Was geschieht in Verona nach dem Tod des Liebespaares Romeo und Julia? Dieser Frage geht das Drama Still Star-Crossed aus dem Hause der Shondaland Productions auf den Grund. Die Serie führt neue Protagonisten ein und zeigt, mit welchen Intrigen und Problemen diese nun zu kämpfen haben.

Cast der Serie „Still Star-Crossed“ / (c) ABC
Cast der Serie „Still Star-Crossed“ / (c) ABC
© ast der Serie „Still Star-Crossed“ / (c) ABC

Jeder kennt wohl Shakespeares tragische Geschichte der zwei Liebenden Romeo und Julia. Doch was passiert in Verona nach deren Tod? Welche Herausforderungen hinterlässt das Paar ihren Familien und Freunden? Das Shondaland-Drama Still Star-Crossed geht der Sache seit Montag bei ABC auf den Grund.

Die erste Episode kommt zunächst recht üppig daher. Die Kostüme, die Kulissen, aber leider auch der Inhalt selbst. Zahlreiche Personen, reichlich Konflikte, viele Informationen erwecken das Gefühl, dass die Details und die Tiefe an einigen Stellen doch zu kurz kommen. Natürlich ist es sinnvoll, das Ende von Romeo und Julia noch einmal aufzugreifen, dennoch hat der Autoren- und Produzentenstab zu viel in die ersten Minuten hineingepresst. Da das Drama gemeinhin bekannt ist, hätte es auch ein kurzer Rückblick getan.

Auch die bereits andauernde Fehde zwischen den Familien Capulet und Montague wird durch eine Messerstecherei dort und einen Wortwechsel hier, eindeutig zu knapp dargestellt. Es fehlt die Verdeutlichung der wirklich essentiellen Ereignisse. Durch die nahezu hektische Aneinanderreihung der Geschehnisse bleibt dem Zuschauer keine Zeit, nachzuspüren und Emotionen zum Geschehenen und zu den Figuren aufzubauen. Es fühlt sich an wie eine rasante Fahrt auf der Autobahn, auf der man viel sieht, aber die Dinge, auf die man blickt, nicht wahrnehmen kann.

Die erste Folge beginnt mit der Hochzeit von Romeo und Julia, die als Zeugen der ungewollten Verbindung Rosaline Capulet (Lashana Lynch) und Benvolio Montague (Wade Briggs) im Schlepptau haben. Die beiden letztgenannten scheinen auch zwei der zentralen Figuren von „Still Star-Crossed“ zu sein. Rosaline lebt zusammen mit ihrer Schwester (Ebonee Noel) im Hause Capulet, in welchem sie zumindest von Lady Capulet (Zuleikha Robinson) mehr schlecht als recht geduldet wird. Ob es einfach nur ein benötigter Böse-Stiefmutter-Charakter ist oder ob noch mehr hinter der Abneigung steckt, wird hoffentlich im weiteren Verlauf der Staffel geklärt.

Benvolio hingegen mutet an, das schwarze Schaf der Familie Montague zu sein. Zumindest verbirgt Lord Montague nicht vor dem Zuschauer und auch nicht vor Benvolio selbst, was er von ihm hält...

Eine weitere zentrale Figur ist Prinz Escalus (Sterling Sulieman), der nach dem Tod seines Vaters der Herrscher Veronas ist. Auf dem Sterbebett hat er ihm versprochen, Verona zu schützen und Frieden herzustellen. Dies ist eine undankbare und ziemlich schwierige Aufgabe, zumal die Fronten der verfeindeten Familien immer mehr verhärten.

Als letzten verzweifelten Versuch drängt er die beiden Häuser dazu, sich zu verbinden, indem Rosaline und Benvolio heiraten sollen. Dass Rosalines Herz eigentlich Prinz Escalus gehört, ist dem aufmerksamen Zuschauer seit deren erster Begegnung klar. Es überrascht also nicht, dass sie dem Befehl vehement widerspricht und wutentbrannt davonläuft. Escalus läuft ihr hinterher und nach einem kurzen Wortgefecht kommt es zum Kuss der beiden. Allerdings haben sie dabei einen Zuschauer: Benvolio ist ihnen gefolgt und beobachtet den romantischen Vorfall.

Fazit

Die Pilotepisode von Still Star-Crossed hat mich nicht überzeugt, aber neugierig gemacht. Das Gezeigte hat einige Fragen aufgeworfen, wodurch ich auf jeden Fall animiert bin, in die nächste Folge reinzuschauen. Was macht Benvolio mit dem brisanten Wissen? Wieso scheint Lady Capulet Rosaline und ihre Schwester Livia zu hassen? Woher kennen sich Escalus und Rosaline eigentlich? Und warum dürfen sie anscheinend nicht zusammen sein?

Diese Fragen und die Tatsache, dass Shondaland-Produktionen eigentlich spannende und unterhaltsame Serien liefern, lassen mich hoffen, dass „Still Star-Crossed“ kein oberflächliches Kostümdrama bleibt. Der Cast verspricht auf jeden Fall viel Potential zur Steigerung.

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