School Spirits 1x01

© Paramount+
Das passiert in der Serie „School Spirits“
Maddie (Peyton Roi List) ist tot. Schlimmer noch: Ihr Geist ist in ihrer Highschool gefangen, wo sie mit einigen anderen Verstorbenen aus diversen Jahrzehnten ein Dasein im Zwischenreich fristet. Sie weiß nicht, was mit ihr geschah und wer sie ermordete, nur, dass es im Keller der Split River High geschah. Um ihren Frieden zu finden, versucht sie herauszufinden, wer sie umbrachte und bekommt dabei unerwartete Hilfe. Ihr bester Freund Simon (Kristian Ventura) vermisst sie so sehr, dass er sie plötzlich sehen kann. Gemeinsam begeben sich die beiden Teenager auf die Suche nach der Wahrheit.
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Klassische Teenie-Mystery
School Spirits ist im besten Sinne eine klassische Teenie-Mysteryserie, die mit Coming-of-Age-, Comedyserien- und Krimiserien-Elementen angereichert ein unterhaltsames Genrekonglomerat bildet. Schon das Intro lässt mit seinem bildhaften Stil, der sowohl an „Outer Limits“ als auch an Ghost Whisperer erinnert, wohlige Erinnerungen aufkommen. Das trifft sowohl auf die Bildkomposition als auch auf den einleitenden Jingle-artigen und einprägsamen Song zu, der textlich lediglich aus den Worten „don't forget me when I'm gone“ besteht (in „Ghost Whisperer“ hieß es übrigens: „Can you see me?“).
Und genauso fühlen sich die ersten beiden Episoden My So-Called Death („Mein sogenanntes Nachleben“) und The Fault of Our Scars („Narben sind miese Verräter“) denn auch an. Statt mit überbordenden Effekten und schnellen Schnitten, arbeiten die Serienerfinder Nate und Megan Tinrud sowie Showrunner Oliver Goldstick (High School Musical: The Musical: The Series) vor allem auf Maddies Geisterebene gerne mit Medium Close-ups oder sogar Close-Ups, um die kuriose Situation, in der sich die Protagonisten befindet, zu unterstreichen. Besonders effektvoll ist es dabei, wenn sich die im Fokus stehenden Figuren ein wenig nach vorne beugen und die Kamera von unten nach oben blickt. So entsteht ein ganz spezieller, bisweilen fast schon surrealer Blickwinkel, klasse.
Überhaupt lebt „School Spirits“ sehr stark von ihren klug gewählten Kameraeinstellungen, die immer wieder unterstreichen, dass Maddie als Seele im Zwischenreich unter den Lebenden verweilt, um die Wahrheit über ihren Tod ans sprichwörtliche Licht zu bringen.
Der Beginn
Die Serie beginnt - wie sollte es anders sein - damit, dass Maddie auf einem der oberen Sitzplätze der Aula sitzt, und einem Lehrer dabei lauscht, wie er die Schüler über ihr Verschwinden unterrichtet. Im Keller wurden Blutspuren gefunden und alles deutet auf ein Verbrechen hin, dennoch lässt es sich der eigenwillige Direktor Hartman (Alex Zahara) nicht nehmen, die schuleigenen Cheerleader auftreten zu lassen. Derart originelle Einfälle ziehen sich durch die ersten beiden Episoden und sorgen immer mal wieder für den ein oder anderen Schmunzler. Das lockert die ab Folge zwei stärker in den Vordergrund rückenden Dramaelemente auf und sorgt für Abwechslung.
Witzig ist zudem, dass Maddie einige andere Seelen kennenlernt, die vor mehr oder weniger vielen Jahren an der Schule verstarben und nun ebenfalls in dieser verrückten Form des Fegefeuers gefangen sind. Zumindest ist aber für Beistand gesorgt. Der ebenfalls längst über den sprichwörtlichen Jordan gesprungene Mr. Martin (Josh Zuckerman) leitet nämlich die Split-River-High-Nachlebensgruppe, in der auch Wally (Milo Manheim), Rhonda (Sarah Yarkin) und Charley (Nick Pugliese) die Tatsache ihres Totseins verarbeiten.
