School of Champions: Review der Pilotfolge der Coming-of-Age-Sportdramaserie in der ARD

© ORF/BR/SRF/Superfilm Filmproduktions GmbH/Stefanie Leo
Das passiert in der Serie „School of Champions“
Für die Teenagerin Dani (Emilia Warenski) bedeutet der Traum vom Leben als Skiprofi in School of Champions alles. Um an der traditionsreichen Skiakadamie Gastein aufgenommen zu werden, mogelt sich das Lokaltalent sogar an ihrer Schwester vorbei, die eigentlich eine Einladung zur Aufnahmeprüfung erhalten sollte. Als sie endlich ihr Zimmer bezieht, wähnt sie sich am Ziel, doch der harte Konkurrenzkampf mit den anderen Talenten, der Erfolgsdruck und ihre eigenen Grenzen machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Weil es der Schule finanziell schlecht geht und sie kurz vor dem Aus steht, nimmt Schulleiter Mark (Jakob Seeböck) das Mädchen auf Wunsch seines Chefs trotz mittelmäßiger Leistungen aber dennoch auf. Ist Dani dem beinharten Training gewachsen?
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Ehrgeiz

Die Pilotfolge von „School of Champions“ gehört zu den nicht ganz einfach zu bewertenden Serienstarts. Einerseits punktet die Jugend-Dramaserie mit einer guten Idee und tollen Sportszenen, andererseits lässt sich kaum erahnen, wo die Reise in den acht Teilen der Miniserie letztlich hingeht. Die Episode beginnt wie ein Krimi mit dem Tod eines Akademieschülers. Geschockt steht Schulleiter Mark in der Dunkelheit umringt von Polizeiwagen auf der Straße und kann offensichtlich nicht fassen, was da gerade eben geschehen ist.
Einige Monate später ist das für den Jungen errichtete Mahnmal nur noch ein Störfaktor für den Besitzer. Die Eltern des Verstorbenen Jugendlichen geben dem rüden und harten Umgang mit den Teenagern die Schuld am Tod ihres Sohnes, was dazu führte, dass die Investitionen ausbleiben. Dieser interessante Einstieg hängt wie ein Damoklesschwert über dem Rest der Episode und wird durch das Auftauchen des ehrgeizigen Lokaltalents Dani erst richtig greifbar.
Um sich ihren Platz an der Gasteiner Akademie zu sichern, betrügt sie sogar ihre eigentliche bessere Schwester um einen der wenigen begehrten Plätze. Bereits hier spielt „School of Champions“ mit dem naiven Ehrgeiz junger Menschen, die von ihren Eltern zu angeblichen Gewinnern erzogen werden. Danis Vater ist zwar nicht der typische Helikopter-Elternteil, doch auch er lebt durch seine Töchter seinen Traum des Olympiasiegers.
Seine Wünsche haben auf Dani abgefärbt, während ihre Schwester etwas lockerer und abgeklärter an die Sache herangeht. Sie fährt gerne Ski und liebt es, sich zu messen, aber eben nicht um jeden Preis. Das schafft einen interessanten figürlichen Kontrast zwischen den beiden Jugendlichen, der am Ende der Episode noch einmal deutlich herausgearbeitet wird.
Klischeehafte Figuren

Als Dani schließlich an die Akademie kommt und ihre Konkurrenz kennenlernt, beginnt die Fassade des starken Figurenaufbaus aufgrund der nach typischen Baukastenmustern geschriebenen jugendlichen Protagonisten allerdings leicht zu bröckeln. Danis Zimmergenossin Nawal (Luna Mwezi) ist ebenso ehrgeizig wie sie selbst, aber härter im Nehmen.
Der aus München stammende Georg (Moritz Uhl) ist der ruhige Typ, über den man (noch) nichts erfährt, Luca (Mikka Forcher) ist in sich gekehrt und ablehnend und so weiter. Natürlich darf auch der begehrte Schulrebell Nikki (Imre Lichtenberger) nicht fehlen, der zwar hochtalentiert ist, aber mit der Tatsache, der Sohn des Direktors zu sein, nicht klarkommt. Das alles kennt man dutzendfach aus anderen Coming-of-Age-Serien, nur eben vor anderer Kulisse. Was den Amerikanern Football oder Baseball ist, ist hier eben Ski Alpin.
Starkes Thema
Einen allzu großen Unterschied macht der Background insofern nicht, da sich die Erlebnisse der Kids in der Schule beinahe spiegelbildlich zu denen ihrer US-Pendants verhalten. So ist das Training knochenhart und beinahe erbarmungslos. In einem Wettbewerb müssen die Jungtalente beispielsweise erst fünf Kilometer durch bergiges Gelände laufen, dann 21 Längen schwimmen und abschließend 20 Kilometer auf dem Ergometer um die Wette radeln. So will man die Spreu vom Weizen trennen, übersieht aber, dass einige Jugendliche dabei weit über ihr physisches und psychisches Limit gehen.
Insofern ist der Vorwurf der eingangs erwähnten Eltern des in der Eröffnungsszene verstorbenen Jungen möglicherweise gerechtfertigt, wobei die Serienmacher die wirkliche Ursache für den Tod bisher noch offen lassen. Dani ist jedoch nach dem zweiten Teil des Triathlons so fertig, dass sie verzweifelt ihren Vater anruft, was sich als starkes Indiz dafür werten lässt, dass die Gasteiner Schule zwar auf sportliche Höchstleistungen abzielt, dabei aber die mentale Gesundheit ihrer Schützlinge nicht im Griff hat. Wer selbst Elternteil ist und sein Kind schon einmal in einem Verein anmeldete, dessen Trainer schon am ersten Tag wild auf die Kinder einredeten und darüber diskutierten, wer es „zu etwas bringen“ könnte, versteht genau, worauf das Autoren-Team mit solchen Szenen hinauswill.
Fazit
Inhaltlich wirft School of Champions also einige spannende Fragen über den Umgang mit sportbegeisterten Kindern in einem Business auf, mit dem sich viel Geld verdienen lässt, womit sich ein guter Ansatz für eine Coming-of-Age-Geschichte ergibt. Optisch aufgewertet mit einigen rasant gefilmten Sportsequenzen lässt sich auch auf visueller Ebene nicht viel kritisieren. Als einzige bisherige Barriere erweist sich somit der oben bereits angesprochene zu klischeehafte Figurenaufbau, zu dem sich allerdings bislang auch noch nicht allzu viel sagen lässt.
Wie sich die jeweiligen Geschichten der Protagonisten miteinander verzahnen und ob daraus ein homogenes Gesamtbild entsteht, muss sich im Verlauf der weiteren immerhin sieben Episoden zeigen. Zudem stellt sich die Frage, wie der erwähnte mysteriöse Tod in die Handlung eingreift und ob dieser noch eine größere Rolle spielen wird.
Gute Ansätze sind auf jeden Fall gegeben, deshalb vergeben wir optimistische vier von fünf Punkte.
Hier ein Trailer zu „School of Champions“ via ARD Mediathek
Sendehinweis
Am Freitag, den 8. Februar (und bis zum 9. Februar 2025) kann man in der ARD Mediathek die deutsch-österreichisch-schweizerische Ko-Produktion „School of Champions“ streamen. Ab dem 14. Februar um 20.15 Uhr erfolgt dann die Free-TV-Premiere bei Das Erste mit zwei Folgen. Weitere Folgen laufen am 17. Februar ab 23.50, nämlich die Episoden drei bis fünf. Am 18. Februar ab 0.10 Uhr laufen schließlich Folgen sechs bis acht.