Star Trek: Deep Space Nine 7x25

Was passiert?
Der Dominionkonflikt geht in die heiße Phase: Die Föderation startet mit ihren Alliierten unter der Führung von Admiral Ross und General Martok die lange geplante Großoffensive. Colonel Kira baut unterdessen mit Garak und Damar eine neue Rebellion auf Cardassia Prime auf und in den Feuerhöhlen auf Bajor versuchen Winn und Dukat die Pah-Geister zu befreien und eine neue Ära unter ihrer Führung einzuleiten…
Dies & das
- Bei der Party im Vics sind diverse Schauspieler und an der Produktion Beteiligte als Gäste zu sehen. Unter ihnen zum Beispiel Ira Steven Behr und Ronald D. Moore.
- Chase Masterson besuchte am letzten Tag, als auch die erwähnte Szene gedreht wurde, das Set und hatte dazu im Nachhinein folgendes zu sagen: „We were there just to be there and for the support, just to take away one last piece that we will always remember. And I'll never forget, Ira Steven Behr got up on the scaffolding on the side of the sound stage, and with tears in his heart, and his eyes and his voice, and said how much it meant to him to be a part of this show, and, I mean, there wasn't a dry eye in the house, it goes without saying. For a man like that, who truly created this incredible piece of work, and for him to be telling us how much it meant to him.“.
- Ira Steven Behr sagte bei der von Masterson angesprochenen Rede: „As the captain said, this is the best crew ever. This may be the last time we're all together, but no matter what the future holds, no matter how far we travel, a part of us, a very important part, will always remain here - on Deep Space 9. Okay. Back to work.“
- Über den Song “The Way you look tonight”, den James Darren singen durfte, sagte er einmal: „I was all choked up. They picked this great song, "The Way You Look Tonight". All of the lyrics have a double meaning. I told Ira afterward, 'From now on, whenever I sing that song, I won't be able to think about this night, because I'll never get through the song.'“.
- Ein weiteres wunderbares Zitat von Ira Steven Behr über die Serie: „The publicity before the show began, which we all supported, was that Deep Space Nine is going to be a darker, grittier Star Trek than you've ever seen before, and that was the intention. But as the show grew, I think we discovered that the real legacy of Deep Space Nine is that it's probably the most Human of all the Star Treks, even though it's got the most aliens, it's truly the most human.“
- Die Szene in der Sisko zu Kassidy sagt, er würde zurückkehren, wurde auf Wunsch von Avery Brooks umgeschrieben und ein zweites Mal gedreht. Ursprünglich hatte Sisko ihr gesagt, er würde niemals zurückkehren.
- Sisko ließ seinen Baseball in seinem Büro zurück - ebenfalls ein untrügliches Zeichen dafür, dass er zurückkehren wird.
- Die Eingliederung von Bajor in die Föderation, immerhin Siskos ursprüngliche Mission, wurde in der wunderbaren Buchreihe, die eine Art achte Season darstellt, nachgeholt - genauer im Buch „Unity“.
- Über die Abwesenheit von Jadzia Dax (Terry Farrell) in der Erinnerungsmontage gen Ende der Episode sagte Ira Steven Behr: „"We had planned to see Terry Farrell in the flashbacks but she refused to let us use any of her clips. The way I see it is this: Her manager was informed that we were thinking of using Terry in a scene in the final episode. It would have probably been three hours of work... maybe four. The price they quoted us was too high for the budget. After all, this was a show where we had to cut out hundreds of thousands of dollars from the original draft. Her manager was informed that we weren't going to be able to use Terry. And on top of it, the scene we had been thinking of for her was really not that germane to the plot. I think Terry's feelings were hurt. When it came to the issue of the clips, they again felt that they would prefer that we went a different way without using the character of Jadzia Dax. So we did. I wasn't happy about it. I'm still not happy about it. But it is a reminder that even Star Trek is just part of the great showbiz sludge.“
- In der Erinnerungsmontage sind zwei offensichtliche Fehler enthalten: Worf (Michael Dorn) kann sich nicht an seine Zeit als Duchamps während des Bond-Holodeck-Abenteuers Our Man Bashir erinnern und Jakes (Cirroc Lofton) Erinnerung an den Abschied von seinem Vater aus The Visitor bezieht sich auf eine alternative Realität die nie eingetreten ist.
- Nog (Aron Eisenberg), Dukat (Marc Alaimo) und Morn sind neben der Stammcrew (abzüglich Jadzia und Ezri) die einzigen Charaktere, die im Pilotfilm und hier zum Abschluss dabei waren.
