Saved by the Bell (2020) 1x01

© erienposter zur US-Serie Saved by the Bell (c) Peacock
In der Pilotepisode des Reboots Saved by the Bell (2020) muss man sich erst einmal orientieren, besonders wenn man kein Kenner von Tracey Wigfields früheren Produktionen ist - darunter allen voran Great News. Aber auch die Autoren müssen ihre Story erst einmal finden und mit der Reboot-Altlast umgehen. Zur zweiten Episode sollte der geneigte Zuschauer dann wissen, wohin die Reise geht und ob es die Einschaltzeit wert ist.
Wovon handelt es?
Direkt zu Beginn gibt es ein Wiedersehen mit altbekannten Gesichtern: Zack Morris (Mark-Paul Gosselaar) ist nun mit Kelly (Tiffani Thiessen) verheiratet und wurde zum Gouverneur von Kalifornien gewählt. Eine seiner Amtshandlungen ist die Kürzung des Bildungsbudgets, was zur Schließung zahlreicher Schulen in einkommensschwächeren Gebieten führt. Wir werden durch diesen Prozess in einer schnellen Abfolge von komischen Szenen geführt, bis wir schließlich da ankommen, wo die Serienmacherinnen uns haben wollen: an der Hand einiger Teenager aus geschlossenen Schulen, die nun ihre neue Bildungsstätte in einem reichen Teil der Stadt besuchen.
Zu denen, die an die Bayside High wechseln, gehören die ehrgeizige Daisy Jimenez (Haskiri Velazquez), die Sportlerin Aisha Garcia (Alycia Pascual-Pena) und der stille und musikalisch talentierte Davante Young (Dexter Darden).
Auf der anderen Seite lernen wir den charmanten Mac Morris (Mitchell Hoog) kennen, Sohn von Kelly und Zack. Außerdem die Transgender-Schülerin mit eigener Realityshow, Lexi Haddad-DeFabrizio (Josie Totah), und den Kapitän von Baysides Footballteam, Jamie Spano (Belmont Cameli), der nicht die hellste Kerze im Raum ist. Letzterer ist außerdem der Sohn einer alten Bekannten für Kenner der Originalserie, nämlich von Jessie (Elizabeth Berkley). Die arbeitet mittlerweile als Schulpsychologin in ihrer alten Schule und wird daher oft zu sehen sein. An ihrer Seite ist A. C. Slater (Mario Lopez), der Sportlehrer und Footballtrainer an der Schule geworden ist.
Neu in der Geschichte ist Principal Ronald Toddman (John Michael Higgins), der den Posten des Schulleiters von Mr. Belding (Dennis Haskins) übernommen hat.
Wie kommt es rüber?
Während die Neuankömmlinge kritisch die neue Umgebung beobachten und mit den Privilegien hadern, die die alten Schüler unverhohlen zur Schau stellen, wirken die reichen Kids wie naive Trust-Fund-Babys, weit von der wahren Welt abgehoben. In wahrer Tracey-Wigfield-Manier ist niemand wirklich böse, alle sind offen für Kommunikation und fast jeder Charakter trägt sein Herz auf der Zunge. So dauert es mal wieder nur eine Episodenlänge und die neue, noch holprige Gemeinschaft hat sich gebildet. Das bedeutet nicht, dass jeder mit jedem gut auskommt, aber wir lernen in Windeseile alle kennen und viele auch lieben.
In der Pilotepisode erfährt Daisy, dass sie nur noch einen Nachmittag Zeit hat, um sich als Schülersprecherin zu bewerben. Mit ihrem kleinen Bruder im Schlepptau eilt sie durch das Viertel, um einen funktionierenden Kopierer zu finden und abends ihre Plakate zu malen. Aber all das nur, um am nächsten Tag in die Schule zu kommen, die zugepflastert ist mit Hochglanzpostern von Lexi und Mac. Die haben nämlich erfahren, dass der Schülersprecher den besten Parkplatz erhält. Als sie jedoch von Daisy hören, dass man auf diesem Posten auch eine Konferenz in den berüchtigten Frühlingsferien besuchen muss, setzen sie alles daran, Daisy zu unterstützen. Nur leider möchte die Auserwählte auf diese Art nicht gewinnen. Sie will sich ihren Erfolg erarbeiten. In einem Gespräch mit dem Schulleiter sagt dieser ihr: „Hör' zu, diese Kinder können ahnungslos und überbeschützt sein, aber eins machen sie richtig: Sie fühlen sich niemals schuldig, weil sie ihren Platz am Tisch einnehmen. Und du verdienst auch einen Platz an diesem Tisch.“
So nimmt sie die Wahl dann doch an und die Serienschöpferin zeigt, dass sie ihren Great News-Humor bestens unter einen Hut bekommt mit den Altlasten, die das Reboot-Projekt so mit sich bringt.
Erst macht sich A. C. darüber lustig, dass seinerzeit viele Probleme mit einer inspirierenden Rede gelöst werden konnten und man nickt zustimmend, weil die Zeiten und die Wahrnehmungen sich verändert haben. Kurz darauf sitzt man mit Daisy im Schulleiterbüro und hört genau diese Rede, die auch genau das bringt, was Daisy hören muss, um für eine bessere Schule kämpfen zu können.
Fazit
Auch wenn auf den ersten Blick die Story sehr albern wirkt - die Cleverness scheint doch in jeder Szene durch, vom ersten Moment an. Die härtesten Wahrheiten kommen oft in den Nebensätzen zum Tragen und bauen sich langsam zu einer intelligenten Geschichte aus, die mit einer eigenen Art von Humor punkten kann.
Darüber hinaus bleibt Saved by the Bell (2020) sich als Wigfield-Serie treu, indem es als Wohlfühlcomedy funktioniert für Leute, die ihr Gehirn auch beim Unterhaltenwerden nicht ausschalten wollen.
Hier abschließend der Trailer:
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Montag, 30. November 2020Saved by the Bell (2020) 1x01 Trailer
(Saved by the Bell (2020) 1x01)
Schauspieler in der Episode Saved by the Bell (2020) 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?