Neue und alte Freunde
Vor allem Charley wird sich in die ersten beiden Episoden als wertvolle Stütze, sowohl für Maddie als auch für das Publikum, erweisen. Er begleitet das Teeniegirl nicht nur bei ihren ersten Schritten als Geist, sondern versorgt sie auch mit wichtigen Details über ihre Fähigkeiten. So wird den Zuschauenden von School Spirits quasi im Vorbeigehen auch gleich die Serienmythologie an die Hand gegeben, eine ebenso sinnige wie unterhaltsame Idee.
Als noch wichtiger erweist sich aber ihr bester Kumpel Simon. Der weilt zwar noch unter den Lebenden, vermisst seine Freundin aber so sehr, dass das eigentlich Unmögliche geschieht: Als sie ihn anspricht, kann er sie plötzlich sehen und mit ihr reden. Warum ausgerechnet sie als einzige der toten Kids das Glück hat, mit zumindest einem lebendigen Menschen interagieren zu können, wird zwar nur in einem kurzen Dialog erklärt. Immerhin lassen die Autorinnen und Autoren ihr Publikum aber nicht ganz im Regen stehen und liefern eine nachvollziehbare Erklärung, die obendrein von Charley nur als Vermutung deklariert wird, gut so.
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Von Dramedy bis Crime
Gemeinsam mit Simon begibt sich Maddie nun auf die Suche nach Antworten, wobei einige interessante Details ans Tageslicht kommen. So finden sie heraus, dass ihr Freund Xavier (Spencer Macpherson) nicht nur etwas mit der Cheerleaderin Claire (Rainbow Wedell) hatte, sondern auch Maddies Smartphone bei sich trägt.
Zwischen typischen Coming-of-Age-Themen wie erste Liebe und erster Sex blitzen schon hier spannende Krimipassagen auf, die uns zunächst zu Xavier als Tatverdächtigen führen. Obwohl er etwas zu verbergen hat, wird allerdings recht schnell klar, dass weder er noch Claire die Täter sind. Verdächtig machen sich hingegen auch noch Lehrer Anderson (Patrick Gilmore) sowie in bester Cosy-Crime-Manier auch der Hausmeister, der mit voller Absicht recht mysteriös gezeichnet ist.
Es macht großen Spaß, Maddie und Simon bei ihren Ermittlungen zu folgen, zumal sie bereits in den ersten beiden Episoden einiges zu Tage fördern, das die Spannung hochhält. Entsprechend nimmt die Serie trotz der oben erwähnten komödiantischen Einlagen in der zweiten Folge immer dramatischere Züge an, die gut in das Mysteryserie-Setting passen und für eine gewisse Ernsthaftigkeit sorgen.
Fazit

Wer hätte damit gerechnet, dass sich hinter einer vermeintlich simplen Teenie-Dramedy eine tolle Geschichte verbirgt, die in allen Belangen Spaß macht? „School Spirits“ beweist, dass man mit dramaturgisch klug geschriebenen Drehbüchern und einer - inszenatorisch betrachtet - gesunden Portion Retro-Feeling eine unterhaltsame Crime-Mystery-Geschichte erzählen kann.
Zugegeben: Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben das Highschoolalter schon längst hinter sich gelassen, was man ihnen durchaus ansieht. Der Vorteil ist allerdings, dass das Gros des Casts über genügend Erfahrung verfügt, um die Serie zu tragen. Peyton List kennt man aus Cobra Kai, Sarah Yarkin aus der grandiosen Motherland: Fort Salem, die Disney+ unverständlicherweise erst kürzlich entfernte. Ian Tracy (spielt Xaviers Vater Sheriff Baxter) glänzte in Bates Motel, Spencer Macpherson kennt man aus American Gods und so weiter.
Hinzu kommen eine sehenswerte Geschichte mit Miträtselfaktor sowie einige witzige Ideen, die man so vielleicht noch nicht kennt. Wenn die restlichen sechs Episoden das Niveau halten oder sich vielleicht sogar noch steigern, steht einer Erfolgstory auf Paramount+ damit nichts im Wege. Viereinhalb von fünf Geistern.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „School Spirits“, die beim Streamingdienst Paramount+ zu finden ist:
Verfasser: Reinhard Prahl am Montag, 24. Juli 2023School Spirits 1x01 Trailer
(School Spirits 1x01)
Schauspieler in der Episode School Spirits 1x01
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