Star Trek: Voyager 1x01

Was ist passiert?
Das Raumschiff Voyager ist unter dem Kommando von Captain Kathryn Janeway auf der Suche nach einem in den Badlands verschollenen Maquis-Schiff. Von dort wird das Schiff jedoch in den fernen Delta-Quadranten geschleudert. Hier sorgen der Betreiber einer Raumstation und das Verschwinden einiger Crewmitglieder für Ärger. Zusammen mit der Besatzung des ebenfalls gestrandeten Maquis-Schiffes und ein paar neuen Freunden muss die Crew versuchen, ihre verlorenen Kollegen und einen Weg nach Hause zu finden...
Hier geht es zu den Abstimmungen
Die Serie - Einblick & Ausblick
Star Trek: Voyager war die insgesamt vierte Star Trek-Serie (wobei die Zeichentrickserie in der Regel nicht in diese Rechnung mit einbezogen wird).
Sie startete am 16.01.1995 mit dem Pilotfilm Caretaker in ihre erste Season und lief somit in direkter Konkurrenz zur gerade erst zwei Jahre alten Vorgänger-Serie Star Trek: Deep Space Nine an, die sich zum Zeitpunkt des Pilotfilms gerade mitten in ihrer dritten Season befand und quotenmäßig bereits etwas schwächelte. Die Quoten bewegten sich jedoch noch im guten 7-8 Millionen-Bereich.
Star Trek: Voyager war als Zugpferd für den neuen hauseigenen Paramount-Sender UPN gedacht und wurde dort bis zu ihrem Ende der Serie am 23.05.2001 mit einer durchschnittlichen Flächendeckung von gerade einmal circa 69 % ausgestrahlt. Dennoch übertraf der Pilotfilm alle Erwartungen - über 21 Millionen Menschen schauten zu. Insgesamt brachte es die erste Season auf einen Durchschnitt von 12 Millionen. Zur Mitte der Season hatten sich die Zahlen bei 8-10 Millionen eingependelt.
Die Serie wurde in ihrem ersten Jahr (und teilweise auch später noch) durchaus opulent beworben. Somit erhielt man definitiv eine besondere Aufmerksamkeit, die zur Basis für eine höchst erfolgreiche Laufzeit hätte werden können. Dass die Serie dennoch bereits nach 16 Episoden von 21,3 Millionen auf 8,3 Millionen verloren hatte, war diesen Begleitumständen kaum anzulasten. Es hatten vermutlich zu viele gar nicht grundsätzlich Interessiere eingeschaltet - und waren dann auch fern geblieben. Das letztliche Niveau der ersten Season entsprach ja durchaus den Werten von Schwesterserie Star Trek: Deep Space Nine in deren dritten Season. Somit muss man die rund 8 Millionen als Stand der Franchise zu diesem Zeitpunkt als realistisch annehmen.
Die zweite Season hielt zumindest das Niveau weitestgehend und erreichte am Ende durchschnittlich 8 Millionen Zuschauer. Durchaus ein Erfolg, da man auf DS9 im vierten Jahr trotz Worf und der etwas griffigeren Ausrichtung sogar auf 6,1 Millionen im Schnitt sackte.
Die dritte und vierte Season markierten dann aber einen weiteren Einschnitt - erst noch 6,8 Millionen, dann nur noch 6,3 Millionen Zuschauer durchschnittlich. In der fünften Season gingen erneut Zuschauer flöten - 5,3 Millionen wurden registriert. Diesen Wert hielt die Serie in Season 6 um zum Schluss - in Season 7 - mit 5 Millionen Zuschauern nur knapp darunter zu liegen. Dies war jedoch auch der Abschlussepisode zu verdanken, die noch einmal 8,8 Millionen Fans anlockte. Wenn man in der Gesamtbetrachtung einfach mal die erste Hälfte der ersten Season weglässt aber doch noch eine durchaus konstante Quotenperformance.
Die Serie lief, wie auch ihre beiden Vorgänger letztlich sieben Staffeln, wobei sie es auf insgesamt 172 Episoden und auf eine Gesamtlaufzeit von knapp sechseinhalb Jahren brachte.
Die Rolle des Captains wurde erstmals mit einer Frau besetzt - auch wenn diese Entscheidung der Produzenten bei Paramount zunächst auf wenig Gegenliebe stieß. Die zuerst ausgewählte Frankokanadierin Genevieve Bujold, die durch ihren hohen Bekanntheitsgrad beim US-Fernsehpublikum einen Werbeeffekt erzielen sollte, konnte jedoch mit der Situation, täglich zu drehen, technische Dialoge auswendig zu lernen und in den "seltsamen" Kostümen zu stecken nicht umgehen und verließ nach wenigen Drehtagen die Produktion - dieses wurde von ihren Kollegen jedoch nicht bedauert, da Bujold als anstrengend und unterkühlt galt.
Als ihre Nachfolgerin wurde letztlich Kate Mulgrew an Bord geholt, die bereits erfolglos für die Rolle vorgesprochen hatte. Nun erwies sie sich jedoch schnell als absoluter Glücksgriff. Die übrige Crew blieb bis zum Ende mit einer Ausnahme zusammen. Jennifer Lien, die die Ocampa Kes spielte, wurde Anfang der vierten Staffel aus der Serie geschrieben, da die Autoren nicht in der Lage waren, ihrer Figur sinnvoll in die Handlung einzubeziehen. Für sie wurde Jeri Ryan als von den Borg gerettete Seven of Nine dazu genommen. Abgesehen von ihrem durchaus peinlich sexistischen Outfit, das wahrscheinlich lechzende Männerscharen vor den Fernseher ziehen sollte, erwies sich auch diese Maßnahme als absoluter Volltreffer in Bezug auf die Qualität der Serie.
Die Serie schaffte es ihr Niveau konstant zu halten oder gar zu verbessern - gen Ende jedoch schien es - und ich kann es mir bis heute nicht wirklich erklären warum - als hätten die beteiligten Produzenten kein wirkliches Interesse mehr gehabt. Gute Episoden hatten fast ausschließlich nur noch mit dem Doktor oder Seven zu tun - und immer deutlicher traten die Schwächen zutage. Viel zu viel Action, zu häufig eingesetzte technische Lösungen und keine wirkliche Kontinuität innerhalb der Handlung und der Charakterentwicklung.
Die siebte Season war definitiv eine Season zu ziel - wobei es aber durchaus noch Highlights zu bewundern gab. Das Problem waren nur die normalen Episoden, die zu deutlich abfielen. Etwas, das sich in Star Trek: Enterprise fortsetzen sollte.
Außerdem wirkte der Dauereinsatz der schon längst nicht mehr interessanten Borg phasenweise schon lächerlich und ermüdend, was auch an Sevens Qualität nicht spurlos vorbei ging. Schließlich verabschiedete sich die Serie auch noch mit der vollkommen enttäuschenden Doppelfolge Endgame.
Star Trek: Voyager hat es dennoch geschafft, für viele Stunden intelligente Unterhaltung zu sorgen und sich seinen Platz in der langen Star Trek-Historie zu sichern und zu verdienen. Wer sich die Serie ohne Vorurteile und mit einem gemäßigten Procedural-Anspruch anschaut, wird sicherlich zu der gleichen Ansicht gelangen.
Die Serie hätte eine Menge mehr sein können - wurde jedoch in ihrer Gesamtheit am Ende nur zu einer guten SF-Serie, die im Vergleich zur täglichen TV-Kost um Längen gewinnt - im internen Trek-Vergleich jedoch leider nur einen Mitläuferstatus bekleiden kann.
Die Welt, als es begann
Nachdem Star Trek zuletzt mit der Besetzung eines farbigen Schauspielers für die Rolle des Kommandanten der Raumstation DS9 einen weiteren logischen Schritt getan hatte, blieb für die neue Serie wenig Raum für bahnbrechende Strategien.
Und natürlich hatte sich Star Trek auch selber schon über die Jahrzehnte an den Veränderungen im Bereich der Gleichstellung der Frau abgearbeitet - von Janice Rand oder Uhura über Tasha Yar, Deanna Troi und Beverly Crusher bis hin zu Kira Nerys oder Jadzia Dax hatte man sich stets dem gesellschaftlichen Fluss angepasst oder war ihm einen Schritt vorausgeeilt. Einen weiblichen Captain hatte es zumindest schon in einer Nebenrolle in Yesterday´s Enterprise gegeben. Eine Sensation war somit die Besetzung der Kommandoposition auf der Voyager nicht mehr - wenn sie auch medienwirksam als solche genutzt und ausgeschlachtet wurde.
Ansonsten erscheint die Serie im damaligen wie auch heutigen Kontext absolut unpolitisch und vom Zeitgeist unbeeinflusst. Man nutzte ausschließlich serien- und franchiseinterne Überlegungen um zu einer Konzeption zu gelangen. Was hatten wir schon? Was hatten wir noch nicht? Was hat funktioniert? Womit müssen wir brechen?
Somit entwickelte sich Star Trek in den 90ern weg von einer Serie, die ihre Begleitumstände in der Welt reflektiert, hin zu reinem Entertainment. Das Resultat war eine Serie, die sich selbst genügte.
Science-Fiction, als es begann
Für die Crew der Voyager gilt das gleiche wie für die Niners - der Markt war zunehmend umkämpfter, externe und nun sogar interne Konkurrenz ließ die Marktanteile schmelzen. Man musste nicht mehr zwingend eine Trek-Serie schauen, um Genre-Material auf die Mattscheibe zu bekommen. Ein Trend, den die Macher offenbar nie wirklich zu kontern im Stande waren - sofern das überhaupt möglich gewesen wäre.
Ich, als es begann
Abgesehen von meiner nahenden Volljährigkeit (zumindest auf dem Papier) hatte sich seit dem Start von Star Trek: Deep Space Nine nur wenig in meinem Leben getan. Zwischen Schule, Mädchen und Band verloren Star Trek und Fernsehen ein wenig an Bedeutung.
Dennoch erinnere ich mich genau, dass ich nur wenige Tage nach US-Erstausstrahlung im Januar 1995 bei einem Bekannten eingeladen war, den Pilotfilm auf Englisch zu schauen. Er hatte sich ein VHS-Tape aus den USA schicken lassen. Herrliche Zeiten. Bis die Serie dann im Sommer 1996 in Deutschland im TV ins Rollen kam, war mein Interesse bereits wieder spürbar zurückgekehrt.
Dies & das
Die Szenen mit dem ersten Captain der Voyager, dargestellt von Genevieve Bujold finden sich auf den DVDs der ersten Season und zeigen, dass es für die Serie eine wichtige und richtige Entscheidung war, auf Mulgrew zu wechseln und zu setzen.
Bruce French kann man unter anderem auch in der Episode The Andorian Incident als Vulkanier sehen.
Josh Clark hat hier als Lt. Carey einen ersten Auftritt als Konkurrent von Torres um den Maschinenraum. Er taucht auch weiterhin auf - bis er schließlich jahrelang scheinbar auf Eis gelegt und kurz vor Serienende (zum Sterben) flüchtig wiederbelebt wurde.
Scott MacDonald ist ein Trek-Veteran geworden. Er spielte Tosk in Captive Pursuit (DS9) und ist in Star Trek: Enterprise als Xindi-Reptil in diversen Episoden der dritten Season zu sehen gewesen.
Genauso wie DeForest Kelley als Admiral die Fackel an Star Trek: The Next Generation übergeben hatte und Patrick Stewart im Pilotfilm von Star Trek: Deep Space Nine einen Gastauftritt als Picard absolvieren durfte, ist es hier Quark alias Armin Shimerman, der die neue Serie auf den Weg bringen darf. Ebenfalls mit dabei sind noch Richard Poe als Gul Evek und Mark Allen Shepherd als Morn.
Laut Rick Berman, Michael Piller und Jeri Taylor wollte man sich mit diesem Pilotfilm eindeutig von der Bedeutungsschwere von Emissary lösen und schlicht und ergreifend eine Action-Episode abliefern.
Mit über 21 Millionen Zuschauern startete die Serie auf hervorragende Art und Weise im Januar 1995 auf UPN und eröffnete so den neuen Paramount-Sender.
Die Synchronisation
War die Synchronisation von Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine noch brauchbar ausgefallen, wurde es nun bei Star Trek: Voyager leider schlechter.
Die Serie wirkte im Deutschen über die Jahre oft kalt, langweilig und gestelzt. Es entstand nur selten eine dem Original vergleichbare Dynamik zwischen den Charakteren. Normale englische Wörter wurden außerdem zu Hauf mit deutschen Fremdwörtern übersetzt.
Besonders Janeway (mit ihrer 0190-Loveline-Stimme), Chakotay (der jegliches Charisma verlor), Kim (der mehr leierte als sprach) und Neelix (den man ständig nur mit einer Bratpfanne bewerfen wollte) hatten keinerlei Glück. Später gesellte sich mit der Sprecherin von Seven noch ein Negativhighlight hinzu. Wenn man Jeri Ryans Verletzlichkeit, die sie zu transportieren vermochte, im Ohr hatte, eine Demütigung für die Darstellerin.
Fakt ist, dass es auch damals schon viel besser ging. Man denke an ähnlich Serien dieser Zeit wie The X-Files oder Babylon 5.
Alpha- und Deltatalk
"Set a course, for home." (Janeway)
"Please state the nature of the medical emergency." (Der erste Auftritt des Holodoc)
"A replacement must be requested as soon as possible. I am programmed only as a short term emergency supplement to the medical team." - "Well, we may be stuck with you for a while, Doc." (Holodoc und Paris)
"Didn't they warn you about Ferengi at the Academy?" (Paris)
"At least the Vulcan was doing his duty as a Starfleet officer, but you, you betrayed us for what? Freedom from prison? Latinum? What was your price this time?!" (Chakotay zu Paris)
"Who does she think she is to make a decision like that for all of us?" - "She's the captain."(Torres und Chakotay)
"The Federation is made up of many cultures. I am Vulcan." - "Neelix. Good to meet you!" (Tuvok und Neelix)
"Mr. Kim... at ease, before you sprain something." (Janeway)
"If I save your butt, your life belongs to me. Isn't that some kind of Indian custom?" - "Wrong tribe." - "I don't believe you." (Paris und Chakotay)
"Is the crew always this difficult?" - "I don't know, Doc. It's my first mission." (Holodoc und Kim)
"Did you ever consider allowing the Ocampa to care for themselves?" - "Oh, they're children!" - "Children have to grow up." (Janeway und Caretaker)
"Oh, well, now. Aren't you contentious for a minor bipedal species?"- "This minor bipedal species doesn't take kindly to being abducted." (Caretaker und Janeway)
"A very impressive title! I have no idea what it means, but it sounds very impressive." (Neelix über Janeway)
"Doesn't anyone know how to turn off the program when they leave?" (Holodoc)
Die Verhandlung
Unruhe im Gerichtssaal. Ein Gerichtsdiener versucht, den Mob zu beruhigen: „Ruhe bitte, meine Damen und Herren. So nehmen Sie doch Platz. Das Wort hat nun der Vertreter der Staatsanwaltschaft.“ Gemurmel, dann Totenstille.
Hohes Gericht, werter Kollege der Verteidigung, geschätztes Plenum.
„Frau am Steuer - Abenteuer.“ Unter dieser Überschrift kann man die ersten Tage des Kommandos von Captain Kathryn Janeway über die U.S.S. Voyager ketzerisch zusammenfassen. Ich werde Ihnen nun detailliert darlegen, warum eine Verurteilung für ihre mannigfaltigen Vergehen unumgänglich ist. Lehnen Sie sich zurück und staunen Sie.
Zuerst nehmen wir mal einen Kriminellen mit
Was macht einen Captain aus? Was macht überhaupt eine Führungspersönlichkeit aus? Vieles, sicherlich. Aber eines ganz bestimmt: Führungsstärke und kompetente Personalentscheidungen.
Captain Kathryn Janeway übernahm das Kommando über die U.S.S. Voyager - und noch bevor sie zu ihrer ersten Mission aufbrach, traf sie eine solche - zudem höchst interessante - Personalentscheidung. Sie besuchte die Föderations-Strafkolonie in Neuseeland und rekrutierte den vorbestraften, verurteilten und dort zu Recht inhaftierten Thomas Eugene Paris, der nicht nur das Leben von anderen jungen Kadetten auf dem Gewissen hatte, sondern auch Beweise gefälscht und in einer Anhörung gelogen hatte. Einzig eine späte Einsicht und ein Geständnis - vermutlich unter dem Einfluss seines berühmten Vaters Admiral Paris oder seiner Verteidiger - hatten ihn überhaupt vor schwerwiegenderen Konsequenzen bewahrt.
Was sagt das über Captain Janeway aus? Was sagt es den ganzen jungen und aufstrebenden Offizieren, die sich ihren Posten auf der Voyager verdienen mussten?
Nebenbei ist die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass es bei Thomas Eugene Paris noch eine weitere Unstimmigkeit gibt - seine Lebensgeschichte gleicht der des seit Jahren untergetauchten ehemaligen Kadetten Nicolas Locarno wie ein Ei dem anderen. Auch zeigen ältere Fotos eine frappierende Ähnlichkeit. Hier gilt es definitiv weitere Nachforschungen anzustellen.
Dass dieser Mann, der trotz seines tödlichen Fehlers als einer der besten Piloten der Akademie galt, obendrein zuerst nur als Beobachter eingesetzt werden sollte, setzt dem Ganzen die Krone der Sinnlosigkeit auf. Da holt man schon den besten Piloten aus dem Gefängnis - und dieser darf in einer gefährlichen Region wie den Badlands nur Zugucken.
Kaum unterwegs, schon verflogen
„Nur Zugucken“ ist ein gutes Stichwort - es war nämlich somit keine große Überraschung, dass Captain Janeway sich kurz nach ihrer Abreise bereits hoffnungslos verflogen hatte. Sie hält somit den Rekord für den schnellsten und weitesten Irrflug aller Zeiten in der Geschichte der Sternenflotte.
Sie haben noch ein U-Boot verloren, Andrej?
Doch damit nicht genug - die Geschichte dieser Mission ist die Geschichte etlicher Verluste. Nötig wurde sie ohnehin erst durch den Verlust des 1. Offiziers der Beklagten.
Kurz nachdem die Voyager im Deltaquadranten strandete, verlor man zudem bereits erste Besatzungsmitglieder, darunter den 1. Offizier, die Pilotin (die kurz vorher von Tom Paris in mehr als unpassender Weise mit Zweideutigkeiten drangsaliert wurde), den Schiffsarzt, den Chief im Maschinenraum und weitere wertvolle Crewmitglieder. Außerdem wurde ein Crewmitglied längere Zeit entführt und gefangen gehalten.
Durch Captain Janeways Verhalten bezüglich der Phalanx des Caretakers verlor die Crew schließlich auch noch ihre einzige Chance, schnell nach Hause zurück zu gelangen.
Und wie uns Mrs. Kim, die Mutter von Harry Kim, informierte, verlor Captain Janeway vor ihrer Abreise nach DS9 scheinbar die Klarinette ihres Sohnes, wodurch dieser sieben Jahre nicht angemessen üben konnte. Ja, da dürfen Sie gerne eine Träne verdrücken, meine Damen und Herren!
Einige ältere Damen im Saal zücken ihre Taschentücher und beginnen leise zu wimmern.
Kazonstyle oder Kathrynstyle - wer hat die Betonfrisur erfunden?
Doch auch im Deltaquadranten ist Captain Janeway Ziel juristischer Belange. Das Kazon-Empire strengt bis zum heutigen Tag eine endgültige Klärung an, wer die unter den Kazon-Clans im Quadranten äußerst beliebten und markanten Betonfrisuren erfunden hat. Janeway behauptet, die Kazon hätten sich erst ihr zur Ehre diesen auffälligen Haarschnitt zugelegt. Die Kazon hingegen verneinen dies, pochen auf ihre Tradition und erachten den Dutt der Beklagten seit ihrer ersten Begegnung als Affront gegen ihr stolzes Empire.
