Star Trek: Deep Space Nine 1x01

Star Trek: Deep Space Nine 1x01

Wesen, die das Konzept linearer Existenz anhand von Baseball lernen, ein Commander, der auf Picard losgeht, Ferengi, die ihre Eindimensionalität abstreifen, ein Formwandler ohne Manieren und Dialoge, die heute noch ihren Zauber entfalten. Da ist es wohl Zeit für die Niners!

„Star Trek: Deep Space Nine“. / (c) Paramount Pictures
„Star Trek: Deep Space Nine“. / (c) Paramount Pictures

Was passiert?

Der alleinerziehende Commander Benjamin Sisko wird zusammen mit seinem Sohn Jake auf die abgelegene Raumstation Deep Space Nine versetzt, nachdem er drei Jahre zuvor bei Wolf 359 seine Frau Jennifer verloren hatte. Die neue Aufgabe gestaltet sich als schwierig, nachdem die Cardassianer die Station in keinem guten Zustand verlassen haben. Durch religiöse Verwicklungen, zwielichtige Gestalten, einige Geister der Vergangenheit und die Entdeckung eines stabilen Wurmlochs verschärft sich die Situation zusätzlich…

Hier geht es zu den Abstimmungen

Star Trek: The Original Series

Star Trek: The Next Generation

Star Trek: Deep Space Nine

Star Trek: Voyager

Star Trek: Enterprise

Die Serie - Einblick und Ausblick

Star Trek: Deep Space Nine war die insgesamt dritte „Star Trek“-Serie (wobei die Zeichentrickserie in der Regel nicht mit einbezogen wird).

Sie startete am 02.01.1993 mit dem Pilotfilm Emissary in ihre erste Staffel - und lief damit parallel zur sechsten Staffel mit der sehr erfolgreichen Crew um Captain Picard. 18,8 Millionen Zuschauer waren beim Pilotfilm dabei - ein großartiges Ergebnis. Eine Episode später jedoch waren bereits über 5 Millionen verloren gegangen, Mitte der Staffel schon mehr als 7 Millionen. Bei der letzten Episode der ersten Staffel schauten noch 8,8 Millionen zu - exakt 10 Millionen weniger also als beim Pilotfilm. Eine böse Hausnummer. Der Durchschnitt lag immerhin noch bei 11,2 Millionen. Zum Vergleich: Star Trek: The Next Generation beendet ihre sechste Staffel mit 11,7 Millionen Zuschauern und einem Schnitt von 12,5 Millionen.

Die zweite Staffel kam auf rund 9 Millionen Zuschauer im Schnitt, die dritte auf 8 Millionen, die vierte und fünfte auf rund 6 Millionen. Die sechste mit 5 Millionen und die siebte mit 4,5 Millionen verloren dann nicht mehr gar so viel an Boden. Dennoch: die breite Masse hatte die Serie nicht angesprochen. Und der Serial-Charakter hatte am Ende weitere Einbußen mit sich gebracht.

Am 29.05.1999 endete Star Trek: Deep Space Nine nach 176 Episoden, sieben Staffeln und sechseinhalb Jahren mit der Abschlussepisode What you leave behind.

Wie auch später Star Trek: Voyager hatte die Serie somit ganz im Gegensatz zu Quotengarant Star Trek: The Next Generation mit konstant schwindenden Zuschauerzahlen zu kämpfen. Diese pendelten sich wie oben beschrieben gegen Ende der Laufzeit zwar auf einem gewissen Level ein, von einer extrem erfolgreichen Laufzeit kann jedoch keine Rede sein. Zu hoch waren die Maßstäbe, die die Crew der NCC-1701-D zuvor gesetzt hatte. Daran änderte auch nichts, dass man mit Beginn der dritten Staffel ein kleines wendiges Kampfschiff, die Defiant und in der vierten Staffel Michael Dorn als Worf in die Serie einbezogen hatte. Zwar wurde die Serie damit qualitativ weiter aufgewertet, die Quoten erholten sich aber nicht (mehr).

 

Dabei war Star Trek: Deep Space Nine die außergewöhnlichste „Trek“-Inkarnation. Ausgefeilte Stammcharaktere, hervorragende Darsteller (allen voran Avery Brooks, Rene Auberjonois und Alexander Siddig), ineinandergreifende Handlungsstränge (über Jahre) und viele herausragende Gastdarsteller (Marc Alaimo, Jeffrey Combs, Andrew J. Robinson) machten die Serie zu jeder Zeit sehenswert.

Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures
Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures

Auch die vielen persönlichen und familiären Verwicklungen, die beizeiten an typische Soap-Operas erinnerten (was ich hier allerdings auf keinen Fall negativ verstanden wissen möchte) machen „Star Treks dunklen Bruder“ zu einer ganz anderen Erfahrung.

Aus der erwähnten Andersartigkeit ergab sich aber wahrscheinlich auch das größte Problem: Alle, die an die „klinische Reinheit“ von Star Trek: The Next Generation gewöhnt waren, werden mit dem etwas dreckigeren Charme auf „DS9“ vielleicht wenig anzufangen gewusst haben. Dafür wurden jedoch andere Zuschauerkreise erschlossen, die vorher „Trek“ unter Umständen wenig Beachtung entgegengebracht hatten.

Auch der in späteren Jahren immer zentraler eingesetzte Krieg gegen das Dominion könnte Zuschauer vergrault haben, die lieber das freundliche und zuversichtliche Weltbild des Gene Roddenberry wieder und wieder erleben wollten. Hier nahm sich „DS9“ die Freiheit, einen anderen Weg zu gehen und realistischer auf das Grauen eines Krieges einzugehen und die Protagonisten nicht vor den Folgen ihrer Handlungen zu beschützen. In gewisser Weise nur eine konsequente Weiterführung der ohnehin vorhandenen Ideen. Denn es hatte im „“-Universum ja auch vorher immer Kriege und Konflikte gegeben. Jedoch: Es ging auch immer um die Menschen - und das war hier so spürbar wie in keiner anderen Serie.

Wie auch immer es letztlich gewesen sein mag - Für mich bleibt Star Trek: Deep Space Nine die beste „Trek“-Serie. Danke für sieben Staffeln hervorragende Unterhaltung.

Die Welt, als es begann

Große Veränderungen hatte es seit dem Start des Vorgängers Star Trek: The Next Generation nicht gegeben. Durch Serien wie The X-Files hatte sich der TV-Zeitgeist eventuell bereits ein wenig in Richtung düsterer und komplexer gewandelt - oder war im Begriff dazu. Eine Veränderung, die sicher auch die Macher von Star Trek: Deep Space Nine beeinflusst hatte. Ansonsten gab es was die Besetzung anging natürlich langsam keine wirklichen Wagnisse mehr. „Star Trek“ hatte schon in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle eingenommen - einfach eine weitere Crew aus verschiedenen Nationalitäten zusammenzustellen, würde kaum mehr für Aufsehen sorgen. Sicher einer der Hauptgründe für die Entscheidung, den Commander der Station mit einem farbigen Schauspieler zu besetzen. 1992 hatte übrigens ein gewisser Barack Obama im Zuge der Präsidentschaftskampagne von Bill Clinton erstmals von sich Reden gemacht. 1996 wurde er in den Senat gewählt. Auch hier kann man fragen: sprang man auf einen fahrenden Zug auf oder handelten die Verantwortlichen visionär? Und wie schon 1966 muss man konstatieren: sicherlich beides.

Science-Fiction, als es begann

Schon als Star Trek: The Next Generation begann, hatte sich eine neue Vielfalt im Bereich SF im Fernsehen entwickelt. Durch den großen Erfolg der Serie folgten schnell weitere Versuche, ähnliche Formate zu etablieren. Zu den erfolgreicheren gehörten SeaQuest DSV, Quantum Leap und Babylon 5. Andere wie TimeTrax oder Space Rangers verschwanden recht schnell und leise wieder in der Versenkung.

Und dann war 1992 ja auch noch ein gänzlich neues Format auf Sendung gegangen - mit The X-Files verwob Chris Carter eine Cop-Show mit übernatürlichen Elementen und einer großangelegten Alien-Verschwörung. Die Serie erwischte in jeder Hinsicht den Zeitgeist und entwickelte sich zu einem Phänomen.

Irgendwo in diesem Mix aus Qualität und neuer Quantität seinen Platz zu erobern und behalten, war keine allzu leichte Aufgabe mehr.

Star Trek, als es begann

Es hätte dennoch keinen besseren Zeitpunkt für den Versuch geben können, eine zweite Fernsehserie am Markt zu etablieren. Die Einschaltquoten von Star Trek: The Next Generation waren so gut und konstant wie nie, mit „Star Trek: Generations“ war die Staffelübergabe im Kino längst beschlossene Sache und auf Seite der Medien und Fans schien der Hype noch lange nicht am Limit angekommen zu sein. Somit blieb für die Produzenten nur noch die Frage zu klären, welchen Weg man wählen würde: eine weitere Serie im Stile dessen, was funktioniert - oder einen komplett anderen Ansatz zu wählen. Ob die erste Variante bezüglich der Quoten besser funktioniert hätte, kann heute niemand mehr sagen - qualitativ wurde in jedem Fall die richtige Entscheidung getroffen. Für „Star Trek“ hat die Serie eine ganz neue Welt ausgelotet - und das Universum in jeder Hinsicht bereichert. Dass es danach mit erneuten Raumschiff-Shows quotenmäßig nicht mehr besser wurde spricht Bände. Das Problem war bei Star Trek: Deep Space Nine nämlich eines ganz sicher nicht gewesen: die Qualität.

Ich, als es begann

Siebzehn Jahr, blondes Haar - naja, irgendwie so war es damals wohl. Zwischen Kind und Erwachsenem und durchaus am Beginn einer rebellischen Phase kam mir eine Serie über einen entlegenen, dreckigen und gefährlichen Ort, an dem eben nicht alles so rein und einfach ist gerade recht. Die philosophischen Ausführungen zwischen Sisko und den Wurmlochwesen waren mir damals definitiv zu hoch, auch die Vater/Sohn-Dynamik sowie Siskos Verlust ließen mich eher unbeeindruckt. Dennoch schien die Serie auch für das schlichtere, weil jüngere Gemüt ausreichend Stoff zu bieten. Denn es war Liebe auf den ersten Blick. Die Serie heute, mehr als zwanzig Jahre noch einmal neu zu entdecken, macht diese lange Verbundenheit umso spannender.

Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures
Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures

Dies & das

  • Wir bekommen hier Ereignisse aus der Schlacht bei Wolf 359 zu sehen, die in der Star Trek: The Next Generation-Doppelfolge The Best of Both Worlds thematisiert, aber nicht konkret gezeigt wurden.
  • Patrick Stewart erhält als Captain Picard und als Locutus einen Gastauftritt. Die Enterprise NCC 1701-D ist ebenfalls zu sehen (samt Brücke und Transporterraum).
  • Die Serie läuft in der Chronologie parallel zur den Geschehnissen aus der sechsten Staffel von Star Trek: The Next Generation, genauer gesagt beginnt sie kurz nach den Ereignissen aus Chains of Command.
  • Man hat in dieser Folge das Wurmloch bewusst noch aus dem Vorspann herausgehalten - allerdings sind die Soundeffekte schon integriert.
  • Quark (Armin Shimerman) trägt hier noch die Nase zur Schau, die für seinen Bruder Rom (Max Grodenchik) angefertigt wurde.
  • Chief O´Brien (Colm Meaney) wechselt mit dieser Episode von Star Trek: The Next Generation zu Star Trek: Deep Space Nine.
  • Ursprünglich war Michelle Forbes alias Ro Laren als bajoranische Hauptfigur an Bord der Station gedacht - da Forbes zu diesem Zeitpunkt keine feste Serienrolle übernehmen wollte, entschied man sich für eine neue Rolle (Major Kira) und eine neue Schauspielerin (Nana Visitor). Etwas Ähnliches passierte auch in Star Trek: Voyager, als man zwar Robert Duncan McNeill castete, sich aber nicht traute, ihn als Nicholas Locarno aus der Episode The First Duty zu besetzen sondern den neuen Charakter Tom Paris schrieb. Allerdings fand Ro Laren später doch noch den Weg nach DS9 - in der Romanreihe, die von Ereignissen nach Abschluss der TV-Serie erzählt - nebenbei ein großes Lesevergnügen.
  • Die Serie in der Nähe von Bajor spielen zu lassen war ursprünglich sogar wegen der gewünschten Einbeziehung von Ro Laren erdacht worden.
  • Bereits hier tauchten wichtige Nebenfiguren auf, die größtenteils bis zum Ende der Serie eine Rolle spielen sollten: Dukat, Nog, Rom, Morn, Jennifer und Opaka.
  • In der ursprünglichen deutschen Version fehlte die Verabschiedungsszene zwischen O´Brien und Picard, die in der DVD-Version aber neu synchronisiert enthalten ist. Gleiches gilt für die Sabotage der cardassianischen Sensoren durch Odo und O´Briens Tritt gegen eine Konsole.
  • Ein böser Fehler schlich sich in Bezug auf Siskos Vater ein - in einem Dialog heißt es "... mein Vater war ein hervorragender Koch". Natürlich ist Joseph Sisko quicklebendig und betreibt ein Restaurant. Eine Änderung in der Backstory des Captains, die wohl erst später vorgenommen wurde.
  • Regisseur David Carson war neben einigen weiteren Episoden vor allem auch für den siebten Kinofilm „Star Trek: Generations“ verantwortlich.
  • Im deutschen TV wird der Pilotfilm auch heute noch häufig als zweigeteilte Episode ausgestrahlt.

Die Synchronisation

Glücklicherweise für alle rein deutschsprachigen Trekker kann man Star Trek: Deep Space Nine im Gegensatz zu Star Trek: Voyager auf Deutsch ohne große Schmerzen anschauen. Siskos Stimme ist zwar oft zu glatt und beizeiten nicht dynamisch genug und wird somit dem grandiosen Avery Brooks nie gerecht - auch ist Kira deutlich zickiger als im Original und die deutsche Sprache erfährt von Zeit zu Zeit böse und unnötige Vergewaltigungen. Die anderen Darsteller sind jedoch durch die Bank weg gut getroffen und gesprochen, hier kann man dem Synchronstudio ausnahmsweise keinen großen Vorwurf machen.

Allerdings weiß jeder was jetzt kommt: wer kann, tue sich selbst einen Gefallen und  schaue die Serie im Original - Brooks, Siddig, Auberjonois, Shimerman, Robinson, Alaimo, Combs - zu viele gute Gründe, nicht auf grandiose Darsteller und ihre Stimmen zu verzichten.

