Star Wars: The Bad Batch 1x16

Star Wars: The Bad Batch 1x16

Die animierte Serie Star Wars: The Bad Batch ist nun mit ihrer ersten Staffel bei Disney+ komplett. Konnte sich der positive Eindruck des Piloten auf die gesamte Staffel erstrecken? Gastautor Thorsten Walch geht dieser Frage in seiner Review auf den Grund.

Star Wars: The Bad Batch
Star Wars: The Bad Batch
© Disney+

Für Star-Wars-Fans ein Deja-Vu letzten Dezembers; lange erwartet und schnell vorüber nun auch Staffel 1 von Star Wars: The Bad Batch. Mit Folge 16, Brennende Fluten (Kamino Lost), die am 13. August nach gut 14 Wochen regelmäßigem Nachschub neuer Geschichten aus der Saga-Welt von George Lucas den Abschluss der ersten Serienstaffel bildet, folgt nun wieder eine Star-Wars-Pause bis zur Weihnachtszeit: Dann heißt es bei Disney+ »Vorhang auf!« für die zweite große Realserie aus der Welt der Jedi, Sith und Mandalorianer, The Book Of Boba Fett. Doch auch The Bad Batch, die die drei alten Star-Wars-Zeichentrickserien Droids (Freunde im All), Ewoks (Die Ewoks) und Star Wars: Clone Wars (nicht zu verwechseln mit Star Wars: The Clone Wars) mitgerechnet bereits siebte Animationsserie der Saga hat ihre Fans gewonnen. Blicken wir zurück auf 16 Folgen ungewöhnliches und doch typisches Star-Wars-Feeling!

Die Schaden-Charge

Ihr Debüt feierten die Titelhelden in der Vorgängerserie: In einem packenden Vierteiler der 2020 auf Disney+ nachgereichten siebten Staffel von Star Wars: The Clone Wars trat erstmals die anfangs vierköpfige Kloneinheit 99 bestehend aus Klonsoldaten mit von der Norm abweichenden Kräften auf: Der an 80er-Jahre-Actioner Rambo erinnernde, mit stark erhöhten Sinneswahrnehmungen ausgestattete Kommandant Hunter, der bärenstarke Wrecker, der zielsichere Crosshair sowie der nerdige Alleswisser Tech, zusammen genannt »The Bad Batch« (in der deutschen Fassung die »Schaden-Charge«). In besagtem Vierteiler erhält der wilde Haufen mit dem durch unmenschliche Versuche der Separatisten zum Cyborg erweiterten Echo ein neues Mitglied. Kurz gesagt kam die Schaden-Charge ausgezeichnet bei den Fans an, so dass die Nachricht, dass die nun fünf eine eigene Animationsserie als Quasi-Nachfolge von The Clone Wars erhalten würden, längst nicht so überraschend kam, wie man vielleicht meinen möchte.

Los ging es am Star-Wars-symbolträchtigen 4. Mai mit dem 72-minütigen Pilotfilm Nachwirkungen (Aftermath): Hier verliert die Schaden-Charge mit dem (im Gegensatz zu ihnen) unter dem Einfluss der vom neuen Imperator ausgerufenen Order 66 stehenden Crosshair ein Team-Mitglied, gewinnt jedoch mit Klon-Mädchen Omega ein neues hinzu (www.serienjunkies.de berichtete). Drei Tage später, am 7. Mai, starteten die regulären, wie bei den animierten Vorgängerserien 24-minütigen Episoden von Star Wars: The Bad Batch.

In die Vollen

Da die Hauptfiguren mit Ausnahme von Neuzugang Omega dem Fanpublikum schon bekannt waren, konnte man sich eine großangelegte Einführung der Charaktere schenken und stattdessen von Anfang an Gas geben. Omega und ihr Schicksal sind zentrales Thema der ersten Folge nach dem Pilotfilm, Familientreffen (Cut And Run). Auf dem zunehmend unter den Einfluss des neuen Imperiums geratenden Planeten Saleucami trifft Kloneinheit 99 auf ihren alten Kameraden Cut Lawquan, der sich zurückgezogen hat und mit seiner Twi'lek-Frau Suu eine Familie mit zwei gemeinsamen Kindern gründete. Hunter und seine Leute wollen der Familie helfen, den unsicheren Ort zu verlassen. Die im Umgang mit Gefahren unerfahrene Omega wird von einem Wildtier angegriffen und in letzter Sekunde von ihren Freunden gerettet. Diese werden kurz darauf von einer Einheit Klonsoldaten gestellt und geraten in ein Gefecht, während Omega bei Cuts Familie bleibt.

