How We Roll: Review der Pilotepisode

How We Roll: Review der Pilotepisode

In der neuen CBS-Sitcom How We Roll versucht sich der sympathische Crashing-Star Pete Holmes als Profi-Bowlingspieler und Familienvater. Die Serie wählt den Weg des geringsten Widerstands und rollt gut los...

Pete Holmes in der Serie How We Roll (c) CBS
Pete Holmes in der Serie How We Roll (c) CBS
© ete Holmes in der Serie How We Roll (c) CBS

Pete Holmes ist einer der ungewöhnlichsten Stand-up-Komiker Amerikas: Während viele auf der Bühne immer derber werden, besinnt er sich auf christliche Werte und Nettigkeit. Das klingt zunächst vielleicht ein bisschen eklig, aber Holmes gelingt es trotz seiner braven Ausstrahlung, nicht langweilig zu wirken. Seine liebenswürdige und lustige HBO-Comedyserie Crashing dürfte alle überzeugt haben, die das Glück hatten, sie in der Nische zu finden (hier unsere Kritik zum Serienstart 2017).

Dank CBS wird Holmes nun auch einem größeren Publikum bekannt. In der neuen Multi-Kamera-Sitcom How We Roll (fka „Smallwood“) spielt er einen Familienvater, der sich als Profi-Bowlingspieler versucht. Kreiert wurde das Format, das nun seine Pilotepisode präsentiert hat, von Mark Gross (Man with a Plan, Mike & Molly). Die Inszenierung übernahm der erfahrene Fernsehveteran Mark Cendrowski (The Big Bang Theory, Young Sheldon). Von Holmes' speziellem Sinn für Humor spürt man im Auftakt leider nur wenig, obwohl seine Art durchaus Network-verträglich gewesen wäre...

Worum geht's?

How We Roll“ basiert tatsächlich auf wahren Ereignissen. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Tom Smallwood, der mehrere Bowling-Weltmeisterschaften gewann (die übrigens mit bis zu 100.000 Dollar dotiert sind). Zum Start der Serie lernen wir Tom (Holmes) jedoch an seinem Tiefpunkt kennen: Nachdem er überraschend seinen Job in einer Autofabrik verliert, muss seine Frau Jen, gespielt von Katie Lowes (Inventing Anna), allein für die Familie sorgen. Dazu gehören auch der kleine Sohn Sam (Mason Wells) und Toms Mutter Helen, gespielt von Julie White („Grace Under Fire“).

Helen hat Tom zu dem Mann gemacht, der er heute ist: ein guter Familienvater, der aber vielleicht zwei, drei langweilige Lebensentscheidungen zu viel getroffen hat. Sein Freund Archie, gespielt vom einzigartigen Charmebolzen Chi McBride (Pushing Daisies, Hawaii Five-0, Boston Public), weist ihn schließlich darauf hin, dass in seiner Entlassung eine Chance stecken könnte. Denn Tom könnte nun endlich sein Hobby zum Beruf machen, indem er eine professionelle Bowling-Karriere anstrebt. Gut genug sind seine Leistungen bereits.

How We Roll
How We Roll - © CBS

Erfrischend ist, dass der Serienmacher Gross in der folgenden Diskussion zwischen Tom und seiner Frau nicht zum erwartbaren Sitcom-Klischee neigt und sie zur nörgelnden Spaßbremse macht. Sie inspiriert Tom sogar vielmehr dazu, diesen riskanten Schritt zu gehen. Denn er sei es seinem Sohn schuldig, seine Träume nicht so einfach abzuschreiben. Doch Mutter Helen dringt ebenfalls zu ihm durch, indem sie ihm zur Nummer Sicher rät, also den erstbesten „echten“ Job anzunehmen. Weil wir schon wissen, dass die Bowling-Karriere auch wirtschaftlich der beste Schritt sein wird, können wir ganz entspannt zuschauen und uns auf Toms erste Erfolge freuen.

Wie ist es?

Dieses Gefühl nicht vorhandener Probleme zieht sich durch den gesamten Pilot. How We Roll ist eine glatte Bowling-Kugel, die ganz sanft über die Bahn rollt. Auch an politischen Kontroversen ist die Serie völlig uninteressiert, genauso bleibt der Humor familienfreundlich - obwohl man sich ein bisschen mehr Hilfe vom Hauptdarsteller Holmes hätten holen können, damit die netten Witze wenigstens lustiger sind (was wie gesagt zu seinen selten Talenten gehört). Ob die CBS-Sitcom mit ihrem auffällig runden Auftakt tatsächlich zum Strike wird, bleibt noch abzuwarten. Für meinen persönlichen Geschmack wirkt sie ein bisschen zu glatt.

Trotzdem steckt Potential in dem Format, allein weil der Mikrokosmos Bowling so viel hergeben könnte und zudem noch ziemlich unerforscht erscheint. Auch das örtliche Setting im Mittleren Westen, wo die Menschen vielleicht ein bisschen konservativer denken als an den liberalen Küsten, könnte aus der politischen Desinteressiertheit eine Art Versöhnlichkeit gewinnen - wie man sie von der ABC-Comedy The Conners kennt (obwohl diese ja alles andere als unpolitisch ist). Bei „How We Roll“ haben wir es einfach mit guten Menschen zu tun, der Rest ist nicht so wichtig.

Am meisten Sprengkraft in der Serie lässt sich anfangs beim Generationskonflikt von Tom und seiner Mutter erkennen. Hier könnte „How We Roll“ durchaus was Interessantes zu sagen haben, wobei das Wissen um den künftigen Erfolg vom Toms verrückter Lebensentscheidung die Sache leider schon entschärft. Doch Pete Holmes hat als Schauspieler notfalls auch genug zu bieten, um den Konflikt ganz mit sich auszutragen. Tom scheint selbst sein größter Skeptiker zu sein.

Alles in allem ein Serienstart, dem es immerhin gelingt, niemanden zu verärgern. Wirklich die Werbetrommeln rühren, will man für so ein Format aber nicht. Ich persönlich habe nach einer Folge genug gesehen und schau lieber nochmal Holmes' selbstgeschriebene HBO-Serie Crashing, die wirklich was Eigenes hatte...

Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur gerade neu gestarteten CBS-Sitcom How We Roll:

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