- Kurz überlegte man Morn am Ende eine Rede halten zu lassen - diese Idee wurde ebenso verworfen, wie am Ende Benny Russell mit einem Drehbuch für „Deep Space Nine“ außerhalb der Soundstages zu zeigen.
- Nur Avery Brooks kommt tatsächlich in jeder Episode der Serie vor.
- Dies ist die einzige letzte Episode der Spin-Offs, die ohne große Zeitsprünge oder eine Zeitreisethematik auskommt.
- In allen anderen Serien wurde der letzte Satz der Serie vom Captain gesprochen - hier durfte es Quark (Armin Shimerman) mit einem wunderbaren Ausspruch richten.
Synchro-Anomalien
- Die schöne Anspielung auf die Zurück in die Zukunft-Reihe geht leider verloren. Im Original spricht O´Brien von „warp matrix flux capacitor“, im Deutschen wird daraus ein „Warpmatrixflusskondensator“.

Zeit für große Gefühle
„I thought you said a bartender's life was a lonely one. - It is, but I'm not a bartender.“ (Quark und Vic)
„I never thought I'd say this, but thank God for the Cardassians.“ (Ross)
„You two, get out there and see that no one gets through that door. You... stay here, in case they fail.“ (Weyoun)
„I wish you hadn't done that. That was Weyoun's last clone. - I was hoping you would say that.“ (Gestaltwandlerin und Garak)
„You may win this war, commander, but I promise you, when it is over, you will have lost so many ships, so many lives, that your "victory" will taste as bitter as defeat.“ (Gestaltwandlerin)
„Before you waste too many tears, remember, these are Cardassians lying dead at your feet. Bajorans would call this 'poetic justice'. - That doesn't mean I have to drink a toast over their bodies. - Human-PaH. Ka DiJaQ. (Human creatures. Who would understand them?)“ (Martok und Sisko)
„Four hundred years ago, a victorious general spoke the following words at the end of another costly war: 'Today the guns are silent. A great tragedy has ended... we have known the bitterness of defeat and the exultation of triumph, and from both we have learned there can be no going back. We must move forward to preserve in peace what we've won in war'.“ (Ross)
„I am their Emissary, and they still have a great deal for me to do.“ (Sisko)
„That man loves me! Couldn't you see? It was written all over his back!“ (Quark)
„Please, tell everyone I'll miss them. - Even Quark? - Even Quark.“ (Odo und Kira)
„Your time of trial has ended. You need to rest now. - I intend to. As soon as I return to Deep Space 9. - That will not be necessary. You are with us now.“ (Sarah und Sisko)
„The more things change, the more they stay the same.“ (Quark)
Nicht zu bewerten
Die Abschlussepisode von Star Trek: Deep Space Nine ist an sich gar nicht zu bewerten. Die Serie hat über sieben Jahre eine derartige Fülle an Themen und Handlungssträngen aufgeworfen, hat potente Haupt- wie Nebencharaktere eingeführt, gepflegt, ausgebaut und im Spiel gehalten und sich mit ihrem die Serie beschließenden Zehnteiler derart in ihre eigene Komplexität verbissen, dass dieser letzte Akt kaum bis gar nicht für sich alleine stehen kann. Die einzige realistische Wertung, die man ihm angedeihen lassen kann, ist die, des Schlussakkords eines Epos, der Beendigung der relevanten Handlungsstränge und des Send-Offs der Charaktere. In diesen Summen kann man ihn messen, jedoch in keiner Weise mit seinen Brüdern und Schwestern der anderen Serien vergleichen.
Familie
Die ersten Minuten führen noch sanft in das nahende Kriegsgetümmel ein. Nach einer offenbar mehr als erfreulichen Nacht erwacht Julian Bashir neben Ezri Dax und war in diesem Zuge offenbar endlich in der Lage, alle ihre Flecke zu zählen - eine Liebesgeschichte, die gerade durch die Querverbindung zu Jadzia Dax durchaus ihren Charme und ihre Berechtigung hat. Die beiden schließen kurz vor dem Aufbruch der Defiant noch einen Pakt: Beide wollen wohlbehalten zurückkehren. Romantisch durchaus, doch macht sich bei derartigen Dialogen natürlich auch sofort ein ungutes Gefühl der bösen Vorahnung beim Zuschauer breit.
