phil Laude und Co aus der Fitcom das machen, was das Studio in der Produktion auch wieder sein will: eine kleine, aber am Ende eben vor allem glänzende Perle.

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