Synchro-Anomalien

  • Jadzia wird von Sisko hier noch mit „Alter Knabe“ angesprochen - in späteren Folgen dann korrekt übersetzt mit „Alter Mann“.
  • Kira begann in der TV-Fassung dank der deutschen Synchronisation einen Logbucheintrag mit "Erster Offizier Nerys" - eher unmilitärisch, da es sich hier um den Vornamen der Bajoranerin handelt. Nebenbei sagt sie nicht mal Nerys, sondern irgendetwas wie "Norris". Von ihrem Temperament kann sie es mit Namensvetter Chuck sicher aufnehmen. Naja - Doppelt falsch hält eben besser. Für spätere Fassungen wurde dieser Fehler korrigiert.

Begegnungen

I suppose you want the office.“ - „I thought I'd say hello first, and then take the office, but we can do this in any order you'd like.“ - „Hello.“ (Kira & Sisko)

The Provisional Government is going to fall, and when governments fall people like me are the first ones shot.“ (Quark)

I'll be honest with you, Commander. I miss this office. I was not happy to leave it.“ - „Drop by any time you're feeling homesick.“ (Gul Dukat & Sisko)

Have we met before?“ - „We met in battle. I was on the Saratoga at Wolf 359.“ (Picard und Sisko)

Never trust an ale from a God-fearing people... or a Starfleet commander who has one of your relatives in jail.“ (Quark)

Our religon is the only thing that holds my people together.“ (Kira)

You know, I didn´t think I was going to like him.“ (Odo)

We are constantly searching, not just for the answers to our questions, but for new questions.“ (Sisko)

Good luck, Mr. Sisko.“ (Picard zu Sisko)

Ooh ... I love a woman in uniform!“ (Quark über Kira)

Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures
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Neulich an der Grenze zum Nirgendwo

Huch! Da schaltet man Mitte der 90er unbedarft die neue „Star Trek“-Serie ein und erwartet unbekannte Gesichter - und als erstes ertönt aus den Lautsprechern die vertraute Stimme von Captain Picard alias Locutus, der den Widerstand der Sternenflotte bei Wolf 359 als zwecklos erklärt.

Doch ist dies deswegen noch lange keine Serie über die Borg - und auch nicht über Captain Picard. Ein Zeitsprung von drei Jahren katapultiert uns nach einer actiongeladenen Sequenz dann doch recht schnell mitten hinein in die neue Welt der Raumstation Deep Space Nine.

Und was wir da sehen fühlt sich direkt wie ein klassischer Western an. Verbitterter, alleinerziehender Vater (Sisko) wird mit seinem halbstarken Sohn von seinen Bossen in den hintersten Winkel des bekannten Nirgendwo geschickt, um in einem Kaff für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Der Sheriff des Ortes regiert zwar bereits mit eiserner Hand, jedoch auch nach seinen eigenen Gesetzen. Der Barkeeper ist ein zwielichtiger Geselle, dem das Wort „legal“ absolut fremd ist. Die Einheimischen (Bajoraner), die jahrzehntelang von fiesen Plünderern (Cardassianer) ausgebeutet wurden, leben nur für ihre Religion und ihre Vertreterin ist auf Autorität nicht gut zu sprechen. So weit so old-school.

Die Anleihen bei klassischen Western hatte ja bereits die Vorgängerserien geprägt - nicht umsonst entstammt die Idee zum Namen „Star Trek“ aus der Metapher eines „wagon train to the stars“ wie Gene Roddenberry es beschrieb. Nun, nachdem man das All erkundet hat ist es im traditionellen Sinne nur logisch, die eroberten Gebiete auch zu besiedeln. Star Trek: Deep Space Nine ist somit in jeder Hinsicht eine absolut sinnige Fortführung des bekannten Themas.

Neben den notwendigen Aufräumarbeiten auf der Station, einem Besuch bei der spirituellen Führerin der Bajoraner samt Drehkörpererfahrung, der Ankunft weiteren Personals und dem ersten Anstandsbesuch der ehemaligen Besatzer des Planeten in Person von Gul Dukat steht besonders eines im Fokus der Handlung: die Entdeckung eines stabilen Wurmlochs in den Gamma-Quadranten. Eine Entwicklung, die für Bajor und auch die Station zu fundamentalen Veränderungen führen kann. In dieser Kürze lässt sich die erste Hälfte des Piloten zusammenfassen. Die zweite Hälfte fächert sich dann nicht mehr gar so breit auf - Sisko besucht die Wurmlochwesen und philosophiert mit ihnen in einer Milchsuppe schwimmend über Zeit und Raum, während Kira auf der Station die Initiative ergreift, um das Wurmloch für Bajor zu sichern. Man könnte sagen: so weit so gut. Schöne Folge. Bis nächste Woche. Doch ganz so einfach machen wir es uns heute dann doch nicht.