Bei den O'Briens ist es mal wieder ein typischer Familienmorgen. Die Kinder wollen versorgt sein und Keiko ist unzufrieden, dass ihr Mann seinem besten Freund noch nichts von ihren Umzugsplänen zurück zur Erde gesagt hat. Der Chief soll dort an der Akademie lehren und seinen Kinder endlich die Möglichkeit bieten, unter normaleren Umständen aufzuwachsen. Doch ob es dazu überhaupt kommen wird? Ungutes Gefühl Teil 2.
Im Hause Sisko dreht sich währenddessen alles um die schwangere Kassidy Yates. Ihre morgendliche Übelkeit verhindert nicht nur tiefergehende Unterhaltungen, der Captain darf auch sonst nicht allzu viel Fokus von seiner Frau erwarten. Am Ende ist ihr neben ihrem konstanten Gerenne auf die Toilette nur eines wichtig: Sisko soll einfach schnell wieder zu ihr zurückkommen. Und wieder muss man schlucken. Irgendetwas wird doch sicher schiefgehen - nur was?
Während die Crew aufbricht, sitzt Quark im Casino von Vic Fontaine. Sein Geschäft läuft schlecht und keiner weiß seine einsame Arbeit als Barkeeper zu schätzen. Doch eigentlich hat der Ferengi schlicht Angst - um die Zukunft, um Nog und um seine Freunde. Doch kann und will Lebemann Vic ihm da jetzt am wenigsten helfen - eine attraktive Frau holt ihn zu einem Konzert ab und Quark bleibt allein zurück. Sofern die Station am Ende nicht explodiert, ist zumindest sein Weiterleben am Ende der Serie somit relativ gesichert.
Seite an Seite
Die Defiant hat die Station schließlich verlassen - doch nicht allein. Mit der wohl größtmöglichen Flotte aus Sternenflottenschiffen, Klingonen, Romulanern und anderen angeschlossenen Spezies geht es direkt los in Richtung Cardassia. Die letzte, große Schlacht soll den Krieg ein für alle Mal beenden. Optisch wie dramaturgisch ziehen die Produzenten hier alle Register und auch heute wirken die Schlachtszenen noch groß, episch und überzeugend.
Während auf der Brücke Ezri und Worf über das neue Verhältnis mit Julian sprechen, O´Brien sich weiterhin nicht traut, seinem Freund die Entscheidung über seine Rückkehr zur Erde zu beichten und Sisko wie so oft von Visionen der Propheten geplagt wird, die eher kryptisch über seinen Weg als Abgesandter fabulieren, nähert man sich der nicht minder kampfkräftigen Dominionflotte.
Sisko und Admiral Ross schätzen die Siegchancen dabei offenkundig korrekt und vorsichtig ein, während General Martok wie so oft die Funktion des Optimisten zufällt. Ehre, Blutwein, große Siege - erneut kommen die Klingonen hier eine Spur zu eindimensional und in ihrer Argumentation redundant weg. Eine Verabredung zum gemeinsamen Trinken auf Cardassia steht jedoch fest. Hoffentlich werden alle drei auch letztlich daran teilnehmen können…

In der Höhle der Löwen
Die Heimat der Cardassianer ist eine Welt am Scheideweg. Das Bündnis mit dem Dominion hat zu einer äußerst einseitigen und für die Cardassianer eher dienenden Funktion geführt, die nicht so recht zu dem so stolzen Volk passen will.
Doch im großen Spiel der Gründerin (Salome Jens), ihres Lieblingsvortas Weyoun (Jeffrey Combs) und der Breen, die weiterhin nur durch ihre Helme und unverständliche Laute auffallen, sind die Landsleute von Garak nur noch kleine Lichter.
Kein Wunder also, dass der cardassianische Widerstand sich mit der Zeit zu einer potenten Gefahr für das Dominion entwickelt hat. Unter der Führung des ehemaligen Dukat-Schergen Damar (Casey Biggs) liefert dieser Kampf zwei wundervolle Ironien des Schicksals: So dient der Keller des Hauses von Enabran Tain, des ehemaligen Führers des Obsidianisches Ordens als Basis. Seine ehemalige Haushälterin Mila, ebenfalls enge Vertraute von Garak, schützt und hilft der Gruppe und letztlich ist da natürlich noch Kira, die trotz ihrer Vergangenheit nun ausgerechnet den Cardassianern erklärt, wie Widerstand gemacht wird. Verrückte Welt.
Und so gut Kira ihre Starfleet-Uniform steht, ihre Star Wars-Referenz als Prinzessin-Leia-Double im Breen-Kostüm ist wunderbar.
