Solar Opposites: The Matter Transfer Array - Review der Pilotepisode

Solar Opposites: The Matter Transfer Array - Review der Pilotepisode

Wem Rick and Morty nicht genug ist, der kriegt mit Solar Opposites von Hulu nun noch eine B-Seite der abgedrehten Animationsserie geboten. Ernsthaft Konkurrenz machen kann das neue Format dem Original allerdings nicht...

Serienposter von Solar Opposites (c) Hulu
Serienposter von Solar Opposites (c) Hulu
© erienposter von Solar Opposites (c) Hulu
Es sind wahrlich gute Zeiten für Fans von Rick and Morty und der sogenannten adult animation im Allgemeinen: Nachdem das zügellose Sci-Fi-Spektakel von Dan Harmon (Community) und Justin Roiland („Adventure Time“) vor einer Woche mit der zweiten Hälfte der vierten Staffel zurückkehrte, erschien bei Hulu nun auch noch ein weiteres Werk der Serienmacher beziehungsweise von Roiland und Kollege Mike McMahan (Star Trek: Lower Decks). Die Rede ist von Solar Opposites, das am Freitag, den 8. Mai die Premiere der achtteiligen Auftaktstaffel zelebrierte.

Worum geht's?

Solar Opposites singt das alte Lied: Vier Aliens, nämlich Korvo (Roiland), Terry (Thomas Middleditch, Silicon Valley), Yumyulack (Sean Giambrone, The Goldbergs) und Jesse (Mary Mack, Golan the Insatiable), sind vor etwa einem Jahr auf der Erde gestrandet, nachdem ihr eigener Heimatplanet Shlorp durch einen Asteroiden vaporisiert wurde. Während Korvo Tag und Nacht daran arbeitet, das Raumschiff wieder in Gang zu kriegen, um die unterentwickelte Menschenspezies schnellstmöglich hinter sich zu lassen, macht es sich der Rest längst gemütlich auf dem Gastglobus. Schließlich schafft es Terry mithilfe der Kindersendung „Funbucket“ Korvo für einen längeren Aufenthalt zu erwärmen.

Im flauschigen Alf-Verschnitt Funbucket, gesprochen von „SpongeBob“-Star Tom Kenny, erkennt Korvo sich selbst wieder, vor allem, was seine Abneigung gegenüber den Homo sapiens sapiens angeht. Als er dann aber herausfindet, dass die Figur nur fiktiv ist, stürzt er in eine sogar noch tiefere Krise. Im Wahn eines wahrhaft verrückten Wissenschaftlers kreiert er sich ganz einfach seinen eigenen Funbucket. Doch natürlich wendet sich die Kreatur schnell gegen ihren Schöpfer...

Im Nebenhandlungsstrang schlagen sich Yumyulack und Jesse mit gemeinen Mitschülern herum, die die beiden minderjährigen Außerirdischen wegen ihrer Andersartigkeit ins Visier genommen haben. Doch auch die Lehrer und der Rektor sind den „Freaks“ nicht gerade wohlgesonnen. Dennoch ist es natürlich dumm, sich mit jemandem anzulegen, der einem technologisch mehrere Jahrzehnte voraus ist. Vor allem die Schulhofschlägerin Lydia (Gideon Adlon) lernt diese Lektion, als sie mit einem Schrumpfstrahler attackiert und später noch mit Cola Light lobotomiert wird. Wie gesagt, das alte Lied.

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Rein mit Blick auf den Inhalt könnte sich The Matter Transfer Array, die Pilotepisode von Solar Opposites, also tatsächlich nahtlos in Rick and Morty einreihen. Intergalaktische Abenteuer und schreiend komische Tabubrüche stehen auf der Tagesordnung. Und auch stilistisch sind sich die zwei Animationsserien sehr ähnlich. Was die Sprechstimmen der jeweiligen Protagonisten angeht, also Korvo respektive Rick, könnte Roiland vielleicht sogar darüber nachdenken, sich selbst zu verklagen. Ein Rip-off sondergleichen, zumal die Figuren auch charakterlich wie Zwillinge erscheinen.

Auch visuell erkennt man ganz klar Roilands Handschrift wieder, wobei Solar Opposites den Nachteil hat, dass sich Korvo, Terry, Yumyulack und Jesse optisch kaum unterscheiden. Immer wieder muss man sich daran erinnern, dass Korvo der blaue Alien ist und Terry der grüne. Frisuren oder Hüte könnten bei der Unterscheidung vermutlich helfen. Immerhin trägt Terry ein sehr witziges Fanshirt von Law & Order-Produzent Dick Wolf. Oh ja, er ist wirklich unter den Menschen angekommen...

Ein Vorteil von Solar Opposites im Vergleich zum Vorbild Rick and Morty könnte darin liegen, dass Korvo längst nicht so viel rülpst wie sein Konterpart Rick. Diese akustische Entschärfung könnte einigen den Einstieg leichter machen. Andererseits ist die allererste Episode des Serienneustarts auch so schon ziemlich derbe. Sehr viel Gore, Gewalt und nicht ganz jugendfreie Sprache kommen zum Einsatz. Aber auch das gehört zum Markenzeichen von Justin Roiland, der in seinen frühen Tagen noch viel krassere Sachen produziert hat. Es sagt schon viel über einen Mann aus, wenn er ausgerechnet von einem Dan Harmon gezähmt werden musste. Das ist so, als würde ein Stier ein Nashorn domptieren.

Fazit

Alles in allem werden sich Rick and Morty-Fans mit dem jüngsten Werk von Justin Roiland aller Wahrscheinlichkeit nach sehr wohl fühlen, falls es von Hulu überhaupt den Weg nach Deutschland findet. Einigen könnte Solar Opposites möglicherweise sogar zu nah am Vorbild orientiert sein. Auf Augenhöhe befinden sich die zwei Formate aktuell noch nicht, zumal der Neustart bislang noch etwas wirklich Eigenes vermissen lässt. Trotzdem ist man vorsichtig optimistisch, dass auch aus diesem Serienbaby eines Tages etwas ganz Besonderes werden könnte. In diesem Sinne: Bingo bango!

Hier abschließend der Trailer zur Animationsserie Solar Opposites:

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