Denn wie keine andere Serie im „Trek“-Universum ist diese eine Show über ihre Charaktere, ihre Ecken und Kanten, ihre Sorgen und Nöte, ihre Vergangenheit und Zukunft. Sicher haben auch hier die Autoren über die Jahre nicht alles richtig gemacht und auch Widersprüche produziert, dennoch lohnt es sich ohne Einschränkung sich auf die vielfältigen Themen und Gefühlsregungen einzulassen die hier im Vorder- und Hintergrund produziert werden.

Und für diese stehen primär nun einmal die Protagonisten - ein guter Grund, das Rezensionspferd von dieser Seite aufzuzäumen.

Viele Köche, schmackhafter Brei

Eines wird relativ schnell klar - Benjamin Sisko ist kein typischer Sternenflottenkommandant. Nicht nur, dass er es wagt, seine Verbitterung über den Tod seiner Frau an Fan-Liebling Jean-Luc Picard auszulassen, er bietet dem offensichtlich kriminellen Barkeeper an, abseits der Föderationsgesetze zu agieren, wirft einen Jungen zu Erpressungszwecken in die Arrestzelle und lässt sich von der spirituellen Führerin der Bajoraner zum Abgesandten ernennen (auch wenn er hier natürlich noch nicht daran glaubt).

Dabei etabliert er sich als äußerst kreativer Problemlöser, als wortgewandter Mann zwischen hartem Hund und Sunnyboy. Ein liebevoller Vater, trauernder Witwer, frustrierter Sternenflottenangehöriger. Einen Mix, den Avery Brooks bereits hier sehr gut herüberbringt. Die oft geäußerte Kritik an seinem Spiel und seinem angeblichen Overacting kann ich weder hier noch später teilen - Sisko fühlt sich absolut echt an. Und im englischen Original erzeugt er mit seiner unnachahmlichen Stimme und der besonderen Art zu betonen auch nach 23 Jahren noch Gänsehaut bei mir.

Aber auch die anderen Schauspieler sind durch die Bank weg schon weit in ihrem Rollen versunken:

Armin Shimerman gibt den schmierigen Ferengi-Barkeeper mit einem hintergründigen Charme, der einfach fesselt. Nebenbei zieht er diese bisher fast durchweg lächerliche Spezies auf einen vollkommen anderen Level. Die echte Geburtsstunde der Ferengi sozusagen. Da fällt es nicht mal ins Gewicht, dass andere Ferengi hier noch deutlich eindimensionaler daherkommen.

Rene Auberjonois etabliert Odo bereits nach wenigen Minuten als absoluten Hardliner mit einem skurrilen Sinn für Humor. Sein Odo ist ein Außenseiter - optisch wie von seinem Gestus. Auch wird direkt auf seine ungeklärte Herkunft Bezug genommen. Viel Content für so wenig Zeit und ein derart großes Ensemble. Nana Visitor gibt die Kira in einer Mischung aus wildem Temperament und Zickigkeit - Charaktereigenschaften, die sich mit der Zeit abschwächen werden, die aber immer Teil ihres Weges bleiben werden. Kira ist hier ein wenig die DS9-Variante von Tasha Yar - ohne den Beschränkungen zu unterliegen, wie ein Sternenflottenoffizier handeln und denken zu müssen. Kiras Pathos und ihre Vehemenz ist vielleicht eine Spur „over the top“ - aber das ändert nichts an einer guten Performance von Visitor.

Terry Farrell darf die Trill Jadzia Dax erst später in der Folge ins Spiel bringen - besticht dann aber mit Selbstbewusstsein und Kompetenz. Zuweilen wirkt Farrells Spiel dabei etwas affektiert und überheblich, wenngleich sympathisch.

Auch Alexander Siddig alias Dr. Bashir stößt erst verspätet dazu. Außer einer jugendlichen Arroganz und Unbedarftheit gibt es hier noch wenig zu sehen - wobei Bashir in den Szenen auf dem Promenadendeck schon die Art von Klarheit und Kompetenz ausstrahlt, die man später oft von ihm sehen konnte.

Der bereits von der Enterprise bekannte Colm Meaney alias Chief O'Brien gibt den sympathischen Jedermann. Ein Kerl zum Knuddeln - handfest und authentisch. Der Wechsel auf die Station war für Meaney und die Serie ein Glücksfall. Cirroc Lofton hat als Jake immerhin eine Handvoll Szenen - in diesen überzeugt der Jungschauspieler mit Natürlichkeit.

Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures
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Aber auch die Gastdarsteller, die sich über die Laufzeit der Serie wie in keiner Inkarnation zuvor zu wertvollen Ergänzungen des Stammensembles entwickeln werden, lassen hier bereits aufhorchen. Marc Alaimo gibt den Gul Dukat mit einer Mischung aus innerer Ruhe und teuflischer Überlegenheit, dass es hier schon Gänsehaut verursacht. Besonders schön, wenn man die spätere Entwicklung des Charakters bereits kennt. Camille Saviola als Kai Opaka spielt die geistige Führerin der Bajoraner mit Würde, Energie aber auch einem hintersinnigen Charme, der Sympathie erzeugt. Felecia M. Bell als Jennifer Sisko ist eigentlich ja nur out-of-character zu sehen. In dieser Funktion aber durchaus überzeugend.

Und auch Nog (Aron Eisenberg) ist schon mit dabei, wenn auch kurz und wenig ergiebig - und sogar Morn (Mark Allen Shepherd) sitzt bereits an der Bar. War seine Beteiligung ursprünglich nur als Alien-Eye-Candy für den Pilotfilm gedacht, wurde daraus ein schweigsamer Running-Gag, der die ganze Serie andauern sollte.

Gaststar Patrick Stewart alias Captain Picard gibt obendrauf eine gewohnt souveräne Vorstellung - wirkt jedoch in seinen Szenen auch undefinierbar deplatziert. Sowohl im Konflikt mit Sisko (der ihn sehr kalt erscheinen lässt) als auch in der unbeholfenen Verabschiedung von O'Brien ist er nicht zu 100% der Picard, den man lieben gelernt hat. Pure Einbildung?

Die Serie baut hier früh ein Fundament auf seine Charaktere und verwickelt diese tief in die aufgeworfenen Konfliktherde im Storybereich. Wie keine andere „Star Trek“-Serie entsteht somit früh ein Geflecht aus Inhalt und Protagonisten. Eine starke Leistung der Autoren Piller und Berman, wobei Letzterer nach eigener Aussage vor einigen Jahren weniger Anteil daran hatte als lange angenommen.

Klar ist: Die Produzenten haben es sich nicht einfach gemacht - die klinische Reinheit innerhalb des Hauptcasts, die besonders bei Star Trek: The Next Generation oft ins Unrealistische abglitt, wurde konsequent auf den Kopf gestellt. In dieser neuen Serienwelt sind alle Farben vertreten, alle Nuancen zwischen weiß und schwarz. Angedeutet wird dies bereits hier durch einen Haufen an denkwürdigen Dialogen - ganz weit abseits von Friede-Freude-Eierkuchen.

Die Technik

Einfach kann ich es mir jedoch größtenteils bei der technischen Umsetzung machen. Hier wurde in allen Bereichen sehr gute Arbeit geleistet.

Die Kulissen heben sich wunderbar vom Sternenflotten-Standard ab und lassen uns sofort in diese neue, fremde Welt eintauchen. Die fiktive cardassianische Architektur empfinde ich auch nach über 20 Jahren noch als überzeugen und zeitlos schön. Quarks mehrstöckige Bar mit samt ihren skurrilen Besuchern muss den Vergleich zur berüchtigten Cantina-Szene aus „Star Wars“ nicht scheuen. Dazu die opulente Ops mit ihren hohen Decken und dem erhöhten Büro des Kommandanten - Maßarbeit. Eine HD-Umsetzung der Serie wäre ein Traum.

Die Effekte bewegen sich auf bekannt starkem Niveau, das Wurmloch ist wunderschön animiert, wenngleich im Innern vielleicht eine Spur zu schrill und bunt. Odos Morph-Effekt war damals für eine Serie eine tolle Leistung und überzeugt auch heute noch.

Punktabzüge gibt es für die etwas eintönige Musik - hier hätte man das Flair der neuen Show noch viel besser einfangen können. Damals fehlte in diesem Bereich vermutlich noch der Mut.

Außerdem wurde der Einsatz der Shaky-Cam in der Anfangssequenz an Bord der Saratoga doch arg übertrieben. Gut, dass sie nur einige Minuten dauert.

Aber apropos Anfangssequenz - endlich bekamen wir Jahre nach The Best of Both Worlds die Schlacht bei Wolf359 zumindest zum Teil zu sehen. Alleine dafür hat es sich trotz Wackelkamera schon gelohnt.

Der Rezensent erkennt Vorteile des Alters

Es ist faszinierend - als „Der Abgesandte“ Anfang 1994 das erste Mal im deutschen Fernsehen lief, war ich ganze 17 Jahre alt. Damals gefielen mir die Exotik, das Konfliktpotential und die ganzen coolen SF-Spielereien. Heute, mehr als 20 Jahre später, sehe ich den Pilotfilm ein weiteres Mal (aber natürlich nicht erst zum zweiten Mal) - doch heute bin ich selber glücklich verheiratet, Vater einer tollen Tochter. Mein Fokus, meine Verantwortung, mein ganzes Leben hat sich in diesen zwei Jahrzehnten einschneidend verändert.

Heute sehe ich in Sisko einen Mann, der seine geliebte Frau und die Mutter seines Sohnes auf schreckliche Art und Weise verloren hat. Ein Mann, der seitdem weiterlebt, ohne es wirklich zu können. Für seinen Sohn und weil das Leben es von denen die zurückbleiben verlangt. Die Wurmlochwesen fragen ihn wiederholt „Warum lebst du dann hier?“ in Bezug auf den Ort an dem Jennifer starb. Eine unglaublich kraftvolle, schmerzhafte und treffende Metapher für die unverarbeitete Trauer. Avery Brooks gelingt schon hier der Spagat zwischen energischen Anführer, Sunnyboy, liebevollen Vater und eben diesem von Schmerz zerfressenen, einsamen Mann. Die Szene, als er realisiert, dass sein Festhalten an Jennifers Tod genau so wenig linear ist wie die Existenz der Wurmlochwesen, spielt er mit Wucht und Tiefe aus. Hier kulminiert die ganze Charakterhandlung mit der Geschichte um die mysteriösen Bewohner des Wurmlochs in einer kurzen Sequenz, deren Relevanz mir damals in keiner Weise bewusst war.

Man lebt dort, wo man nicht bereit ist loszulassen - oder wo man irgendwann anzukommen bereit ist. Für Sisko galt vor seiner Versetzung ersteres. Doch nun kann auch für ihn eine neue, bessere Zeit anbrechen. Pures „Star Trek“. Toll!

An diesem Exkurs zur Natur der linearen Existenz wird mir auch wieder einmal bewusst, wie flüchtig Glück im Leben eines Menschen ist - und wie wertvoll.

Szenenfoto aus der Pilotepisode von %26bdquo;Star Trek: Deep Space Nine%26ldquo;. © Paramount Pictures
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Oft befindet man sich in seinem Leben an einem Punkt, wo eigentlich alles zu stimmen scheint. Gesundheit, Partner, Kinder, Job, finanzielle Sicherheit, Freizeit. Der Mensch jedoch neigt dazu, das Wörtchen „eigentlich“ übermäßig zu betonen. Die Suche nach dem Haar in der Suppe beginnt. Wo gibt es mehr? Was gibt es noch? War das schon alles? Wo kann ich hin? Natürlich ist es auch gerade dieser Drang nach Mehr, der die Menschen immer wieder weitergebracht hat - im Großen. Im Kleinen kann diese Haltung aber auch durchaus zum Nachteil sein. Denn: Was ist Glück? Wo beginnt Glück? Und wieviel braucht man? Natürlich muss das jeder selber entscheiden. Dennoch befürchte ich, dass zu vieles zu oft für zu selbstverständlich erachtet wird. Nicht umsonst verblassen viele Probleme erst, wenn eine schwere Krankheit ins Spiel kommt. Viel einfacher wäre es, sich ohne eine solche Lehre bewusst zu machen, dass jeder Tag mehr Chance als Last ist. Klingt einfach? Sicher. Aber an sich selbst oder seiner Wahrnehmung zu arbeiten ist schließlich jedermanns eigene Entscheidung - und schlicht und ergreifend auch nicht verboten.

Sisko hat mit dem Tod seiner Frau einen gewichtigen Teil seines persönlichen Glückes verloren - und konnte diese Lücke bisher verständlicherweise nicht füllen. Er wird sich an dem festhalten müssen, was ihm bleibt. Einem Sohn, der ihn an die Frau erinnert, die ihm genommen wurde. Doch auch das ist mehr Chance als Last. Oder kann es sein.

Es ist in jedem Fall ein mutiger Schritt gewesen, einen derartig vorbelasteten, zerrissenen Mann in diese Rolle zu schreiben. Ein starker, tiefsinniger, intelligenter, emotionaler, kompetenter und darüber hinaus farbiger Mann als zentrale Figur der Serie - irgendwie eben doch 100% Gene Roddenberry.

Eine Frage der Balance

Wenn man ein Wort finden müsste, um Siskos Dilemma zu verdeutlichen, wäre es Balance. Sein Verlust hat ihm die Balance geraubt, zwischen Karriere und Vaterrolle sich selber zu definieren und zu erhalten. Seine Trauer hat ihn an einen nicht realen Ort gekettet und ihn jahrelang nur noch stur irgendwie weitermachen lassen.

Doch nicht nur Sisko fehlt es daran. Auch Kira scheint durch ihre Erfahrungen im Kampf gegen die Cardassianer ihre innere Balance eingebüßt zu haben. Auch sie wirkt zerrissen und uneins mit sich, welche Richtung für sie und ihr Volk die richtige sein könnte. Sie wechselt zwischen kämpferisch und fatalistisch hin und her und scheint weder die richtigen Fragen noch die dazugehörigen Antworten zu kennen.

Odos Herkunft wird nur angedeutet - doch auch für ihn, der scheinbar nicht weiß, woher er stammt, dürfte die Suche nach einem Zuhause, einer Heimat, Gleichgesinnten eine Suche nach innerer Balance sein. Er hängt zwischen den Welten: der in der er lebt und der, die er nicht einmal kennt.

Geht man eine Stufe höher, landet man unweigerlich bei den Bajoranern als Volk. Ausgebeutet und verfolgt, unterdrückt und brutal unterworfen mussten sie die Besatzung der Cardassianer viel zu lange ertragen. Der Glaube hat das Volk lange zusammengehalten - doch jetzt, nach dem deren Abzug fehlt auch hier das Gleichgewicht. Es fehlt Führung und Vision.