Weniger wunderbar wird es jedoch, als ein weiterer erfolgreicher Sabotageakt zu einer drakonischen Reaktion des Dominion führt. Im Auftrag der Gründerin wird eine ganze Stadt von den Jem´Hadar ausgelöscht. Zwei Millionen tote Männer, Frauen und Kinder - Massenmord als Antwort auf Freiheitskampf. Die Cardassianer haben in ihrer kriegerischen Geschichte oft den ersten Stein geworfen - und begraben sich nun selber unter einer Lawine, die nicht mehr aufzuhalten ist. Der Schmerz, den Garak bei Weyouns Meldung im Fernsehen verspürt, ist nicht mal Kira eine Genugtuung - mehr muss man nicht wissen.
Doch es kommt noch schlimmer: Jem´Hadar dringen in Tains Haus ein, töten Mila und nehmen die kleine Gruppe gefangen. Auch hier will die Gründerin nicht lange fackeln - eine sofortige Exekution wird durchgeführt. Beziehungsweise wäre durchgeführt worden. Doch haben die eben noch so treuen Cardassianer im Schlepptau der Dominion-Krieger nun endlich genug gesehen und finden ihre Selbstachtung wieder. Sie erschießen ihre nun Ex-Verbündeten und schließen sich dem Widerstand an. Ein Wendepunkt?
Feuerhöhlen
Auf Bajor geht es bisher noch ruhiger zu. Hier kehrt Dukat immer noch in bajoranischer Gestalt zurück zu Kai Winn. Diese hat sein wahres Ich zwar endlich durchschaut, scheint ihn jedoch immer noch für ihren Plan zu tolerieren. Die ehemalige spirituelle Führerin geht somit einen weiteren Schritt in ihrem Pakt mit dem Teufel und den Pah-Geistern und erscheint in ihrer Verblendung nur noch wie ein trauriger Schatten der Frau, die sie so gerne wäre. Ihr Neid hat sie zerfressen und zu einer Marionette des Bösen gemacht.
Gemeinsam brechen beide zu den Feuerhöhlen auf, um die vermeintlich wahren Propheten zu befreien. Dukat spielt dabei die Rolle des unterwürfigen Lakeien zwar sichtlich ungern, weiß aber schlicht um seine Chance, später das Ruder zu übernehmen. Als Winn das Feuer der Höhlen entzündet, lässt sie sich überschwänglich zu einem erneuten Kuss mit Dukat hinreißen. Fast mitleidig muss man mit ansehen, wie ihr Weg des Grauens sich seinem Ende nähert und sie einfach unfähig ist zu erkennen, dass ihr eigener Henker diesen Weg seit geraumer Zeit mit ihr geteilt hat. Sie beginnt, die Pah-Geister zu rufen und läutet somit die finale Konfrontation zwischen Gut und Böse ein. Doch zuerst gilt es noch anderorts einen Krieg zu gewinnen…
Das Ende naht
Nicht nur auf Cardassia lehnt sich das Volk gegen das Dominion auf. Inmitten des größten Schlachtengetümmels drehen auch die Kriegsschiffe der Cardassianer ab und richten ihr Feuer gegen ihre Unterdrücker. Somit gelingt tatsächlich der überraschende aber doch vermutlich entscheidende Wendepunkt der Schlacht und des ganzen Krieges.
Die Gründerin weiß, dass das Dominion verloren hat und reagiert mit wildem Hass: Die Jem´Hadar sollen sofort beginnen, das komplette cardassianische Volk auszulöschen. Ihre verbliebene Flotte zieht sie zurück und lässt sie einen engen Verteidigungsgürtel um Cardassia Prime bilden. Und ihr bisheriger Verbindungsmann wird in bester Darth-Vader-Manier stranguliert. Bereits die zweite kleine Star Wars-Referenz.

Sisko & Co müssen derweil nicht lange überlegen - ein Rückzug ist keine wirkliche Option. Mit einem letzten, mutigen Schlag soll stattdessen das Dominion komplett vernichtet werden.
Die Widerstandsgruppe rund um Kira, Garak und Damar hat inzwischen die Tore des Hauptquartiers erreicht, kann sie jedoch nicht sprengen, was zu einem hysterischen Lachanfall aller Beteiligter führt. Zu viel Druck - irgendwann braucht die Seele schließlich ein Ventil.
Doch steht ihnen letztlich pures Glück bei - die Jem´Hadar werfen die letzten cardassianischen Verräter hinaus und exekutieren sie. Im Sturmlauf erobern Kira & Co den Komplex, verlieren jedoch ihren Anführer und späten Helden Cardassias, Damar. Nun ist es an Garak, für sein Volk als Anführer einzustehen. Und tatsächlich steht die kleine Gruppe kurz darauf vor der Gründerin und Weyoun.
Dass Einsicht eine Stärke der Formwandlerin ist, kann man jedoch auch jetzt nicht behaupten. Selbst Garaks brutaler Mord am letzten Weyoun-Klon macht sie nicht gesprächsbereit. Wenn das Dominion untergeht, sollen wenigstens noch so viele Menschen, Klingonen, Romulaner und andere Spezies des Alphaquadranten durch die Hände der Jem´Hadar und Breen sterben. Die Gründerin erscheint hier wie ein in die Ecke getriebenes Tier und hat jegliche Rationalität lange verloren.
Zeit des Wandels
Die letzte Chance auf Einsicht ist an dieser Stelle der verlorene Sohn Odo. Er stellt sich der Gründerin, versucht sie zu überzeugen und geht letztlich ein gefährliches Spiel ein, von dessen Erfolg er aber offenbar innerlich absolut überzeugt ist. Er verbindet sich mit der Anführerin des Dominion und heilt sie - ganz zum Missfallen von Garak, der keinen Vorteil in diesem Vorgehen erkennen kann.
Doch geht der Plan auf. Die Gründerin ruft alle Truppen zurück und gibt sich selber in die Hände der Föderation um sich einem Prozess zu stellen. Nur warum? Die Antwort liegt auf der Hand: Odo wird nach Hause zurückkehren und die große Verbindung heilen. Für ihn liegt in diesem Vorgehen die einzige Chance, seinem Volk Vertrauen in die Solids zu lehren - und nebenbei geht sein langgehegter Traum in Erfüllung.
In den Ruinen von Cardassia trinkt Martok seinen Blutwein, muss jedoch auf die Teilnahme von Sisko und Ross verzichten, denen der Triumph angesichts der vielen Toten zu schal schmeckt. Nicht, dass der alte Haudegen dafür Verständnis hätte…
Mindestens 800 Millionen Cardassianer sind dem Gemetzel zum Opfer gefallen, eine Zahl, die nicht nur für Garak und Bashir unvorstellbar ist. Doch hält Garak es am Ende des Tages schlicht für fair, dass seinem Volk diese Art der Strafe widerfahren ist. Ausgleichende Gerechtigkeit, wenn es so etwas an dieser Stelle denn überhaupt geben kann oder darf. Der einfache Schneider Garak ist nach Hause zurückgekehrt, sein Exil ist beendet. Doch bleibt für ihn nur eine zerstörte Welt, tote Freunde und eine Aufgabe des Wiederaufbaus, die nie wieder zu dem Cardassia führen wird, das er kannte und liebte. Auch der Abschied von seinem Freund Bashir fällt ihm schwer - doch weiß man nie, was die Zukunft bringt.
Auf DS9 unterschreibt die Gründerin den Friedensvertrag. Ein grausames und frustrierendes Kapitel in der Trek-Geschichte ist beendet und bringt letztlich nur eine Erkenntnis, die sich durch die Menschheitsgeschichte zieht wie ein roter Faden: Alle Parteien müssen daran arbeiten, dass etwas Ähnliches nie wieder geschieht - obwohl jeder weiß, dass man damit lieber nicht rechnen sollte.
Martok bietet Worf einen Posten als Botschafter auf der klingonischen Heimatwelt an - und dieser akzeptiert, nicht ohne Sisko auszudrücken, welch Ehre es ihm war, unter dem Captain zu dienen.
Kira, die Odo am liebsten nicht gehen lassen möchte, bittet ihren Liebsten um einen letzten Wunsch: Sie möchte diejenige sein, die ihn nach Hause bringt.

Ruhe vor dem Sturm
Auf dem Holodeck bei Vic herrscht ausgelassene Stimmung. Alle sind versammelt, neben der Besatzung der Station auch weite Teile der Produktionscrew als Statisten. Wer genau hinsieht kann neben Ira Steven Behr auch Darsteller wie Marc Alaimo oder Jeffrey Combs ohne Make-up erkennen. Wunderbar. Die O´Briens sind unschlüssig, wohin sie auf der Erde gehen sollen und müssen allerlei gute Ratschläge über sich ergehen lassen. Besonders vehement von Worf, der gebetsmühlenartig seinen besten Tipp wiederholt: Minsk.
