Soulmates: Review der Pilotepisode

© oulmates (c) AMC
Soulmates von AMC klingt nicht nur von der PrĂ€misse her wie eine Black Mirror-Episode (Hang the DJ, um genau zu sein), sie sieht auch wie eine aus. Die nicht weiter bestimmte, nahe Zukunft der Anthologieserie wirkt so clean wie die vermeintlich heile Welt der Folge Nosedive, die sich als sozialdarwinistische Dystopie entpuppte. Vielleicht auch, weil einer der Serienmacher am „schwarzen Spiegel“ mitgearbeitet hat. Dreh- und Angelpunkt ist hier nun eine noch neue Technologie der Firma Soul Connex, deren Seelenpartikeltest jeder und jedem die perfekte Person fĂŒr eine Liebesbeziehung ermittelt. Wie das Ganze genau funktioniert und ob die Methode so unfehlbar ist, wie alle behaupten, wird im Auftakt mit dem Titel Watershed noch nicht wichtig. Thema könnte es aber noch werden, denn obwohl pro Folge eine andere Beziehung beleuchtet wird, spielt sich die gesamte Serie (oder zumindest die erste Staffel) in derselben Welt ab, die von dem Test umgestaltet wird.
In der ersten Episode werfen wir einen Blick in die Ehe von Nikki (Succession-Star Sarah Snook), die seit mehreren Jahren recht glĂŒcklich mit Franklin (Kingsley Ben-Adir) verheiratet ist und auch Kinder mit ihm hat. Gemeinsam belĂ€cheln sie die grassierende Obsession mit dem ach so tollen Test und rollen mit den Augen, wenn sie auf die x-te kurzfristige Hochzeit eingeladen werden, die oft nur wenige Wochen nach dem ersten Kennenlernen ansteht. Nicht selten VermĂ€hlungen, fĂŒr die eigentlich intakte Beziehungen mit weniger passenden Leuten auf dem Altar der ultimativen KompatibilitĂ€t geopfert wurden. Ein Paar kann eine noch so innige Verbindung zueinander haben, sobald ein objektiver Test existiert, der unter UmstĂ€nden die Seelenverwandtschaft attestiert, fĂ€llt es den besten Beziehungskonstellationen schwer, sich nicht den wissenschaftlichen Beweis fĂŒr das groĂe GlĂŒck zu holen.

Widerwillig begleitet Nicole zunĂ€chst ihre beste Freundin Jenniffer (Dolly Wells) zu ihrem Testtermin, dessen Ergebnis tatsĂ€chlich zu einer Scheidung mit ihrem bisherigen Mann fĂŒhrt und auch ihr Ă€lterer Bruder Peter (Darren Boyd) hat kurz nach einer belastenden Trennung bereits neues GlĂŒck in einer durch den Test abgesegneten Beziehung gefunden. Umgeben von all dem Druck und all den Erfolgsgeschichten stellt Nicole sich angesichts von nur kleiner Streitigkeiten bald die Frage, ob sie wirklich glĂŒcklich mit ihrem Mann ist, ohne es schwarz auf weiĂ zu haben, oder ob sie sich nur mit dem zufrieden gibt, was sie hat. Was, wenn ein noch passenderer Partner bereits auf sie wartet? FĂŒhrt sie ihr #BestLife oder geht da noch was?
Wie bereits der Werbespot von Connex sagt, gibt es in der Welt „Soulmates“ eine Zeit vor dem Test und eine Zeit nach der alles verĂ€ndernden Erfindung, durch die Beziehungen, die organisch zustande gekommen sind, das Nachsehen haben oder sich zumindest mit Zweifeln auseinandersetzen mĂŒssen. So dauert es nicht lange, bis Nikki einen Monat nach ihrer Freundin ebenfalls einen Test in Auftrag gibt, wie wir bereits zu Anfang der Episode erfahren und somit mehr oder weniger wissen, wo die Reise hingeht. Doch, als sie ihren Mann am Ende der Episode mit dem Ergebnis konfrontiert, gibt es eine Ăberraschung...
Fazit
Soulmates ist ein gutes Argument dafĂŒr, dystopische Gedankenexperimente mit High-Concept-PrĂ€misse und Sozialkommentar eher in abgeschlossenen HĂ€ppchen zu servieren. Die Grundidee, die auf einem Kurzfilm der Serienschöpfer Will Bridges und Brett Goldstein basiert und offensichtlich die immer kalkuliertere Welt moderner Dating-Apps anprangert, ist schnell durchdrungen, wird aber innerhalb der ersten Stunde immer wieder aus unterschiedlichen Winkeln erklĂ€rt, ohne dass sich bis auf die schleichenden Zweifel der Hauptfigur viel tut. So fĂŒhlt sich der Auftakt recht ideenleer beziehungsweise unnötig lang an. Vielleicht hat man in den nachfolgenden Episoden etwas mehr mit der futuristischen Welt des fragwĂŒrdigen Beziehungstestes vor, doch im Gegensatz zu den knackigeren und inhaltsreicheren Black Mirror-MahnmĂ€rchen, ist „Soulmates“ auf den ersten Black keine groĂe Serienliebe.
Hier abschlieĂend noch der Serientrailer zur neuen AMC-Serie „Soulmates“: