Super Pumped 1x01

© uper Pumped: The Battle For Uber (c) Showtime
Das Sachbuch „Super Pumped: The Battle For Uber“ vom Tech-Journalisten Mike Isaac (New York Times) galt seit der Veröffentlichung 2019 als gefragter Serienstoff. Den Zuschlag erhielt der US-Kabelsender Showtime, der das Billions-Duo Brian Koppelman und David Levien an die Adaption setzte. ZunĂ€chst sollte der raketenhafte Aufstieg der umstrittenen Taxi-App Uber als alleinstehende Miniserie erzĂ€hlt werden, doch dann kam die Idee, Super Pumped zur Anthologie zu machen. Die bereits bestellte zweite Staffel dreht sich dann um das soziale Netzwerk Facebook (wir berichteten).
In der nun gestarteten Auftaktstaffel, die den Buchtitel „The Battle For Uber“ trĂ€gt, sehen wir Joseph Gordon-Levitt („Looper“, Mr. Corman) als zutiefst unsympathischen Uber-CEO Travis Kalanick. Der EmmypreistrĂ€ger Kyle Chandler (Friday Night Lights, Bloodline) spielt den texanischen GroĂinvestor Bill Gurley. Kerry Bishe (Halt and Catch Fire) ist ebenfalls dabei, genauso wie Filmstar Uma Thurman, die als Online-Verlegerin Arianna Huffington auftritt. Ihr „Kill Bill“-Kollege Quentin Tarantino fungiert derweil als ErzĂ€hler. An groĂen Namen mangelt es der Serie also nicht...
Worum geht's?
Die Geschichte von Uber beginnt vor etwas mehr als zehn Jahren in San Francisco. Die Hauptfigur Travis Kalanick (Gordon-Levitt), ein manisch veranlagter Tech-Unternehmer, erzĂ€hlt uns, wie er den genialen Einfall hatte, um das Taxi-GeschĂ€ft des 21. Jahrhunderts auf den Kopf zu stellen. Dabei sehen wir schon, wie seine Darstellung der Dinge - eine göttliche Eingebung auf dem Pariser Eiffelturm - abweicht von der wahrscheinlicheren Version: Travis hat die Idee zu Uber von seinem frĂŒheren Partner Garrett Camp (Jon Bass) gestohlen. Die auch filmisch interessant umgesetzte Dichotomie zwischen Schein und Sein ist bereits der frĂŒhe Höhepunkt der einstĂŒndigen Pilotepisode, die den Titel Grow or Die trĂ€gt. Inszeniert wird die Folge vom Fernsehveteran Allen Coulter (The Sopranos, Sex and the City).
In der restlichen Laufzeit der Premiere hat „Super Pumped“ nicht mehr viel zu bieten und versucht darĂŒber hinwegzutĂ€uschen, indem Tarantino hin und wieder freche Kommentare abgibt, die kaum hineinpassen wollen in das Gesamterscheinungsbild. Einige Momente, die uns so geboten werden, laden sogar regelrecht zu Fremdscham ein. Ăhnlich sieht es mit den Zitaten des Protagonisten aus, bei dem es sich um einen extrem unangenehmen Tech-Bro handelt, der keine QualitĂ€ten vorzuweisen hat, die uns ihm die Daumen drĂŒcken lassen wĂŒrden. An einer Stelle schreit er: „You guys aren't super pumped!“

Ăhnlich unbeholfen wirkt die Serie, wenn sie Gordon-Levitt in uninspirierten Monologen die ganze Exposition abladen lĂ€sst, statt die mehr als ĂŒberflĂŒssig vorhandene Sendezeit zu nutzen, uns die Dinge zu zeigen. Hinzu kommt, dass die Uber-Story, so turbulent sie sein mag, eigentlich nicht mehr als die typischen Start-up-Probleme zu bieten hat. Mal geht der jungen Firma das Geld aus, mal stehen Behörden im Weg zum Erfolg. Und immer wieder muss der zentrale VisionĂ€r sein Team aufrĂŒtteln und sie daran glauben lassen, dass diese App tatsĂ€chlich die beste Idee seit der Erfindung des Feuers wĂ€re.
Dem Publikum wĂŒrde es wohl leichter fallen, diese Behauptung ernst zu nehmen, wenn es nicht um Uber, sondern schon um Facebook ginge. Denn wĂ€hrend die Plattform von Mark Zuckerberg ĂŒber die Jahre ganze Regierungen zum Sturz brachte und psychische Leiden hervorrief, die bis dahin undenkbar waren, hat Uber eigentlich nur das bereits bestehende Taxi-GeschĂ€ft digitalisiert und Geld der Fahrer:innen in die eigene Tasche flieĂen lassen. Von einer gesellschaftlichen Revolution kann bei Uber keine Rede sein, doch Super Pumped behandelt die App als ein solches PhĂ€nomen, was albern erscheint.
Wie ist es?
Irgendwo stecken in der Showtime-Serie „Super Pumped“ kleine Fetzen einer interessanten Mischung aus Tech-Kritik und Charakterdrama. Vielleicht hĂ€tten die Serienmacher Koppelman und Levien gut daran getan, die Geschichte von Uber-CEO Travis Kalanick (Joseph Gordon-Levitt) nicht auf eine siebenstĂŒndige Miniserie auszuwalzen, sondern sie kompakt in einem Film zu erzĂ€hlen (wie David Finchers genialer Facebook-Film „The Social Network“). So langweilt „The Battle For Uber“ leider schon in Folge eins. Wobei wenigstens die Szenen von Kyle Chandler durch gute Dialoge positiv hervorstechen.
Man kann zwar verstehen, dass der Kabelsender es fĂŒr sinnvoll hielt, die Uber-Story als Serie aufzubereiten, weil an ihr so vieles deutlich wird, was im Silicon Valley falsch lĂ€uft, doch dummerweise sind weder die Geschehnisse noch die Figuren spannend genug, dass man sich allzu lang mit dem Thema beschĂ€ftigen will. Auch versĂ€umt es die Anthologieserie in ihrem Auftakt, inszenatorische Akzente zu setzen, die die Sache sehenswĂŒrdig machen wĂŒrden. Es scheint, als könne man sich nicht entscheiden zwischen einem zum Mitfiebern einladenden Drama - wie es auch Billions sein will - und einer ĂŒbertriebenen Satire, wie ein Adam McKay („Don't Look Up“, Succession) sie drehen wĂŒrde.
Hierzulande liegt fĂŒr den amerikanischen Neustart noch kein Starttermin vor. Wir schauen vorsichtig Richtung Sky...
Hier abschlieĂend noch der Trailer zur Showtime-Serie Super Pumped:
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Verfasser: Bjarne Bock am Montag, 28. Februar 2022Super Pumped 1x01 Trailer
(Super Pumped 1x01)
Schauspieler in der Episode Super Pumped 1x01
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