Shadowhunters 1x01

Shadowhunters 1x01

Cassandra Clares Young-Adult-Fantasyromane The Mortal Instruments wurden ein zweites Mal verfilmt. Dieses Mal allerdings nicht für die große Leinwand, sondern in Serienform. Wie schlagen sich die Shadowhunters nun auf Freeform?

Jecelyn Fray (Maxim Roy) und ihre Tochter Clary (Katherine McNamara) / (c) Freeform
Jecelyn Fray (Maxim Roy) und ihre Tochter Clary (Katherine McNamara) / (c) Freeform

Als ich vor zweieinhalb Jahren bei SERIENJUNKIES.DE® anfing, bestand eine meiner ersten Aufgaben darin, den Kinofilm „Chroniken der Unterwelt - City Of Bones“ zu rezensieren. Ich war wenig begeistert. Natürlich wurde mir nun auch das Pilotreview zum zweiten Verfilmungsanlauf von Cassandra Clares „The Mortal Instruments“ auferlegt, nachdem die Filmreihe abgeblasen wurde und Freeform das Ganze als Serie angeht. Warum diese Version doppelt so viele Sterne von mir bekommt? Wenn Ihr schon so nett fragt...

All the legends are true

Für Clary Fray (Katherine McNamara) könnte es durchaus schlechter laufen. Sie hat eine liebende Mutter (Maxim Roy), die mit Detective Old Spice (Isaiah Mustafa) zusammen ist, lebt mit dieser in einem selbst für eine Fantasyserie unglaubwürdig riesigem Apartment in Brooklyn, wird von ihrem besten Freund Simon (Alberto Rosende) vergöttert und gerade zur Kunstschule zugelassen. Als Mom an ihrem 18. Geburtstag ein wichtiges Gespräch mit ihr führen möchte (nein, nicht das Gespräch), kommt leider allerlei Teeniekram in die Quere, weshalb Clary nicht vorbereitet ist, als ihr ein tätowierter, blonder Bursche über den Weg läuft, den ihre Freunde nicht sehen können. Auch der junge Mann, Jace (Dominic Sherwood), ist überrascht, dass eine Mundane - die Muggles dieser Welt - ihn wahrnehmen kann.

Clary (Katherine McNamara) trifft zum ersten Mal auf Jace (Dominic Sherwood). © Freeform
Clary (Katherine McNamara) trifft zum ersten Mal auf Jace (Dominic Sherwood). © Freeform

Hätte sich der Rotschopf Zeit für Mutti genommen, wäre sie über die Welt der Shadowhunters und die Schatten, die sie jagen, aufgeklärt worden. Per Flashback erfahren wir, dass Clary als kleines Mädchen bereits mit Dämonen und Co in Berührung kam und ihre Mutter ihre Gedanken von einem Warlock namens Magnus (Harry Shum) hat löschen lassen. Auch dieser ist im Club Pandemonium zugegen, als Clary dem Schattenjäger Jace dorthin folgt. Vor Ort eskaliert in diesem Moment die Situation mit einem der bösartigen Formwandler und Clary wird nicht nur Zeuge des folgenden Gemetzels, sondern nimmt auch unfreiwillig daran teil, als das Shadowhunter-Lichtschwert auf sie reagiert. Die sogenannten Seraph Blades sind nicht länger gläserne Säbel wie in der Filmadaption, sondern aktivierbare Lichtschwerter, die ein wenig nach Plastikspielzeug aussehen, welches sich sehr leicht zu handhaben anfühlt und den Kämpfen einen leichtherzigeren Anstrich verleiht.

You're more powerful than you know

Clary macht macht sich Sorgen, den Verstand zu verlieren und macht sich nach Hause auf, wo Mutter Jocelyn ihr im Sauseschritt reinen Wein einschenkt. Viel Zeit bleibt jedoch nicht, denn man ist Clary nach Hause gefolgt und es ist nicht länger sicher, weshalb Jocelyn sie durch einen Zauber zum Polizeipräsidium schickt, auf dem ihr Freund Luke arbeitet. Die Angreifer sind hinter einem Artefakt namens Mortal Cup her, welches vom Oberschurken Valentine (Alan van Sprang) benötigt wird, doch ehe Jocelyn sich noch weitere Informationen entlocken lässt, nimmt sie einen magischen Trunk zu sich, der sie in eine Art Dornröschenschlaf versetzt. Unterdessen glaubt Clary, Luke nicht weiter über den Weg trauen zu können und wird von Jace vor einem Formwandler gerettet, der sich als Freundin ihrer Mutter ausgibt. Das Design des gesichtaufklappenden Dämons - durch eine Mischung aus Gummikostüm und CGI realisiert - kann sich übrigens sehen lassen.

Im Hauptquartier der Shadowhunters, das mindestens ebenso stylisch daherkommt wie die Schattenjäger selbst, wird die überforderte Clary weiter darüber aufgeklärt, was es mit Dämonen, Warlocks, Vampiren, Runen et cetera auf sich hat. Jace gibt ihr die Kurzfassung: „All die Legenden sind wahr. Wir sind Schattenjäger. Wir beschützen die Menschenwelt vor der Dämonenwelt.“ Clary hat wenig Interesse an seinen Ausführungen und möchte vor allem ihre Mutter ausfindig machen, doch so ganz kann sie sich der Shadowhunter-Welt nicht entziehen, denn ihre Kleidung ist futsch und so ist sie gezwungen, sich in eines der Outfits der Dämonenjäger zu zwängen, die allesamt ähnliche Fetischoutfits zur Schau tragen wie Neo und seine Cyberpunkbande aus „The Matrix“. So staunt Simon auch nicht schlecht, als seine beste Freundin plötzlich in schwarzem Leder vor ihm steht und sich neben ihr der Dritte aus dem unvermeidlichen Liebesdreieck materialisiert.

Fazit

Schon nach nur einer Folge wirkt es so, als sei „The Immortal Instruments“ tausendmal besser im Fernsehen aufgehoben als im Kino. Das geringere Budget und die sich nicht ganz so ernst nehmende Inszenierung tun dem Action-Fantasy-Mischmasch äußerst gut. Die spaßigen Waffen- und Artefaktrequisiten und fürs TV absolut adäquate Effekte - wenn zum Beispiel die Dämonen desintegrieren - verleihen den neuen Shadowhunters zudem ein sympathisches und „Buffy“-eskes B-Movie-Flair.

Die Shadowhunters und ihre Seraph Blades © Freeform
Die Shadowhunters und ihre Seraph Blades © Freeform

Natürlich ist es bedauerlich, dass wir auf Lena Headey als Mutter oder den wundervoll als Oberschurke Valentine übertreibenden Jonathan Rhys Myers verzichten müssen, aber dafür überschatten die bekannteren Darsteller nicht den im Zentrum stehenden Nachwuchs. Der besteht, wie wohl niemanden im Rahmen einer Young-Adult-Serie von Freeform überrascht, aus ausnahmslos gut aussehenden Jungschauspielern. Sogar der nerdigere Simon, der vom arroganten Jace untergebuttert wird, bekommt die Gelegenheit, sein Sixpack zur Schau zu stellen. Übrigens ist selbst mir, als jemand, der nur die erste Filmadaption kennt, nicht die clevere Anspielung entgangen, die in Simons Song versteckt war.

Das jüngere Zielpublikum müsste „Shadowhunters“ eigentlich kräftig abfeiern, auch wenn ältere Fantasyfreunde bezüglich der Kreaturenmelange vielleicht eher meine Meinung teilen, die sich seit der ersten Verfilmung nicht geändert hat: Es fühlt sich nach wie vor ziemlich nach einem Fanfictioncrossover verschiedener Werke mit ausgetauschten Charakternamen an. Interessant wird allerdings zu sehen sein, wie das Publikum des Senders, der vor kurzem noch ABC Family hieß, auf den nicht gerade wenig kontroversen Megatwist reagieren wird, der sich anbahnt.

Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 13. Januar 2016

Shadowhunters 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Shadowhunters 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Der Engelskelch
Titel der Episode im Original
The Mortal Cup
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 12. Januar 2016 (Freeform)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 13. Januar 2016
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 13. Januar 2016
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 13. Januar 2016
Regisseur
McG

Schauspieler in der Episode Shadowhunters 1x01

Darsteller
Rolle
Katherine McNamara
Dominic Sherwood
Alberto Rosende
Matthew Daddario

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