Star Wars: The Bad Batch 1x01

© tar Wars: The Bad Batch (c) Disney+/Lucasfilm
Pünktlich am diesjährigen „Welt-Star-Wars-Tag“, dem 4. Mai 2021 (bekanntermaßen zurückzuführen auf den berühmten Fehlausspruch „May the 4th Be with You!“ - „Am 4. Mai sind wir bei euch!“) ist es so weit: Nach The Mandalorian schickt der Streamingdienst Disney+ nunmehr die zweite exklusiv für das neue Format produzierte „Star Wars“-Serie ins Rennen.
Worum geht's in Star Wars: The Bad Batch?
Star Wars: The Bad Batch erzählt die Geschichte der fünfköpfigen Spezialeinheit Clone Force 99, die allesamt aus Teammitgliedern mit gegenüber den anderen Klonsoldaten der galaktischen Republik überlegenen Kräften oder Fähigkeiten ausgestattet sind: Kommandant Hunter, der über um ein Vielfaches erhöhte Sinneswahrnehmungen verfügt (und optisch ziemlich offen an „Rambo“ Sylvester Stallone angelehnt ist), der bärenstarke und zerstörungswütige, im Grunde aber gutherzige Wrecker, der hyperintelligente nerdige Tech, der um verschiedene kybernetische Komponenten erweiterte Echo sowie der hundertprozentig zielgenaue Scharfschütze Crosshair.
Völlig unbekannt ist die „Schaden-Charge“ keineswegs für die „Star Wars“-Fans: Ihr Debüt erlebten sie in den ersten vier Folgen der im vergangenen Jahr bei Disney+ veröffentlichten siebten und abschließenden Staffel von Star Wars: The Clone Wars, in denen unter anderem geschildert wurde, wie der kybernetisch erweiterte Echo zu dem Team stieß. Von Anfang an fanden die ungewöhnlichen Klonkrieger reichlich Fans, so dass die Ankündigung ihrer eigenen Serie eine Weile nach dem Ende von „The Clone Wars“ für viele sicherlich keine große Überraschung gewesen sein dürfte.
Wir hatten nun das große Vergnügen, den 72-minütigen Pilot-Film Aftermath), der ab dem heutigen „May The 4th“ bei Disney+ verfügbar sein wird, bereits sehen zu können und uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Die 72 Minuten entsprechen übrigens der Länge von drei regulären Serienepisoden. Die voraussichtlich 13 restlichen regulären 23-minütigen Folgen werden ab dem kommenden 7. Mai jeweils freitags beim Streamingdienst bereitgestellt.
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So beginnt es
Die Pilotepisode beginnt als chronologisches Interim während des letzten Drittels der Handlung von „Star Wars: Episode III - Revenge Of The Sith“ („Die Rache der Sith“). Auf dem Planeten Kaller kämpft eine Einheit von Klonsoldaten unter dem Kommando von Jedi-Meisterin General Depa Billaba gegen die Kampfdroiden der Separatisten. In das erbitterte Gefecht schaltet sich „The Bad Batch“, bestehend aus Hunter, Wrecker, Tech, Echo und Crosshair ein, welche die zeitweise überlegenen Kampfdroiden im Nullkommanichts ausschalten.
Noch während der Kampfhandlungen kommt es zur vom künftigen Imperator Palpatine ausgerufenen Order 66, in deren Verlauf die vorher loyalen Klonsoldaten Meisterin Billaba angreifen. Dies wird von Hunter, Wrecker, Tech und Echo fassungslos zur Kenntnis genommen, lediglich der befehlsaffine Crosshair gerät ebenfalls unter den Einfluss des unheilvollen Kommandos.
