S.O.Z. Soldiers or Zombies: The Breakout - Review der Pilotepisode

© .O.Z. Soldiers or Zombies (c) Amazon Prime Video
Die Amazon Studios winkten 2019 eine Serie aus Mexiko durch, deren vorläufiger Titel klang, als wäre der Algorithmus beim Versandhausriesen etwas eskaliert. Inzwischen wurde aus „Narcos vs Zombies“ der Achtteiler S.O.Z. Soldiers or Zombies (im Original: „S.O.Z. Soldados o Zombies“), doch an der Prämisse hat sich nichts verändert: Ein Drogenboss wird von einer Spezialeinheit gejagt, die von einem Zombievirus befallen wird. Warum auch nicht?
Wir haben für Euch The Breakout (1x1) gesichtet, die halbstündige Pilotepisode, die wie der Rest der Auftaktstaffel am vergangenen Freitag, den 6. August bei Amazon Prime Video erschien. Die ganze Season steht im spanischsprachigen Original zur Verfügung, aber leider nur mit englischen Untertiteln. Sobald es handfeste Informationen bezüglich einer deutschen Synchronisation gibt, erfahrt Ihr sie sofort bei uns...
Zu den Eckdaten der Serie noch: Erfunden wurde das Format von Nicolas Entel („Die Sünden meines Vaters“) und Miguel Tejada Flores („Screamers: The Hunting“). Und auch Scott Frost, der Bruder von Twin Peaks-Macher Mark Frost, ist als Autor daran beteiligt. Die Hauptrollen wurden mit Sergio Peris-Mencheta (Snowfall), James Moses Black (This Is Us), Fatima Molina (Wer hat Sara ermordet?) und Horacio Garcia Rojas (Narcos) besetzt.
Worum geht's?
Im Zentrum der Story steht der fiktive Schwerverbrecher Alonso Marroquin (Peris-Mencheta), den der argentinische Showrunner Entel offenbar nach dem Protagonisten seiner Pablo-Escobar-Doku „Die Sünden meines Vaters“, Sebastian Marroquin, benannt hat. In S.O.Z. Soldiers or Zombies ist Marroquin der berühmteste Drogenboss in ganz Mexiko. Im vermeintlich sichersten Käfig des Landes lebt er wie ein König und wird von seinen Mithäftlingen besungen und vom Gefängnisdirektor - natürlich nur rein zufällig sein Cousin - privilegiert behandelt.
Als dann aber der Auftrag kommt, Marroquin in eine US-amerikanische Strafanstalt zu verlegen, macht er sich doch lieber aus dem Staub. Denn bei den verhassten Gringos würde sicherlich ein anderer Wind wehen - und fliehen konnte er wohl sowieso schon immer. Zum Abschied gibt es noch eine politisch getränkte Rede, in der der Kriminelle den Spieß gegenüber dem Nachbarland im Norden umdreht und von einer Mauer träumt, die seine mexikanischen Brüder von den gewalttätigen Amerikanern abschottet. Aus seinem Witz wird bald ernste Realität...

Die Pilotepisode, die noch äußerst arm an Zombieaction ist, hat neben dem Fokus auf Marroquin noch eine Nebenhandlung zu bieten, in der die Entstehung des Virus erklärt wird. Den Ursprung nimmt die apokalyptische Katastrophe in einer Militärbasis der U.S. Army, wo eine Wunderdroge erfunden werden soll, die Soldaten zu schmerzlosen Kriegsmaschinen macht (ähnlich wie das Pervitin der Nazis). Dummerweise überlebt nur ein kleines Versuchsferkel die Behandlung und wird dann aus unerfindlichen Gründen in die Wildnis entlassen, wo sich die blutige Seuche bald ausbreitet.
Aus der offiziellen Inhaltsangabe wissen wir, dass die bösen kleinen Schweinchen auch die Spezialeinheit infizieren werden, die auf Marroquin angesetzt wurde. Dieser verschanzt sich derweil in einer luxuriösen Entzugsklinik mitten in New Mexico, also auf der US-Seite der Grenze. Wie strategisch die Zombiesoldaten ihn nun attackieren werden, bleibt abzuwarten. Der einzige menschliche Untote, den wir in der ersten Episode sehen (und auch die Ferkel) wirken jedenfalls recht ungelenk und beinahe lächerlich. Was vor allem an den visuellen Effekten liegt.
Wie ist es?
Alles in allem sollte man natürlich wissen, mit welchen Erwartungen man an eine Serie namens S.O.Z. Soldiers or Zombies geht. B-Movie-Action und platte Charaktere gehören einfach zum Programm. Wobei zumindest der zentrale Antiheld, der Drogenboss Maroquin, um dessen Leben wir bangen sollen, durchaus Charme versprüht. Anzurechnen ist das sicherlich der Ausstrahlung des Schauspielers Sergio Peris-Mencheta, der eine gute Besetzung zu werden verspricht.
Absichtlich komisch und geradezu clever ist die mexikanische Eigenproduktion von Amazon Prime Video, wenn sie politische Spitzen Richtung USA verteilt - bezüglich des sensiblen Themas Grenzschutz und der Trump'schen Fantasie einer riesigen Mauer, die sich in dem Zombieszenario nun tatsächlich auszahlen würde (jedenfalls für Mexiko). Aber auch die Art und Weise, wie das amerikanische Militär wegkommt, ist erheiternd, weil es sich um eine Betrachtung aus dem Ausland handelt.
Unfreiwillig komisch ist die Serie leider, wenn die Zombies zu sehen sind. Man kann nur hoffen, dass die Zombiesoldaten, mit denen es Maroquin zu tun bekommt, souveräner erscheinen als die tollwütigen Ferkelchen. An den Effekten ist einiges zu beanstanden, das sollte heutzutage einfach besser aussehen. Trotzdem wäre man vielleicht bereit darüber hinwegzusehen, wenn S.O.Z. Soldiers or Zombies über den Lauf der achtteiligen Auftaktseason unterhaltsam bleibt. Bei jeweils nur halbstündigen Folgen wirkt das Weiterschauen schon verlockend...
Hier abschließend der Trailer zur Amazon-Serie S.O.Z. Soldiers or Zombies:Hier kannst Du „S.O.Z. Soldiers or Zombies: Season 1“ bei Amazon.de kaufen