Quark wünscht sich eigentlich keine weiteren Veränderungen, doch muss er sich von Sisko belehren lassen, dass sich noch einiges ändern wird. In Funktion des Captains der Station und auch fast schon losgelöst von seiner Rolle als Anführer des Cast, hält er eine letzte, ergreifende Rede.
„To the best crew any captain ever had. This may be the last time we're all together. But no matter what the future holds, no matter how far we travel, a part of us... a very important part, will always remain here, on Deep Space 9.“
Wer an dieser Stelle noch keine Tränen in den Augen hatte, wird mit dem anschließenden Song von Vic Fontaine endgültig ausgeknockt. Mit seiner Interpretation von „The Way You Look Tonight“ sorgt er nicht nur im Saal für vielfältige Gefühle, er fasst auch den Wunsch der Zuschauer zusammen, diese wunderbare Crew genauso wie in diesem Moment in Erinnerung behalten zu wollen.
Doch ist es leider zu früh für ein Happy-end. Sisko spürt, was auf Bajor vor sich geht und bricht alleine auf, sich seinem Schicksal zu stellen…
Kampf der Götter
In den Feuerhöhlen hat Winn unterdessen Dukat als Opfer für die Pah-Geister vergiftet. Der Alptraum aller Bajoraner stirbt einen schnellen Tod, doch die falschen Propheten haben andere Pläne. Kai Winn wird per Feuerball an die Wand geworfen und Dukat als Cardassianer mit glühend roten Augen wiedergeboren. Winn muss erkennen, dass er der einzig wahre Abgesandte der Pah-Geister ist und, dass sie erneut Schiffbruch mit ihren Anbiederungsversuchen an eine höhere Macht erlitten hat. Hohn und Spott von Dukat sind sicherlich nichts, wofür man Winn nach ihrer Irrfahrt durch sieben Jahre der Serie bedauern müsste. Da er jedoch zusätzlich noch von einem brennenden Alpha-Quadranten fabuliert ist es Zeit, für den Auftritt seines Erzfeindes: Benjamin Lafayette Sisko alias Der Abgesandte der Propheten.
Doch ist Sisko letztlich ein Mensch und der wiedergeborene Dukat zu stark für ihn. Er hat ihm nichts entgegenzusetzen. Auch Winns Versuch, den Kosst Amojan an sich zu bringen scheitert kläglich. Mit ihren letzten Worten tut sie jedoch noch das Richtige und lenkt Siskos Aufmerksamkeit auf das Buch und Dukat kurzzeitig ab. Sisko wirft sich ihm entgegen und fällt mit Dukat und dem Buch in die Tiefen der Feuerhöhlen…
Der Sisko
Nur einen Wimpernschlag später befindet sich Sisko im himmlischen Tempel. Sarah, seine Mutter, beglückwünscht ihn zum Gelingen seiner Mission. Die Pah-Geister sind für alle Ewigkeit in den Feuerhöhlen eingesperrt und Dukat muss mit ihnen diese Ewigkeit teilen. Kai Winn hatte Recht und dem Abgesandten somit noch den entscheidenden Tipp gegeben: Die Zerstörung des Kosst Amojan war der Schlüssel zur Rettung der Propheten, der Bajoraner und des gesamten Quadranten.
Sisko möchte zur Station zurückkehren, muss aber einsehen, dass seine körperliche Existenz vorerst beendet ist.
Währenddessen versucht man auf der Station händeringend Kassidy und Jake zu beruhigen. Man hat Siskos Shuttle gefunden und werde die Suche nicht aufgeben. Eine Vision entführt die Frau des Captains jedoch in den himmlischen Tempel. Was ihr zuerst Freude entlockt, nimmt jedoch schnell eine traurige Wendung. Das Leid, welches die Propheten ihnen angekündigt haben, tritt nun in ihr gemeinsames Leben. Sisko berichtet, dass es viel zu lernen gibt und entlässt seine Frau mit der Versicherung zurückzukehren - in einem Jahr oder gestern. Der Inbegriff von bittersüß Für Jake bleibt nach Kassidys Erwachen aus der Vision nur eine kurze Information - ein definitiver Kritikpunktam Drehbuch, dass Ben Sisko für seinen Sohn keine direkte Ansprache gewählt hat. Eine derartige Szene wäre eventuell redundant gewesen, aber emotional auch unverzichtbar.