Während die regulären Klonsoldaten Meisterin Billaba töten, kann ihr Padawan-Schüler Caleb Dume mit der Hilfe von Hunter entkommen, wird aber gleichzeitig vom wild auf ihn feuernden Crosshair verfolgt. Einzig durch eine Finte kann Hunter dem jungen Jedi-Schüler das Leben retten und dafür sorgen, dass er sich in die Wildnis von Kaller flüchten kann. Auch Caleb Dume ist für waschechte „Star Wars“-Fans natürlich kein Unbekannter, taucht er doch unter dem Namen Kanan Jarrus einige Jahre nach diesen Geschehnissen auf dem Rebellen-Raumschiff Ghost in der chronologisch später spielenden Animationsserie Star Wars Rebels wieder auf. Zurück auf dem Stützpunkt der Klonarmee auf dem Wasserplaneten Kamino müssen Hunter und seine Truppe erfahren, dass sich Palpatine zum Imperator über das nach den nunmehr beendeten Klon-Kriegen von ihm gegründeten galaktischen Imperium erhoben hat. Ferner scheinen die anderen Klonsoldaten merkwürdig abweisend und verändert. Hunter und seine Männer lernen die junge Omega kennen, ihres Zeichens die zwar kindliche, aber hochintelligente Assistentin der medizinischen Chefwissenschaftlerin Nala Se und allem Anschein nach ebenfalls ein Klon.
Wenig später erhält Kamino prominenten Besuch: Admiral Tarkin vom neuen Imperium will die Produktionsstätten der Klonarmeen inspizieren und macht gegenüber Premierminister Lama Su und Nala Se hierbei aus seiner Abneigung gegen die künstlich geschaffenen Soldaten keinen Hehl: Er möchte die Klone gegen natürlich entstandene Soldaten ersetzen. Allerdings macht Tarkin die Bekanntschaft des Bad Batch und erfährt von deren außergewöhnlichen Kräften. Um diese zu testen, lässt er Hunter, Wrecker, Tech, Echo und Crosshair gegen einen Trupp Kampfdroiden antreten, was das Bad Batch beziehungsweise die Schaden-Charge unter Aufbietung aller Kräfte schließlich meistern kann. Da sie sich hierdurch in Tarkins Augen als würdig dazu erwiesen haben, in Diensten des Imperiums zu bleiben, entsendet er sie zu einem unwirtlichen Sumpfplaneten, auf dem sie Überreste der alten Republik beseitigen sollen. Omega, die sich als Klon vor den Entwicklungen fürchtet, möchte sich dem Bad Batch anschließen, was von Hunter jedoch abgelehnt wird.
In dem Glauben, es mit Droiden zu tun zu bekommen, fliegen Hunter und seine Männer den Planeten an - nur, um hier die wahre Natur des Imperiums zu erkennen: Statt der vermuteten Kampfdroiden erwartet die Clone Force 99 eine Truppe von Flüchtlingen unter deren Leiter, dem späteren hochrangigen Rebellenführer Saw Gerrera. Dieser trat bereits in Star Wars: The Clone Wars und in Star Wars Rebels in Erscheinung und spielte, deutlich gealtert dargestellt von Forest Whitaker, eine wichtige Rolle in der 2016er Anthologie „Rogue One: A Star Wars Story“. Unter diesen befinden sich nur wenige kampferfahrene Personen und gar einige Kinder. Während Crosshair darauf drängt, den Befehl auszuführen und die hoffnungslos Unterlegenen zu eliminieren, beschließt Hunter, diese zu verschonen. Zurück auf Camino, erwartet die Schaden-Charge die Konsequenz für ihre Befehlsverweigerung. Doch, als ein paar außerordentlich ungünstige Umstände eintreten, gibt es wie so oft eine Wendung durch Hilfe von unerwarteter Seite...
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Wie war es?

Bereits „Star Wars: The Clone Wars“ präsentierte sich während seiner Laufzeit für eine mitunter als „Kinderserie“ bezeichnete Reihe außerordentlich düster und unheilschwanger, was nicht zuletzt an dem unvermeidlich bitteren Ende lag. Was diesen Punkt angeht, legt „The Bad Batch“ bereits in der Pilotfolge noch eine Schippe drauf: Zwar wird auf außerordentlich brutale Szenen verzichtet, doch geizt die Serie nicht mit anderweitigen Schilderungen, die die Grausamkeit des noch jungen Imperiums fernab dessen, was wir in Episode IV bis VI zu sehen bekommen, illustrieren.
