Smash 1x01

Smash 1x01

Mit Smash startet heute beim US-Sender NBC die nächste Dramaserienhoffnung. Die Serie, in der ein Musical über die Schauspiel-Ikone Marilyn Monroe hergestellt werden soll, hat zumindest die besten Voraussetzungen, um ein Hit zu werden. Ein Review.

Der Cast von „Smash“ / (c) NBC
Der Cast von „Smash“ / (c) NBC

Die Voraussetzungen für Smash könnten kaum besser sein. Sie läuft auf NBC, dem zugegebenermaßen heftig strauchelnden viertplatzierten US-Network, dafür aber hat der Sender dieses Jahr die Rechte an der Superbowl-Ausstrahlung inne, bei dem man Neustarts perfekt bewerben kann. Und auch wenn die Ehre des Post-Superbowl-Spots dem Gesangswettbewerb The Voice gebührt, rührte man im Vorfeld doch kräftig die Werbetrommel und veröffentlichte den Serienpiloten sogar vorab kostenlos über iTunes und ähnliche Kanäle. Immerhin läuft die Serie im Tandem mit „The Voice“ und kann von den wahrscheinlich guten Quoten profitieren. Das hat „Smash“ auch verdient, denn hierbei handelt es sich vielleicht um einen der besten Dramaserienpiloten des Senders der letzten fünf Jahre.

Inhalt der Pilotepisode von „Smash“

Smash handelt von Träumen und Träumenden, von Chancen und Chancensuchenden und von Menschen, die es anderen und sich selbst beweisen wollen, dass sie andere durch ihr Talent verzaubern können.

Karen (Katharine McPhee, ehemalige Finalistin bei American Idol), ein Mädchen aus Iowa, träumt davon, einmal eine große Rolle in einem Musical zu ergattern. Doch bei ihren bisherigen Vorsprechen wird sie oft mit Nichtbeachtung bestraft. Ivy (Megan Hilty) spielt bereits in einem Bühnenstück mit, doch ist dort eher Hintergrundtänzerin und möchte nun Größeres erreichen. Beiden bietet sich bald eine Chance dazu.

Tom (Christian Borle) ist auf der Suche nach dem nächsten großen Wurf. Mit seiner Autorenpartnerin Julia (Debra Messing) denkt er über neue Ideen nach, obwohl Julia, die kurz davor ist ein Kind zu adoptieren, eigentlich eine Pause von ihrem stressigen Beruf nehmen wollte. Doch am Broadway sind derzeit Musicals der Hit, die auf Filmen oder bekannten Figuren beruhen und es scheint, dass vieles bereits gemacht wurde. Was also tun?

Mithilfe seines neuen Assistenten Ellis (Jaime Cepero) kommen sie auf die Idee, einen ersten Entwurf für ein Musical, in dem Marilyn Monroe im Mittelpunkt steht, zu entwickeln. Zunächst sind sie skeptisch, denn Marilyn ist derzeit in aller Munde. Je länger Julia darüber nachdenkt, desto mehr sagt ihr die Idee zu. Doch hält ihre Ehe diese Strapazen aus?

Trotz allem wird ein erster Song geschrieben, der durch Ellis seinen Weg ins Internet findet - und das lange bevor er auch nur ansatzweise freigegeben wird. Somit tauchen ihre Bemühungen vorzeitig auf dem Radar von Kritikern und Bloggern auf, was zunächst zum Hinterfragen des Projekts führt. Als jedoch das Feedback positiv ist, wird ihre Motivation, mit dem Plan voranzuschreiten, gestärkt. Und auch Produzenten wollen ein Stück vom Kuchen abhaben, solange er noch warm und unberührt ist.