Abschiede und Erinnerungen
Es ist Zeit für die großen Gefühle. Während O'Brien zum letzten Mal sein Quartier verlässt, findet er eine Figur des Alamo-Modells. In Rückblenden erlebt er Momente aus sieben Jahren auf der Station. Der Stab wird weitergereicht und wandert über Worf (und Ezri) zu Kira und Odo, zu Quark und schließlich zu Jake (und Kassidy) und Erinnerungen an Benjamin Sisko. Somit kommen alle Hauptcharaktere (außer Jadzia Dax) zu ihrem Recht und erhalten ihren Moment in dieser Erinnerungsmontage, die begleitet von tragender Musik lange im Gedächtnis bleibt.

Odo will derweil heimlich die Station verlassen, doch hat er seine Rechnung ohne Quark gemacht. Ein herrlicher Moment, der das besondere Verhältnis der beiden Streithähne noch einmal aufs Nachhaltigste definiert. Schön auch, wie Odo dem Ferengi tröstende Abschiedsworte verweigert, Quark jedoch genau den richtigen Schluss daraus zieht: Dieser Mann liebt ihn!
Mehr Emotionen lassen da schon Julian und Miles zu, die sich noch einmal fest in den Arm nehmen. Hier haben sich Freunde fürs Leben gefunden, denen der Abschied mehr als schwerfällt.
Worf verlässt die Station ebenfalls mit Wehmut, geht aber auch einem Leben entgegen, dass er sich insgeheim immer gewünscht hat. Als geachteter Mann auf der klingonischen Heimatwelt - an der Seite seines Freundes Martok. Schade, dass die TNG-Filme diesen Umstand wenig später ohne jegliches Fingerspitzengefühl ignoriert und zerstört haben.
Ein relativ großer Sprung bringt uns schließlich zum letzten großen Abschied. Odo und Kira erreichen die große Verbindung der Gründer: Ein Meer, das im Sterben liegt. Und hier lässt Odo endlich die Gefühle zu, die er vorher noch unterdrückt hat. Er gibt zu, alle zu vermissen - sogar Quark - und zieht für Kira ein letztes Mal seinen Smoking an. Die Beziehung zwischen Odo und Kira war immer ein wenig anders, nicht von dieser Welt - in ihrer Essenz berührt sie aber deswegen fast noch stärker. Ein letzter Gruß und Odo vereinigt sich mit seinesgleichen und bringt die versprochene Heilung.
Nachklapp
Offenbar sind zumindest ein paar Tage seit den dramatischen Ereignissen vergangen. Kira hat das Kommando und Siskos Büro übernommen und beglückwünscht Nog zu einer verdienten Beförderung. Ein wunderbarer kleiner Charakter-Arc einer Nebenfigur, den die Serie wie so viele andere kompetent und zufriedenstellend auserzählt hat. Am Ende nimmt Kira Siskos Baseball an sich - bisher eigentlich ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Captain tatsächlich irgendwann zurückkehren wird…
Auf der Promenade planen Ezri und Julian ihren Abend - das Alamo-Programm ist für den Doktor jedoch mit zu vielen Miles-Erinnerungen behaftet - so einigt man sich auf ein neues Szenario. Das Leben geht weiter.
Auch Quark ist wieder ganz der Alte - er albert mit Morn herum und nimmt Wetten auf den oder die nächste Kai an - was Kira in ihren aus den Serienanfängen bekannten Hardliner-Modus zurückversetzt. Sein abschließender Kommentar, der auch die letzten gesprochenen Worte der Serie markiert, setzt die Geschehnisse und die ungewisse Zukunft in einen äußerst befriedigenden Kontext.
„The more things change, the more they stay the same.“
Kira sieht Jake an einem Fenster auf der Promenade stehen - er starrt hinaus auf das Wurmloch, in dem sein Vater nun auf unbestimmte Zeit leben wird. Mit einer herzlichen Umarmung gibt Kira ihm jedoch zu verstehen, dass er seinen weiteren Weg nicht alleine gehen muss. Jake und viele andere haben trotz der Widrigkeiten, trotz größter Unterschiede und Probleme hier Freunde und eine Familie gefunden - und einen Ort, den sie immer als Zuhause ansehen können. Und das, obwohl es die wenigsten zu Beginn ihrer Zeit auf DS9 erwartet hätten…
Kira und Jake blicken aus dem Fenster als sich die Station langsam aus unserem Sichtfeld entfernt. Es waren 176 Episoden über eine Raumstation weit draußen im Nirgendwo. Doch langweilig war es nie - dafür hat eine Crew aus talentierten Darstellern, Produzenten und Autoren sowie ein immer engagiertes Team mit viel Liebe und Phantasie stets gesorgt. Für mich endete damit das bis heute Beste, was Star Trek in 50 Jahren hervorgebracht hat. Sollte die neue Serie nicht wissen, was sie werden möchte, den emotionalen Kern darf sie aus Star Trek: Deep Space Nine nur zu gerne entnehmen…
The Reviewer's wife
Der Frau des Rezensenten fiel ein Urteil schwer. Ihr einziger kompletter Durchlauf der Serie lag zum Zeitpunkt dieses Rewatches bereits rund zehn Jahre zurück und die Erinnerungen an die ganzen Verstrickungen in Sachen Handlung und Charakterentwicklungen waren nur noch vage präsent. Somit lobte sie vordergründig die Komplexität, die Dramatik und das überaus emotionale und stimmige Ende für die liebgewonnenen Charaktere.

