Single Drunk Female: Review der Pilotepisode

© er Cast der Serie Single Drunk Female auf einem Serienposter (c) Freeform
Der US-Sender Freeform bringt mit Single Drunk Female eine 20-minütige Dramedy auf die Mattscheibe, die ziemlich düstere Züge und statt Gags vor allem mit emotionalen Momenten punkten will. Gelingt dieser Spagat in der Pilotepisode?
Wovon handelt die Serie Single Drunk Female?
Sam (Sofia Black-D'Elia) ist eine 28-jährige Redakteurin in New York, die zu Beginn der Serie Single Drunk Female einen ziemlich öffentlichen Zusammenbruch erlebt. Als sie - wie üblich zu spät und alkoholisiert - bei der Arbeit erscheint, erwartet ihr Chef sie, um ihr ins Gewissen zu reden. Sie weigert sich jedoch, sowohl Hilfe als auch die Kündigung anzunehmen und verletzt ihren Chef schließlich aus Versehen so, dass sie vor Gericht landet.
Nach einem 30-tägigen Aufenthalt in einer Entzugsklinik holt ihre Mutter sie ab. Denn in New York hat sie nun nichts mehr verloren, stattdessen empfängt ihre Heimat, eine Kleinstadt, sie mit mehr oder weniger offenen Armen. Ihre Mutter ist vor allem mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, versucht sich aber auch im Grenzenziehen im Umgang mit der alkoholkranken Tochter. Die wiederum zieht mit ihrer Freundin Felicia (Lily Mae Harrington) durch die Bars. Die ersten Vorsätze aus dem Entzug fallen schnell und als der Pegel richtig hoch ist, sieht Sam die neue Freundin ihres Exfreundes auf der Tanzfläche. Brit (Sasha Compere) stellt sich den beiden betrunkenen Frauen, denn, wie wir erfahren: Auch sie hat eigentlich eine freundschaftliche Vergangenheit mit Sam selbst. Und sie versucht auch jetzt noch, die Wogen zu glätten und ihr näherzukommen. Doch Sam blockt auf ganzer Linie ab.
Es kommt, wie es abzusehen war: Sam landet im Knast, von welchem aus sie Olivia (Rebecca Henderson) anruft, die sie kurz vorher bei einem für Sam verpflichtenden Treffen der Anonymen Alkoholiker kennengelernt hatte. Die kompetente Frau wird ihre Sponsorin und ist außerdem selbst seit zehn Jahren trocken und mittlerweile eine erfolgreiche Journalistin, wie Sam erst später erfährt.
Die Zeichen auf eine Besserung stehen am Ende der Pilotepisode also gar nicht mal so schlecht. Vor allem, weil Sam auch mit James (Garrick Bernard) noch einen attraktiven love interest reingereicht bekommt: sexy und schlauer Exalkoholiker aus dem AA-Treffen, mit dem Sam schon mal im trunkenen Zustand gemeinsam abgestürzt war.
Wie kommt es rüber?
Gags jeder Art sucht man in der Pilotepisode mit der Lupe. Die Serienmacher versuchen offenbar, bewusst darauf zu verzichten, das Leben mit der Flasche durch zu viel Komik zu glorifizieren. Ebenfalls auffällig ist, dass sie uns zumindest im Auftakt die eigentlichen Treffen der Anonymen Alkoholiker vorenthalten. Wir begleiten Sam durch die Zwischenstationen, den Alltag mit der Mutter in der Wohnung, die Treffen mit ihrer Bewährungshelferin, den ersten Absturz.
Das funktioniert erst mal auch gar nicht schlecht, Sam stellt sich der Herausforderung, zunächst gezwungenermaßen, dann immer einsichtiger. Das legt den Grundstein für eine Serie voller kleiner Schritte. Denn das ist die Geschichte, die uns die Serienmacher erzählen wollen. Der Anfang ist dementsprechend holprig und peitscht den Charakter an einigen Stellen verwirrend leicht durch verschiedene Stadien der Sucht. Das relativiert sich aber schon in der zweiten Episode.
Darüber hinaus sucht die Serie jedoch noch etwas länger nach ihrem Ton. Ausführende Produzentin ist Jenni Konner (Girls) und das merkt man der Serie auch durchaus an. Aber das allgemeine Niveau der HBO-Serie sucht man bisher in der Freeform-Produktion vergebens.
Single Drunk Female: Serientrailer
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Single Drunk Female“: