In der Pilotepisode der Serie Scream Queens beginnt ein Killer sein grausames Werk auf dem Campus, doch Gefahren gehen auch von denen aus, die kein Gruselkostüm tragen. Der Schrei- und der Komikfaktor sind bemerkenswert.

Die Anwärterinnen in der Serie „Scream Queens“ / (c) FOX
Die Anwärterinnen in der Serie „Scream Queens“ / (c) FOX

Der Titel lässt es vermuten: Das Geschrei wird groß sein in der neuen Horrorkomödie von American Horror Story-Schöpfer Ryan Murphy. Eine Studentinnenverbindung wird aufgemischt, ein Killer geht auf dem Campus um und das ist nicht das einzige, das die Figuren zum Schreien bringt.

Worum geht es

Das neue Studienjahr beginnt, die Frischlinge beziehen ihre Studentenzimmer und bewerben sich bei den Verbindungen, bei denen sie Mitglied werden wollen. Doch auf einem Campus läuft dieses Jahr alles etwas anders. Kappa Kappa Tau ist der neuen Dean Kathy Munsch (Jamie Lee Curtis, „Halloween“) schon eine ganze Weile ein Dorn im Auge und nach einer Beförderung hat sie die Macht, etwas dagegen zu unternehmen.

Sie bestellt die arrogante Anführerin der Gang, Chanel Oberlin (Emma Roberts, American Horror Story) in ihr Büro. Überraschend greift die nationale Vertreterin der Verbindung ein, Gigi (Nasim Pedrad; „Saturday Night Live“, Mulaney), eine ehemalige Kappa-Kappa-Tau-Schwester, die mental in den Neunziger Jahren hängen geblieben ist. Sie verhindert die Schließung des Verbindungshauses, aber fortan müssen alle Bewerberinnen die gleiche Chance bekommen, anstatt nur die Reichen und Schönen aus den besten Familien zu akzeptieren. Die Exklusivität der Organisation ist Vergangenheit.

Das führt in der Pilotepisode der Serie Scream Queens dazu, dass neben Chanel und ihren drei Helferinnen, Chanel #2 (Ariana Grande), #3 (Billie Lourd) und #5 (Abigail Breslin), mit Ausnahme der verstorbenen #4, nur eine Handvoll Außenseiterinnen als Bewerberinnen im Haus zurückbleiben.

Da hätten wir zum Beispiel Grace (Skyler Samuels, The Nine Lives of Chloe King), die sich nur für die Schwesternschaft interessiert, weil ihre verstorbene Mutter Mitglied war. Sie zieht ihre schlagfertige Mitbewohnerin Zayday (Keke Palmer) mit, die vor allem dem verdreckten Badezimmer im Wohnheim entkommen will. Außerdem gibt es noch Hester (Lea Michele, Glee), die eine enorme Halskrause trägt und in mehr als einer Hinsicht seltsam rüberkommt. Nicht zu vergessen: Tiffany (Whitney Meyer), ein tauber Fan von Taylor Swift, der bei jeder Gelegenheit laut los singt.

Für Chanels Lebensplanung ist diese Entwicklung schädlich, ihre Beliebtheit leidet darunter, was ihren Freund Chad (Glen Powell) dazu bringt, sie nicht weiter zu treffen. Schließlich braucht er eine beliebte Freundin an seiner Seite.

In ihrer Verzweiflung sucht Chanel sich eine ungewöhnliche Verbündete: die Hausangestellte des Verbindungshauses, Miss Beane (Jan Hoag), die sie für gewöhnlich nicht nur mit fiesen Spitznamen demütigt. Mit der Verbrennung der Haushälterin in der Fritteuse will sie die ungeliebten Bewerberinnen abschrecken, doch dann bringt Chanel die Frau per Verbrennung um und lässt die Leiche verschwinden, gemeinsam mit den anderen, die sie zur Mittäterschaft erpresst.

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Nebenbei lernen wir Pete (Diego Boneta, Underemployed) kennen, der einst von Chanel hingehalten wurde, nun Grace näherkommt und nebenbei an einem Enthüllungsartikel über die Studentenverbindung arbeitet. Dean Munsch hat ebenfalls ein paar dunkle Geheimnisse, eines davon ist, dass sie mit ihrem Studenten Chad schläft.

In den letzten zehn Minuten der Pilotepisode kommen zwei weitere Mordopfer dazu, eines unter den Chanels und eines unter den Bewerberinnen. Beide Taten sind auf ihre eigene Art zum Schreien komisch, zumindest für die Figuren und ein bisschen auch für die Zuschauer.

Wie kommt es rüber?

Ein Serienkiller auf dem Campus, der attraktiven Verbindungsschwestern in deren luxuriösem Haus nachstellt - die Serie Scream Queens liefert eine schöne Kulisse für die Horrorkomödie. Die Pilotepisode liefert wie versprochen ab: eine amüsante Dreiviertelstunde, in der Mord zum unterhaltsamen Höhepunkt der Geschichte einer Figur wird. Dabei setzen die Macher weniger darauf, detailliert gruselige Details zu zeigen, zwar halten sie auch bei verbrannter Haut drauf, doch es bleibt comichaft und das Geschrei der Umstehenden verleiht der Situation kaum mehr Ernsthaftigkeit.

Serienschöpfer Ryan Murphy hat bereits angekündigt, dass lediglich vier Figuren lebendig aus dem Staffelfinale gehen werden, wir sollten uns also nicht allzu sehr an die Charaktere gewöhnen. Doch die Story der Serie kommt auch ohne eine Identifikationsfigur aus, wir dürfen uns über die arroganten Chanels amüsieren und uns mit den zum Teil ziemlich kauzigen Bewerberinnen freuen, wenn sie überraschend die Oberhand gewinnen.

Zur Geschichte gehören auch die Rückblicke, die uns verraten, dass hinter den Geheimnissen mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. Regelmäßig kehren wir ins Verbindungshaus im Jahr 1995 zurück, wo die Kappa-Kappa-Tau-Schwestern eine der Bewerberinnen in der Badewanne verbluten ließen, nachdem sie gerade ein Baby bekommen hatte, weil mit „Waterfalls“ ihr Lieblingssong aus den Boxen dröhnte. So albern die ganze Geschichte auch erzählt wird, irgendwie will man schon wissen, was passiert ist und wer hinter der Maske steckt.

Unterhaltsam wird die Serie auch durch den überraschend starken Cast. Die Persiflage auf reiche, attraktive, arrogante Studentinnen funktioniert nur so gut, weil Emma Roberts und ihre Mitstreiterinnen ebenso gut daran mitarbeiten.

Fazit

Die Pilotepisode der Serie Scream Queens trifft genau da hin, wo Horror und Komik zusammenlaufen. Dabei vermeidet sie es weitgehend, die Zuschauer zu nerven, sondern sie durch Persiflage und clevere Sprüche zu unterhalten. Es ist leichte Unterhaltung der gelungenen Art, albern, ohne dümmlich zu wirken.

Promo zur ersten Staffel der US-Serie „Scream Queens“:

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