Gib dem Kind einen Namen
Im Original wie im Deutschen ein wehmütiger, nachdenklicher und absolut passender Titel, der sowohl in Sachen Handlung wie auch bezüglich der Charakterschicksale ins Schwarze trifft und dem Finale exakt den Anstrich verleiht, der auch mehr als 15 Jahre nach Ende der Serie noch genau die Gefühle wiederspiegelt, die im Rückblick lebendig geblieben sind.
Fazit
Es ist vorbei. Die Crew der entlegenen Raumstation Deep Space Nine verabschiedet sich nach sieben aufregenden Staffeln mit einer fast schon drastisch zweigeteilten Episode, die zuerst mit Wucht und Tempo durch den Bereich Handlung pflügt um sich schließlich noch nahezu meditativ und gefühlsduselig ganz den emotionalen Befindlichkeiten der liebgewonnenen Charaktere zu widmen.
Muss man beim ersten Teil noch hier und da dezente Abstriche in Ausarbeitung und Tiefe hinnehmen, kompensiert die Aus- und Aufarbeitung der Charaktere aber alles. Das Ende der düstersten aber dennoch im Kern hoffnungsvollsten, weil liebenswertesten, humorvollsten und an Gefühlen und Tiefe reichsten Trek-Serie ist nicht zu 100% perfekt, feiert sich jedoch selbst und offenbart ein Gespür für die Bedürfnisse der Fans, welches im Genre ihresgleichen sucht. Kudos!
Morgen ist Pause. Nächste Woche gibt es dann ein Delta-Doublefeature: Zuerst geht es im Review-Countdown weiter mit Platz 7 von der Voyager. Dann am Start: Der Doktor wird zur Flaschenpost. Am Sonntag folgt dann sozusagen zum Jahresabschluss eine der meiner Ansicht nach besten und bedeutendsten Trek-Episoden überhaupt.
Übersicht zum Review-Countdown
Hier findet ihr die bisher erschienenen Reviews nach Serien sortiert zum Nachlesen:
Star Trek
Where no man has gone before (Pilot)
The Conscience of the King (Klein aber fein)
Tomorrow is Yesterday (Platz 10)
A Piece of the Action (Platz 9)
Spock´s Brain (Trash oder Fun?)
The Naked Now (Platz 8)
I Mudd (Platz 7)
Star Trek: The Next Generation
Encounter at Farpoint (Pilot)
Lower Decks (Klein aber fein)
Data´s Day (Platz 10)
First Contact (Platz 9)
Phantasms (Trash oder Fun?)
I Borg (Platz 8)
The Inner Light (Platz 7)
Star Trek: Deep Space Nine
Emissary (Pilot)
Nor the battle to the strong (Klein aber fein)
The Wire (Platz 10)
Hard Time (Platz 9)
Our Man Bashir (Trash oder Fun?)
The Siege of AR-588 (Platz 8)
Star Trek: Voyager
Caretaker (Pilot)
11:59 (klein aber fein)
Drone (Platz 10)
Blink of an Eye (Platz 9)
Bride of Chaotica! (Trash oder Fun?)
Endgame (Platz 8)
Star Trek: Enterprise
Broken Bow (Pilot)
Alle restlichen Reviews zur Serie (aktuell bis Anfang Season 3) findet ihr auf der Serienseite.
Star Trek: Die Kinofilme
„Star Trek: The Motion Picture“
„Star Trek: The Wrath of Khan“
„Star Trek: The Search for Spock“
„Star Trek: The Voyage Home“
Diverses
„Star Trek-Renegades“
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 12. Dezember 2015(Star Trek: Deep Space Nine 7x25)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Deep Space Nine 7x25
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?