Nach Hunters Wunsch soll sich die Kleine ihnen anschließen, um ein weniger gefährliches Leben zu führen - Omega jedoch möchte weiterhin Teil der Heldenriege mit Herz sein. Eine Folge weiter zeigen sich ihre besonderen Qualitäten: In Die neue Einheit (Replacements) kann sie mit List und Tücke einem Ordo-Monddrachen auf einem einsamen Mond den von ihm gestohlenen Schiffskondensator wieder abluchsen. In der Haupthandlung soll der nun in Diensten des Imperiums stehende Crosshair unter Kommando von Admiral Tarkin und seinem Stellvertreter Rampart eine Truppe von rekrutierten Nicht-Klonen als neue Soldaten (TK-Truppler genannt) kommandieren und erweist sich als erbarmungsloser Krieger.

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Omega spielt auch in Gejagt (Cornered), Folge 4, eine wichtige Rolle: Auf der Handelswelt Pantora, auf dem die Schaden-Charge ihre Vorräte auffüllen und ihr auffälliges Schiff modifizieren lassen will, kommt es zur Begegnung mit Kopfgeldjägerin Fennec Shand, die es auf die Kleine abgesehen hat. Nachdem sie Fennec mit Müh' und Not abschütteln konnten, fliegen sie in Neue Kontakte (Rampage) zum Kopfgeldjäger-Planeten Ord Mantell, um von der zwielichtigen Trandoshanerin Cid mehr über die neue Gegnerin zu erfahren. Cids Auskunft hat ihren Preis: Kloneinheit 99 soll im Austausch den Baby-Rancor Muchi aus den Händen einer zygerrianischen Gangsterbande befreien. Da ihnen dies mehr oder weniger glanzvoll gelingt, bleiben sie vorerst in Cids Diensten.

Schicksale

In Folge 6, Stillgelegt (Decommissioned) trifft die Schaden-Charge auf Han Solos Heimatwelt Corellia auf zwei alte Bekannte für Star-Wars-Fans: Bei der Jagd nach einem alten Taktikdroiden der Separatisten, der wertvolle Informationen gespeichert hat, begegnen sie den kampfkräftigen Schwestern Trace und Rafa Martez, einst Weggefährtinnen Ahsoka Tanos, die das gleiche suchen wie sie. Gleichzeitig leidet Wrecker vermehrt an mörderischen Kopfschmerzen, die ihn sogar das Bewusstsein verlieren lassen. Schließlich verbünden sich die konkurrierenden Parteien, doch nach Ende der Mission kontaktieren die Martez-Schwestern eine geheimnisvolle Person, der sie die Daten des Droiden sowie Informationen über Kloneinheit 99 zukommen lassen. Diese erweist sich in der nächsten Folge, Alte Narben (Battle Scars) als Captain Rex, ein weiterer alter (Serien-) Bekannter aus The Clone Wars. Rex kennt den Grund für Wreckers Beschwerden: Die Schaden-Charge trägt noch immer ihre Inhibitor-Chips, was Wreckers Probleme verursacht. Auf einem alten Venator-Jedi-Kreuzer auf dem Schrottplaneten Bracca wollen sie mittels der medizinischen Einrichtungen an Bord die Chips entfernen. Bevor es jedoch dazu kommt, aktiviert sich Wreckers Chip und der sonst gutmütige Koloss wird zur Gefahr für seine Freunde. Nur mit großer Mühe gelingt es, zunächst ihm und auch den anderen die Chips zu entfernen. Allerdings werden sie von der heimtückischen Abwrack-Gilde bemerkt, die das Imperium informiert. Auch in den zwei nächsten Folgen bleibt die einstige Industriewelt Bracca Schauplatz: In Wiedersehen (Reunion wird Kloneinheit 99 dort erneut mit ihrem Ex-Teamkollegen Crosshair und seinen imperialen TK-Trupplern konfrontiert. Im sich hieraus entspinnenden Gefecht wird Crosshair verletzt, erholt sich jedoch.

Ferner bekommt es Omega mit einem weiteren Kopfgeldjäger zu tun: Dem ebenfalls aus The Clone Wars bekannten Duros Cad Bane. Auch dieser wurde von den Kaminoanern, die die Klonarmee und auch Omega schufen, auf die Kleine angesetzt. Bane gelingt es, Omega zu entführen. In der Fortsetzung Entgangene Beute (Bounty Lost) tritt erneut Fennec Shand auf den Plan: Diese hat Taun We, die Beraterin des kaminoanischen Premierministers Lama Su ausgeschaltet und liefert sich auf dem Planeten Bora Vio, der eine verlassene Kloneinrichtung beherbergt, einen mörderischen Kampf mit Bane. Tech von Kloneinheit 99 findet derweil heraus, warum die Kaminoaner Omega jagen: Sie ist der letzte reine Klon Jango Fetts neben dessen verschollenem Ziehsohn Boba. Die nächste Reise führt die Schaden-Charge in Vorurteile (Common Ground) nach Raxus - allerdings ohne Omega, die in Hunters Augen zu stark gefährdet ist und in der »Obhut« der zwar gutmütigen, aber gierigen Cid zurückbleibt. Während Kloneinheit 99 auf Raxus, dem ehemaligen Hauptsitz der Separatisten den gefangengenommenen Senator Singh befreit, der sich gegen das Imperium auflehnt, erkennt Cid auf Ord Mantell Omegas Talent im Dejarik-Spiel.

