Sophie Cross 1x01

© erienposter zur Serie Sophie Cross (c) ARD Degeto/ndF international Productions/Les Gens/Gardner & Domm/France TV/Sofie Gheysens
In der Serie Sophie Cross verliert ein Paar seinen Sohn. Er verschwindet spurlos in den DĂŒnen, die Polizei findet keine Hinweise. Mutter Sophie schmeiĂt alles hin und macht eine Ausbildung zur Ermittlerin. Wird sie irgendwann ihren eigenen Fall aufklĂ€ren können?
Wovon handelt die Serie Sophie Cross?
Es ist ein normaler Morgen im Strandhaus der Familie Cross. Mutter Sophie (Alexia Barlier) war schon in den DĂŒnen laufen, nun wacht der kleine Srtjur auf und möchte seinen roten Drachen steigen lassen. Doch Vater Thomas (Thomas Jouannet) muss zur Arbeit als Ermittler. AnwĂ€ltin Sophie geht mit dem Sohn raus, wird aber von einem dienstlichen Anruf kurz abgelenkt. Da ist der SechsjĂ€hrige verschwunden. Die Polizei macht sich sofort auf die Suche. Schnell wird festgestellt, dass es keine Anzeichen auf eine EntfĂŒhrung gibt und die Suche wird bis zum nĂ€chsten Tag abgebrochen.
WĂ€hrend ihr Mann versucht sie zu ĂŒberzeugen, dass sie den Sohn finden, geht Sophie ins Gericht, bricht jedoch mitten in ihrer Ansprache zusammen. Sie entscheidet, ihren Job als AnwĂ€ltin an den Nagel zu hĂ€ngen.
Wir treffen sie drei Jahre spĂ€ter wieder, in einer Selbsthilfegruppe fĂŒr verwaiste Eltern. Dort erzĂ€hlt sie, dass sie bald ihren neuen Job anfĂ€ngt. Kurz darauf lernt sie den Leiter des Ermittlungsteams der örtlichen Polizei kennen, Gabriel Deville (Cyril Lecomte), ihren neuen Chef. Der ist erst mal wenig begeistert von seinem neuen Teammitglied, wegen der hohen AbsĂ€tze, der Förmlichkeiten und auch, weil sie die Frau seines Vorgesetzten ist.
An ihrem ersten Tag stöĂt sie auch bei ihren neuen Kollegen Amina (Mariama Gueye) und Fred (Oussama Kheddam) auf Misstrauen, aber noch davor wird sie von Deville zum VieraugengesprĂ€ch gebeten. Er offenbart ihr, dass die Behörde die Ermittlungen in dem Verschwinden ihres Sohnes einstellen wird. Eine Viertelstunde, nachdem wir sie kennengelernt haben, ist sie nun statt AnwĂ€ltin eine Polizistin, die Beste ihres Jahrgangs.
WÀhrend Fred versucht ihr zu helfen, zeigt Amina recht unverhohlen ihren Missgunst, dass die Frau des Chefs es ins Team geschafft hat, wÀhrend sie selbst sich jahrelang hocharbeiten musste.
Doch viel Zeit zum Schmollen bleibt nicht, denn Amina, Fred und Sophie mĂŒssen gemeinsam zum Einsatz. Nach einem Autounfall ist eine Leiche im Kofferraum eines Autos gefunden worden.
Amina schickt Sophie alleine zur Untersuchung der Leiche, wÀhrend sie den leicht verletzten Fahrer des Wagens verhört. Dabei handelt es sich um einen bekannten Kleinkriminellen und der Tote ist ein wohlhabender Chirurg. Der Fahrer gibt an, sie in seinem Auto vorgefunden zu haben und wollte sie schnell entsorgen - aus Angst, dass man sie bei ihm findet.
Sophie glaubt aufgrund des TĂ€terprofils an die Unschuld des Fahrers und sagt ihre Meinung auch im Team. Die anderen wollen derweil weiter verhören. Gemeinsam mit dem Chef fĂ€hrt Sophie zu der Frau des Toten und mischt sich gegen die Anweisungen Devilles ins GesprĂ€ch ein und vergibt damit eine Chance auf eine Verhörtaktik. Als sie auch zurĂŒck in der Polizeistation weiterhin versucht, sich Gehör zu verschaffen, schickt Deville sie nach Hause, wĂ€hrend er, Amina und Fred weiter ermitteln.
