Star Wars Resistance: Review der Pilotepisode

Star Wars Resistance: Review der Pilotepisode

Disney hat eine weitere Star-Wars-Serie produziert, die die Lücken zwischen den Kinofilmen füllt. Star Wars Resistance setzt zeitlich kurz vor dem Anfang der neusten Trilogie an und wer ein Fan ist, wird auch über ein paar alte Bekannte stolpern. Aber reicht das, um die Sendung spannend zu machen?

Szenenbild aus dem Piloten der Serie „Star Wars Resistance“ (c) Disney Channel
Szenenbild aus dem Piloten der Serie „Star Wars Resistance“ (c) Disney Channel
© zenenbild aus dem Piloten der Serie „Star Wars Resistance“ (c) Disney Channel

Worum geht es?

Kazuda Yiono (Christopher Sean), kurz Kaz, ist ein Sternenpilot für die Neue Republik. Er soll zusammen mit zwei anderen Fliegern aus seiner Staffel geheime Informationen an den Widerstand übergeben, doch bevor die Kontaktperson, Poe Dameron (Oscar Isaac), erscheinen kann, taucht ein roter Flieger der Neuen Ordnung auf. Kaz schafft es, ihn abzulenken, damit seine Kollegen entkommen können, aber er bleibt zurück, um die Informationen an den Widerstand zu liefern. Gerade, als die Situation lebensbedrohlich wird, kommt ihm Poe Dameron im rechten Moment zur Rettung. Beeindruckt von Kaz' Fähigkeiten als Pilot schlägt Poe ihm vor, dem Widerstand beizutreten. Nach kurzem Zögern stimmt der junge Flieger zu und bekommt auch sofort seine erste Mission.

Den Informationen zufolge, die Kaz geliefert hat, plant die Neue Ordnung bald einen Angriff auf die Neue Republik. Dazu brauchen sie Ressourcen und vor allem Kraftstoff. Deswegen möchte Poe seinen neuen Rekruten auf dem Treibstoff-Tanker „Colossus" mitten im Meer auf dem Planeten Castilon absetzen. Diese Metallinsel ist ein Treffpunkt für die besten Sternenpiloten in der Galaxie und dort soll ein Spitzel für die Neue Ordnung sitzen. Kaz' Auftrag ist, als Mechaniker dort unterzutauchen und herauszufinden, wer der Verräter ist. Aber der Plan läuft schnell schief. Anstatt unbemerkt zu bleiben, schafft es Kaz durch ein Versehen, sich gleich am ersten Tag für ein Rennen gegen Torra Doza (Myrna Velasco) anzumelden. Sie ist eine der besten Pilotinnen auf der Insel und außerdem die Tochter des Chefs dort. So viel zum Thema „unauffällig bleiben".

Wie sieht es aus?

Die Serie ist in 3D animiert und dann mit Cell-Shading geglättet worden, ähnlich der neuen Netflix-Serie The Dragon Prince. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Serie ist, äußerlich und auch inhaltlich, hauptsächlich für Kinder angelegt, was die bunten Farben erklärt. Ich persönlich ziehe dieses Design der 3D-Optik von Star Wars Rebels oder sogar Star Wars: The Clone Wars vor. Die Bewegungen der Figuren sind flüssig sowie natürlich und das Farbschema der Serie wirkt hell und frisch. Womit die Serie aber wirklich glänzt, ist das Fliegerrennen am Ende der Episode, bei dem man kaum verhindern kann, sich in seinem Stuhl nach vorne zu lehnen.

Szenenbild aus dem Piloten der Serie Star Wars Resistance
Szenenbild aus dem Piloten der Serie Star Wars Resistance - © Disney Channel

Und die Charaktere?

Kazuda ist der Newcomer, der alles mit staunenden Augen sieht. Besonders deutlich wird das, als er Poe zum ersten Mal trifft. Dameron ist sein Held und er kann nicht glauben, dass er vor ihm steht. Der junge Pilot ist der Sohn eines Senators und gibt selbst zu, privilegiert aufgewachsen zu sein, er möchte aber seinen eigenen Weg gehen und stürzt sich blauäugig auf die erste Chance, die sich ergibt. Was aber nicht heißen soll, dass er keinerlei Lebenserfahrung hat, da er ja in der Armee der Republik war. Auf Castilon überredet Poe seinen Bekannten Jarek Yaeger (Scott Lawrence) dazu, Kaz aufzunehmen. Yaeger will mit dem Widerstand nichts mehr zu tun haben und führt jetzt eine Werkstatt auf dem „Colossus". Seine Angestellte Tam (Suzie McGrath), eine begabte Mechanikerin, ist von dem Neuzugang nicht gerade begeistert und steht Kaz erst mal skeptisch gegenüber. Ganz im Gegenteil zu Neeku (Josh Brener), der auch für Yaeger arbeitet. Er versteht keinerlei Sarkasmus oder Phrasendrescherei, sondern nimmt alles wörtlich, was sehr an einen gewissen galaktischen Guardian im Marvel-Universum erinnert. Damit Kaz nicht ganz allein dasteht, stellt Poe ihm seinen treuen Freund und Droiden BB-8 zur Seite, der aber im Piloten noch nicht viel zu tun hat.

Es stellt sich natürlich die Frage, warum Dameron Kazuda gleich ins kalte Wasser wirft und nur Stunden nach seiner Rekrutierung als Spion auf einem fremden Planeten aussetzt. Eine Erklärung ist vielleicht, dass der Widerstand keine große Mitgliedschaft zu diesem Zeitpunkt zu haben scheint und Poe gerade erfahren hat, dass bald Krieg ausbrechen könnte. Er braucht also jemanden, der auf „Colossus" die Lage einschätzt und auch Pilot ist, um nicht aufzufallen. Außerdem ist die Mission ein guter Einstand für einen Neuling, weil sie vergleichsweise ungefährlich ist - es ist schließlich ein reiner Auskundschaftsauftrag. Für diese Aufgabe kommt ihm Kaz doch recht gelegen. Poe wird gesprochen von Oscar Isaac, der den Charakter auch in den Filmen spielt und er bringt jede Menge Charme in die Rolle, auch wenn er keinen langen Auftritt hat. Hoffentlich sehen wir im Laufe der Serie mehr von Dameron, es wäre wirklich interessant, mehr über dieses Flieger-Ass herauszufinden.

Einbindung in das „Star Wars"-Universum?

Die Serie spielt ein halbes Jahr vor den Ereignissen in „Star Wars: The Force Awakens“ und es wurde von den Machern angedeutet, dass sie sich mit der Handlung des Films überschneiden könnte. Noch herrscht Frieden im Universum, der Bau der Starkiller Base ist nicht abgeschlossen und die Regierung der Neuen Republik möchte von einer Bedrohung nichts wissen. (Der heitere Ton der Serie könnte also meta gesehen ein Resultat des anhaltenden Friedens sein.) Leia Organa und der Widerstand um sie werden als paranoide Extremisten angesehen, weil sie vor der Gefahr der Neuen Ordnung warnen. Aber unter der Hand hilft die Republik Organa trotzdem durch Informationsaustausch, wie die ersten Szenen der Serie beweisen. Da es nicht mehr lange dauert, bis Krieg ausbricht, ist es möglich, dass die Staffel eine abrupte Wende nimmt. Aber bis jetzt sind das reine Spekulationen. Außer Leia tauchen als bekannte Gesichter Poe und BB-8 auf, die den Bogen zwischen der Serie und den Filmen spannen.

Atmosphärisch ist „Star Wars Resistance“ das genaue Gegenteil von dem Film „Rogue One“, der im selben Universum spielt, allerdings zu Kriegszeiten, und daher eben um einiges dunkler ist. Aber so weit weg voneinander sind die zwei „Star Wars“-Ableger nicht: Es geht nicht um die Generäle, nicht um die Jedis. Nur eine Gruppe einfacher Fußsoldaten, die ihr Bestes tun in einer Situation, die viel größer als sie selbst ist.

Fazit

Der Pilot ist keineswegs schlecht, aber wer ein tiefgehendes Drama für ein erwachsenes Publikum erwartet, wird hier enttäuscht werden. Die Thematik der Serie ist jedenfalls im Piloten leicht und kindgerecht gewählt, was sich aber im Laufe der Serie natürlich ändern könnte. „Star Wars Resistance“ ist gute, aber seichte Unterhaltung mit einer schicken Animation, die Fans einen tieferen Blick in die Welt der neuen „Star Wars“-Trilogie gewährt.

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