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In Ein Pakt mit dem Imperium (Devil's Deal) und Hilferuf (Rescue On Ryloth) werden Hunter und seine Jungs in die Geschicke auf Ryloth verwickelt, der Heimatwelt der Kopftentakel-bewehrten Twi'leks. Hier machen sie die Bekanntschaft der jugendlichen Hera Syndulla und ihres Astrodroiden Chopper…Star-Wars-Fans als zwei der Hauptdarsteller der später spielenden Animationsserie Star Wars Rebels bekannt. Heras Eltern, Freiheitskämpfer ihres Volkes, werden beschuldigt, ein Attentat auf den imperiumstreuen Senator verübt zu haben. Dabei zeigt sich, dass auch andere Klonsoldaten nicht mit den Zielen der neuen Machthaber einverstanden sind. Zurück auf Ord Mantell schließlich muss Kloneinheit 99 ihrer neuen Freundin Cid helfen, deren Geschäfte vom devaronianischen Gangster Roland Durand übernommen wurden (Befallen/Infested). Auf einen weiteren alten (Fan-) Bekannten schließlich trifft die Schaden-Charge in Projekt »Kriegsmantel« (War-Mantle): Der schon in The Clone Wars und Rebels aufgetretene Klonsoldat Captain Gregor, Ausbilder der neuen rekrutierten imperialen Soldaten, hat sich vom Imperium abgewandt und wird in einer geheimen Anlage auf dem Planeten Daro von unseren Helden aus der Gefangenschaft befreit. Dabei jedoch werden diese getrennt, als Hunter in die Hände von Crosshair fällt.

Furioses Finale

Mit dem Zweiteiler Rückkehr nach Kamino (Return To Kamino) und Brennende Fluten (Kamino Lost) schließlich endet Staffel 1 von Star Wars: The Bad Batch wie kaum anders zu erwarten Kino-reif: Zunächst folgt Kloneinheit 99 Crosshair und seinem Gefangenen Hunter zur Klonwelt Kamino, wo es zum Showdown zwischen den alten Freunden kommt. Da lässt Admiral Rampart mit einer Flotte von imperialen Sternzerstörern Kamino angreifen und die Städte auf der Klonwelt in den Meeren versenken…samt unseren Helden, versteht sich, die in tödliche Gefahr geraten…

Ein Resümee

Anfangs widmet sich ein Großteil der Serienhandlung von Star Wars: The Bad Batch der Entwicklung der neuen Charaktere, seien es die vier Helden als auch die junge Omega und die Bösewichter. Dabei jedoch schreitet die spannende Gesamtgeschichte kontinuierlich voran und präsentiert bis hin zum furiosen Finale echtes Star Wars-Feeling, das so manchem Fan die Worte »Ja, bin ich denn hier im Kino?« entlockt haben dürfte - auch, wenn es sich »nur« um eine Animationsserie handelt: So und nicht anders geht die Sternensaga im Format Pantoffelkino. Dabei bleiben Anklänge an die berühmten Vorgänger The Clone Wars zwar nicht völlig auf der Strecke, wovon viele Gastauftritte und sonstige Referenzen zeugen, doch entwickelt die neue Serie (auch technisch dank verbesserter Animationsverfahren) eine Eigendynamik, von der etwa Star Wars Resistance in seiner kurzen Laufzeit nur träumen konnte.

Die Saga geht weiter

Erwartungsgemäß entwickelte sich Star Wars: The Bad Batch zum Sommerhit für Star Wars-Fans: Zwar nicht ganz so erfolgreich wie Vorgänger The Clone Wars, aber mit 84 % Nutzer- sowie 86 % Kritikerwertungen bei Rotten Tomatoes immer noch überdurchschnittlich. Aus diesem Grund kündigten Chef-Showrunner Dave Filoni und Disney noch vor dem Finale von Staffel 1 eine zweite an. Diese wird voraussichtlich 2022 veröffentlicht und es ist anzunehmen, dass man dafür beim bewährten wöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus bleiben wird. Unklar hingegen ist (natürlich), um was es in ihr gehen wird. Entsprechende Spekulationen machen jedoch einen wesentlichen Anteil des Star-Wars-Fanlebens aus, und aus diesem Grund wird es spannend für uns alle bleiben. Möge die Macht bis dahin mit uns allen sein!

Star Wars - The Bad Batch: Englischer Trailer

Verfasser: Thorsten Walch am Samstag, 14. August 2021
Episode
Staffel 1, Episode 16
(Star Wars: The Bad Batch 1x16)
Deutscher Titel der Episode
Brennende Fluten
Titel der Episode im Original
Kamino Lost
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 13. August 2021 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 13. August 2021

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