Und global betrachtet ist Balance letztlich auch das Thema der ganzen Serie. Die Produzenten versuchen Charakterdrama mit Science-Fiction, Politik, Religion, Philosophie und Action zu paaren. Serial und Procedural in einem. Eine Mischform, die heute viel geläufiger ist als 1993. Und für „Star Trek“ war es damals ohnehin etwas Neues.

Der Rezensent goes meta

Zugegeben - mit all diesen Gedanken über Verlust, Glück und fehlende Balance habe ich mich weit vom offensichtlichen Inhalt des Pilotfilms entfernt. Zumindest oberflächlich. Dennoch erinnert mich mein Exkurs auch an etwas: „Star Trek“ ist es so oft gelungen, mich zum Nachdenken zu bringen. Über mich, die Welt und alles was mit mir und ihr zu tun hat. Und genau diesen Effekt erlebe ich aktuell beim Rewatch der verschiedenen Episoden aller Serien wieder. So denn: Man mag meine pseudo-philosophischen Ausflüge übertrieben oder deplatziert finden - mir jedoch gibt es ein gutes Gefühl, durch eine Unterhaltungssendung in meinen Ansichten herausgefordert zu werden. Damals wie heute. Und es freut mich, dass „Star Trek“ das immer noch zu leisten im Stande ist.

The Reviewer's wife

Eine große Freundin von Captain Picard wird sie nicht mehr werden, die Frau des Rezensenten. Hier wirkte er auf sie sogar noch unterkühlter und unsympathischer als sonst. Ersteres sicher nicht zu Unrecht. Für sie war er gar ein Fremdkörper zwischen den anderen Charakteren. Zur allgemeinen Erheiterung sorgte ihr Blick bezüglich der Badeklamotten der Siskos in den Strandszenen. Worauf Frauen so achten… Ansonsten fiel ihr Urteil mehr als positiv aus: viele interessante Themen, gute Schauspieler und Umsetzung. Das machte Lust auf mehr!

Gib dem Kind einen Namen

Besonders im Rückblick ist „Emissary“ der perfekte Titel für die Episode. Siskos Weg als Abgesandter der Propheten hat zwar ohne sein Wissen - und noch ohne Wissen der Zuschauer - bereits viel früher begonnen, für ihn jedoch ist dies hier der Startpunkt in ein neues Leben. Nebenbei ist Sisko auch der Abgesandte der Menschen im Kontakt mit den Wurmlochwesen. Odo ist sozusagen ein Abgesandter seines noch unbekannten Volkes. Kira ist Abgesandte der Bajoraner auf DS9. Da kann man am Titel nicht meckern. Die deutsche Übersetzung entschied sich für eine 1:1-Variante. Auch daran gibt es nichts auszusetzen.

Fazit

In einer virtuosen Mischung aus Charakterzeichnung, atmosphärischem Setting und verschiedenen Brandherden etabliert sich Star Trek: Deep Space Nine bereits hier als vollkommen eigenständige Kreation innerhalb des „Trek“-Franchise. Auch nach über 20 Jahren noch ein großes Vergnügen, das nur durch die etwas schwächere zweite Hälfte etwas abgebremst wird. Dennoch ganz klar der beste, weil mutigste, frischeste und ambitionierteste Pilotfilm aller „Star Trek“-Serien. Kudos!

Nächstes Wochenende geht es im Review-Countdown weiter mit den Pilotfilmen: Ein weiblicher Captain übernimmt das Kommando - und strandet ihr Schiff direkt irgendwo im Nirgendwo. Kein Wunder also, dass sie in Caretaker sofort den weit und breit einzig verfügbaren Indianer mit an Bord holt.

Hier geht es zu den Abstimmungen

Star Trek: The Original Series

Star Trek: The Next Generation

Star Trek: Deep Space Nine

Star Trek: Voyager

Star Trek: Enterprise

Übersicht zum Review-Countdown

Hier findet ihr die bisher erschienenen Reviews nach Serien sortiert:

Star Trek:

Review zu „Where no man has gone before“, die Pilotepisode von „Star Trek“

Star Trek: The Next Generation:

Review zu „Encounter at Farpoint“, die Pilotepisode von Star Trek: The Next Generation

Verfasser: Björn Sülter am Sonntag, 12. Juli 2015
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Star Trek: Deep Space Nine 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Der Abgesandte - Teil 1
Titel der Episode im Original
Emissary
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 30. Dezember 1992
Autoren
Cacey Riggan, Aaron Douglas, Cacey Riggan
Regisseure
David Carson, Jennifer Irwin, Jay Hilliker, Adam Revesz, Kiele Sanchez

Schauspieler in der Episode Star Trek: Deep Space Nine 1x01

Darsteller
Rolle
Rene Auberjonois
Odo
Terry Farrell
Cirroc Lofton
Colm Meaney
Nana Visitor

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?