Doch wie diese Angelegenheit am Ende auch ausgehen mag: Einen neuen Trend werden beide Seiten damit im Alphaquadranten hoffentlich nicht auslösen. Es sei uns zu wünschen.
Wo geht es nach Hause? Indianer anwesend?
Nachdem die Phalanx des Caretakers zerstört war, musste Janeway sich einen Weg überlegen, ihre Crew nach Hause zu bringen. Jedoch: sie hatte keine Idee. Was lag da näher, als sich jemanden zu suchen, der von Haus aus gut darin sein müsste, Fährten zu finden? Und welch Überraschung - der Captain des Maquis-Schiffes war ein - Sie erraten es schon - ein Indianer!
Dass es sich bei diesem Indianer aber ebenfalls um einen Maquis, einen Abbrecher der Sternenflottenakademie und überzeugten Gegner des Systems handelte, beeindruckte Janeway nicht im Geringsten. Tattoo, Indianer - der muss mit! Machen wir ihn doch am besten gleich zum ersten Offizier! Zur Hölle mit Hierarchie und Vorgeschichte! Personalentscheidung für die Galerie, die Zweite.
Wenig überraschend in diesem Zusammenhang auch, dass die anderen Ex-Maquis ebenfalls mir nichts dir nichts in die Crew integriert wurden. B´Elanna Torres wurde sogar als Leiterin für den Maschinenraum angedacht (woraufhin sich der aufstrebende Lt. Carey Gerüchten zufolge jahrelang dem Alkohol hingab und erst kurz vor Ende der Reise wieder in Uniform zu sehen war) und oben genannten Tom Paris ernannte sie schließlich doch noch zum Piloten. Heilige Mutter Maria.
Nimm niemals Anhalter mit!
Man könnte meinen, der Gipfel wäre damit bereits erreicht. Doch um dem Ganzen Treiben die Krone aufzusetzen, nahm Captain Janeway auch direkt noch zwei Anhalter mit - als wären die Ressourcen des Schiffes für die eigene Crew nicht schon knapp genug! Nein - da wird einem ehemaligen Schmuggler, der mehr durch Kalauer als durch Inhalte zu glänzen wusste, Kost und Logis gewährt - und zwar in Begleitung seiner 2 (!) Jahre alten Lebenspartnerin. Manchmal gibt es für einen Sachverhalt einfach keine adäquaten Worte, meine sehr verehrten Damen und Herren.
Captain Janeway ist von diesem Gericht zu verurteilen. Ohne Wenn und Aber. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Buhrufe wechseln sich mit tosendem Applaus und hysterischen Ausrufen ab. Einige Zuhörer werden von Sicherheitsoffizieren entfernt. Erneut schaltet sich der Gerichtsdiener ein. „Herrschaften, bitte behalten Sie doch Ruhe. Das Wort hat nun der Anwalt der Beklagten.“
Hohes Gericht, werter Kollege, geschätztes Plenum.
Ich möchte meinem Kollegen ungern in dieser Vehemenz widersprechen - muss es aber leider vollumfänglich tun.
Captain Janeway ist ein Musterbeispiel an Führungsstärke und Warmherzigkeit. Eine Frau, die alle positiven Eigenschaften eines männlichen Captains mit den Stärken einer Frau kombiniert und einzusetzen weiß. Das Beste beider Welten. Folgen Sie mir gerne auf meiner kleinen Argumentationsreise.
Unser Boss ist eine Frau
Es ist ein Zeichen von Stärke, Personalentscheidungen eben nicht stromlinienförmig nach irgendeinem veralteten Kodex zu treffen. Thomas Eugene Paris hat sich in seiner Zeit auf der Voyager zu einem hervorragenden Offizier, Ehemann und Familienvater entwickelt. Hier bewies Janeway Weitsicht, Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis.
Auch in Hinblick auf Chakotay und Torres und weitere Ex-Maquis hat sie ihr Gefühl nicht getrogen. Alle wurden tragende Säulen der Crew und verdienten sich den Respekt ihrer Kolleginnen und Kollegen.
Dass sie Paris zudem nicht direkt, sondern erst nach einer kurzen Phase des Kennenlernens und unter dem Druck der neuen Situation zum Piloten beförderte, ist ebenfalls mit ihrem besonderen Fingerspitzengefühl zu erklären. Captain Janeway hat unkonventionell gehandelt - aber Recht behalten. Typisch Frau und typisch Janeway.
Lost in Space
Meiner Mandantin die diversen Verluste vorzuwerfen, ist pure Effekthascherei. Offiziere der Sternenflotte leben gefährlich und sind sich der Risiken stets bewusst. Captain Janeway hat im Gegenteil immer versucht, ihre Crew und andere bestmöglich zu beschützen. Dass sie bereit war, Leid von einer Spezies abzuwenden und dafür selber in einem weit entfernten Sektor zu stranden, ist nobel und warmherzig. Hier sind Vorwürfe nicht angemessen.