Bald wird der Kontakt mit der Produzentin Eileen (Anjelica Huston) aufgenommen, die sich in einer komplizierten Scheidung befindet und darum nicht so ressourcenreich wie früher ist. Mit dem erfahrenen Theaterregisseur Derek Walsh (Jack Davenport) steht außerdem ebenfalls ein Kandidat in den Startlöchern. Blöd nur, dass Tom und Derek sich seit ihrer letzten Zusammenarbeit nicht mehr verstehen. Doch seine Beispiel-Choreograhie für einen Song lässt dem Team keine andere Wahl, als den pompösen und von sich selbst überzeugten Derek doch ins Boot zu holen. Nun fehlt eigentlich nur noch ein Star, der Marilyn Monroe so verkörpert, wie sich die Beteiligten es vorstellen.

Dabei tun sich Karen und Ivy hervor und spalten die Lager. Beide verfügen ohne Frage über Qualitäten, die grundverschieden, aber eben doch perfekt zu Marilyn passen. Auf wen die Wahl im Endeffekt fällt, wird der weitere Verlauf der Serie zeigen.

To Glee or not to Glee

Sobald jemand eine Serie, in der Gesang auftaucht, produziert, muss man derzeit einen Vergleich mit der FOX-Serie Glee in Kauf nehmen. Doch wie im Vorfeld versichert wurde, besetzt Smash eine andere Nische. Der Fokus liegt eindeutig mehr auf der Handlung und dem Produktionsprozess des Musicals und den dabei entstehenden Problemen für die Charaktere. Wenn jemand singt, dann ist das die Übung für ein Vorsingen oder das Vorsingen selbst und anders als bei „Glee“ verkommen die Performances nicht zu gewaltigen Spektakeln. Sofern man das bereits durch die Pilotepisode beurteilen kann, wirken die Stimmen reifer und professioneller. Dies erscheint sinnvoll, schließlich handelt es sich hier um Profis, die ein Broadway-Musical auf die Beine stellen wollen.

Erfrischend ist zudem, dass die Protagonisten etwas älter sind und somit Highschool-Probleme wahrscheinlich ausgeschlossen sind. Vielmehr ist bereits erkennbar, welche Konflikte wohl im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel die Frage, ob Julia neben dem Musical Zeit für ihre Familie und die mögliche Adoption findet oder ob sie an der Herausforderung zerbricht.

Ob Karen den Versuchungen, die der potentielle Beruf mit sich bringt, widerstehen kann und wie sich das auf die Beziehung mit ihrem Freund Dev (Raza Jaffrey) auswirken wird. Schließlich wird er als verständnisvoll und ihren zweifelnden Eltern gegenüber als große Unterstützung dargestellt. Und dann erscheint sie mitten in der Nacht beim Regisseur? Oder erliegt sie womöglich im Laufe der Zeit doch den Avancen von Derek?

Wird Ivy den Konkurrenzkampf mit der unerfahrenen Karen meistern oder nimmt sie es hin, eventuell nur die zweite Geige zu spielen? Wie sich die Scheidung von Eileen auf ihre Kompetenzen als Produzentin auswirkt und wie sich Ellis als Assistent entwickelt, sind mit Sicherheit weitere Handlungsstränge.

Potential für weitere Geschichten ist auf jeden Fall für die 15 nächsten Episoden vorhanden. Doch kann man diesen Stoff auch auf mehrere Staffeln ausdehnen? Würde es dann bei einer möglichen dritten oder vierten Season um andere Musicals gehen?

Fazit

Ernster als die Konkurrenz, aber immer noch beschwingt produziert und mit Sängerinnen bestückt, die sowohl mit Gesangstalent als auch Charme gesegnet sind, machen den Serienpilot zu „Smash“ zu einem sehenswerten Ganzen für Serienjunkies mit Vorliebe für vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Erzählungen. Es besteht noch etwas Luft nach oben, aber der Start ist bereits reichlich vielversprechend. Und irgendwie ist NBC auch mal wieder ein Erfolg im Dramabereich zu wünschen.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 6. Februar 2012
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Smash 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Das neue Musical
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 6. Februar 2012 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 3. Januar 2013
Autor
Lisha Ashford
Regisseur
Michael Mayer

Schauspieler in der Episode Smash 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?