Fans dieser Episoden sowie auch der Prequel-Trilogie dürften sich sicherlich über das Wiedersehen mit gleich zwei kultigen „Star Wars“-Bösewichtern freuen: Zum einen Wilhuff Tarkin, hier noch nicht zum Grand Moff aufgestiegen, sondern im Range eines Admirals, zum anderen Imperator Palpatine, den wir (allerdings recht eindrucksvoll) als riesiges Hologramm während seiner Ansprache an die Klonarmeen zu sehen bekommen.
Der Handlungsrahmen wird sich bei „The Bad Batch“ nun auf die Ereignisse zwischen „Episode III“ und „Star Wars Rebels“ beziehungsweise „Rogue One“ konzentrieren, wobei es mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ein Wiedersehen mit dem mittlerweile als Kanan Jarrus lebenden ehemaligen Padawan Caleb Dume geben wird; durchaus denkbar wäre auch eine Begegnung mit Lord Darth Vader höchstpersönlich, der bereits in „Star Wars Rebels“ zu animierten Ehren kam.
Ansonsten macht die neue Animationsserie ab der ersten Folge tüchtig Spaß. Zwar kommt kein vergleichbares Kino-Feeling auf wie bei „The Mandalorian“ oder sicherlich auch den anderen Live-Action-Serien, doch hat sich die Animationstechnik seit den Anfängen bei „The Clone Wars“ vor fast 13 Jahren in überaus angenehmer Weise weiterentwickelt. Aus den ruckelnden, im wahrsten Sinne des Wortes etwas hölzern wirkenden Charakteren sind mittlerweile deutlich lebensechtere Schöpfungen geworden, die erheblich mehr Authentizität vermitteln.
Der dennoch gegebene stilistische Wiedererkennungswert gegenüber „The Clone Wars“ ist in hohem Maß hervorzuheben - glücklicherweise hat man keine Experimente wie im Fall von Star Wars Resistance gemacht, dessen Animationsstil sich niemals voll und ganz bei den Fans durchsetzen konnte - auch bei den ganz jungen nicht. Für die ist „The Bad Batch“ überdies allerdings noch weniger geeignet, als es schon bei der Vorgängerserie der Fall war: Die mitunter recht herbe Kriegsthematik in der Serie wird lediglich durch den zwar augenzwinkernden, allerdings auch recht zynischen Humor aufgelockert. Die bereits aus „The Clone Wars“ bekannten Figuren erhalten in „Aftermath“ einige neue Züge, insbesondere der stets auf das Zerstören abonnierte Wrecker entwickelt sich zu einer von Beginn an liebenswerten Figur und bewahrt etwa im Quartier des Bad Batch sein Schmusepüppchen auf. Das wird von seinen Teamkameraden übrigens mit einer bemerkenswerten Gleichmut nicht zur Kenntnis genommen...
Fazit
Wer Star Wars: The Clone Wars mochte, der wird auch „The Bad Batch“ lieben. Wenn die Serie das im Pilotfilm recht hohe Niveau beibehält - und das ist angesichts der Tatsache, dass es sich um eine „Star Wars“-Serie handelt, voll und ganz zu erwarten! -, kommt auf den Zuschauer in den kommenden 13 und bei Erfolg sicherlich auch noch mehr Episoden ein würdiger Nachfolger der klassischsten aller „Star Wars“-Animationsserien zu.
Star Wars - The Bad Batch: Englischer Trailer
Hier abschließend noch der Trailer zur neu angelaufenen Serie „Star Wars - The Bad Batch“ auf Disney+:
Verfasser: Thorsten Walch am Dienstag, 4. Mai 2021Star Wars: The Bad Batch 1x01 Trailer
(Star Wars: The Bad Batch 1x01)
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