Per Anhalter durch die Galaxis
In Neelix gewann die Crew einen Führer, Koch, Ratgeber, jemanden der Zuhören und Aufmuntern konnte - einen Freund und am Ende gar einen Botschafter. Erneut ein Zeichen von Weitsicht des Captains diesen zu Beginn eher unscheinbaren und sprunghaften Außerirdischen an Bord zu nehmen.
Was seine Freundin Kes angeht, hätte mein geschätzter Kollege sich die Mühe der Recherche machen sollen - Ocampa haben nur eine Lebenserwartung von 9 Jahren. Eine zweijährige Ocampa wie Kes ist also vergleichbar mit einer knapp zwanzigjährigen Menschenfrau.
Die Frau in Rot
Weitere Punkte der Staatsanwaltschaft zielen einzig und alleine darauf ab, meine Mandantin zu diskreditieren. Sie sucht sich einen Indianer mit Tattoo aus? Vielleicht hinterfragen wir mal lieber, warum sich alle Indianer immer zwanghaft tätowieren lassen müssen! Sie trägt einen Dutt? Na und! Lieber Dutt als gar kein Haar!
Ein zauseliger Mann mittleren Alters mit „Make it so“-Shirt muss von seiner Mutter beruhigt werden. Im hinteren Bereich verlassen einige junge, tätowierte Männer mit Federschmuck den Raum.
Was bleibt also am Ende des Tages von der Argumentation der Staatsanwaltschaft übrig, sehr verehrte Damen und Herren, hohes Gericht? Klischees, Floskeln und Phrasen aus grauer Vorzeit - der Versuch, einen Menschen nicht für seine Taten, sondern nach veralteten Vorstellungen zu bewerten. Niemand sollte so leichtgläubig und so kurzsichtig sein.
Meiner Ansicht nach ist Captain Janeway von diesem Gericht in vollem Umfang freizusprechen. Für weitere - und abschließende - Ausführungen, rufe ich nun noch einen kompetenten Gutachter in den Zeugenstand und danke Ihnen bereits jetzt für Ihre Aufmerksamkeit.
Zustimmendes Gemurmel der weiblichen Zuhörer setzt ein. Einige ältere Herren im Plenum echauffieren sich lautstark über die Wortwahl des Verteidigers. Durch eine Tür taumelt der wenig renommierte Serienjunkies-Rezensent Björn S. unrasiert in den Saal und wird mit Mühe vereidigt. Tumulte flammen auf. Gerichtsdiener reichen Schnittchen.
Hallo zusammen. Ich war nicht dabei, als das dritte Zeitalter der Menschheit begann - und auch nicht, als die Reise der U.S.S. Voyager ihren Anfang nahm.
Aber ich habe kürzlich die Reportage zur Fürsorger-Mission gesehen - und möchte mich kurz dazu äußern.
Das A und O
Die Protagonisten sind natürlich wie immer des Pudels Kern. Ohne das als Anspielung auf Captain Janeways Frisur verstanden haben zu wollen.
Vereinzelte Buhrufe.
Es finden sich bereits früh einige äußerst charmante Szenen - so zum Beispiel die Verabschiedung zwischen Janeway und ihrem Verlobten Mark, in der Janeway ganz Frau sein darf. Wie fast alle Szenen toll gespielt von Kate Mulgrew.
Außerdem natürlich die fast schon innige Szene zwischen ihr und Tuvok. Auch Tim Russ verdient hier ein klares Lob, da er vom Start weg einen wunderbar echten und traditionellen Vulkanier darstellt.
Für den Buddy-Faktor sind Harry Kim und Tom Paris zuständig - sowohl Robert Duncan McNeill als auch Garrett Wang spielen ihre Rollen absolut natürlich, sympathisch und mit viel Humor.
Robert Beltran alias Chakotay bleibt noch recht blass - kleine Schnipsel über seine Vergangenheit und seine doch recht übersichtliche Beteiligung an der Handlung geben noch kein rundes Bild ab. In diesem Zusammenhang bleibt es am Ende auch absolut rätselhaft, warum er von Janeway direkt zum 1. Offizier befördert wird. Weder dürfen wir seiner Ernennung beiwohnen (dafür aber der von Paris), noch gibt es wirklich einen guten Grund dafür. Dass er Captain des kleinen Rebellen-Schiffes war, taugt kaum als Argument.
Robert Picardo sorgt in einigen kurzen Szenen als Holodoc für Lacher und Komik - leider sind diese Sequenzen so kurz, dass die Rolle hier noch verhältnismäßig limitiert erscheint. Das sollte sich jedoch später sehr schnell ändern - und der Holodoc zu einem grandiosen Charakter werden.
Einzig B´Elanna Torres nervt noch dezent - wie auch bei Worf in Encounter at Farpoint wird ihre klingonische Seite so penetrant thematisiert und zur Schau gestellt, dass man fast Mitleid mit ihr bekommt. Schauspielerisch ist Roxann Dawson jedoch nichts vorzuwerfen.
Das Duo Neelix/Kes alias Ethan Phillips und Jennifer Lien ist noch schwer zu bewerten. Neelix taugt bisher einzig als exotischer Comedy-Relief, Kes ist einfach nur nett.
Fakt ist aber eindeutig: Die Chemie innerhalb der Crew ist auf Anhieb sehr gut und man bleibt am Ende erstaunt zurück, wie viel man über jeden Einzelnen nach nur 90 Minuten bereits weiß. Eine klasse Leistung der Autoren, die hier scheinbar das Kennenlernen der Crew deutlich in den Fokus gestellt haben. Nicht das Schlechteste.
Auch nicht schlecht ist, dass der Humor zwischen den Charakteren von Beginn an blendend funktioniert - sei es der erste Auftritt von Neelix, sein späteres Zusammenspiel mit Tuvok, die Szenen zwischen Paris und Kim oder Paris und Chakotay oder selbst viele kleine Momente mit Janeway - die Serie hat das Herz am rechten Fleck. Keine Selbstverständlichkeit.
Nicht nur X fürs U
Technisch gibt es ebenfalls wenig Grund zur Klage. Von der wunderschönen Montage im Intro, der tragenden Titelmelodie, den überzeugenden Effekten, dynamischen Kamerafahrten und durchweg starken Darstellerleistungen bei den Gaststars bis hin zu den auch Stand 2015 noch atemberaubenden Kulissen der U.S.S. Voyager wird hier für Ohr und Auge mehr als genug geboten. Die Kazon-Schiffe erinnern mehr an Star Wars als an Trek - sind deswegen aber umso gelungener weil großformatiger.
Keinen Blumentopf gewinnt man jedoch für das Make-up der Kazon und der Ocampa - hier wird spielend der Gipfel des Uninspirierten erreicht. Die einen zu stereotyp und bekannt, die anderen zu stereotyp und un-alien. Nachsitzen.
Ein als Kazon (oder Klingone?) verkleideter Mann kann nur durch drei Gerichtsdiener beruhigt werden und muss fluchend aus dem Saal geführt werden. Björn S. trinkt einen großen Schluck aus einem flachen, silbernen Behältnis.
Wie gesagt… Wenn sich die Deltaquadrantfantasien der Produzenten in betonschädeligen und unflätigen Möchtegern-Klingonen (die Bösen!), elfenhaften und eloquenten Großohrensympathen (die Guten!), einer Farmszenerie samt Banjospieler, einem Höhlenshowdown mit kaputter Stahltreppe (Gruß an Soran und Captain Kirk) und einem Einkaufzentrum mit Rolltreppe erschöpfen, muss man wirklich Angst bekommen. Für den Moment bleibt es aber nur bei einer Verwarnung, da die Elemente im Kontext der Handlung natürlich gut funktionieren.
Bis zum Z
Nachhaken muss man aber definitiv noch bei Janeways einsamer Entscheidung, die Phalanx zu zerstören. Wie Tuvok richtig anmerkt, handelt es sich hier um eine eindeutige Angelegenheit der Obersten Direktive - die Voyager gehört nicht in den Deltaquadranten, die Sternenflotte und auch die Föderation sollten keine Entscheidungen für die Spezies in diesem Quadranten treffen - schon gar keine kurzsichtigen, die nur auf den Erfahrungen weniger Stunden (oder Tage wenn man die Entführung mitzählt) basieren.
Janeway relativiert Tuvoks Einwand mit dem Hinweis, dass man involviert wurde obwohl man das nicht wollte. Letztlich versteckt sich hinter diesen Worten aber leider mehr Rauch als eine wirkliche Aussage. Wenn man diese Logik zugrunde legen würde, müsste man die Oberste Direktive in fast jeder Situation komplett überdenken - oder über den Haufen werfen, wenn es einem in den Kram passt. Etwas, das sowohl Janeway als auch ihr Kollege Archer viel später (oder früher) nur zu gerne tun, taten und tun werden.
Janeway handelt aber natürlich durchaus nobel - sie schützt die Ocampa. Sie vollendet das Werk des Caretakers. Und sie akzeptiert dafür eine Last und Bürde, die immens sein könnte. Das ist aller Ehren wert - macht aber eben keinen wirklichen Sinn. Und ist ein fast unentschuldbarer Alleingang.
Denn ohne wirkliches Einverständnis ihrer Crew, im Alleingang UND zusätzlich eben noch sogar gegen ihre eigene Oberste Direktive handelt Janeway hier schlicht falsch und egoistisch. Ich als Crewmitglied mit Familie auf der Erde hätte wohl mehr als nur einen kleinen Hals auf meinen Captain gehabt.
Diese Frage, ob oder ob nicht und wer das zu entscheiden hat, hätten der Episode als Rahmen gutgetan - diese Themen werden jedoch so schnell abgehakt und durchgeführt, dass keinerlei Reibung entstehen kann. Eher Unverständnis.
Dennoch: Akzeptiert man Janeways nobles und menschlich nachvollziehbares Verhalten, schmälert das weder den Genuss des Gesehenen, noch beschädigt es Janeway als Person zu diesem Zeitpunkt nachhaltig. Es ist ein wenig wie mit dem Nexus in „Star Trek: Generations“ - akzeptiert man seine Existenz, macht es Spaß. Stellt man auch nur eine Frage, beginnen die Kopfschmerzen.
Dafür wird noch ein weiteres potentiell übergeordnetes Thema - sagen wir mal zumindest angerissen. Für den Caretaker sind die Ocampa wie Kinder. Kinder, die niemals erwachsen werden.
Jeder Vater, jede Mutter kennt das - egal was die „Kleinen“ auch tun - man muss es ihnen immer doch nochmal erklären oder vormachen - es eben einfach besser wissen. Der Caretaker hat vor sehr langer Zeit einen schweren Fehler begangen und seitdem versucht, diese Schuld zurückzuzahlen. Er greift statt wie damals aus Versehen nun bereits seit einem Jahrtausend in die Entwicklung dieser Spezies (und anderer!) ein - und macht den Fehler dadurch letztlich eher schlimmer als besser.
Vertieft werden diese Gedanken innerhalb der Handlung aber nicht - nur kurz aufgedeckt und schnell wieder vergessen. Aber lieber vorhanden und unterentwickelt, also ohne jeglichen erkennbaren Subtext durchgeritten. Star Trek light mit Krawumm - aber dank eines stimmigen Drumherums trotzdem auf Augenhöhe. Eine starke Leistung!
Ach ja - von meiner Frau soll ich auch noch etwas ausrichten.
Im Plenum entsteht zunehmend Unruhe. „Schweig doch endlich!“ ruft einer.
Auch ihr gefielen Titelmelodie und Introsequenz sehr. Sie bezeichnete sie gar als die Beste aller Trek-Serien.
Janeways Entscheidung, die einzige Möglichkeit zur Heimkehr zu zerstören, war für sie ebenfalls nur schwer zu verdauen - „die Selbstlosigkeit tut schon weh“ waren ihre Worte.
Meine Haltung zur Synchronisation konnte sie hingegen nicht teilen - in Unkenntnis des Originals empfand sie die Stimmen als gut und passend. Erst nach Ansicht einer längeren Sequenz im Originalton zwischen Tuvok und Janeway konnte sie seine negative Sichtweise dann doch besser verstehen. Der Vergleich macht es eben.
So. Das war's von mir.
Gemurmel im Gerichtssaal. „Gut so!“ ruft der Selbe wie kurz zuvor. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück.
Gib dem Kind einen Namen
Was die Mehrdeutigkeit des Episodentitels angeht, liegt der Fall eindeutiger als bei der Schuldfrage der Causa Janeway - der Caretaker der Ocampa ist natürlich ebenso gemeint, wie Janeway als Caretaker für ihre Crew auf dem langen Weg nach Hause und Neelix, der in gewisser Weise zum Caretaker für Kes wird.
Die deutsche Variante „Der Fürsorger“ hat natürlich hierzulande den Touch der Volksfürsorge - vielleicht wäre der spätere Buchtitel „Der Beschützer“ auch für den Pilotfilm besser gewesen. Subtilerer Vorschlag: „Der Mann mit dem Banjo“.
Das Urteil
Das Gericht bedankt sich bei den Vertretern von Staatsanwaltschaft und Verteidigung und dem Gutachter für seine mehr oder weniger hilfreichen Ausführungen.
Captain Janeway wird mit Inbrunst freigesprochen. Zwar konnten nicht alle Anklagepunkte zufriedenstellend widerlegt werden, dennoch muss man der Beklagten zu Gute halten, dass die aus ihrer misslichen Lage entstandene Reportage Caretaker einen durch und durch unterhaltsamen, weil kurzweiligen, durchaus pointierten, immer rasanten und auch inhaltlich nicht hohlen Start ins Abenteuer darstellt. Und daran hat die Beklagte aufgrund ihrer Energie und Präsenz einen nicht gerade kleinen Anteil.
In gewisser Weise handelt es sich hier um die Antithese zu Emissary - weniger Tiefe, mehr Rasanz, weniger inhaltliche Streuung, mehr Überschaubarkeit - Dennoch ein klarer Gewinner, der die neue Serie kompetent, spannend und sehr unterhaltsam einleitet. Die Sitzung ist geschlossen.
Morgen geht es im Review-Countdown weiter mit den Pilotfilmen: In 'Broken Bow, Star Trek: Enterprise' landen finstere Gesellen in einem Kornfeld - und Captain Archer beschäftigt die Frage, bis zu welchem Grad man den Vulkaniern noch vertrauen sollte.
Übersicht zum Review-Countdown
Hier findet ihr die bisher erschienenen Reviews nach Serien sortiert:
Star Trek
Where no man has gone before (Pilot)
Star Trek: The Next Generation
Encounter at Farpoint (Pilot)
Star Trek: Deep Space Nine
Emissary (Pilot)
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 18. Juli 2015(Star Trek: Voyager 1x01)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Voyager 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?