Mit ihrem Freund Alain aus der Selbsthilfegruppe bespricht sie ihren ersten Arbeitstag und bekommt den Rat, dass - auch wenn sie lacht oder sich um andere Dinge kĂŒmmert - das nicht bedeutet, dass sie ihr Kind vergessen hat.
Zu Hause stellt sie fest, dass Thomas das Team angewiesen hat, ihren Sohn nicht zu erwĂ€hnen, woraufhin Sophie ihm sagt, dass sie keine Sonderbehandlung wĂŒnscht. Die Ehe der beiden scheint liebevoll, ist aber deutlich von der Trauer und der Verzweiflung gezeichnet. Thomas legt sich schlafen, wĂ€hrend Sophie beginnt, in ihrem eigenen Fall zu ermitteln.
Am nĂ€chsten Tag verhören Amina und Fred die Frau des Kleinkriminellen. Sophie kommt zu spĂ€t und hat eine Idee fĂŒr das Verhör. Sie erzĂ€hlt dem Kleinkriminellen eine Geschichte aus ihrer Zeit als AnwĂ€ltin, die ihn dazu bringt, aus Versehen zuzugeben, dass er die IdentitĂ€t des Toten in seinem Kofferraum kannte. WĂ€hrend das Team den Mörder fangen muss, mĂŒssen sie auch ihre internen Querelen in den Griff kriegen. Beides scheint zwischendurch Ă€hnlich aussichtslos.
Wie kommt es rĂŒber?
Sophie Cross ist die Art von Serie, die irgendwie auf störende Art und Weise am Rande der RealitÀt entlang wandert. Gerade mal 15 Minuten Zeit nehmen die Serienmacher sich, um die traumatische Vorgeschichte zu erzÀhlen.
Obwohl sie dann extra die drei JahressprĂŒnge einfĂŒhren, um Sophie fĂŒr ihre Ausbildung Zeit zu geben, legen sie alles daran, es so wirken zu lassen, als ob sie ins kalte Wasser springt. Wo sie die Ausbildung gemacht hat, bleibt rĂ€tselhaft. Wieso alle annehmen, dass sie nichts ĂŒber das Leben als Ermittlerin weiĂ, trotz Ausbildung und Ehe mit einem Cop, ebenfalls.
Fortan setzen sie alles daran, zu zeigen, dass Sophie eine hervorragende Ermittlerin ist und stolpern ĂŒber das Dilemma, das viele Krimiserien mit dieser PrĂ€misse haben: Was genau ist eigentlich ein guter Ermittler?
Ihre Verhörtaktik ist es, dem VerdĂ€chtigen eine erfundene Geschichte aus ihrer Zeit als AnwĂ€ltin zu erzĂ€hlen, die einen unheimlich billigen Punkt macht. Offenbar mehr zufĂ€llig als alles andere gibt der Verhörte anschlieĂend zu, die IdentitĂ€t des Toten doch gekannt zu haben. SpĂ€ter findet sie eine alte Anzeige gegen den Toten, die sie irgendwie seltsam stolz dem Team prĂ€sentiert - wofĂŒr es aber keinen Grund gibt, hat sie doch lediglich das Minimum ihres Jobanspruchs erfĂŒllt.
Wichtiger als das ist den Autoren ohnehin das BauchgefĂŒhl. Schon nachdem sie drei Minuten des ersten Verhörs beobachtet hat, tut Sophie kund, an die Unschuld des VerdĂ€chtigen zu glauben. Da sie dafĂŒr keine Beweise anfĂŒhren kann, wirkt es eher wie Voreingenommenheit, dass sie ganz deutlich einseitig weiterermittelt, immer die Unschuld des Mannes im Blick.
In der Einzelheit kommen solche Sachen wohl in jeder Krimiserie mal vor - man darf keine Abbildung der RealitĂ€t erwarten. In der Masse wie in „Sophie Cross“ sind die Seltsamkeiten jedoch ausnehmend störend. Vor allem, weil viele davon vermeidbar wirken, ohne dass sie die Geschichte gestört hĂ€tten.
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Freitag, 21. Mai 2021(Sophie Cross 1x01)
Schauspieler in der Episode Sophie Cross 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?